Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Schweine: Einfach mal den Stall leer stehen lassen ?

Verschoben aus dem Thema: Futter: Kontrakte oder zu Tagespreisen kaufen ?

Den Stall leer lassen kann ein Mäster der einen fremdfinanzierten Stall hat auch nicht!
Und bei der Verteuerung der Produktionskosten je Ferkel von 6.- Eur müsste dein Futter ja um ca 8.- Eur teuerer sein!?

MfG S.

Geschrieben von Saubauer am
Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Saubauer; wiso kann ein Mäster; der den Stall voll fremdfinanziert hat; diesen nicht leer stehen lassen?
Wenn er sagen wir zehn Euro ja Mastschwein an die Bank abdrücken muss; und sicher weiss; dass er zusätzlich zu den zehn Euro weitere zehne Euro verbrennt; was ist dann "wirtschaftlich" sinnvoller?
Ich glaube; dann haben die Banken auch keine Probleme damit; die Tilgung auszusetzen...
Zumal; 50% der Kapitalkosten werden hier mittlerweile doch sehr sicher bezahlt; und zwar vom Deutschen Verbraucher; wenn du weisst was ich meine.
Da ist es doch besser; den ganzen Tag im Sonnenstuhl zu sitzen; als Schweine zu füttern.
Wie sich Zeiten ändern können.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#2]

Ich kenne Leute die sich Schlüsselfertig nen 2000 er Maststall haben bauen lassen und das mit 90 %Fremdkapital wie bitte soll der der Bank erklären,daß er den Stall llerstehen lässt!
Er ist zum Spielball der Banken und der Schweineabnehmer geworden!
Außerdem gibt es doch den Schweinezykluss nicht mehr und wer weiß was die Schweine in diesem Jahr im Winter machen !?
Ich hoffe und glaube,daß 2011 aufgrund der hohen Getreidepreise sicher weniger Schweine auf dem Markt sind.

Mahlzeit wünscht Saubauer

Spekulatius_Maximus
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12 Jahre 6 Monate

@ Saubauer2 [#3]

die Entwicklung der Sauenbestände lassen aber einen Anstieg der Zahl der Schweine am Markt erwarten. Ein Anstieg der Futterkosten geht wohl wieder auf Kosten der Ferkelpreise.

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Spekulatius_Maximus [#4]

Und mir wurde von vermehrten Verlusten von Mutterschweinen bei der Geburt in diesem Sommer berichtet. Tierärzte sprachen von stark erhöhten Ausfällen durch Herz-Kreislaufversagen, diese sind bei den Viehzählungen nicht abgezogen.

MfG S.

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Spekulatius hat recht. Vordergründig für den Schweinepreis ausschlaggebend sind die vorhandenen Schweine und bei steigenden Sauenzahlen gibt es nicht weniger Ferkel. Wir haben die ganze Chose 2007/2008 doch schon einmal mitgemacht und vieles deutet darauf hin, dass sich das wiederholt.

Wenn leerstehen lassen dann jetzt. Nicht jetzt das teuerer werdende Futter verbraten und dann im Frühjahr leerstehen lassen, damit man von den besseren Sommerpreisen 2011 nichts hat.

Übrigens leerstehen lassen bringt einen nicht gleich in den Ruin. Habe das in den letzten 4 Jahren schon 2 mal machen müssen allerdings aus gesundheitl. Gründen.

Mfg
BB

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Nochmal: Welche Bank will; dass man 15 Euro Verlust macht anstatt 10?
Da haben die auch garnichts davon.
Und mit einer guten Solaranlage bekommt man den"Verlust" durch Leerstand ebendfalls zur Hälfte bezahlt.
Zudem; im Jahre 2007/ 2008 lief die Schweinemast trotz der hohen Futterkosten viel besser als 2008/ 2009.
Der Grund sind einfach die günstigen Ferkelpreise gewesen.
Auch wenn man die Schweine dann nur 88 kg am Haken hatten; und man nur 115 Euro ausbezahlt bekam; man hatte aber auch nur 90 Euro Vorkosten( Ferkel sowie Futter).
Das lief besser als wenn man 130 Euro ausbezahlt bekommen hatte bei 120 Euro Vorkosten.
Die Futterkosten kann ich steuern; die Ferkelkosten nicht.
Das ist zwar des einen Freud; des anderen Leid( Sauenhalter); ist aber leider nun mal so.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#7]

Also wenn dann muss man die Dinge doch auch mal beim Namen nennen:

Pro Schwein ist in den letzten Jahren durchschnittlich eine DkfL von ca. 20 - 25 Euronen erzielt worden. Was bedeutet denn direktkostenfreie Leistung? Erlös abzüglich der variablen Kosten für Futter, Ferkel, Heizung, Energie, Tierarzt und noch ein bisschen sonstiges.

