Richard Ebert
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Schweine: 1 Kilo Fleisch kostet 3 Kilo Getreide

Ein Kilo Rindfleisch kostet sechs Kilo Getreide

Von Markus Schlesag

Newsklick.de (15.04.08) - Der Appetit der Menschen auf Fleisch ist nicht zu bremsen. Weltweit nimmt die Fleischproduktion zu – und das verteuert die Nahrungsmittel für Ärmere.

Den Grund beschreibt Herbert Funk, Marktberichterstatter bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Fleischproduktion kostet große Mengen Getreide. Für ein Kilo Geflügel sind 2,5 Kilo Getreide nötig, für ein Kilo Schwein 3 Kilo Getreide, für ein Kilo Rind 6 Kilo Getreide. Die Folge: Wo vorher Brotgetreide für viele Menschen angebaut werden konnte, wächst immer häufiger Futtergetreide für Menschen, die sich den Genuss von Fleisch leisten können.

Unter anderem weil weniger Brotgetreide erzeugt wird, steigt dessen Preis, darunter leiden vor allem Menschen in armen Ländern.

Das trifft sie jetzt besonders hart, denn jahrelang wurden die Märkte mit billigem Getreide aus den Industriestaaten geradezu zugeschüttet. Ägyptische oder äthiopische Bauern hatten kaum eine Chance, gegen das Überangebot zu Dumping-Preisen anzukommen. Viele mussten ihre Landwirtschaft aufgeben, nun können sie nicht produzieren.

In ihrem gestern in Paris vorgestellten Weltagrarbericht fordert die Unesco deshalb, dass Kleinbauern in den Entwicklungsländern stärker zur Welternährung beitragen müssen – mit natürlicher Düngung , mit herkömmlichem Saatgut und kurzen Wegen zwischen Anbau und Verbrauchern.

400 Wissenschaftler und Regierungsexperten haben an dem Bericht der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur mitgearbeitet. Die Unesco-Experten kritisieren auch die Biosprit-Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie könne den Hunger in der Welt verschärfen.

Funk hält dagegen, dass dies zumindest für heimische Produktion nicht gelte. Sie habe sogar den gegenteiligen Effekt. Mögliche Weizen-Überschüsse würden dann eben nicht auf dem Weltmarkt verschleudert, sondern zur Sprit-Erzeugung verwendet. Zugleich entstehe ein eiweißhaltiges Futtermittel, das den Import von Sojaschrot verringere. Demnach gleicht die heimische Bioethanol-Produktion Marktschwankungen aus und sorgt für stabile und damit kalkulierbarere Preise. Dass hier Weizen zu Treibstoff verarbeitet wird, sei übrigens so neu nicht. Funk: "Vor der Mechanisierung wurde ein Drittel der Fläche zur Ernährung der Zugtiere benötigt." Landwirtschaftlicher Anbau von Biosprit sei – historisch betrachtet – also durchaus normal.

Nicht normal hingegen sei, dass Getreide jahrelang unter seinem energetischen Wert gehandelt wurde, sagt Funk. Nach Kilojoule berechnet, war Heizöl doppelt so teuer wie Getreide. Die Folge: Mit Getreide zu heizen war billiger als mit Öl.

(Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/472005/artid/8303129)

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Geschrieben von Richard Ebert am
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