Schubi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Schweine: Bau einer Güllevergärungsanlage

Hallo zusammen,

Wir beschäftigen und gerade mit einem möglichen Bau einer Bga rein auf Güllevergärung. Wer hat Erfahrungen mit der reinen Güllevergärung bzw. was gibt es eurer Meinung zu beachten?

Nach ersten Gesprächen mit Firmenvertretern sind 50 kW elektrisch mit einer Menge von ca 7000 cbm möglich. Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Ansätze, von thermophil bis mesophil.

Uns würden Eure allgemeine Meinungen zu dem Thema als auch Erfahrunswerte mit dem Thema Biogas interessieren!

Vg Schubi

Geschrieben von Schubi am
D
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12 Jahre 9 Monate

Der Umsatz bei 50 kW elektrisch liegt bei ca. 100.000 €. Das engt den Spielraum für Investitionen sehr ein. Daher werden nach meienr Kenntnis auch kaum "Gülleanlagen" gebaut, es sei denn, es liegen ideale Verhältnisse vor, d.h. (Rinder-)Gülle alle am Standort und Güllelager schon vorhanden.

P.S. Wärme liefert einer solche Anlage kaum/Gar nicht.

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Schubi [#1]

Wir betreiben eine sog. Hofbiogasanlage mit 265 KW ( Zündstraler mir Abgasturbine) mit 5-6000 cbm Gülle und 500 to Pferdemist!
Die Güllebehälter von Schweinestall werden mitgenutzt ein alter Stall wurde zum Motorenhaus umgebaut und die Rindergülle muß mit dem Fass umgelagert werden.
Wir haben mit verschiedenen Komponenten mehrer Hersteller gebaut um die Anlage auf unsere Bedürfnisse auszulegen und natärlich auch Kosten zu sparen!
Mittlerweile sind die Baukosten leider so hoch,daß sich der Bau kleiner Anlagen schlecht rechnet!
Auch der Wärmebedarf für " Gülle heizen" ist nicht zu unterschätzen dann gibt es wenig Wärme für Haus und Stall!
Wir verbrauchen für 2 Häuser und 2 Ställe gerne 80 -100 KW ( außer im Hochsommer)

Mit 60 WK hatten wir schon vor Jahren geplant und Glücklicherweise nicht gebaut!
Wenn du die Anlage z.B zwischen deine Güllegruben einbauen kannst wäre es evtl.aber mit mind 75 Kw möglich!

MfG
Saubauer

Schubi
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12 Jahre 9 Monate

Hallo,

Mir geht es zum einen gar nicht um überschüssige Wärme, da 50 kW nicht groß wärmeüberschüsse produzieren. Ich möchte keine Ackerfläche für en substratanbau verlieren. Außerdem muss man bei Reiner güllevergärung nicht die 150 tageverweilzeit einhalten, sondern kann die vorhandenen güllebehälter ohne gasdichte Abdeckung.

Wie sieht mit deinem elektrischen Wirkungsgrad aus? Hälst dein Bhkw die geplanten Werte ein?

Vg Schubi

IHH
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Saubauer [#3]

Wird bei Euch darauf geachtet, dass die Gülle "frisch" ist? Ich habe verschieden alte Gülle beprobt und erhebliche unterschiede festgestellt. Da ist "gute" Schweinegülle schon nahe der Rindergülle, wenn auch nicht zu 100%

Was auch noch interessant ist, ob die Anlage überhaupt mit reiner Schweinegülle läuft, ich würde mir gern eine Anlage angucken, in der nur Schweinegülle vergehrt wird!!

Ich sehe es allerdings auch so, wenn eine Biogasanlage in dieser Form, dann nur ohne Gasdichtes Endlager und dann, wenn das Endlager nicht noch erst gebaut wurden und unter dem Stall noch zusätzlich 1,5m tiefe Güllekeller sind.

MfG IHH

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ IHH [#5]

Das Endlager wurde schon vor 10 Jahren gebaut und mit Seegerverschluss und Stütze ausgestattet!
Jetzt eine Folie drauf und ist jetzt Gasspeicher!
Genügend Gasspeicher kann aber in Zukunft auch Wichtig sein!
Schweinegülle wird frisch eingesetzt d.h. der Gülleschieber ist immer offen!
Aufgrund der Kartoffeldampfschalen hbaen wir überdurschnittliche Werte!

@ Schubi [#4]

Gasverbrauch nur leicht über der Angabe des Herstellers! ( Liegt aber am Metangehalt!)
Im 1 Jahr 8520 Bstd. und das ist über den Berechnungen von 8000 Bstd.
Wir sind bis jetzt sehr zufrieden !
Passt sehr gut zu unserem Betrieb

MfG
Saubauer

Schubi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ IHH: was verstehst du unter alter Gülle und wie hoch waren genau die Unterschiede?