WANN in den letzten Jahren ist denn wirlich eine NEGATIVE DkfL erzielt worden? Denn nur dann würde es sich lohnen, denn Stall leerstehen zu lassen.
Meiner Meinung nach ist das Gerede, denn niemand kann wissen, wo die Notierung steht, wenn die jetzt eingestallten Ferkel schlachtreif sind. Jedenfalls nicht auf +- 10 Cent, also 8-9 Euro pro Schwein.

Welche Bank sieht gerne, dass der Landwirt mit seinem fremdfinanzierten Stall das Spekulieren anfängt? Ich glaube da gibt es nicht viele.
Sicherlich kann man mal 1-2 Wochen leer stehen lassen, um den Preistälern im Januar oder in der 2. Junihälfte etwas aus dem Weg zu gehen. Sonst kann das aus rein praktischen Gründen auch nur jemand, der seine Ferkel mal da und mal dort kauft. Das rächt sich nämlich sonst, denn dann kriegt man auch mal keine, wenn man welche braucht. Und dann ist es nämlich reine Augenwischerei, wenn man meint man kann sich dadurch einen Vorteil verschaffen.

Also ich meine wir Mäster können uns nicht über die Schlachtbetriebe beschweren, wenn wir gegenüber den Ferkelerzeugern genauso handeln. Es ist hier doch immer die Rede davon, mehr Kontinuität in den Markt zu bringen. Dadurch erreicht man aber genau das Gegenteil.

Mfg
Pigeldy

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Klugscheissermodus an:
Auswertungen der Beratungsringe Niedersachsen:
Dkfl je 100kg Zuwachs der letzten Jahre 23 Euro.
Dkfl je Mastplatz 51 Euro pro Jahr.
Ein guter Stall kostet neu pro jahr incl Zins und Tilgung 30 Euro.
Dazu noch 7 Euro Gülleentsorgung; 5 Euro Versicherungen/ Reperaturen; macht Summa 42 Euro.
Bei 2000 Mastplätzen währen das pro Jahr 18000 Euro "Gewinn" für den Betriebsleiter incl. Risikoabsicherung.
Zitat:" Diese Zahlen gelten nur für pauschalierende Betriebe; Betriebe der Regelbesteuerung liegen um 4 Euro je Mastschwein ( also 10 Euro und damit im Negativen Dkfl) niedriger.
Klugscheissermodus aus.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Speedy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#9]

Sie hauen hier mit Zahlen um sich, da kann einem schlecht werden.
Zunächst hat selbst nach Ihrer Rechnung ein optierender Betrieb auch keine neg. DkfL. Schön bei den Begriffen bleiben.

DkfL nach Ihrer Rechnung optierender Betrieb 41 Euro pro Mastplatz, immer noch positiv! Der Unternehmer muss also weder Zins/Tilgung aussetzen noch leerstehen lassen, er erwirtschaftet lediglich unter Vollkosten-Aspekten einen Verlust von 1 Euro pro Mastplatz. Dafür gibt Ihnen keine Bank der Welt grünes Licht den Stall leerstehen zu lassen.

Desweiteren müssen Sie auch ehrliche Argumente zulassen. Sie rechnen mit den höchsten Festkosten (Neubau) und Durchschnitts-DkfL?????
Derjenige Neubau, der, wie in Ihrer Rechnung, 2,2 Umtriebe schafft (51 pro Platz/23 pro Tier) der sollte vielleicht besser drüber nachdenken beim Lohnunternehmer zu arbeiten o.ä., aber bestimmt kein Unternehmer sein, wenn er neu baut um den Durchschnitt zu erreichen.

Pigeldy hat völlig Recht, wenn Sie beim Einstallen der Ferkel nicht ganz genau wissen was die Schweine an Erlös bringen, gibt ein Leerstand null Sinn.

