Richard Ebert
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Schweine: Ferkelpreise steigen / lohnt sich die Schweinemast ?

Kanadas Schweinebestand um mehr als sieben Prozent abgestockt

Agrarheute.com / AgE, Ottawa (08.11.09) - Die Krise am kanadischen Schlachtschweinemarkt hat zu einem starken Bestandsabbau geführt. Wie das Statistikamt in Ottawa bekanntgab, wurden zum Stichtag am 1. Oktober 2009 landesweit noch 11,82 Millionen Schweine gezählt, das waren 7,3 Prozent weniger als zum entsprechenden Vorjahreszeitpunkt.

Überdurchschnittlich sank die Zahl der weniger als 20 Kilo schweren Ferkel mit einem Minus von 7,9 Prozent auf 3,59 Millionen. Damit ist bis weit ins Neue Jahr hinein mit einer geringeren Versorgung des kanadischen Marktes aus heimischer Produktion zu rechnen. Aber auch auf längere Sicht ist eine Angebotsreduzierung zu erwarten. So ging der Bestand an Sauen und Jungsauen um 4,4 Prozent auf 1,33 Millionen zurück.

Ursachen: Niedrige Marktpreise und Umstrukturierung

In der Kategorie der 20 Kilo bis 60 Kilo schweren Schweine, die in diesen Wochen an die Haken kommen, wurden 3,45 Millionen Tiere registriert, das waren 6,3 Prozent weniger als am 1. Oktober 2008. Als Hauptgründe für den Bestandsabbau sehen die Statistiker niedrige Marktpreise sowie die Umstrukturierung und Schließung landwirtschaftlicher Betriebe. Die Marktkrise in der kanadischen Schweinebranche wurde in diesem Jahr aufgrund eines durch die Mexikanische Grippe mitbedingten Absatzrückgangs sowie wegen der neu eingeführten Ursprungskennzeichnung für diverse Fleischprodukte in den Vereinigten Staaten verschärft.

Neues US-Gesetz: Kanada ruft WTO an

Bisher waren die kanadische und die US-Fleischbranche eng verzahnt, was mit der neuen Gesetzgebung ein Ende haben könnte. Laut dem Agrargesetz der Vereinigten Staaten darf Schweinefleisch nur als US-Erzeugnis gekennzeichnet sein, wenn das Tier in den USA geboren, aufgezogen, gemästet und geschlachtet wurde. Kanada hat aufgrund der Bestimmungen die Welthandelsorganisation (WTO) angerufen.

(Quelle: http://www.agrarheute.com/schwein/schwein/schweinebestand_um_mehr_als_sieben_prozent_abgestockt_.html?redid=322479)

Bild entfernt.Vion: Neues Auszahlungssystem ab 2010

Topagrar.com (09.11.09) - Ab 2010 wird Vion die angelieferten Schweine nicht mehr auf der Basis von Fleischanteil auszahlen, sondern nach dem Muskel-Fett-Verhältnis. Der Grund dieses neuen Auszahlungsmodells sei die vermehrte Nachfrage nach magerem Schweinefleisch. Der Schlachthof erhofft sich dadurch, besser auf den Marktbedürfnisse eingestellt zu sein. Der Fleischanteil eines Schweins sei weniger wichtig, denn der sage wenig über die Zusammensetzung des Schlachtkörpers aus. Mithilfe der Fokussierung auf das Muskel-Fett-Verhältnis, könne man den wirklichen Wert eines Schweins bestimmen. Gleichzeitig ist Vion der Meinung, dass die Schweinemäster von diesem Auszahlungsmodell profitieren.

Der Verband der Schweinehalter der Niederlande (NVV) befürchtet allerdings negative Folgen: Denn der Verband bevorzugt einheitliche Ausbezahlungssysteme. Denn wenn jeder Schlachthof sein eigenes System entwickelt, könne man den Markt nicht mehr vergleichen und die Schweinehalter müssten sich wieder auf das neue System einstellen. Das berichtet die Fachzeitschrift Agrarisch Dagblad.

(Quelle: http://www.topagrar.com/?option=com_content&task=blogcategory&id=25&Itemid=520)

Bild entfernt.Kassamarkt: Weiterer Preisanstieg im Rahmen des möglichen

Der Knoten am Schlachtschweinemarkt ist endlich geplatzt: In der aktuellen Schlachtwoche zeigen sich fast alle europäischen Notierungen in einem Aufwärtstrend.

Ausschlaggebend für den Preisanstieg in Deutschland waren die besseren Verkaufserlöse im Fleischmarkt. Außerdem werden die angebotenen Mengen an schlachtreifen Schweinen weiter reichlich umworben.

Für die kommende Schlachtwoche wird mit einem festen Schlachtschweinepreis gerechnet. Wenn das Angebot weiter so zügig abgenommen wird, ist auch ein weiterer Preisanstieg möglich.

(Quelle; ISW, Damme, in kurzen Auszügen)

Bild entfernt.Ferkel: Preisaufschläge bis 3 Euro erwartet

Am Ferkelmarkt hat sich die Nachfrage nochmals verbessert. Nachdem die Ferkelpreise in der vergangenen Woche bereits im Süden leicht anzogen, sind in dieser Woche bundesweit Preisaufschläge bis zu 3 Euro zu erwarten.

