Schweine (CH): Talsohle scheint erreicht / Überangebot baut sich ab
Talsohle scheint erreicht - Es gibt Anzeichen, dass sich das Schweine-Überangebot abbaut. Der Grund ist eine Reduktion der Zuchtschweine. Dafür wird das Schweinefutter bald teurer.
Bauernzeitung.ch / rü, Oensingen (19.10.07) - «Ab September schlachteten wir von Woche zu Woche mehr Schweine», stellt Paul Fahrni von der Bell AG im Rückblick fest. Im Sommer, bemerkt er zur «BauernZeitung», habe man in Metzgerkreisen noch vermutet, dass der Schweinepreis wegen der guten Nachfrage heuer nicht unter die Grenze von 4 Fr je kg Schlachtgewicht sinken werde.
«Aber als dann die durchschnittlichen Schlachtgewichte ab Anfang Oktober um rund 3 kg über den Normalstand bis auf 86 kg je Schwein anstiegen, spürte man das drückende Angebot förmlich.» Am Ende, fasst Fahrni seine Erfahrungen zusammen, könne niemand die Marktkraft aushebeln. Trotzdem habe es die Suisseporcs als nötig befunden, ihn in der Landwirtschaftspresse als «Preisdrücker» zu bezeichnen, der den Schweinepreis auf Fr. 3.80 senkte.
Seit dem Sommer sinken Futter- und Ferkelumsätze
«Die laufenden Verkaufsaktionen beim Schweinefleisch sind ein richtiger Renner», weiss Fahrni. Die Coop-Naturafarm-Schweine seien jetzt abgeräumt, stellt er fest. Als Nächstes liefen Aktionen im Gastro-Bereich. «Hier läuft es immer nur über den Preis», weiss Fahrni aus langjähriger Erfahrung. Dass der berühmte 3-jährige Schweinezyklus nach wie vor funktioniere, gibt auch der Suisseporcs-Geschäftsführer Felix Grob zu. So produzierten im laufenden Jahr die Schweizer Bauern rund zehn Prozent mehr Schweinefleisch als 2004.
Aber jetzt gibt es unübersehbare Anzeichen, dass der Zenit der Schweinefleischproduktion überschritten ist, denn
* im Mai zählte man 2700 säugende Zuchtsauen weniger (–7,4 Prozent) als im Vorjahr,
* und die Zahl der nichtsäugenden Zuchtsauen über sechs Monate nahm sogar um 8,3 Prozent ab.
Offiziell will zwar niemand dazu stehen, aber in der Branche ist bekannt, dass seit dem Sommer die Futter- und Jagerumsätze regelrecht einbrachen. «Ab November läufts wieder besser», prophezeit Jakob Signer von der Anicom vorsichtig.
Ist das Gröbste überstanden, wird das Futter teurer
Der Lichtblick ist kaum zu sehen, schon donnert es von der Kostenseite her. «Das Mischfutter wird in diesem Winter aufschlagen, das ist sicher», kündigt Samuel Geissbühler von der UFA AG an. Die Frage sei nur noch, welche Futtermühle als erste ihr Mischfutter verteure.
Mehr Informationen in der «BauernZeitung» Nr. 42 vom 19. Oktober 2007
(Quelle: http://www.bauernzeitung.ch/?page_id=1&l=2&node=1&lvl=&navi_array=1&mod=news&news_id=2317)