Raps: Landhändler bietet 410 Euro

Wohin geht die Reise mit den Rapspreisen?

Sollte man jetzt schon für August 2011 verkaufen oder weiterhin abwarten?

Landhändler bot mir heute 410 Euro/t,Lieferung Aug. 2011!

Geschrieben von skychief am
Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Gute Frage !
Guter Preis um die ersten 25 % abzusichern da die Tagespreise füt sofort bei 46 netto + Quallität liegen!

Gebote aktuell 416.- frei Lager + Quallität netto

MfG
Saubauer

Schneesturm mit 25 cm Neuschnee!

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Kurs vor gestern frei Fuhre 417 €/t (ex Ernte 2011)

paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Angebot gestern :neue Ernte 2011 41,70 €. Hab etwa 15 % der erwarteten Ernte preislich festgemacht.

Gruß Paul

Bre
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

Der Ölsaatenmarkt zum Jahreswechsel 2010/11

Rapspreise sind seit Herbst des Jahres 2009 mit einigen Unterbrechungen von 28 € je dt auf knapp unter 48 € je dt an der Pariser Börse gestiegen. Die Erzeugerpreise notieren heute je nach Standort auf etwa ähnlich hohem Niveau.

Der EU-Rapsmarkt hat sich von einem Überschußgebiet in ein mehrjähriges Nettoimportland gewandelt. Der Importbedarf steigt mittlerweile auf Größenordnungen von jährlich 3 Mio. t. Das europäische Defizit entsteht aus dem wachsenden Bedarf für die Biodieselherstellung bei gleichzeitig begrenzten Möglich-keiten der inländischen Rapsflächenerweiterung aus Fruchtfolge- und Wettbewerbsgründen. Der Import von Raps gestaltet sich schwierig, denn die EU-Zulassungsbedingungen für GVO-Raps eröffnen nur geringe Spielräume für Einfuhren aus dem vergleichsweise kleinen Angebot aus Ukraine, Weißrußland und Australien. Reichlich zur Verfügung stehende kanadische Rapsexporte kommen aus Zulassungsgründen kaum in Betracht. Die knappe Verfügbarkeit an Rapssaat hat die Preise steigen lassen, aber immer nur bis zur Höhe der Konkurrenzsituation in Form von Palmölpreisen und den Sojaschrotkursen.

Daher haben sich die Rapspreise monatelang in einer Bandbreite zwischen 32 und 38 €/dt bewegt. Erst mit der Befestigung der Rohölpreise deutlich oberhalb der 80 $ je barrel Marke, steigenden Sojabohnenkursen und zuletzt starken Anstiegen der Notierungen für Palmöl wurde ein weiterer Preisschub in Richtung 48 €/dt ausgelöst. Nicht zuletzt die Erwartung, daß aufgrund geringerer Rapsaussaatflächen und schwacher, auswinterungsgefährdeter Bestände die kommende EU-Rapsernte noch schlechter ausfallen könnte, hat den Preisen den letzten Schub gegeben. Das hohe preisliche Umfeld der übrigen Marktfrüchte bildet den passenden Rahmen für das hohe Rapspreisniveau.

Die Rapspreise bewegen sich in einem eng abgesteckten oberen Feld der Rohöl-, Palmöl- und Sojakurse, bis wohin sie sich bis zur Rentabilitätsschwelle ihrer Verarbeitung entwickeln können.
Angesichts der anhaltenden Winterperiode auf der nördlichen Erdhalbkugel und konjunkturbedingt nur wenig nachgebenden Nachfrage nach Energie dürften die Rohölpreise weiterhin auf hohem Niveau verharren und damit dem Biodieselabsatz günstige Chancen einräumen.
Das Wetterphänomen La Nina sorgt in Indonesien und Malaysia für hohe Niederschläge bis ins Frühjahr hinein mit der Folge, daß die Ernte der Palmölfrüchte schlechter ausfällt und die Palmölnotierungen weiteren Auftrieb erfahren.
Die bislang mit 52 Mio. t veranschlagte Sojaernte in Argentinien dürfte aufgrund der unzureichenden Niederschläge wohl überschätzt sein. Neue Prognosen deuten auf 49 Mio. t hin, aber die Ernte beginnt erst im März. Bis dahin kann sich vieles verändern, weil die Hauptsaison für den La Nina-Effekt (für Argentinien mit Trockenheit) der Januar und Februar ist.
Auf der Verbrauchsseite kommt dem Nachfrageverhalten Chinas nach Sojabohnen entscheidende Bedeutung zu. Der chinesische Marktanteil beim weltweiten Import liegt bei rd. 60% und sorgt für jährliche Steigerungsraten von 10 %.

Für das Jahr 2011 geben die beiden Marktführer Soja und Palmöl den Rahmen für die Rapspreise vor. Im Falle der Sojabohne kommt es entscheidend auf das Anbauverhalten der US-Farmer im kommenden Frühjahr 2011 an. Bei einem Preisverhältnis von 2,5 zu 1 zwischen Sojabohnen und Mais herrscht noch Wettbewerbsgleichheit um die Flächen. Sollten aber die Sojabohnen - wie bisher schon - nicht über das 2,3 fache der Maispreise hinauskommen, werden die US-Sojaflächen geringer ausfallen. Bei mittleren Erträgen führt diese Entwicklung zu einer geringeren US-Sojaernte im Herbst. Die befristete Wiedereinführung der US-Biodiesel-Subvention von einem Dollar je gallon (=3,8 ltr) dürfte bei anhaltend hohem Rohöl- und Palmpreisen der Nachfrage nach Sojaöl als Rohstoff eine gewisse Belebung verschaffen.