MfG
Speedy

picprofi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ speedy

Mühlenbach hat doch recht.
Geh mal zur Bank wenn Du grad nen Durchgang versägt hast wo 10 € drangegangen sind und hol Dir noch mal eben 20000 € dazu, nur um das Umlaufvermögen glattzustellen und dann sag denen die Prognose laut WTB Kurs und dann hör Dir da mal den Passenden Satz vom Banker an.

mfg

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Also; die Zahlen sind nicht von mir; sondern von den Beratungsringen.
Jeder; der die Land und Forst bekommt; kann das nachlesen.
Bei Optierenden Betrieben kommt zusätzlich zu den 41 Euro noch der Steuernachteil hinzu; man kann es auch anders herum rechnen; dann hat er bei den Vorkosten keine 23 Euro Dkfl; sondern nur 19 Euro; kommt aufs selbe heraus.
Warum keine Vollkostenrechnung mit neuen Sachen; ohne die Quersubventionierung u.a.?
Warum können die Schlachtbetriebe denn nicht auch 20 ct mehr bezahlen; weil die immer nach Vollkosten mit den z.Zt. üblichen Gestehungskosten rechnen; wir Landwirte aber nicht.
Bei drei Steuerberatungsgesellschaften hier im Nord-Westen haben alle Gewerblichen Betriebe in den vergangenen drei Jahren im Schnitt nur eine schwarze Null geschrieben; und diese existieren auch nur noch deshalb; weil es Quersubventionen gibt; sprich die 1000 bezahlten Mastplätze müssen die 2000 neuen Plätze mitdurchziehen; wenn dem nicht so währe würden in so manch einer Bude die Lichter ausgehen.
Dieses Jahr wird es auch bei so manchem "Landwirtschaftlichen Schweinemäster" enger; denn wenn ich zupachte für um die 800 Euro; dann rentiert sich die ganze Sache nur durch Kompensation wegene der Gülle und Vieheinheiten; sprich es ist eine schwarze null.Dieses Jahr aber bei unter 60dt Weizen hat man trotz der hohen Preise einen Verlust von 200 Euro/ha; was im Endeffekt bei 30 Schweinen/ha einen zusätzlichen Verlust von 7 Euro ergibt.
Diese 7 Euro tauchen auch in keiner Statistik auf; sind aber nunmal da.
Warum zum Teufel haben wir denn diese elenden Diskussionen um die Biogasanlagen; wenn der Schweinemäster doch so gut verdient?
Bau mal eine Anlage; die von vorneherein bezahlt ist ( Quersubventioniert) wie bei euch in der Schweinemast üblich ist.
Dann wird euch schlecht; ´bei den verdammt hohen Renditen...
Aber egal; ich gönne auch jedem seinen Gewinn; nur wenn man "Standortvorteile" hat; wie Eigenland; Kapital; bezahlte Ställe; so spiegelt das noch lange nicht den Gesamtmarkt da.
Diese Standortvorteile hat z.B. ein Biogasbetreiber ganz genauso; wenn er Eigenland hat und das Substrat für 10 Euro in den Fermenter geben kann anstatt für 25 Euro.
Trotzdem läuft der Gesamtmarkt für die meisten Anlagenbetreiber sehr gut.

Also bring ich demnächst keine Zahlen mehr; warum soll man denn alles schlecht reden; es läuft doch vom feinsten.
Aber dann beschweren; wenn es nur noch 1,1 Euro gibt.
Und mit dem Negativen Dkfl; das ist der Jahresdurchschnitt; und wie (einige) Schweinemäster festgestellt haben; wird das Geld eigentlich nur zwischen ende April und ende August verdient; dazwischen ist ebbe in der Kasse; und dazwischen kann ( und wird es) negative Dkfl geben.

Also eine Bitte an Herrn Ebert: Sperren Sie alle Beiträge wenn die grüne Seite am klagen ist.
Denn es läuft immer "rund".

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#12]

Dann mal ganz konkret: Welche Konsequenzen hast du denn gezogen aus den so schlechten Preisen??
Wir werden noch einen Stall bauen, nicht dieses Jahr aber in den nächsten 2-3 Jahren´, denn bei uns wurde wie schon öfters beschrieben immer Geld verdient mit der Schweinemast.

