Schweine: China importiert voraussichtlich vermehrt Schweinefleisch
Experten sind sich einig: Wenn der Preis für das Grundnahrungsmittel weiter steigt, wird China in Zukunft mehr Schweinefleisch importieren, schreibt das Internetportal german.china.org.cn. Dem Staatlichen Statistikamt zufolge stieg Chinas Verbraucherpreisindex im Juli im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,5 Prozent und hat ihren höchsten Punkt seit 37 Monaten erreicht. Ein großer Faktor sind dabei die Schweinefleischpreise, die im Juli fast 57 Prozent höher als vor einem Jahr waren, so die offiziellen Statistiken.
„Die Zentralregierung dürfte künftig mehr Schweinefleisch importieren, insbesondere wenn die Preissteigerungen von Schweinefleisch das Land langfristig beeinträchtigen“, sagte Wang Jimin, stellvertretender Direktor des Instituts für Agrarökonomie und -entwicklung der Chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften. „China wird in den kommenden Monaten weiterhin hohe Schweinefleischpreise sehen. Denn diese sind im Einklang mit den Preisen auf den internationalen Märkten.“ Wang sagte, die ausländischen Fleischlieferanten würden eine Blütezeit erleben, sobald das inländische Schweinefleisch in China mehr als das importierte Schweinefleisch kostet. „Noch ist es aber schwer zu sagen, wann dies passieren wird.“
Analysten schreiben den hartnäckigen Anstieg der Schweinefleischpreise zum Teil dem Mangel bei der heimischen Fleisch-Versorgung zu, weil viele Landwirte keine Schweine züchten wollen. „Wegen der raschen Urbanisierung wollen immer weniger Landwirte ihre Zeit und ihr Geld für die Aufzucht von Schweinen verwenden, da dies eine schmutzige und harte Arbeit ist“, sagte Wang. „Sie suchen lieber in den Städten Arbeit.“ Dazu kommt, dass die Verbreitung von verschiedenen schweren Schweinekrankheiten, nicht nur das Einkommen der Landwirte beeinträchtigen kann, sondern dass tatsächlich Landwirte gezwungen wurden, die Aufzucht von Schweinen aufzugeben, sagte Liang Haoyi, ein Forscher an der China Animal Agriculture Association.
Im Juli führte die chinesische Regierung eine Reihe steuerlicher Maßnahmen durch, um die Schweinefleischpreise zu senken und die Sorgen über die Inflation zu mindern. Zu ihnen gehören auch Investitionen in der Höhe von 2,5 Milliarden Yuan (271,8 Millionen Euro) in großflächige Schweinehaltungen. Laut der Politik erhalten die Landwirte pro Schwein einen Zuschuss von 100 Yuan. Außerdem bekommen sie eine 800-Yuan-Entschädigung für jedes Schwein, das an einer Krankheit oder durch eine externe Ursache stirbt, so german.china.org.cn.
„Es ist noch ein langer Weg zu gehen, bis neue große Schweinefarmen das Land mit Fleisch versorgen können, da viele von ihnen nur wenig Erfahrung mit der Schweinezucht haben“, sagte Liang. Wang hat andere Vorstellungen: „Die Regierung sollte die Menschen mit einem niedrigeren Einkommen stärker unterstützen und sie auf diese Weise zum Fleischkonsum animieren.“
(Quelle: http://www.schweine.net)
@ PorkyPig
...du hast wohl Urlaub gehabt, das Thema hatten wir schon etwas früher durch....
Aber zur Beachtung und aus aktuellem Anlass mal der Beitrag aus "Die Welt":
http://www.welt.de/wirtschaft/article13572329/Chinas-Lust-auf-Schweineohren-aus-Deutschland.html
Sehr aufschlussreich sind die Ausführungen eines Westfleischmanagers, man sollte wirklich oft genug lesen !
Zitate: ....Die chinesischen Handelspartner kaufen daneben mit Vorliebe das, was bis vor wenigen Jahren tonnenweise als Abfall in den Tierkörper-Verwertungsanstalten landete:....
...Für die Fleischverarbeiter ist das ein lohnendes Geschäft. „95 Prozent unserer Lieferungen sind Knochen und Pfoten“,...
.... „Wir könnten unsere Preise noch weiter erhöhen, sie würden trotzdem kaufen. Die Chinesen wollen Fleisch“, sagt XXX......
...Bis zu zwei Euro lassen sich nach Auskunft der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn pro Kilo verdienen – mit Ware, für die es in zuhause keinen Markt gibt....
Warum bitte lässt die Westfleisch dann Ihre Genossen und Lieferanten nicht teilhaben an dieser einzigartigen Situation ?
mfg
SD
zu Beitrag #2
Zitat:
...Dank der steigenden Nachfrage konnte Westfleisch nach eigenen Angaben bis zu 100 Prozent Preisaufschläge durchsetzen. „Bei Spareribs toppen die Chinesen gerade jedes Gebot“, sagt XXX, „die akzeptieren preislich alles.“...
...hab ich in meiner Erregung vergessen einzufügen, dieser Artikel mit diesen Aussagen ist doch ein Faustschlag ins Gesicht für jeden Grünen, was wohl los wäre, wenn dieser Artikel in den "Westfälischen Nachrichten" ständ ?
SD