Eine Konstellation von verringerter argentinischer und US-amerikanischer Sojaernte in Verbindung mit einer starken Nachfrage aus China im Jahre 2011 ist nicht auszuschließen. Das dürfte die Sojapreise nach oben treiben und die Rapspreise mitziehen.

Fazit:
Das zunehmende Defizit an Rapssaaten macht die EU-27 abhängig von den Einfuhren aus Drittländern, deren Lieferkapazitäten aufgrund der GVO-Zulassungen begrenzt sind. Die Konkurrenzbeziehungen zu den austauschbaren pflanzlichen Ölen und Schroten engen den Preisspielraum für Raps ein. Die auf Weltmarktebene geltenden Marktführer Soja und Palmöl bestimmen weitgehend den hiesigen Rapspreis. Darüberhinaus spielen der Rohölkurs auf vergleichsweise hohem Niveau und die Währungsverhältnisse eine mitentscheidende Rolle. Preisspielräume nach oben sind aus heutiger Sicht wahrscheinlicher als nach unten. Das Marktrisiko bleibt hoch.

MFG
Bre

Geno-Bauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bre [#5]

Das ist eine sehr ausführliche Beschreibung der Lage auf dem Ölsaaten bzw. Eiweißmarkt (Schrote). Super! Die Kausalitäten sind nachvollziehbar beschrieben. Daran könnte man sehr gut ein volkswirtschaftliches Sektormodell als These aufstellen, um es mit Zahlen gefüttert auf den Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen bzw. um gewisse Gesetzmäßigkeiten abzuleiten.

Da ich (unser Betrieb) auch Rinderhalter bin, kann ich nur sagen, dass die Milchpreiserhöung ganzschnell von diesen Effekten hinsichtlich der Gewinnsitutation aufgefressen wird. Es empfiehlt sich aus meiner Sicht jetzt sofern vertretbar mit Augenmaß Rapskontrakte sehr weit im voraus zuu verkaufen und Soja- bzw. Rapsschrot (sofern noch Kontrakte vorhanden) auf Tageskurs einzukaufen (beim Händler !??).

Ein Trugschluß ????

MfG
Geno-Bauer

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Die aktuelle Grafik:

Bild entfernt.

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Geno-Bauer [#6]

Zu welchen Kursen könntest Du denn jetzt Rapsschrot und Sojaschrot für die Termine bis Ernte 2011 oder auch Jahresende frei Hof kaufen ?

Aus heutiger Sicht dürften die Preise eher steigen denn fallen.

Mfg

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Habe jetzt mal 25 to Ölraps mit 43,50 netto + Quallität frei Lager mit Vorvertrag abgeschlossen.
Was gibt es in anderen Regionen?

MfG
Saubauer aus Nebelfranken !!!

papuawenzel
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Saubauer [#9]

Dürfte nicht falsch gewesen sein. Hier in SO wird auch frei Erfassungslager um € 43,00 geboten. Tendenz in den letzten Tagen eher etwas schwächer.

paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hab bestimmte Teilmengen gestaffelt verkauft; im Dez. für 41,70 € (15 % der erwarteten Ernte), Mitte Januar für 43,00 € (15 %)und Ende letzter Woche für 44,00 € (30%). Heute wird 42,80 € geboten. (OWL)

Gruß Paul

mog
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Verkauf letzten Freitag zu 44,70 frei Gosse/Bruttoannahme/Oelmühlenbedingungen in Nordhessen.

Gruß Mog

poldi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Habe Mitte Dez. für 41,25 €, Mitte Febr. für 44,75 €, jeweils 30% der erwarteten Ernte verkauft, also durchschnittl. für 43,00 €, gestern wurde 44,50 € geboten, heute morgen 42,75 €, ich denke morgen mindestens noch 1 € runter.
Standort nördl. Niedersachsen.

MfG Poldi

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

laut meinen Informationen soll es deutlich nach unten gehen wg. besserer Ernte in Down Under und guten Sojaprognosen aus Südamerika.
Bei 45.- ist angeblich so ne Grenze bei der es für Dieselhersteller lukrativer ist Strafe zu zahlen anstatt Rapsöl beizumischen.
Die 43,50 waren heute noch möglich. Süddt.
Mfg
BB

bauersachse
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hier in Ostsachsen hat ein Handelshaus vor ca. 10 Tagen 456 €/t ex Ernte 11 geboten. Ich habe noch nichts verkauft. Die Feldbestände sehen zum überwiegenden Teil erbärmlich aus.

bauersachse

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ bauersachse [#15]

Unsere Bestände (Franken) sind im Vergleich der letzten Jahre etwas schwach, wir werden deshalb in den nächsten Tagen die Bestände andüngen (+ 30 kg N).

MfG
Saubauer

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Register now

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich
Hilfe?

Sie haben Fragen zu ZMP Live? Unser Team steht gerne hilfsbereit zu Ihrer Verfügung. Senden Sie uns gerne eine Nachricht:

Es gilt unsere Datenschutzerklärung