BestPiglets
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

.....alles nur gerede!

wenn Mäster ihre Ställe leer stehen lassen, dann nur weil sie ja wissen dass nach rel. kurzer Zeit der Ferkelpreis sinkt.
Ich habe jedenfalls noch nie gehört das ein Mäster seinen Stall einen ganzen Durchgang leer stehen lässt.
Meine Bank möchte auch immer die biologischen Leistungen wissen. Die haben zwar nicht wirklich Ahnung aber dass 2,2 Durchgänge schlechter sind als drei, das kapieren sogar die!
Also wenn man minus macht und drei Durchgänge schaft, sind die immer noch netter als bei zwei Durchgängen und minus.

Das wissen die meisten Mäster auch und lassen denn Stall also nur kurz leerstehen um Druck aufzubauen.
Ist ja auch soweit in Ordnung das ist für mich Markt. Es kommen ja auch mal wieder andere Zeiten...
Aber bitte schimpft nicht auf die rote Seite wenn die soetwas macht, das nervt!

Gruß

fritz44
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

...alles nur Gerede?
Als Mäster muss ich immer den nächsten Mastdurchgang sehen,da sieht es aber nicht gut aus.
Noch zu hoher Ferkelpreis
Gestiegene Futterkosten
Schlachtschweinepreis Oktober/November 1,36 (Terminmarkt)
Wer von einem Schweinepreis von 1,60 träumt ist ein Spekulant.

Schaut euch die Viehzählung an:
Sauenzahl gestiegen ,Mastschweine leicht gestiegen.
Mir klingt schon der Ruf nach dem Staat in den Ohren.

Gruß
Fritz

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#9]

Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber wir sprechen über verschiedene Dinge:
Was du meinst, sind die Vollkosten.

*Megaklugscheissermodus an*
Ich rede aber von der direktkostenfreien Leistung. Gebe dir bei Bedarf gerne die genaue Definition davon.

Jeder Euro positive DkfL leistet einen Beitrag, um die festen Kosten zumindest teilweise zu decken. In der Betriebswirtschaftslehre wird diese Kennzahl relative Faktorentlohnung genannt, das heißt wie werden die eingesetzten Produktionsfaktoren wie Arbeit, Boden und Kapital prozentual entlohnt.

Eine negative DkfL hast du nur, wenn der Erlös für das verkaufte Mastschwein nicht ausreicht, um die Direktkosten zu decken, die da wären Ferkel, Futter, Heizung/Energie, Tierarzt, Gülleentsorgung, etw. für sonstiges und der Zinsansatz fürs Umlaufvermögen.
Alles andere kommt nach der DkfL und nennt sich auch Festkosten. Wie der Name schon sagt, fallen diese immer an, egal ob der Stall leer steht oder nicht. Wenn man leer stehen lässt, ist die DkfL gleich null. Es wird also kein Geld erwirtschaftet, um auch nur einen Euro feste Kosten zu decken.

Darum nochmal die Frage: wann in den letzten drei Jahren war der Auszahlungspreis so schlecht, dass man fürs Schwein nichtmal soviel bekam, dass man davon Ferkel, Futter und die übrigen Direktkosten nicht bezahlen konnte?

Ich mache seit drei Jahren mit dem Erzeugerring Quartals- und Gruppenauswertungen, und mir ist keine einzige Ferkelgruppe bzw. Quartal bekannt, in dem unter dem Strich eine negative DkfL gestanden hätte. Dabei gehöre ich nichtmal zu den absoluten Spitzenbetrieben, wir hatten zeitweise arge gesundheitlich Probleme im Stall, die auch richtig Geld gekostet haben. Haben dafür aber vgl.weise alte Ställe.

Und noch zu den Schlachtbetrieben: Bei denen gilt dasselbe Prinzip, wenn die eine negative DkfL erwirtschaften würden, stellten sie von jetzt auf gleich das schlachten ein.
Das ist aber trotz der schlechten Fleischgeschäfte nicht der Fall. Unter Vollkosten werden zwar Verluste gemacht, aber es wir immer noch soviel erwirtschaftet, dass die festen Kosten für die Schlachthaken und teilweise die Arbeitskräfte zumindest zum Teil gedeckt werden. Ist also billiger als Stillstand am Schlachtband. Deshalb schreien ja auch alle nach Auslastung wie doof.

