Schweine: EU Angebot wird in 2010 wieder steigen
Tiefpunkt der EU-Schweineerzeugung erreicht
Topagrar.com (08.10.09) - Die EU‐Schweineproduktion wird 2009 deutlich kleiner als im Vorjahr ausfallen. Der Prognoseausschuss der EU‐Kommission rechnet mit einem Erzeugungsrückgang von mehr als 2 % oder 6 Mio. Schweinen, meldet die AMI.
(Quelle und ausführlich weiter lesen: http://www.topagrar.com/?option=com_content&task=blogcategory&id=25&Itemid=520)
Kassamarkt: Schwieriger Absatz einiger Teilstücke
In dieser Woche bauten die Schlachtunternehmen erneut sukzessive Druck auf den Schlachtschweinemarkt auf. Der schwierige Absatz einiger Teilstücke lasse einen unveränderten Auszahlungspreis nicht zu, begründete die Schlachtbranche den Druckaufbau.
Dennoch lassen sich die angebotenen Stückzahlen an schlachtreifen Schweinen relativ gut auf dem Markt unterbringen und auch der Export nach Osteuropa trägt weiter zur Entlastung des inländischen Marktes bei.
(Quelle: ISW, Damme)
Terminmarkt: Dezember minus 1 Cent
Am letzten Tag der Börsenwoche wurden an der Eurex 5 Kontrakte Schweine in den Fälligkeiten November und Januar zu unveränderten Kursen gehandelt, der Dezember gab 1 Cent auf 1,24 Euro nach.
Der M 12 Index für Schweine gab um 0,08 Cent auf exakt 1,32 Euro nach. Dies ist die durchschnittliche Preiserwartung für Schweine im Zeitraum Oktober 2009 bis September 2010 !
Am Ferkelmarkt wurde ein Kontrakt per März 2010 mit einem Aufschlag von 50 Cent bei 42 Euro umgesetzt. Index plus 4 Cent auf 39,79 Euro.
Strategische Gedanken: Jetzt spekulativ Schweine Futures des kommenden Jahres kaufen ?
Wie Sie im obersten Beitrag lesen können, wird für das erste Quartal ein EU-Mittelpreis von 1,35 Euro erwartet und für das zweite Quartal von 1,42 Euro. Der deutsche Markt ist mit diesem EU-Preis nicht direkt vergleichbar, der V-Preis von heute hat jedoch heute mit 1,35 Euro das letzte Tief vom Januar dieses Jahres wieder erreicht, obwohl die saisonale Abwärtsbewegung der Preise noch nicht abgeschlossen ist.
Die Stimmung am Markt ist ausgesprochen schlecht, zumal im kommenden Jahr das Angebot an Schweinen sowohl aus Deutschland als auch der EU wieder zunehmen soll (siehe Beitrag oben). Gerade eine schlechte Stimmung - das lehrt meine Börsenerfahrung aus 40 Jahren - hat oft überraschend stark ansteigende Kurse zur Folge. Der Dax ist in diesem Jahr - bei anhaltender Skepsis der Anleger - bereits um 50 % gestiegen.
Meine Überlegung für Spekulanten (nicht für Hedger): Warum nicht Kontrakte des ersten Quartals 2010 kaufen (1,24 Euro) oder des zweiten Quartals (1,32 Euro) und einige Monate 'vergessen' und liegen lassen ?
Risikohinweis: Es handelt sich um ein hochspekulatives Geschäft mit der Gefahr des Totalverlustes und die Entscheidung liegt alleine bei Ihnen !
Anmerkung zum Beitrag von Herrn Ebert:
Bitte berücksichtigen, dass es sich bei der EU-Preisprognose um Preise handelt, die in Kaltgewicht angegeben werden. Das bedeutet im Klartext gesprochen, 2 % weniger als wir es in den Preisangaben in Warmgewicht gewohnt sind.
