Richard Ebert
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Schweine: Exportgeschäft und Inlandsabsatz laufen besser

USA wollen Macht großer Agrarkonzerne begrenzen

schweine.net (18.03.10) - Die Konzentration der US-Agrarbranche ist in das Visier der US-Regierung geraten. Laut dem „Wall Street Journal“ kündigte Justizminister Eric Holder an, dass die US-Regierung konkrete Maßnahmen ergreifen werde, um eine Balance im Markt herzustellen, berichtet Dow Jones.

Besonders die Verarbeitung von Fleisch, Milch und Saatgut wird in den USA von einigen wenigen großen Konzernen dominiert. In der vergangenen Woche haben das Justizministerium und das US-Agrarministerium USDA eine Reihe von fünf öffentlichen Workshops im US-Farmgürtel gestartet, um Wettbewerbsfragen im Agrarsektor zu erörtern. Dabei wird die Frage, wie Unternehmen ihre Patente nutzten ein Schwerpunkt der Gespräche sein. Der Zeitung zufolge ist diese Ankündigung von Holder auf die Monsanto Co gemünzt. Denn 90% der in den USA angebauten Sojabohnen und 80% des dort produzierten Maises enthielten mindestens eines der patentierten Gene des Saatgut- und Herbizidkonzerns.

Monsanto erlaubt per Lizenzen Saatgutunternehmen, ihre Gene zu verwenden. Diese Gene gäben den Beständen die Möglichkeit, die Abhängigkeit von Herbiziden zu tolerieren und natürliche Insektizide zu entwickeln, hieß es. Doch Erzrivale DuPont Co, Eigentümer des Saatgutunternehmens Pioneer Hi-Bred, führt vor Gericht Klage, dass Monsanto seine Saatlizenzen nutze, um den Wettbewerb zu verhindern. Laut „Wall Street Journal“ sind die US-Farmer mittlerweile empört über die steigenden Preise für Saatgut, das Monsanto-Gene enthält, so Dow Jones.

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Marktkonzentration in Deutschland: „Top Ten“ schlachten 3/4 aller deutschen Schweine

Konzentration schreitet voran: „Top 3“ steigern Marktanteil auf 52,4 % – Tönnies ist „Outperformer“ - VION und Westfleisch abgehängt – mittlere Schlachtunternehmen wachsen weitestgehend überdurchschnittlich

schweine.net (18.03.10) - Bereits zum sechsten Mal ermittelt die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. in Damme die „Top Ten der deutschen Schlachtunternehmen“. Im Jahr 2009 wurde der schon in den letzten Jahren eingeschlagene Wachstumskurs der deutschen Schlachtunternehmen weiter fortgesetzt. Die so genannten „Top 10 der deutschen Schlachtunternehmen“ haben ihren Anteil von 70 % auf 73,2 % aller Schweineschlachtungen in Deutschland nochmals gesteigert.

Insgesamt wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (destatis) im Jahr 2009 56,2 Mio. Schweine geschlachtet, das entspricht einem Anstieg von 2,7 % gegenüber 2008.

Bei stetig wachsenden Schlachtzahlen in Deutschland schreitet die Konzentration der Schlachtindustrie weiter voran. Die drei größten Schlachtunternehmen Tönnies, VION und Westfleisch bilden bereits 52,4 % des gesamten Marktes ab. Nur noch ein Fünftel (20,8 %) der in Deutschland geschlachteten Schweine vereinen die Unternehmen auf den Plätzen 4 - 10.

Erneuter Spitzenreiter ist Tönnies, Rheda-Wiedenbrück. Mit einem Wachstum von 10 % präsentiert sich Tönnies als „Outperformer“. Durch ein Plus von 1,2 Mio. Schweineschlachtungen und einem Marktanteil von 23,5 % im Jahr 2009 baut das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung weiter aus.

Die Plätze zwei und drei gehen wieder an die zweit- und drittplazierten des Vorjahres. „Vizemeister“ ist die VION, Düsseldorf mit einem Plus von 1,3 % und die „Bronzemedaille“ geht an die Westfleisch, Münster mit 1,0 % mehr Schweineschlachtungen. Dies bedeutet jedoch bei beiden Unternehmen ein unterdurchschnittliches Wachstum.

Im Wettbewerb der drei großen Schlachtunternehmen kam es im vergangenen Jahr zu einer weiteren deutlichen Verschiebung der Marktanteile zugunsten von Tönnies.

D&S aus Essen/Oldenburg baut seinen vierten Platz im Jahr 2009 mit einem Plus von 150.000 Schweinen bzw. 4,5 % weiter aus. Damit wächst dieses Unternehmen erneut überdurchschnittlich und bewegt sich mit 6,1 % Marktanteil deutlich vor dem fünftplazierten Vogler, Luckau/Steine.