Du schmeisst hier wirklich ein bisschen viel mit Zahlen rum, da man tatsächlich glauben könnte, dass man den Stall ab sofort leerstehen lassen muss. Das ist aber natürlich nicht so.
Noch was, hast du nicht selbst nen ganzen "Arsch voll" Schweine liegen? Wenn das mästen so unrentabel war die letzten Jahre, warum hast du dann soviel Schweine? Muss der Lottojackpot an die Seite? Oder die Baulandmillionen? Glaube kaum.

Nix für ungut, aber ich lasse mich nicht gerne für dumm verkaufen.

*Megaklugscheissermodus aus*

MfG Pigeldy

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#12]

Noch was, wie kommst du auf 30 Schweine je ha? Bei 0,12 VE/Schwein kann ein 50ha Betrieb aufgrund der Vieheinheitenstaffel 390 VE halten, ohne ins Gewerbe zu kommen. Das macht bei mir 390 VE : 50ha = 7,8 VE/ha : 0,12 VE/Schwein = 65 Schweine/ha. Das ist noch vorsichtig gerechnet, da häufig nur ein Teil der Ferkel unter 30kg schwer sind beim einstallen. (über 30kg = 0,10VE, unter 30 kg = 0,12 VE). Bei deiner Rechnung würde ich nicht mal für 500 € Flächen pachten, wenn man die Vieheinheiten so schlecht ausnutzt.

MfG Pigeldy

D
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

richtig gerechnet, es stellt sich für mich nur die Frage, wer von 50 ha (velleicht z.T. noch gepachtet) und 1200 MP leben kann.

Zudem sollte man zumindest Investitionsentscheidungen ruhig unter "gewerblichen" Annahmen rechnen. Wer sagt mir denn, daß die steuerliche "Subvention" Umsatzsteuerpauschalierung (und ggf. die VE-Regelung) auch noch in fünf Jahren so erhalten bleibt. Z. Zt. kann man scheinbar steuerlich ruck zuck alles ändern, erhöhen oder sogar 10 Jahre zurückdrehen (z.B. Filmfonds), wenn in der Staatskasse kein Geld mehr ist.

Um zu den Kostenbetrachtungen DKfl/Volkosten zurückzukehren: Es sollte zumindest eine kalkulatorische Pacht in Ansatz gebracht werden, (zu der die Ställe ggf. auch fremdverpachtet werden könnten). Vielleicht stellt sich ja dann auf Dauer heraus, daß das die einzige vollkostendeckende Alternative ist...

fritz44
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@Futtermester

Wozu die ganze Klugscheisserei,wenn mann von 50ha und 1200 MP nicht leben kann.

Gruß
Fritz

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Pigeldy [#16]

@ Pigeldy [#8]

Da Ihnen keiner der Kollegen eine Antwort auf Ihre Frage wann in den letzten Jahren eine negative DKFL erwirtschaftet wurde habe ich in meinen Unterlagen gestöbert.

Vielleicht bin ja nur ich der schlechte Mäster und alle anderen verdienen dicke Kohle.
Die offiziellen Ringauswertungen für die genannten Zeiträume waren allerdings auch nicht besser.

Okt 00 - Jan 01 -5,77 € Feb 03 - -Juni 04 -10,25 € Okt 03 - Jan 04 -9,21 € Dez 08 - April 09 -12,59 € Juli 09 Okt 09 -0,40 €

Dies ist auch ein Grund weshalb ein Kollege von mir nicht mehr in Schweine sondern in Hähnchen investiert. Er hat jahrelang 600 Mastschweine und 20 000 Hähnchenplätze paralell bewirtschaftet. Zitat "Mit den Schweinen habe ich ab und zu mal Geld mitgebracht. Dies ist mir bei den Hähnchen noch kein einziges Mal passiert"

Seit zwei Jahren ist er nur noch Hähnchenmäster und expandiert wie verrückt.

Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, daß der Folgedurchgang eines negativen Durchgangs meist ein guter war.
Es kann aber keiner behaupten, daß in den letzten 10 Jahren nur Geld verdient wurde.

Leider stimmt es auch was Mühlenbach schreibt: Es gibt Zeiten, da geht es nur rund weil die alten abbezahlten Ställe die neuen mit hohem Kapitaldienst finanziell unterstützen.

Mfg

BB

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#20]

So sehe ich das auch und wenn man jetzt vor der Entscheidung steht zusätzlich 1499 MPL oder eine Biogasanlage an den Betrieb zu stellen!?
Jetzt wo die Ställe zum großen Teil abgeschrieben und abbezahlt sind kann ich damit gut Geld verdienen,aber der neue Stall !?
Der bringt mich dann auch ins Minus und das jeden 2. Winter!?

