Schweine: Baubehörden contra Schweinehalter
Stallbau regulieren, nicht blockieren!
Von Peter Spandau, Landwirtschafskammer Nordrhein-Westfalen
susonline.de (30.11.12) Die Hoffnung, dass neue gesetzliche Vorgaben zu Verbesserungen für die Tierhalter führen, müssen wir wohl endgültig begraben. Denn die geplante Novelle zum Baugesetzbuch und der jüngst im Entwurf vorgelegte Tierhaltungserlass in NRW sind einzig und allein als Verhinderungsmittel zu verstehen.
So wird im Baugesetzbuch die Entprivilegierung UVP-pflichtiger Bauvorhaben angestrebt. Dies trifft nicht nur echte Gewerbebetriebe, sondern auch viele flächenarme Landwirte in den alten Bundesländern. Im Ermessen der Behörden liegt es dann, ob schon 1.500 oder erst 3.000 Schweinemastplätze UVP-pflichtig sind. Betriebsentwicklung: Ende!
Verschärft wird die Lage durch den Tierhaltungserlass NRW. Er sieht auch für alle BImSch-Betriebe der Spalte 1 (2.000 Mastplätze) künftig die Abluftreinigung vor. Damit sind ebenfalls landwirtschaftliche Betriebe mit ausreichender Futterfläche in ihrer Entwicklung behindert.
(Quelle und weiter lesen: http://www.susonline.de/sus-kommentare/Stallbau-regulieren-nicht-blockieren-1005150.html
Wie viele Schweine wird es im kommenden Jahr geben ? Wie wird sich der Preis in den kommenden 12 Monaten entwickeln ? Terminhändler erwarten einen durchschnittlichen Schweinepreis von 1,77 Euro für die kommenden 12 Monate.
Ist doch für alle OK!
Weniger Neubauten Weniger Ferkel und viele Aussteiger !
Auf ein gute neues Jahr !
Mfg
Saubauer
@ Saubauer [#2]
In Foren kommt die Ironie nicht immer eindeutig durch. Ich hoffe, dass Du das jetzt ironisch gemeint hast?!
@ Spekulatius_Maximus [#3]
Guten Abend warum soll Saubauer das nicht ernst gemeint haben. Wenn wir diesen Steigerungswahn fortführen scheitern wir alle siehe Milchviehhalter die sind 20 Jahre nach der Quote immer noch nicht reich.Autos kaufen sich auch nicht selber Schweine auch nicht. Lieber 1000 Plätze mit Gewinn als 3000 Plätze und man kommt mit dem Arsch nicht hoch.
Schönen Abend noch
Werner
Egal wie Praxisfremd in NRW der Tierhaltungserlass auch ist, ich wunder mich immer wieder wie mutig sich viele Berufskollegen in einen Markt hineininvestieren der in jeder Hinsicht unrentabler wird, und in der Gesellschaft unakzeptabler wird.
Das betriebswirtschaftliche Mutmachen des obigen Herrn Spandau hatte vor einigen Jahren sicherlich Berechtigung. Bei einem übersättigten Schweinemarkt sollten unsere Investitionsentscheidungen auch gesellschaftspolitische Veränderungen berücksichtigen.
Gruß Paul
@ Spekulatius_Maximus [#3]
Doch Ehrlich und Ernst gemeint!
Über die 20 Jahre die ich in der LW fest tätig bin (12 J als Betriebsleiter) habe ich mich noch nie so als " Spielball" gesehen!
Wir sollen immer mehr billig produzieren und wenn der Preis nicht hoch genug zur Deckung der Vollkosten ist, sagt man uns produziert doch nicht so viel! Die Behörden und der "gemeine Bürger" versuchen uns LW vorzuschreiben wann und wie wir Tiere zu halten haben und wie der Acker zu bewirtschaften ist! Alles zum Nulltarif ! Bei Verstoß --- Strafe Polizei und Landratsamt usw.
In der Industrie die in meiner Region ansässig ist läuft das anders! Dort lässt man den Landrat und Bürgermeister antanzen und sagt was man will und wie!
Es werden Wälder gerodet und Steinbrüche in " Salamitaktik" erweitert die Genehmigungen 4 Wochen später eingereicht sogar Bundesstraßen verschmutzt wo ich als LW fast eingesperrt würde.
Auflagen für Tankstellen gibt nur auf dem Hof nicht im Steinbruch und laut Gutachten schaft es das Grundwasser bergauf zu fließen!
Es wird den Schweinehaltern laut Berechnungen ein Gewinn vorgegaukelt und in Wahrheit arbeiten fast alle ohne Lohnansatz geschweige denn einem Gewinn!
MfG
Saubauer
(nach Sturz in Krankenstand für die Woche)