Dennoch konnte auch Vogler seine Marktposition spürbar stärken und die Zahl der Schweineschlachtungen um 15,6 % im Vergleich zum Vorjahr steigern. Im Jahr 2009 schlachtete der Firmenverbund Vogler 1,7 Mio. Schweine und hat somit einen Marktanteil von 3,0 %. Durch die Übernahme des ehemaligen Vosding Schlachthofs in Bremen im November 2009, der zwischenzeitlich zum Düringer Fleischkontor gehörte, wird nach Unternehmensangaben ein Anstieg auf 2,5 Mio. geschlachtete Schweine im laufenden Jahr angestrebt.

Eine positive Entwicklung zeigt auch das Unternehmen Böseler Goldschmaus, Garrel. Der Schlachtbetrieb konnte die Zahl der Schlachtungen um 10,3 % steigern und steigt damit von Platz 7 auf 6 der „Top Ten“.

Ein außerordentliches Wachstum von 57,6 % bzw. 490.000 Tieren verzeichnete das Düringer Fleischkontor. Dieses ungewöhnlich starke Wachstum ist auf die Übernahme des Vosding - Standortes in Bremen im Januar zurückzuführen. Jedoch ist dies ein „Einmaleffekt“, da der Schlachthof Bremen im November 2009 mittlerweile an Vogler weiter verkauft wurde.

Tummel in Schöppingen wuchs im Jahr 2009 um 0,8 %, verlor jedoch zwei Plätze in den „Top Ten“ und liegt nun auf Platz 8. Dabei muss berücksichtigt werden, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren bis einschließlich 2008 überdurchschnittlich um ca. 30 % gewachsen war.

Die Erfolgsgeschichte des BMR Schlachthofes in Garrel wird auch im Jahr 2009 mit einer Ausweitung der Schweineschlachtungen um 200.000 Stück bzw. 18,9 % weiter fortgeschrieben. Der BMR Schlachthof ist absolut sogar stärker gewachsen als die Unternehmen VION und Westfleisch mit 190.000 Tieren Zuwachs zusammen.

Gausepohl in Dissen konnte die Zahl der Schweineschlachtungen im vergangenen Jahr um 50.000 Stück bzw. 4,2 % ausbauen. Damit liegt das Unternehmen mit einem Marktanteil von 2,2 % auf Platz 10 der aktuellen Auswertung.

Die Müller Gruppe aus dem süddeutschen Birkenfeld fiel in der aktuellen Auswertung aus den „Top Ten“ raus. Dies wird sich im Jahr 2010 wieder ändern, weil dann der „Einmaleffekt des Bremer Schlachthofs“ beim Unternehmen Düringer nicht mehr zum Tragen kommt. Die Müller Gruppe ist auch im Jahr 2009 weiter überdurchschnittlich gewachsen und erreichte ein Plus von 12,5 % bei den Schweineschlachtungen (Platz 11).

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Schweineschlachtungen deutschlandweit

Kassamarkt: Exportgeschäft und inländischer Absatz läuft besser

Die Stimmung am Schlachtschweinemarkt hat sich in den vergangenen Tagen weiter verbessert. Sowohl das Exportgeschäft - Zloty und Rubel gewinnen gegenüber dem Euro weiter an Wert - als auch der inländische Absatz bekommen zusätzliche Impulse.

Diese Stimmungsverbesserung lässt die Erzeuger bei der morgigen Notierung auf höhere Auszahlungspreise hoffen. Die Tendenz ist fester.

Aus der Bretagne werden in dieser Woche leicht steigende Preise gemeldet.

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Aufgrund der Griechenland Krise zeigt sich der Euro schwach und der polnische Zloty fest

Terminmark: Freundlich

Heute wurden an der Eurex fünf Kontrakte der Monate März (plus 0,3 Cent), April (unverändert) und September 2010 (plus 1,3 Cent auf 1,47 Euro) gehandelt (siehe Grafik unten). Das Geschäft verlief freundlich und ruhig. Der M 12 Index für Schweine schloss plus 0,22 Cent auf 1,3879 Euro unten).

Ferkel wurden auf Vortagsbasis taxiert. Aufgrund von Aufträgen auf höherer Basis schlossen April Ferkel mit einem Gewinn von 1 Euro bei 46,50 Euro. Index plus 8 Cent auf 42,50 Euro.

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Aussichten für morgen: Plus 2 Cent auf 1,34 Euro - aber nicht sicher

Eine ganze Reihe von Anzeichen sprechen inzwischen auf einen Anstieg in dieser Woche. Doch bleiben manche Marktteilnehmer skeptisch, auch wegen des noch immer bei 1,30 Euro stehen gebliebenen Vion-Preises.

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Der M 12 Index für Schweine zeigt die durchschnittliche Preiserwartung in den kommenden 12 Monaten an

Geschrieben von Richard Ebert am
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