Und wenn das Getreide immer höher getrieben wird,dann ist es sicherer sofort das Getreide zu verkaufen und doch den Stall leerstehen lassen und erst im Frühjahr wieder einzustallen !!

MfG
Saubauer

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Nun Bauer Bernie; dann sind wir ja schon zu zweit; die nicht am Markt bestehen und "aussortiert" gehören.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

picprofi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ all
In unserer Ecke auch alle die Die immer reden das Sie gut verdienen, genau Diese sind es dann Die auf einmal Land verkaufen müssen, frag mich immer wie das kann.
Spricht man Sie darauf an bekommt man auf auf einmal keine Antwort mehr. Derjenige der
sich mit nem neuen Maststall und 90 % Fremdkapital verschuldet wird ja nicht sagen,
man verdient nicht immer Geld damit, er wird prahlen wie gut es läuft damit auch der
Nachbar den " selben Fehler " begeht.
Und es ist in der tat so, jeder 2 grosse Stall kommt vom Bauland oder Erbe.

mfg

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

mann mann mann, nun bitte nicht gleich so aufregen. ich habe ja auch nicht gemeint, dass mit der Schweinemast immer Geld verdient wird. Wer das behauptet, muss ja mit dem Klammerbeutel gepudert sein.
Im Prinzip ging es mir um die Begriffe, und da ist die DkfL was anderes als die Vollkosten.

Also der Ausgangspunkt für den Zoff war mein Beitrag, in dem ich geschrieben habe, dass man sich nicht über die Schlachter beschweren darf, wenn man es mit seinem Ferkellieferanten genauso macht. Und dazu stehe ich.

Noch dazu wuren und werden Mastställe gebaut wir doof. Warum? Nur um Geld plattzumachen, das man nicht hat? Ich sehe das ein bisschen anders. Erstens ist in den letzten Jahren im Schnitt immer gutes Geld verdient worden, die Mast war schon rentabel. Das wird doch niemand bestreiten wollen, oder? Und zweitens soll sich eine Investition doch über 20-25 Jahre amortisieren, und nicht über zwei oder drei. Da werden immer auch schlechte Jahre dabei sein. Das war in den letzten Jahren und Jahrzehnten doch aber auch schon so, oder nicht? Und dieser Punkt kommt bei den Hähnchen mit Sicherheit auch. Die die früh genug eingestiegen sind haben gutes Geld verdient und ihre Ställe abbezahlt. Die können den Neueinsteigern nun dabei zusehen, wie sie ihre fremdfinanzierten Ställle abzustottern versuchen.

Ich kann doch auch als Landwirt meinen Betrieb nicht immer nur danach ausrichten, was im Moment gerade interessant ist, sonst muss ich ja jetzt ne Biogasanlage bauen. In 2 Jahren ist dann die Ferkelerzeugung besonders renatabel und in 5 Jahren kann ich mit Kühen richtig Geld verdienen. Mal sehen, vielleicht bin ich ja in 10 Jahren nur noch Ackerbauer oder ich mache in Ferien auf dem Bauernhof.

Also ich habe gerlernt, wenn man zum oberen Drittel gehört, wird auch gutes Geld verdient. Die guten Betriebe haben in jedem der letzten 5 Jahre ihre Vollkosten erwirtschaftet und darüber hinaus noch einen Unternehmergewinn erwirtschaftet. Auch das zeigen die Auswertungen der Erzeugerringe. Mit unterdurchschnittlichen Leistungen braucht man keinen 2000er Stall mit 100% Fremdkapital bauen, das weiß aber auch jeder, oder?

Warum meckern eigentlich gerade die Schweinemäster rum, statt mal einen Blick auf die Berufskollegen wie die Milchbauern oder Ferkelerzeuger zu werfen? Wer hat in den letzten 5 Jahren besser verdient? Oder warum wurden und werden soviel Mastställe gebaut? Könne die Leute alle nicht rechnen oder was?

Pigeldy
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Futtermeister [#18]

wer redet von 50ha und 1200 MP, die 50ha sind nur eine sinnvolle Größe für eine Betriebsteilung. Zumindest hier in der Gegend, wo die Pachtpreise noch nicht ganz so versaut sind wie in VEC oder CLP.

