Richard Ebert
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Schweine: Ethanolproduktion USA erhöht Futterkosten

Schweineproduktion in den USA

Landwirt.com (17.03.11) - Die USA sind weltweit der groesste Exporteur von Schweinefleisch. Im Juni macht sich eine Landwirt-Leserreise auf Richtung Westen, um die Landwirtschaft und die Schweinehaltung im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten naeher kennen zu lernen.

Endlose Maisfelder und riesige Schweinefarmen. Dieses Bild bietet sich dem Besucher im Bundesstaat Iowa, dem mit Abstand groessten Schweineproduzenten der USA. Mit knapp 19 Mio. Schweinen werden hier im Zentrum des corn-belts (Maisguertel) beinahe 30 % der gesamten US-Schweine gehalten. Mit einem Schweinebestand von 64,3 Millionen sind die ca. 67.000 Schweinehalter der USA nach China und der EU weltweit der drittgroesste Produzent von Schweinefleisch. 53 % der Betriebe produzieren jaehrlich mehr als 5.000 Schweine, 25 Betriebe produzieren jaehrlich mehr als 500.000 Schlachtschweine und haben damit einen Marktanteil von rund 40 % des gesamten US-Schweinemarkts.

Groesster Exporteur

Herausragend ist die Exportleistung: Lagen die Ausfuhren Anfang der 1990er-Jahre fast bei Null, so sind sie in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichten 2008 einen Rekordwert von 2,05 Mio. t. Schlachtgewicht. Massgeblicher Motor des florierenden Exportgeschaefts war der Waehrungsvorteil aufgrund des schwachen US-Dollars. Parallel zu den wachsenden Exporten stieg auch der Schweinebestand rasant an. Waehrend 2001 noch unter 60 Mio. Schweine gehalten worden waren, konnten sich 2008 bereits mehr als 68 Mio. Schweine als USamerikanisch bezeichnen. Ab Mitte 2008 zeichnete sich aber bereits ein Rueckgang der Exportmengen ab. Die einsetzende Wirtschafts- und Finanzkrise drueckte den Absatz sowohl im Inland als auch in den Exportmaerkten merklich.

Wirtschaftkrise

Die Wirtschaftskrise wurde zusaetzlich durch die H1N1-Grippe erschwert, welche anfangs faelschlicherweise als Schweinegrippe bezeichnet worden war. Etliche Laender haben als Folge des Grippeausbruchs in den USA den Import von US-Schweinefleisch gestoppt. Die Folge waren fallende Erloese. Insgesamt berechnete das National Pork Producers Council (NPPC) einen dadurch entstandenen Schaden von 5 Mrd. Dollar waehrend des gesamten Zeitraums, das entspricht 22 Dollar pro verkauftem Mastschwein. Doch nicht nur erloesseitig musste die US-Schweinebranche Rueckschlaege hinnehmen. Der Grossteil des errechneten Verlustes ist dem Anstieg der Futterkosten anzurechnen. Die Preise fuer Mais und Soja starteten bereits im Herbst 2007 einen steilen Anstieg. Ein Bushel (25,40 kg) Mais erreichte im Juni 2008 einen Spitzenpreis von 7,88 Dollar, ausgehend von 2,50 Dollar im Juni 2006. Der Hauptgrund fuer diesen Anstieg war der rapide Anstieg der Ethanolproduktion. Die Folge war ein Bestandsrueckgang auf das derzeitige Niveau.

Ethanolproduktion erhoeht Futterkosten

Mit Ende 2009 erholte sich der US Schweinemarkt, sodass im vergangenen Jahr laut NPPS mit durchschnittlich 12 Dollar Gewinn pro Schlachtschwein erstmals seit 2007 schwarze Zahlen geschrieben werden konnten. Aufgrund der prognostizierten Abferkelungen wird auch im Jahr 2011 noch mit einem leichten Bestandsrueckgang von ein bis zwei Prozent gerechnet. Dieser sollte aber durch die steigende Wurfleistung kompensiert werden, sodass die heurige Produktion jener von 2010 entsprechen wird.

Kostenseitig steht aber bereits der naechste Supergau ins Haus. Die weiter steigende Ethanolproduktion verbraucht mittlerweile bereits 40 % der US-Maisernte. Das US amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) schaetzt den Maisendbestand vor der Ernte 2011 in Relation zum Inlandsverbrauch mit unter 5 % ein. Marktexperten gehen daher von weiter steigenden Maispreisen und somit Futterkosten aus.

(Quelle: Landwirt.com)

Geschrieben von Richard Ebert am
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Die Grafik zum Beitrag zeigt den Preisverlauf für Juni Schweine in Chicago zu Ethanol in Chicago:

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