Richard Ebert
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Raps Subventionen: Neue EU-Pflicht für Bauern

Neue EU-Pflicht für Bauern

Von Mirjam Stöckel

Ruhr Nachrichten, Luxemburg/Brüssel (22.10.07) - Landwirte müssen von 2008 an offenlegen, wie viel Finanzhilfe sie von der EU bekommen. Die Daten werden im Internet abrufbar sein.

Am Montag haben sich die Landwirtschaftsminister der Europäischen Union auf eine entsprechende Transparenzverordnung geeinigt.

Demnach müssen Europas Landwirte in Zukunft einmal im Jahr veröffentlichen, wie viel Geld sie aus dem EU-Haushalt erhalten haben. Die entsprechenden Daten werden in den 27 EU-Mitgliedsstaaten einzeln gesammelt und veröffentlicht. Deutschland hatte sich bei der gestrigen Abstimmung für eine europaweite zentrale Veröffentlichung eingesetzt, sich mit dieser Forderung aber nicht durchsetzen können.

Nach Auskunft des Bundeslandwirtschaftsministeriums werden die Informationen künftig in eine bundesweite Datenbank eingespeist, auf die jeder Internetnutzer Zugriff haben wird. Neben der Höhe der Subvention wird auch der Name des Landwirtes angegeben.

Die neue Regelung betrifft alle Gelder aus den zwei wesentlichen Agrar-Fördertöpfen der EU. Veröffentlicht werden müssen alle Mittel, die nach dem 1. Januar 2007 aus dem Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes geflossen sind, sowie alle Hilfen, die nach dem 16. Oktober aus dem Landwirtschafts-Garantiefonds gekommen sind.

Die ersten Daten seien von Mitte 2008 an online abrufbar, die Informationen über die Garantiefonds-Zahlungen etwa ein halbes Jahr später, so eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf Anfrage.

(Quelle: http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/exklusiv/wirtschaft/art1545,108370)

Geschrieben von Richard Ebert am
wollewatz
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In Zukunft müssen wir wahrscheinlich auch noch eine Webcam in unseren Stall und unser Schlafzimmer hängen, um die Flächenprämien zu bekommen.

Big Brother in der Landwirtschaft.

Was soll das Ganze bringen außer Schikane?

Müssen alle anderen Branchen jetzt auch so detailiert über ihre Subventionen berichten?

JBH
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.. das was irgendwo eingespart wird muss doch jetzt irgendwo mittels Bürokratie wieder ausgegeben werden, das schafft Arbeitsplätze. Aufgrund des ganzen Kontrollmechanismussees kommt doch sowie nur die Hälfte an. Jeder Markteingriff der kontrolliert werden muss, ist ein unsinniger Eingriff.
JBH

Richard Ebert
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@ wollewatz [#2]

Nicht alle Branchen erhalten wie die europäische Agrarwirtschaft 56 Milliarden Euro Subvention pro Jahr. Siehe Link unter diesem Thema.

Ich habe in meinem beruflichen Umfeld nach meiner Selbständigkeit 15 Jahre hintereinander Verluste aufgehäuft und nie auch nur einen Pfennig aus der Staatskasse erhalten. Dafür wäre ich gerne zu einer Offenlegung bereit gewesen.

paul
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@ Richard Ebert [#4]

Vielleicht war den Verantwortlichen in der Politik die Sicherung der gesunden Nahrungsgrundlage wichtiger als die Sicherung anderer Werte.

Jedes Jahr haben tausende von Landwirten Ihren Job aufgegeben und verzichteten freiwillig auf die Almosen aus Brüssel. Sie hatten meist genauso Verluste aufgehäuft, trotz Subventionen.

Es fragt ja auch keiner danach warum einfache Staatsangestellte mit 5000 € u.m.im Monat bezahlt (subventioniert) werden. Da würde eine namentliche Nennung zur Arbeitsverweigerung führen.

Außerdem kann jeder Kritiker gerne in unseren Job einsteigen und dann auch Subventionen bekommen.

Gruß Paul

wollewatz
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@ Richard Ebert

Aus Europa bekommen andere Branchen nicht so viel wie die Landwirtschaft. Das stimmt schon. Allerdings wird jedem Industrieunternehmen, das investieren möchte und ankündigt, Arbeitsplätze zu schaffen bzw. zu erhalten der rote Teppich ausgelegt und da fließen durchaus nennenswerte Beträge beispielsweise aus den Landeskassen. Man kann auch über Umwege subventionieren. Die Baubranche hat in den vergangenen Jahren nicht schlecht von der Eigenheimzulage profitiert. Außerdem können Industriebetrieben Sonderrechte eingeräumt werden oder Genehmigungshemmnisse abgebaut werden (fragen Sie mal in Rheda-Wiedenbrück nach), was ebenfalls einem geldwerten Vorteil gleich kommt.

Warum Landwirte überhaupt aus EU-Mitteln Prämien für ihre bewitschaftete Fläche bekommen, haben wir ja früher schon mal diskutiert. Ich bin durchaus auch der Meinung, dass wir nach und nach diese Subventionen abbauen müssen, weil Märkte langfristig nie davon profitieren, wenn der Staat sich einmischt.

Das Problem der Offenlegung besteht für mich darin, dass Neid und Missgunst sich auf die Landwirtschaft konzentrieren werden, weil diese dann die einzige Branche ist, die die Höhe staatlicher Zuwendungen offenlegen muss. Von den Subventionen an andere Gewerbe- und Industriebetriebe bekommt die Öffentlichkeit kaum etwas mit. Das führt zu einem verzerrten Bild der Gesamtsituation und das halte ich eben nicht für gerechtfertigt.

MfG,
wollewatz.

Lukas
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Von den ganzen Subventionen kommt bei dem Landwirt nicht viel an. Ich z.B. habe 75% Pachtland. Für dieses Pachtland bin ich gezwungen, Subventionen zu beantragen, da ich diese Flächen sonst nicht mehr bekomme für die Produktion, bzw die Flächen nicht anders zu finanzieren sind. Ich beantrage und mein Verpächter lacht sich eins ins Fäustchen, da es eins zu eins durchgereicht wird. Ich trage sogar das Risiko, das die Prämie gekürzt wird, wenn ich Fehler mache.
Von meiner Seite sollte es komplett wegfallen, dann bekomme ich von der Öffentlichkeit dieses verzerrte Neidbild wenigstens weg. Selbst einige Verpächter wissen nicht das sie hierüber indirekte Subventionen erhalten!!!!

MfG
Lukas

Muehlenbach
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Typisch Bauern.
Mehr muss man dazu nicht sagen.
Denn erstens werden nicht nur wir Landwirte genannt; sondern auch Kommunen ( ProLand-Mittel) als auch Lebensmittelverarbeitende Betriebe; wie Schlachtereien; Zerleger; Pommes-Verarbeiter usw usv.
Denn auch diese bekommen Subventionen für Erweiterungen aus dem Landwirtschaftstopf; und je grösser; desto mehr.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#8]

"Typisch Bauern" ???

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