MfG Pigeldy

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Pigeldy [#24]
Endlich mal einer, der was von Betriebswirtschaft und Kosten
und Leistungsrechnung versteht! Wenn Du so weiter machst bist
Du schon bei der nächsten Abstimmung auf Platz 1!
Die Rumjammerei braucht auch wirklich kein Mensch.
Gruß Bronto

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hoho; also kommen wir ganz zurück zur Ausgangsgeschichte; ob es sich lohnt; einen Stall leer stehen zu lassen.
Und in der Endsumme gibt es Zeitabschnitte; da lohnt es sich.
Ich habe garnichts gesagt davon; dass es sich niemals; heute nicht und auch zukünftig nicht lohnt in die Schweinemast einzusteigen ( sonst währe ich Beamter geworden).
Ja es ist richtig; ich habe Dkfl 1 und Vollkosten in einen Topf geworfen( quasi); aber es gibt im Laufe eines Jahres durchaus Zeiten eines negativen Dkfl.
Darum hat sich doch eigentlich die ganze Geschichte gedreht.

Es ist doch schön für dich; Bronto; mit zuzusehen; wie wir uns "an den Hals" gehen; und nicht auf euch losgehen ( ich warte immernoch auf Zahlen deinerseits).

Was mir nur ein klein wenig "sauer" aufstösst; ist die Tatsache; das wir niemals irgendeinen Schlachter hier im Forum jubeln hören; wieviel Geld er doch verdient; wenn sich die Zahlen auf der Konto rasant vermehren ( mit schwarzer Tinte geschrieben); dann läuft der Markt "zufriedenstellend".
Wir aber jubeln schon über 1 ct. Preissteigerung so; als wenn es kein morgen geben wird.
Und ach ja; Pigeldy; "Zoff" ist bei mir was ganz anderes.
"Kontrovers" nennt man sowas.
Und ja; die Zeiten; in denen in der Hähnchenmast ein Stall in drei Jahren bezahlt ist ist auch vorbei.
Und ja; wenn man zu den besten gehört; konnte man auch Geld verdienen.
Aber nicht die Leistungen machen den Kohl dann fett; wie man zu sagen pflegt; sondern ob man bestimmte Parameter im Griff hat; v.a. die Kostenstruktur ausserhalb Ferkel und Futter.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#27]
Siehst Du, so ähnlich ist das bei uns in der Branche auch:
Die Guten,(wenn Du weißt wen ich meine)verdienen in schlechten Zeiten immer noch 2€ pro Schwein, wenn andere aufgrund der Kostenstruktur
schon 5€ kaputt schneiden! Wir sind doch gar nicht soweit auseinander.
Nur bei den Zerlegebetrieben stehen natürlich andere Mengen dahinter.
Und das es im Jahr Zeiten mit negativen Dkfl gibt, weiß ich auch,
aber da muss man immer das ganze Jahr sehen, ansonsten hätten wir auch seit sechs Wochen Betriebsferien. Das geht natürlich nicht, weil Du sonst keine Lieferanten und Kunden mehr hättest!
Gruß Bronto
P.S. Ich fand die kontroverse Diskussion doch ganz interessant, hat es
schon länger nicht gegeben!

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Pigeldy [#24]

Nur kurz zum Thema Jammern der Schweinemäster hier:

Es ist nun mal so, daß sich hauptsächlich Schweineleute hier im Forum aufhalten.

Wer ist in den letzten Jahren auf die Straße gegangen hat Milch in Güllefässern vernichtet und Molkereien und Supermärkte blockiert ? Wer hat einen Milchstreik gemacht und fast wöchentlich entweder in Berlin oder Büssel demonstriert ?

Etwa die jammernden Schweinemäster ?

Wer hat dann für 2 Jahre die Kuhschwanzprämie herausgewetzt bei der Regierung ?

Es gab auch für Schweinemäster Zeiten, da wären harte Massnahmen angebracht gewesen. Da wir aber schon immer das auf und ab gewohnt sind, jammern halt manche ein wenig.

Wenn man aber das Einkommen eines gut geführten 70 Kuh- Betriebes mit einem gut geführten 1500 Mastbetrieb vergleicht wird in den letzten 10 Jahren der Milchionär immer die Nase vorn gehabt haben.

Dies zum Thema Jammern der Schweinemäster.

Mfg
BB

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