Rinder: Futterknappheit - wovon werden sie satt ?
Futterknappheit: Wovon werden die Rinder satt?
LWK Niedersachsen, Hannover (22.06.11) - Der erste Grünlandschnitt war vielerorts eher bescheiden, z.T. sogar stark enttäuschend - und was die Folgeaufwüchse bringen, bleibt abzuwarten. Verschärft wird diese Situation noch durch den geringen Weideaufwuchs, teils sind Grasnarben regelrecht verbrannt. Ein kleiner Trost ist der Mais, der unter der Trockenheit bisher nur wenig gelitten hat. Wie können Rinderhalter auf Futterengpässe reagieren? Indem sie jetzt verstärkt nach alternativen Futterkomponenten suchen. Entscheidend hierbei ist vor allem ihre Verfügbarkeit. So haben sich bereits einige Betriebe Nebenprodukte wie Pressschnitzel oder Biertreber gesichert, so dass diese jetzt kaum noch erhältlich sind. Ab etwa August könnte sich die Lage verbessern. Dann sind Feuchtfutter wie z.B. Kartoffelpülpe, Apfel- oder Möhrentrester im Angebot. In diesem Jahr könnte der Anbau von Zwischenfrüchten eine Renaissance erleben. Auch über die Ernte von Ganzpflanzensilage sollten betroffene Landwirte nachdenken. Als letzte Maßnahme bleibt dann nur noch das Abstocken.
Pressschnitzelsilage
Pressschnitzel fallen als energiereiches, sehr schmackhaftes Nebenprodukt der Zuckergewinnung an. Sie weisen einen hohen Anteil der leicht verdaulichen Kohlenhydrate Pektin und Hemicellulose auf. Der Abbau dieser Kohlenhydrate im Pansen erfolgt langsamer und gleichmäßiger als der von Stärke und Zucker. Somit steht den Mikroben immer genügend Energie zur Bildung von Mikrobeneiweiß zur Verfügung. Als Energieträger mit negativem RNB – Wert eignet sich Pressschnitzelsilage gut zur Ergänzung eiweißreicher Futtermittel, wie z.B. Grassilage. Zu beachten sind allerdings die niedrigen Gehalte an Phosphor und Natrium.
In der Ration können je Kuh und Tag etwa 5 kg Trockenmasse (TM) Pressschnitzelsilage gefüttert werden, das entspricht je nach Trockenmassegehalt etwa 20 bis 22 kg Frischmasse. Die geringe Strukturwirkung des Rohfaseranteils verlangt als Ausgleich aber strukturwirksames Futter. In der Rindermast hingegen kann Pressschnitzelsilage als alleiniges Grundfutter mit 1 bis 2 kg Heu oder Stroh zum Strukturausgleich eingesetzt werden. Aufgrund ihrer hohen Verderblichkeit können frische Pressschnitzel nur wenige Tage verfüttert werden.
Die entzuckerten, abgepressten Schnitzel werden mit Temperaturen von etwa 50 ºC bis 55ºC siliert. Bei ungefähr 1º C Abkühlung pro Tag kann die Silage nach vier bis sechs Wochen vollständig ausgekühlt sein und verfüttert werden. Neben dem Futterwert und der ernährungsphysiologischen Wirkung hängt der Einsatz von Pressschnitzelsilage in der Ration auch von der zur Verfügung stehenden Menge und der Preiswürdigkeit ab.
Den vollständigen Bericht entnehmen Sie bitte der anhängenden Datei über folgenden Link, gleichzeitig finden Sie dort Ihren Ansprechpartner bei der LWK: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/tier/nav/752/article/16745.html )
@ Richard Ebert [#1]
Nicht nur die Rinderhalter haben Futterprobleme auch die Pferdehalter!
Rinderhalter haben aufgrund der Trockenheit sehr wenig Heu gemacht oder machen können.
Die Übermengen des Heues wurden immer an Pferdehalter vermarktet, diese haben zur Zeit Not an Heu vom 1. Schnitt zu kommen.
Preise sind von der Ernte 2010 mit 8 Eur / dt auf jetzt 14 Eur und mehr gestiegen somit haben auch die Freizeit Reiter ihre Probleme!
MfG
Saubauer