Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate
Preis für Biogasgülle
Welchen Preis kann man für Gülle zur Verwertung in einer Biogasanlage ansetzen. Substrate werden zurückgenommen.
Vielen Dank schon im voraus, für viele Antworten.
Gruß Geno-Bauer
Geschrieben von Geno-Bauer
am
Verkauft denn hier keiner seine Gülle an eine Biogasanlage?
Ich glaube, das die Preise da sehr regional unterschiedlich sind!
Je nach dem, wie stark die Viehdichte in dem Raum und so das Angebot ist, wie die Qualität (TS) ist, wird es wohl extrem große Unterschiede geben.
Oft sind es auch finanziell Beteiligte, die vertragsgemäß etwas Gülle liefern müssen.
Hinzu kommt, dass der mineralische Düngewert nun wieder stark gesunken ist und so die Verwertung über Güllebörsen wieder teurer wird für die Abgeber. Das führt sicherlich auch zu einem etwas größerem Angebot für die Biogasanlagen.
@ Geno-Bauer [#2]
Von einem Kollegen mit Milchvieh:
Der Transport vom Kuhstall zur Biogasanlage und später die Ausbringung mit Schleppschlauchtruck wieder auf die Flächen des Milchviehbetriebes werden übernommen.
Mfg
BB
@ Bauer Bernie [#4]
Das ist ein interessanter Ansatz, zumal uns ja im wesentlichen daran gelegen ist, die Nährstoffe wiederzurückzubekommen. Die Frage ist nur war ,macht hierbei wirklich das Geschäft. Hast Du Kalkulationsunterlagen dazu?
@ Spekulatius_Maximus [#3]
Das regional sehr schwank, könnte ich mir auch vorstellen, aber hast Du irgendwelche ZAhlen, Preis?
Oder aber (nicht ganz Ernst gemeint), es wird ein Terminkontrakt für Gülle ins Leben gerufen. Das wäre doch was, oder ?
Gruß
Geno-Bauer
Zahlen habe ich nicht.
Was ich aber so höre, ist, dass die Güllelieferanten auch Substrate liefern, beteiligt sind oder "nur" der Transport hin und zurück vom Anlagenbetreiber bezahlt wird. Einen nennenswerten Preis für Gülle wird sicher nur in vieharmen Ackerbauregionen erzielt werden können.
Der Terminkontrakt für Gülle wäre das letzte Handelsgut, das an der Börse handelbar bzw. zu standardisieren wäre. Die geringe Transportwürdigleit, die regional riesigen Unterschiede beim Viehbesatz machen es unmöglich, die Gülle in einem handelbaren Kontrakt zu quetschen...
@ Geno-Bauer [#5]
Leider kann ich keine Zahlen liefern, mit Biogas habe ich mich seither nicht beschäftigt.
Mfg
BB
In unserer Ecke wird unterschieden in
Fermentergülle zum befüllen der Neuanlagen
Warme (Stallwarme oder Tiefbehälter) Frischgülle
Altgülle Rind oder Schwein
Preise ab Hof 1-4 Eur bei Möglichkeit der Rücklieferung
MfG
Schönes Wochenende
Für Biogas-Anlage wird nur Gülle gekauft - Projekt in Großen-Buseck wurde bei Versammlung des Bauernverbandes vorgestellt
Gießener Anzeiger / cr, Buseck (23.12.09) - In der Gemarkung Großen-Buseck soll auf dem Aussiedlerhof Klos eine Biogasanlage entstehen. Darüber informierten bei einer Versammlung des Bauernverbandes Buseck im Café Albert der künftige Betreiber Dietmar Klos und Besem Krasnici, der die technische Betreuung übernimmt.
Mit den eigenen Arbeitskräften sei der Aufwand bei dem starken Preisverfall in der Milchwirtschaft nicht mehr zu leisten. Deshalb habe er die Milchwirtschaft aufgeben müssen. Mit dem seither erzeugten Futter (Mais und Gras) soll nun die Biogasanlage betrieben werden. Die benötigte Grünmasse soll größtenteils im eigenen Betrieb erzeugt werden. Lediglich die zum Betrieb der Anlage benötigte Gülle wird zugekauft. Das Biogas entsteht in einem Fermenter (Gärbehälter), dem kontinuierlich Mais, Gras und Gülle zugeführt werden. Mais und Gras müssen zerkleinert und mit der Gülle zu einer Biomasse (Substrat) vermischt und ständig gerührt werden.
Die Umwandlung der Biomasse in Biogas geschieht durch Gärung, die durch die Mikroorganismen in der Gülle in Gang gesetzt wird. Das Biogas wird nun in einem so genannten Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird in das Netz der Stadtwerke Gießen eingespeist. Auch die für den Betrieb der Anlage nicht benötigte Wärme soll in das Fernwärmenetz der Stadtwerke mit einfließen. Der Gärrest wird auf die Felder ausgebracht, ist aber weniger geruchsintensiv, da die geruchsstarken Gase im Fermenter abgebaut werden.
Allerdings kann der Bau von größeren oder mehreren Anlagen durch den Anbau von Energiepflanzen - hier besonders die Ausweitung des Maisanbaues - zu ökologischen Problemen führen (Monokultur, Artenrückgang, Erschwernisse bei der Jagdausübung). Krasnici sprach auch über die Wirtschaftlichkeit und Finanzierung solcher Anlagen. Eine rege Diskussion schloss sich an. Der Vorsitzende des Bauernverbandes Buseck, Jürgen Scheld, berichtete anschließend über andere Bioprodukte aus der Landwirtschaft und deren Möglichkeit, sich auf dem Markt zu behaupten.
(Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/buseck/8092507.htm)
Ich Bin selbst an einer Biogasanlage beteiligt, die meine Schweinegülle für den Güllebonus verwertet.
Ich bekomme den Gaswert der Gülle (= ca. 10% des Preises für stehenden Mais) plus Transport. Ich bekomme die gleiche Tonnage Gärrest ab Anlage zurück, muß also den Rücktransport selbst tragen. Das lässt sich aber oft mit Güllelieferung verbinden.
Frohes Fest!