Schweine Cockpit, 19.02.2015 - Diskussion
ZMP-Meinung:
Die kritische Zeitspanne um den Jahreswechsel mit schwacher Binnennachfrage bei gleichzeigig drängenden Lebendangebot scheint überwunden zu sein. Es kristallisieren sich zunehmend die prognostizierten geringeren Lebendangebote in den nächsten Monaten sowohl bei den Schlachtzahlen wie den Voranmeldungen heraus. Auf der Nachfrageseite laufen der Frischfleischabsatz und die Verarbeitungsware wieder auf guten Betriebstemperaturen. Der schwache Eurokurs bringt Schwung in das Exportgeschäft, auch wenn die gesperrten Russlandimportmengen noch nicht voll kompensiert werden können. Preisstützend wirkt sich der anlaufende Vorratsaufbau für die Grillsaison aus. Die Stimmung in der EU hat sich deutlich aufgehellt.
Für das weitere Exportgeschäft ziehen jedoch dunkle Wolken auf. Das US-Schweinepreisniveau ist von über 2 €/kg auf 1,20 €/kg abgestürzt. Ein moderater PEDv-Seuchenverlauf bei um 4,6 % gestiegenen Sauenbeständen und anhaltend hoher Schlachtgewichte drohen zu einem weit überdurchschnittlichen Schweinefleischangebot in den nächsten Monaten zu führen. Angesichts eines überforderten US-Inlandsmarktes drücken die zusätzlichen Mengen in den Export.
Brasilianische Schweinepreise unter 1 €/kg unterbieten auf den internationalen Märkten jedes Konkurrenzangebot.
Das Absatzventil der EU mit einem rd 10 % igen Exportanteil wird aller Voraussicht nach in Mitleidenschaft gezogen. Eine erkennbare Deckelung des künftigen Preisaufschwungs ist nicht von der Hand zu weisen.
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