Schweine: DBV rechnet mit weiter steigenden Ferkel und Schweinepreisen
Bauernverband.de (27.12.12) - Während in den vergangenen Jahren in Deutschland ein enormer Anstieg der Schweineschlachtungen zu verzeichnen war, werden die Schlachtungen 2012 nach 11 Jahren erstmals zurückgehen. Mit voraussichtlich 58,2 Millionen Schweinen liegt das Minus bei rund 2,4 Prozent gegenüber 2011. Obwohl das Preisniveau für Schlachtschweine 2012 höher lag als 2011, war es nicht ausreichend, um die deutlich ansteigenden Futterkosten abzudecken. Aus aktueller Sicht spricht vieles für eine angespannte Erlössituation in den nächsten Wochen. Aufgrund des jetzt schon länger anhaltenden hohen wirtschaftlichen Drucks ist eine baldige Preiserholung dringend notwendig. Mittlerweile haben vor allem in Osteuropa viele Betriebsleiter die Schweinehaltung aufgegeben. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass in Europa aber auch in Deutschland, es nicht allen Sauenhaltern gelingen wird, die Umstellung auf die Gruppenhaltung zum 1. Januar 2013 vorzunehmen. Für die gesamte EU ist daher allein aus diesem Grund mit einem Rückgang der Ferkel- und Schweineproduktion zu rechnen. Wegen des vermutlich kleineren Ferkelangebots ist mit steigenden Ferkel- und auch Mastschweinepreisen zu rechnen.
(Quelle: http://www.bauernverband.de/agrarmaerkte2012-2013 )
Die Prognose der saisonalen Preise lässt einen Anstieg der Schweinepreise in 2013 von 1,71 auf 1,77 Euro erwarten, etwa 4 Prozent.
@ Richard Ebert [#1]
Dann kann es nur lauten, Stall verpachten so lang man noch eine annehmbare Pacht bekommt. Die "Profimäster" werden auch hier drücken.
Oder würden Sie weiter machen wollen Herr Ebert bei den von Ihnen prognostisierten Preisen für 2013 ?
@ papuawenzel [#2]
Oder würden Sie weiter machen wollen Herr Ebert bei den von Ihnen prognostizierten Preisen für 2013 ?
Von mir sind die Preise nicht prognostiziert, es sind die am Terminmarkt erwarteten Preise. Ich halte diese allerdings für realistisch.
Die Terminmarkt Prognose 2013 ist inzwischen wieder auf 1,80 Euro gestiegen, da der aktuelle V-Preis unverändert notiert und einige Kontakte leicht gestiegen sind. Die erwarteten Preise für Ferkel sind noch schneller gestiegen.
Um die Frage zu beantworten; nein, ganz bestimmt nicht in einer Branche, von der ich den Eindruck habe, daß viele die dringend notwendige Solidarität vermissen lassen und sich mit falschen Worten und Taten zu Lasten von Kollegen bereichern.
Wenn doch, würde ich den Terminmarkt für Ferkel und Schweine aktiv nutzen. So wurden für Dezember Schweine bis zu 1,86 Euro bezahlt. Wer das nicht nutzen wollte, darf sich jetzt mit 1,72 Euro zufrieden geben.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#3]
"Um die Frage zu beantworten; nein, ganz bestimmt nicht in einer Branche, von der ich den Eindruck habe, daß viele die dringend notwendige Solidarität vermissen lassen und sich mit falschen Worten und Taten zu Lasten von Kollegen bereichern"
Willkommen in meiner Welt!
Wenn man sich allerdings an die Regeln hält ( es gibt nur eine; und die heisst "es gibt keine Regeln"); dann kommt man schon ganz weit.
Eine Zusatzregel hier heisst "Glaube nichts; was andere denken; und schon garnichts; was andere sagen".
Und das wird 2013 noch heftiger; deshalb lehen Sie sich zurück und geniessen Sie das Spiel der Kapitalistischen Marktwirtschaft in Reinform; wie es sie sonst nirgends auf der Industriealisierten Welt nicht mehr gibt.
Wir Landwirte haben in 2013 einen Zweifrontenkrieg ( Markt und Politik); und den können wir unter legalen Bedingungen nicht gewinnen; nur wer alle Tricks auf Lager hat wird weiter mitschwimmen.
Loyalität und Rechtsschaffenheit gehören nicht dazu; leider.
In dem Sinne
einen guten Rutsch
MFG
Mühlenbach
@ Muehlenbach [#4]
Die Schweinehalter müssen 2013 aus der Deckung kommen ansonsten wird es für viele Betriebe das letzte Jahr als aktive Schweinehalter.
Für jeden von uns muss klar sein, dass wir alle, also nicht nur einzelne uns über jegliche Benachteiligung (Maskenänderungen, überzogenen Veterinäramtskontrollen etc.) auflehnen müssen, ansonsten werden alle Betriebe in mehr oder weniger große wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.
Ausserdem sollte jedem klar sein, dass auch ein DBV oder die ISN Durchhalteparolen ausgeben, denn diese brauchen ihre Mitglieder mehr als die Mitglieder die Institutionen selbst (sterbende Betriebe = weniger Geld in der Kasse).
Also nicht mehr auf andere verlassen, sondern selber aktiv für unser Recht kämpfen oder aufgeben.
MfG
agriculus
Stimmt es wirklich ,das auch die kleinen Schlachtbetriebe mit 200-500 Schweinen pro Woche einen " Tierschutzbeauftragten " brauchen und einige deshalb aufhören zu schlachten ?
Neue Regeln für 2013 !
MfG