Raps und Mais: Lohnen sich diese als Energiepflanzen ?
Zu geringe Flächenerträge - Raps und Mais als Energiepflanzen ungeeignet
Agrarheute.com / pd, Greifswald (29.06.10) - "Die Flächenerträge sind zu gering", kritisiert Prof. Dr. Ulrich Hampicke mit Blick auf die Förderung von Biogas und Rapsdiesel.
Der Anbau von Energiepflanzen verschafft den Landwirten eine neue Einnahmequelle, führte in den letzten Jahren aber auch zu Teller-oder-Tank-Diskussionen. Prof. Dr. Ulrich Hampicke vom Lehrstuhl für Landschaftsökonomie der Universität Greifswald bezog klar Stellung, bei welchen Pflanzen eine energetische Nutzung sinnvoll ist.
Energiepflanzenanbau: Richtige Technologie entscheidend
"Ich halte den Anbau von Energiepflanzen für sinnvoll, wenn man die richtigen Technologien auswählt", erklärte Hampicke. Voraussetzung sei, dass diese vom Flächenertrag interessant und auch technisch nicht zu kompliziert seien. Der Energiepflanzenanbau sei nichts Neues, sondern wie beim Brennholz "jahrtausendealt". "Wenn wir einen Teil des Holzes, das im deutschen Wald anwächst und nicht geerntet wird, für energetische Zwecke nutzen würden, wäre das eine sehr vernünftige Sache", ergänzte Hampicke. Das gleiche gelte für schnellwachsende Holzplantagen.
BRD: 25 Prozent der Endenergie gehen in Raumwärme für Privathaushalte
Raps und Mais als Energiepflanzen: 'Flächenerträge zu gering'
Man müsse bedenken, dass 25 Prozent der Endenergie, die in Deutschland verbraucht würde, in die Raumwärme von Privathaushalten gehe. Dies sei ein "riesiger Markt", in dem man auch keine neuen Technologien brauche.
Biogas und Rapsdiesel: Flächenerträge zu gering
Bei der massiven Förderung von Biogas und Rapsdiesel sei er hingegen skeptisch. "Die Flächenerträge sind einfach zu gering", bemängelte der Professor, der den Nettoertrag eines Rapsfeldes mit 1,2 Kilowatt pro Hektar angab. "Es ist es nicht wert, zwei Millionen Hektar, die auch für die Nahrungsmittelerzeugung gebraucht werden, in Technologien zu stecken, die nicht viel bringen", kritisierte Hampicke. Außerdem seien die Kosten, die aufgewendet würden, um eine Tonne CO2 einzusparen beispielsweise beim Silomais für Biogas "exorbitant hoch".
(Quelle: http://www.agrarheute.com/raps-mais-energiepflanzen-ungeeignet)
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@ Richard Ebert [#1]
Mit Sicherheit werden wir in ein paar Jahren darüber nur milde lächeln, wie man speziell in Biogasanlagen heute noch mit soviel Input so wenig Output machen konnte.
Wichtig ist aber dass man´s ausprobiert und dass man diese Technologie weiterentwickelt.
Wenn es sich nicht lohnt speziell auch ohne Subvention muss man eben was anderes machen.
Carl und Bertha Benz wurden anfangs auch mit Ihrer Chaise ausgelacht.
Mfg
BB
Energie oder Brot?
Kölnische Rundschau / dpa, Schwerin (10.07.10) - Was soll künftig auf den Feldern wachsen? Brotgetreide oder Energierohstoff. Diese Frage stellt sich Bauern derzeit. Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, sieht die Hauptkompetenz in der Nahrungsmittelproduktion.
Der Markt für erneuerbare Energien boomt - auf den Feldern wachsen immer mehr Energierohstoffe statt Brotgetreide oder Braugerste. Der Anbau von Energiepflanzen soll nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bis 2020 mehr als verdoppelt werden. Die Anbaufläche könnte von 1,7 Millionen auf bis zu 4 Millionen Hektar ausgedehnt werden. "Wir Bauern werden als freie Unternehmer die Märkte bedienen, wo wir mehr verdienen können", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, der Nachrichtenagentur dpa.
Zugleich betonte er: "Wir sehen unsere Hauptkompetenz in der Nahrungsmittelproduktion." Künftig werden sich aber seiner Ansicht nach die Energiepreise auch auf die Preise für Nahrungsmittel auswirken.
"Es muss eine Lösung gefunden werden, wie wir mit der Energiefrage umgehen", sagte Sonnleitner. "Bioenergie sollte erstmal durch den Tiermagen gehen." Pflanzen wie Mais sollten daher nicht direkt verbrannt, sondern verfüttert werden, "weil wir die meiste Energie aus dem Mist holen können". Aus diesem sollte dann Biogas gewonnen werden, daraus wiederum Strom und Wärme.
Nach Schätzungen des Fachverbandes Biogas gibt es bundesweit rund 5000 Biogasanlagen. Allein im vergangenen Jahr entstanden 1000. Bis zum Jahresende werden es 5700 sein.
Um die Einhaltung der Fruchtfolge bei Energiepflanzen - es sollten nicht aufeinanderfolgend dieselben Kulturen angebaut werden - macht sich Sonnleitner keine Sorgen. Es gebe auch bei Energiepflanzen Möglichkeiten, die Fruchtfolge aufzulockern - so könne Sudangras auf Mais folgen.
Der Deutsche Bauernverband arbeitet nach Sonnleitners Angaben dem Bundesumweltministerium seine Positionen für ein Energiekonzept zu. Bis 2020 sollen 18 Prozent der Energie in der Bundesrepublik aus regenerativen Quellen kommen. Derzeit seien es 9 Prozent, davon kämen zwei Drittel aus Biomasse, sagte Sonnleitner.
(Quelle: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1278666293823.shtml)