Roggen Futures / Cross-Hedge

Hallo, ich bin neu hier. Habe in dem Beitrag (2007) über Roggen schon gelesen, dass es damals keine Kontrakte dafür gab.

Meine Fragen:

1) Hat sich die Situation geändert? Wird Roggen an einer Warenterminbörse gehandelt?

2) Wenn nein, was machen dann Bauern die haptsächlich Roggen anbauen? Lohnt sich ein corss-hedge?

3) Lohnt sich für einen Rapsproduzenten, der seine Produkte vollständig einlagern kann, eine Nutzung der Terminbörse? Von welchen Faktoren hängt das ab?

Geschrieben von Gast (nicht überprüft) am
Gast

Sind die Fragen falsch gestellt? An der falschen Stelle gestellt?

Oder einfach nur nicht würdig beantwortet zu werden?

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ astra [#1]

Zu Ihren Fragen:

1) Roggen wird nicht mehr an Terminbörsen gehandelt. Der letzte Roggen Kontrakt in Winnipeg wurde eingestellt.

2) Dazu könnten sich die Roggenfarmer äußern und die Landwirtschaftskammern. Interessant ist, mit welchem anderen Getreide eine möglichst nahe Preiskorrelation besteht.

3) Die Nutzung des Terminbörse für Raps lohnt sich immer, wenn der Produzent der Meinung ist, daß das Preisniveau für Raps eher fallen wird. Dagegen kann er sich nur schützen durch Verkauf seines Lagers, einer Shortposition an der Terminbörse Paris oder dem Kauf einer Put-Option auf Raps. Daneben bieten Banken, Landhändler und Genossenschaften eventuell noch individuelle Absicherungen an. Der Terminmarkt ist am geeignetsten, um die eigene Marktmeinung durch Handel mit Futures in wenigen Minuten am Markt umzusetzen und bei einer geänderten Meinung die Kontrakte genauso schnell wieder glattstellen zu können.

Diese Antwort ist völlig unabhängig davon, ob Sie Ihre Produkte vollständig einlagern können. Was würde die Einlagerung nützen, wenn sich der Preis (= Marktwert) halbiert wie in den letzten Monaten bei Kartoffeln ?

Andere Meinungen und Antworten sind gerne willkommen.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Bild entfernt.

Gast

Zum letzten Absatz. Wenn ich meine Produkte vollständig einlagern kann, dann sind mir doch fallende Preise egal, da ich diese überbrücken kann. Dagegen muss ich doch nur meine Lagerkosten rechnen, um zu sehen ob es rentabel ist. Oder sehe ich das falsch?

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ astra [#4]

Das kommt darauf an,

- welche Kosten bei der Lagerung entstehen,

- wie lange die Produkte lagerfähig sind, d.h. nicht an Qualität verlieren oder gar verderben

- und ob die Preise später wirklich wieder auf ihr Ursprungsniveau steigen.

Bei der Lagerung entstehen Kosten, die natürlich kalkulatorisch berücksichtigt werden müssen. Die Höhe der Kosten für Roggen dürfe Ihnen bekannt sein.

Die Frage, ob der Roggen nach einem, zwei oder drei Jahren Lagerung noch die gleiche Qualität hat, können Sie auch besser beurteilen.

Ob die Preise für Roggen jedoch wieder steigen werden, kann von niemandem verbindlich vorausgesagt werden.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Bild entfernt.

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