Richard Ebert
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Schweine: Der Markt wächst - die Preise sinken immer weiter

Markt für Schweinefleisch wächst - Erzeugerpreise sinken

Agrarheute.com / isn, Hannover (10.09.10) - Interessante Getreidekurse, günstige Kreditkonditionen sowie die zunehmende Exportabhängigkeit der deutschen Schweineerzeugung waren Schwerpunkte der Podiumsdiskussion auf den DLG-Unternehmertagen.

Das historisch niedrige Zinsniveau solle für Kreditverträge genutzt werden, empfahl Chefvolkswirt Torsten Windels von der Nord/LB auf der Podiumsdiskussion. Diese Sondersituation werde voraussichtlich mit einem Zinsanstieg in den Vereinigten Staaten Mitte des nächsten Jahres enden, dem "Euroland" folgen werde, berichtet Dow Jones.

Jetzt kreditfinanzierte Investitionen tätigen

Für kreditfinanzierte Investitionen sei jetzt ein günstiger Zeitpunkt. Die steigende Volatilität an den Rohstoffmärkten sei auch eine Folge der "blind" kaufenden Börsenteilnehmer ohne Agrarmarktkenntnisse, erklärte Windels; fundamentale Faktoren würden übertrieben bewertet und anschließend eine sich selbst verstärkende Entwicklung herbeiführen. Den Anteil der spekulativen Übertreibung an den derzeitigen Weizenkursen konnte der Banker allerdings nicht benennen.

2010/2011: Mit leichtem Wachstum zu rechnen

In der deutschen Handelsbilanz mit Schweinefleisch sollen sowohl die bundesweite Schweineproduktion als auch das damit verbundene Marktrisiko durch die expandierenden Exporte wachsen. Diese Aussichten stellten Dr. Heinz Schweer von Vion und Dr. Frank Greshake von der Erzeugergemeinschaft Rheinland vor. Die deutsche Schweinefleischerzeugung sei trotz des rückläufigen Inlandverbrauchs der Gewinner der Wirtschaftskrise in Europa, betonte Schweer. In diesem Jahr dürften die Schlachtungen nochmals auf rund 58 Millionen Stück zulegen, und auch für das kommende Jahr ist laut Greshake mit einem leichten Wachstum zu rechnen.

Neue Exportchancen in Asien

Die Vermarktung der wachsenden Mengen müsse im In- und Ausland häufig über den Preis erfolgen, dies gelte auch für den immer wichtiger werdenden Absatz in Osteuropa. Mit dem Abschluss von Veterinärabkommen erschlössen sich in Asien neue Exportchancen, dabei handele es sich allerdings um sehr volatile Märkte, eine Abhängigkeit von diesen bedeute auch für den heimischen Markt ein erhebliches Preisrisiko.

2010: Durchnittspreis könnte um drei bis fünf Cent/Kilo SG sinken

Für das laufende Jahr erwartete Greshake beim durchschnittlichen Auszahlungspreis für deutsche Schweinemäster einen Rückgang um drei bis fünf Cent je Kilo Schlachtgewicht (SG) gegenüber dem Vorjahr bei gleichzeitig steigenden Futterkosten. Obwohl die Zeche vor allem die Ferkelerzeuger wegen der reduzierten Ferkelpreise zahlen müssten, dürften Mäster teilweise "nicht mehr klarkommen", denn die Schweinemast werde immer enger kalkuliert. Ein beschleunigter Strukturwandel sowie "mehr fremdes Kapital" und eine langfristig weiter steigende Produktion dürften die Konsequenz sein, so Dow Jones.

(Quelle: http://www.agrarheute.com/dlg_schweinefleischerzeugung)

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Die grüne Linie in obiger Grafik zeigt jeweils den Durchschnittspreis der vergangenen 12 Monaten: In 2009 waren dies 1,42 Euro, in 2010 werden es 1,38 Euro sein und für den Zeitraum von Oktober 2010 bis September 2011 werden nur noch 1,34 Euro geschätzt.

Kassamarkt: Zunehmende Ostexporte und gebesserte Stimmung

Am Schlachtschweine Markt hat sich die Stimmung gebessert. Der Angebotsdruck ist abgebaut und die erwartete Angebotsentwicklung wird von Vermarktern geringer eingeschätzt.

Zusätzlich ist eine Besserung der Exportaktivitäten festzustellen. Sowohl der Lebendexport nach Russland als auch der Export von Teilstücken nach Osteuropa gewinnt an Umfang.

Für die kommende Woche zeit sich zumindest eine stabile Tendenz.

(Quelle: VR Agrarberatung)

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Terminmarkt: Liquidation der September Futures

Am 22.09.10 werden die derzeit noch 122 offenen Kontrakte für September Schweine zum Eurex Schweineindex abgerechnet. Dieser wird mit höchster Wahrscheinlichkeit zwischen 1,42 und 1,43 Euro liegen.

In der Zwischenzeit werden viele der offenen Kontrakte etwa auf dieser Basis über die Börse glatt gestellt. Heute waren es 15 mit Kursen zwischen 1,42 und 1,43 Euro, der Schlusskurs wurde von der Eurex um 0,6 Cent höher bei 1,426 Euro ermittelt. Weitere Umsätze oder nennenswerte Veränderungen der Taxkurse wurden nicht notiert.

Am Ferkel Terminmarkt wurde der gestern um 1 Euro gestiegene März Kontrakt wieder 1 Euro niedriger mit 41 Euro getaxt.

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Ab Montag kommender Woche werden die Oktober Kontrakte für Schweine und Ferkel als "Frontmonate" bezeichnet.

Geschrieben von Richard Ebert am
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