Raps: Anbau in Deutschland rückläufig
Rapsanbau in Deutschland rückläufig
Agrarheute.com / lpd, Hannover (30.04.08) - In Deutschland wurde im Herbst 2007 weniger Raps ausgesät als im Vorjahr. Gründe waren die schlechte Witterung sowie die Kürzung der Energiepflanzenprämie.
Gelb leuchten zurzeit überall die Rapsfelder. Ein großer Teil der Blüten hat sich nach Beobachtungen des Landvolks Niedersachsen bereits geöffnet. Die Bestände steuern jetzt auf die Vollblüte zu oder haben sie inzwischen erreicht und bieten Bienen damit wieder eine üppige Weide. Nach dem sehr frühen Blühbeginn im vergangenen Jahr blühten die Rapsfelder in diesem Jahr wieder zum normalen Zeitpunkt.
Der Entwicklungsstand der Rapsfelder sei allerdings sehr unterschiedlich: Während viele Bestände sehr gut aussähen, seien vor allem im Süden viele Rapsbestände durch Nässe teilweise stark geschädigt worden und kümmerten jetzt. Sie ließen deshalb keine gute Ernte mehr erwarten. Bereits die Aussaat des Rapses im vergangenen Herbst habe unter keinem guten Stern gestanden. Die Bestellung sei immer wieder durch Regen behindert worden, und nicht alle Planungen hätten deshalb umgesetzt werden können. Nach ersten Erhebungen des niedersächsischen Landesamtes für Statistik sei deshalb die Anbaufläche in Niedersachsen gegenüber 2007 um schätzungsweise 20 Prozent von 150.000 Hektar (ha) auf 120.000 ha zurückgegangen. Zudem steht der Rapsmarkt zurzeit zunehmend unter Druck. Die Notierungen an den Warenterminbörsen hätten in den vergangenen vier Wochen um 20 Prozent nachgegeben, allerdings schwankten die Kurse sehr stark. Zur Schwäche trage auch der massiv eingebrochene Biodieselabsatz nach der Einführung der zweiten Stufe der Besteuerung seit dem Jahreswechsel bei.
Im bundesweiten Vergleich hätten die Niedersachsen den Rapsanbau am stärksten eingeschränkt, allerdings vor allem aus Witterungsgründen. Damit seien sie vom vierten auf den sechsten Platz unter den Bundesländern zurückgefallen. Besonders deutlich wurde der Rapsanbau als Energiepflanze eingeschränkt, der von knapp 17.000 ha auf nur noch 6.300 ha sank. Dies war die Folge der drastischen Kürzung der Energiepflanzenprämie. Obwohl auch in den meisten anderen Bundesländern weniger Raps angebaut werde, behaupte Deutschland seine Spitzenstellung als wichtigster Ölsaatenerzeuger in der EU noch vor Frankreich. Mit 5,22 Mio. Tonnen (t), so die ersten auf der Anbaufläche basierenden Schätzungen, dürfte Deutschland auch in diesem Jahr fast ein Drittel der gesamten Rapsernte in der 27-er Gemeinschaft von erwarteten 17,89 Mio. t einfahren. Im weltweiten Konzert spielten die Europäer eine gewichtige Rolle. Zwar sei der Umfang des Rapsanbaus in Europa mit nur 6,4 Mio. ha von weltweit 29,0 Mio. ha vergleichsweise bescheiden, hier würden jedoch die höchsten Erträge erzielt. Für das Wirtschaftsjahr 2007/08 rechne das Handelshaus Toepfer International mit einer Rapserzeugung von 47,6 Mio. t. Daran habe die Gemeinschaft immerhin einen Anteil von mehr als einem Drittel. Weit abgeschlagen folge auf Platz zwei China bei etwa gleicher Anbaufläche, aber nur 9,2 Mio. t Rapserzeugung.
(Quelle: http://www.agrarheute.com/index.php?redid=212390)