Zweitens: Die Lebendexporte nach Osteuropa sind zwar nicht auf Null gesunken, doch gibt es zunehmend Probleme im Absatz. Sollte sich dies fortsetzen, ist das Absatzventil verstopft und trägt nicht mehr so mehr stark zur Entlastung des Marktes bei.
Drittens: Wenn der Durchschnitt der Futures im 2 Quartal 2010 nur bei 1,32 Euro/kg beträgt, ist ein Kauf überlegenswert, denn die Grillsaison startet, die Exporte könnten anspringen und letztlich wird sich die EU-Produktion bei niderigeren Verbraucherpreisen nur marginal (0,3 % so die Prognose) über dem Vorjahresniveau bewegen. Ich erwarte einen höheren Inlands- wie Auslandsabsatz.
Gruss
MissPiggy
Im zweiten Quartal kann man momentan Schweine kaufen im April für 1,45, Mai 1,55 und Juni 1,50. Für 1,32 werden zur Zeit zwar welche gesucht, aber keine angeboten!
@ wollewatz [#3]
Für 1,32 werden zur Zeit zwar welche gesucht, aber keine angeboten!
Die zuletzt gehandelten Futures auf Schweine im zweiten Quartal (= April bis Juni) wurden zu exakt 1,32 an der Eurex gehandelt. Die aktuellen Schlusskurse vom Freitag entsprechen diesen gehandelten Umsätzen vom 28.09.09, damals lag der V-Preis bei 1,42 Euro, jetzt liegt er bei 1,35 Euro.
Nur dann, wenn Sie einige Tage Kaufaufträge zu diesen Schlusskursen geben und diese nicht ausgeführt wurden, wissen Sie, dass eine Ausführung nicht möglich war. Dieser Test kostet Sie keinen einzigen Cent, von einem Anruf oder einer Mail zu Ihrem Broker oder Ihrer Hausbank mal abgesehen. Und wenn nur ein oder zwei der drei Kaufaufträge ausgeführt werden, ändert dies nichts an der von mir vorgestellten Idee.
Herr Ebert,
früher konnte man die einzelnen Umsätze an der RMX der letzten Tage einsehen. Ist das für die Umsätze an der Eurex auch möglich? Dann kann man jedenfalls erkennen, ob ein Schlußkurs durch Berechnung oder durch einen Handel zustande gekommen ist.
Gruß,
wollewatz.
@ wollewatz [#5]
Gehen Sie am besten in die Realtime Kurse der Eurex und klicken in der Zeile, die den gewünschten Terminmonat zeigt, in das Feld, über dem die gewünschte Zeiteinheit steht.
Beispiel: Horizontral Schweine April, senkrecht 60 Minuten. Dann erscheint eine Grafik, die Sie mittels mit nach unten gerichteten Dreiecke über der Chartmitte noch verbreitern oder in der Höhe verstellen können. Diese wurde auf 800 mal 600 Pixel eingestellt und zeigt in der 60 Minuten Einheit exakt die letzten 30 Tage an:
Die Umsätze sind zu erkennen durch die kleinen senkrechten Striche im unteren Teil und durch den kleinen schwarzen Balken am gleichen Tag, der den Umsatz anzeigt:
17.8. zu 1,30 / 18.8. zu 1,33 / 28.8. wieder 1,33.
Der Juni Kontrakt wurde zuletzt mit 1,37 gehandelt. Rechnen Sie mal nach, wie groß normalerweise für einen Sommer Kontrakt bei einem solchen Kauf das Risiko sein könnten und wie hoch die Gewinnchancen.
Achtung: Gewinnchancen bezieht sich auf Spekulation mit Preis Chancen und nicht auf Absicherung gegen Preisrisiken !
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#6]
Aha! Da war ich doch all die Jahre ein wenig unterbelichtet. Schön, dass wir mal darüber gesprochen haben.
Besten Dank,
wollewatz.