Rinder: Herden werden reduziert / Preise steigen
Aktuell herrschen am hiesigen Schlachtrindermarkt feste bis ansteigende Preistendenzen vor.
LWK Niedersachsen, Hannover (28.01.11) - Nach den Viehzählungsergebnissen des statistischen Bundesamtes von November 2010 deutet vieles darauf hin, dass das Schlachtrinderangebot im aktuellen Jahr kleiner ausfallen wird als noch 2010. Im Vergleich zur Vorjahreszählung hat sich der Rinderbestand im November 2010 um fast 200.000 Rinder verringert. Insgesamt wurden nach vorläufigen Zahlen zuletzt noch 12,7 Mio. Rinder in Deutschland gezählt. Das waren 1,5 % weniger als im Vorjahr. Die größten Rinderherden stehen dabei weiterhin in Bayern und in Niedersachsen, wo insgesamt etwa die Hälfte der bundesweiten Bestände beheimatet ist. In allen Bundesländern sind die Bestände zwischen 1 und 4 % rückläufig gewesen. Auffällig waren dabei insbesondere die verringerten Bestandszahlen männlicher Tiere. Bei Jungrindern wurden 4,2 % weniger Tiere im Vergleich zum November 2009 gezählt. In der Kategorie älterer Tiere beträgt der Schwund 5 bis 6 %. Entsprechend wird in diesem Jahr auch mit einem kleineren Jungbullenangebot gerechnet.
Feste Schlachtrinderpreise
Aktuell herrschen am hiesigen Schlachtrindermarkt feste bis ansteigende Preistendenzen vor. Die Umsätze am Schlachtrindermarkt fallen sowohl für männliche als auch für weibliche Kategorien insgesamt relativ gering aus. Der Bedarf der Schlachtunternehmen überstieg aber zuletzt das bereitstehende Angebot. Entsprechend waren in der zu Ende gehenden Woche höhere Auszahlungspreise für Jungbullen und auch weibliche Kategorien die Regel. Auf den Fleischgroßmärkten wurde dabei allerdings beklagt, dass zusätzliche Kursaufschläge nur schwer umzusetzen seien. Da auch im weiteren Verlauf von einem nur kleinen Angebot ausgegangen wird, rechnen die Marktbeteiligten derzeit mit mindestens fest tendierenden Kursen. Am Donnerstag, 27. Januar 2011, nannte die VEZG für QS-Ware einen R3-Jungbullenpreis in Höhe 3,55 €/kg SG. Das waren 15 Cent mehr als vor einer Woche. Für Kühe der Klasse O3 (310 kg) erreichten die Kurse 2,40 €/kg SG und damit 5 Cent mehr als vor Wochenfrist.
(Quelle: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/206/article/7177.html)
Die deutschen Rinderpreise stehen uns langfristig nicht zur Verfügung. Hier die Rinderpreise aus Chicago.
Die verrringerten Bestandszahlen an männlichen Rindern dürfte auch auf den Einsatz von gesextem Sperma zurückzuführen sein. Die Milchproduzenten setzen das verstärkt ein, um häufiger weibliche Kälber für die eigene Reproduktion nach zu ziehen.
Bei Preisen von 100-120 € (brutto) pro männlichem Kalb (sbt, 3-4 Wochen alt) ist das auch kein Wunder. Da werden die Mäster in Zukunft etwas drauflegen müssen, damit sich das ändert.
Mfg
Geno-Bauer