Preisverfall und die Ursachen
Natürlich wird Russland ein Hauptgrund für das momentane Preisdesaster sein.
Hat schon jemand daran gedacht, dass wir in diesem Sommer keine Hitze hatten ? Eine Woche über 30 Grad und in allen Ställen keine Zuwächse. Das hat in vergangenen Jahren den Markt mehr entlastet als jeder Export. Man konnte die Uhr danach stellen wann die Preise angezogen sind.
Ein Instrument dem sich kein Marktbeteiligter entziehen kann und es funktioniert wunderbar.
Zurück zu Russland: Beim Preis ist es wie beim Wasser. Der Hohe Pegel wird durch den niedrigeren ausgelichen oder: das billige Fleisch wandert dorthin wo es teuer ist!
Ich bin mir sicher, dass unser Fleisch nach Russland gelangt. Es wird ja auch jedes Schwein geschlachtet. Mit Sicherheit gibt es ein Drittland das unsere billige Ware kauft und es nach Russland mit sehr guter Spanne weiterverkauft.
Mfg
BB
Was ich noch vergessen habe:
Mit Sicherheit haben die in Rheda, Essen, bei Vion usw. vor den Bauern ausgerechnet was der Getreidepreisrückgang pro Schwein ausmacht.
Anders als beim Preisanstieg, der manchmal ein Jahr lang dauert bis die Landwirte die gestiegenen Futterkosten im gestiegenen Fleischpreis wiederfinden, wird die Preissenkung schon während der laufenden Ernte vollzogen.
Wie hieß es doch im August 2012 ? "Baut Schweineställe, wir lagern auch bei 1,80 noch ein " Wehe dem der Rattenfängern auf den Leim geht!
Mfg
BB
Hallo,
wenn auch die Futterpreise seit August sinken, so haben wir Mäster für die jetzt schlachtreifen Tiere die alten Futterpreise gezahlt und bisher von den Preissenkungen noch nicht profitiert. Dazu kommen die "hohen" Ferkelkosten für diese Tiere.
Für die nächsten Monate werden sich für uns Mäster sicherlich die Rahmenbedingungen günstiger gestalten, aber bei 1,40 Euro ist dieser Vorteil schon wieder weg. Und das es, wie einige Experten für das IV. Quartal voraussagen, im Schweinemarkt wieder bergauf geht, ist fraglich. Die Ware Schwein wird auch in den nächsten Monaten genügend auf den Markt kommen. Alle verkauften Ferkel werden irgendwann geschlachtet und unsere Freunde von der roten Seite kennen unsere Einstandpreise genau.
Einen Punkt, der uns etwas Hoffnung machen könnte, möchte ich noch anmerken: Durch die niedrigen Schweinepreise werden wir immer wettbewerbsfähiger im Welthandel. Diese Chance muss von den Exporteuren aber auch genutzt und ausgebaut werden. Nur so sehe ich eine Möglichkeit, den Preisverfall zu stoppen und uns Mästern das Überleben zu sichern!!. Von dem Export in Richtung Russland werden wir uns für längere Zeit verabschieden müssen. Die Brasilianer haben, bedingt durch die sehr guten Gewinne, ihre Produktion ausgebaut und werden die Russen mit Rind- und Schweinefleisch beliefern. Dazu folgender Link:
http://www.agrarheute.com/russlandkrise-gewinn-fuer-brasiliens-schweinefleisch-erzeuger
mfg
Bigpig
Antwort auf Hallo, von BIGPIG
der Euro schwächelt- das ist doch auch irgendwie eine Exportbeihilfe bzw. ein katalysator. Bei diesem Preisumfeld (niedrige Erzeugerpreise in Europa, schwacher Euro) muss es doch mit dem Teufel zugehen, dass wir nicht auf den Exportmärkten punkten können, oder?
Was kann die politik machen? Sie sollte zumindest Türen öffnen- das kostet kaum Geld und ist kein staatlicher Markteingriff!
@ S.M.
Unter Analysen steht ein Beitrag zum EU-Leistungspotenzial des Exports von Schweinefleisch.
http://www.zmp.de/analysen/eu-schweinefleischexporte-koennen-russisches-importverbot-nicht-ausgleichen/71492
MfG Bre