Schweine: Erste Absatzschwierigkeiten lassen Ferkelkurse einbrechen
EU-Statistik
Erneutes Wachstum der EU-Schweinefleischproduktion erwartet
Agrarheute.com / AgE, Brüssel (09.08.10) - Trotz eines im Vorjahresvergleich eher bescheidenen Preisniveaus wird die Schlachtschweineproduktion in der EU 2010 spürbar steigen. Davon geht zumindest die Europäische Kommission aus. In einer aktuellen Prognose rechnet die Brüsseler Behörde damit, dass die Erzeugung EU-weit in diesem Jahr gegenüber 2009 um zwei Prozent auf 21,87 Millionen Tonnen Schweinefleisch wächst.
Ausschlaggebend ist die Entwicklung in den Niederlanden mit einem Plus von 6,5 Prozent auf 1,36 Millionen Tonnen. Überdurchschnittlich soll auch die Produktion in Dänemark mit einem Zuwachs von 3,8 Prozent auf 1,64 Millionen Tonnen zulegen. Für Deutschland als wichtigstem Schweinefleischerzeuger rechnet die Kommission mit einer eher leichten Steigerung von 1,1 Prozent auf 5,31 Millionen Tonnen. In ähnlicher Größenordnung dürfte sich die Steigerungsrate in Österreich bewegen, wo die Erzeugung in diesem Jahr gut 538.000 Tonnen erreichen soll.
Zu beachten ist in der EU-Statistik eine Umstellung der Berechnungsgrundlage. So wird laut einer neuen Verordnung nur noch das in Schlachthöfen produzierte Fleisch für die Berechnung erfasst. Gerade in den neuen Mitgliedstaaten hat diese Umstellung zu einer veränderten Datengrundlage geführt. Die stärksten Produktionszuwächse erwartet die Kommission 2010 denn auch in Polen und Litauen. In der baltischen Republik soll sich die Erzeugung ausgehend von sehr niedrigem Niveau um knapp 30 Prozent auf knapp 53.000 Tonnen erhöhen. Für Polen geht die Brüsseler Behörde von einem fast zwölfprozentigen Plus auf 1,79 Millionen Tonnen Schweinefleisch aus.
(Quelle: http://www.agrarheute.com/erneutes-wachstum-eu-schweinefleischproduktion-erwartet)
Kassamarkt: Ferkel mit Überbeständen und Absatzschwierigkeiten
Zu Beginn der Woche zeigt sich der Schlachtschweine Markt gut ausgeglichen. Das Lebendangebot fällt etwas umfangreicher aus, bleibt aber unterdurchschnittlich. Die für einen Preisanstieg notwendigen Nachfrageimpulse am Fleischmarkt lassen weiter auf sich warten. Es ist zu erwarten, dass sich die Seitswärtsbewegung auch in dieser Woche fortsetzt.
Die Ferkelpreise dürften sich in dieser Woche überwiegend behaupten. Der Angebotsdruck nimmt jedoch zu. In Überschussregionen wird von Überbeständen und Absatzschwierigkeiten berichtet. Die gestiegenen Getreidepreise erschweren den Absatz zusätzlich.
(Quelle: VR Agrarberatung vom 09.08.10)
Der M 12 Index zeigt die durchschnittliche Erwartung der Schweine Kassapreise am Terminmarkt für die kommenden 12 Kalendermonate
Terminmarkt: Ferkel Schwach
Der Druck auf die Ferkel Kurse an der Eurex Frankfurt hat in den letzten Tagen deutlich zugenommen. Der M 12 Ferkelindex (Chart siehe unten, Erklärung siehe oben) gab seit Donnerstag um durchschnittlich 4 Euro oder 7 Prozent nach. Am Montag schlossen Januar Ferkel mit einem Rückgang um 3 auf 44 Euro. Heute gab es für September und Oktober Ferkel bei Angebot zu niedrigeren Kursen von 1 bis 1,50 Euro sodass in Folge eine ganze Reihe von Kaufaufträgen am Ferkel Terminmarkt zurück gezogen wurden.
Als Grund für die Kursrückgänge werden die rasant gestiegenen Preise für Getreide, Ölsaaten und Futtermittel genannt, nach denen Händler nicht mehr zu längerfristigen Kassakontrakten sondern nur noch zu "Tagespreisen" liefern würden.
Morgen wird der Preis der Internet Schweinebörse veröffentlicht. Am Vorwochenpreis von 1,54 Euro sollte sich wenig ändern.