Bedeutet alte Gülle: mehrmals aufgerührt und umgepumpt?!?

@ Saubauer: was versteht man genau unter überdurchschnittliche Werte? Meines Wissens sind von verschiedenen tierausscheidungen normierte werte bzgl. Methangehalt veröffentlicht!

Ansonsten ist es bei uns in der Tat so, dass wir über ausreichend externe lagerraummöglichkeien haben und nicht zusätzlich investieren müssten. Wir könnten uns vorstellen, die Gülle aus einem stallabteil ca 400cbm gross zu ziehen und dieses laufend möglichst frisch zu befüllen - daher auch meine frage was man unter frischer Gülle versteht bzw. wie erheblich die Abweichungen zwischen alter und frischer Gülle ist - glücklicherweise sind die stallkomplexe alle zusammenhängend so das man mit der Pumpe max 50m Pumpen zum potentiellen stallabteil Pumpen müsste. Güllelagr steht auch direkt daneben, sogar kundeneigene trafodtation. Also örtlichen Gegebenheiten sind Glauben wir glücklicherweise Ideal! Es geht nur um das Potential was die Gülle für die Biogaserzeugung hergibt. Daher wären wir Super an den Unterschied frisch und älterer Gülle!

Vg Schubi

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Schubi [#7]

Na es kommt wohl darauf an was man füttert und wie hoch die Verdaulichkeit bei den verschiedenen Koponenten lag!
Bei den vielen Nebenprodukten die wir verwenden sind einige Sachen nicht von den Tieren zu verdauen, davon besonders die Kartoffelschalen!
Über die machen sich dann die Bakterien ( Metanos) her !
Als Frischgülle verstehe ich Tagesfrisch mit " Wärmeanteil"!

Deine Standortgegebenheiten scheinen Top zu sein so, daß es sicher Sinn macht sich besser Beraten zu lassen!
Nicht über die Verkäufer sondern Anlagen besichtigen oder Biogasvachverband nachfragen.

MfG
Saubauer

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Saubauer [#8]

"Bei den vielen Nebenprodukten die wir verwenden sind einige Sachen nicht von den Tieren zu verdauen, davon besonders die Kartoffelschalen!
Über die machen sich dann die Bakterien (Metanos) her !"

Unverdauliche Nährstoffe können aber auch negative Einflüsse auf den Dünndarm haben.

Wie sieht denn die Fließfähigkeit Deiner Gülle aus? Der Kartoffelschalenanteil entmischt sich ja von der dünnen Suppe und bindet auch noch schnell Gerstenspelze und Maden an sich. Wir setzen die Kartoffelschlempe mit 15% auf 88% TS ein und in älteren Güllesystemen haben wir schon mal größere Probleme mit der Bildung von Schwimmschichten.

MfG

IHH
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Schubi [#7]

Entschuldige,ich habe folgendes beprobt: unter "frischer" Gülle habe ich 30 Tage alte Gülle mit einem Biogasertrag von 27 m³/t Frischmasse und unter "alt" läuft bei mir 60 Tage alte Gülle mit 20 m³/t Frischmasse.

@ Saubauer [#6]

Bekommst Du bei offenem Gülleschieber keine Probleme beim reinigen?
Auch interessant wäre es, wenn du beispielsweise eine "Einstallprophylaxe" fährt, ob du dann auf gewisse Midikamente verzichten musst oder unbedänklich ab dem ersten Tag in die Biogasanlage übernehmen kannst?

Wenn es aus diesen beiden Gesichtspunkten keine Bedenken gibt und man sich sicher ist, dass man die Anlage zwischen Stall und Endlager bauen will, sollte man drüber nachdenken 25cm unter dem Stall zu lagern, Rohrentmistung, Stöpsel offen stehen lassen und in die Anlage. Ehrlich gesagt, dass hört sich schon fast zu einfach an?!

MfG IHH

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ PorkyPig [#9] IHH (10)

Wir setzen zurzeit soviel Kartoffelsuppe ein mit 15 - 16% TS wie möglich !( bis 50 % ! )

Natürlich sind in der Zeit die Zunahmen 50gr schlechter ! Es gibt in der Vorweihnachtszeit nichts billigeres!

Probleme mit der Verdauung haben wir durch 5 % gequetschen Hafer beseitigt!
Schwimmschichten werden mit Spülsystem nachgespült und 2-3 mal im Jahr muß der Kanalspüler mit 60 mtr Schlauch anrücken!

Medikamente werden nur noch selten verwendet ! Geregelter Ferkelbezug und jetzt super Luft durch genügend Wärme!

MfG
Saubauer

Schneesturm in Franken 20 cm neu!!

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