(Quelle: VR Agrarberatung)

Terminmarkt: Juni Schweine plus 3,5 Cent

Bei einem Umsatz von 12 Kontrakten der Monate November, Dezember, Januar und März zogen die Terminkurse für Schweine heute bis zu 1,50 Euro an.

Der Kassamonat November schloss nach einem Tageshoch von 1,358 Euro mit einem Kursanstieg von 1,5 Cent auf 1,355 Euro, ein halber Cent über den V-Preis der vergangenen Woche.

Kaufaufträge im Juni Kontrakt trieben den taxierten Kurs um weitere 3,5 Cent auf 1,435 Euro. Das ist zwar noch nicht das gewünschte Preisniveau für einen nachfragefreudigen Sommermonat - die wochenlang tiefen Kurse von 1,38 Euro gehören jedoch der Vergangenheit an (siehe Grafik).

Der M 12 Index für Schweine zog weiter um 0,60 Cent auf 1,3526 Euro an.

Ferkel: Unverändert taxiert, November und Dezember plus 50 und plus 60 Cent, Index plus 9 Cent auf 43,67 Euro.

Bild entfernt.Aussichten für Freitag: Unverändert 1,35 Euro

Erste Stimmen sprechen bereits von einem Preisanstieg um 3 Cent auf 1,38 Euro, doch solche Wünsche dürften übertrieben sein.

Bild entfernt.Die Ferkelpreise steigen schneller als die Schweinepreise, erkennbar an der blauen Linie, die das Verhältnis der beiden Kurse zueinander mißt. Die Mast scheint sich wieder zu lohnen !

Geschrieben von Richard Ebert am
Bauer Bernie
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12 Jahre 6 Monate

@ Richard Ebert [#1]

Neues Auszahlungssystem bei Vion

War das nicht schon immer so daß Masken und Auszahlungssysteme geändert wurden um in erster Linie die Schweinehalter profitieren zu lassen ?

Warum scheint sich die Mast zu lohnen?
Weil die Ferkelpreise abgestürzt sind und sich dadurch die Situation verbessert.
Die Schweinehaltung insgesamt, Erzeugung und Mast, wird bei den prognostizierten Winterpreisen mit Sicherheit keine Kostendeckung erreichen.
Die Reaktion auf den Absturz ist ein schneller steigender Ferkelpreis, was den Ferkelerzeugern gegönnt sei.

Weil ich langfristig nicht an die "lohnende Mast" glaube verzichte ich auf einen anstehenden Wachstumsschritt in diesen Betriebszweig. Es gibt Alternativen bei denen sich das einzusetzende Kapital besser rentiert.

Gerade weil ich und alle anderen 25 % AFP Zuschüsse bekommen würde, glaube ich dass eine Investition in einen mittlerweile vollen Markt nicht sinnvoll ist.
Ich glaube nicht daran, daß man aus einem Hochlohnland Fleisch in Billiglohngebiete wie den Ostblock langfristig mit Gewinn exportieren kann. Dorthin wo Fläche und Löhne einen Bruchteil dessen kosten wie bei uns.
Bei einer gewissen Betriebsgröße sind auch Kostendegressionseffekte weitgehend ausgereizt.
Außerdem ist mir die Übermacht der abnehmenden Hand zu groß.

Interessant und ausschlaggebend war für mich eine Erhebung die ich kürzlich in einem Vortrag sah: Der Deckungsbeitrag von 2003 bis heute betrug bei einer geschlachtetvermarktung über die großen Schlachthöfe gerade mal etwas über 12 € pro Schwein. Ausgewertet wurden Betriebe über 1000 LP, die ich jetzt nicht alle zu den schlechteren zählen würde. Obwohl ich weiß, dass alle hier im Forum mit Sicherheit besser sind, lüge ich mir selbst jeoch keinen Euro mehr in die Tasche.
Wenn ich mir jetzt vorstelle, daß mit diesem Geld meine Arbeit und das eingesetzte Kapital entlohnt werden soll, kaufe ich mir doch lieber einen LKW und transportiere Schweine für 5 € pro Tier 3 Stunden vom Bauern zum Schlachthof anstatt daß ich 120 Tage diese Tiere für 12 € hege und pflege.

Mfg
BB

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#2]

Wenn du keine Probleme mit den Dauernachtschichten beim Tiertransport hast kannst du gerne mit deinem " neuen LKW" jede Woche zu mir kommen ! Aber die wenigste Transporteure bekommen 5.- Eur je Schwein.

Mir geht immer der Hals hoch wenn ich die Aufstellungen der Händler sehe
Einbringgebühr, Transport, Kraftstoffzuschlag, Versicherung, Klappeaufmach-Gebühr und so weiter.

Am Jahresende bekommt noch jeder einen Bonus und wir Erzeuger hören von allen Seiten "Marge stimmt nicht!?"

MfG
Saubauer

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#2]

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich kann nicht verhehlen, dass mir Ihre Meinung gut gefällt, lugt doch endlich zwischen den vielen Fördertöpfen, aus denen die Landwirtschaft gespeist wird, hin und wieder ein marktwirtschaftliches Denken hervor.

Nur aufgrund von Fördermitteln aller Art oder Steuerersparnis zu investieren war fast nie von Erfolg gekrönt, man denke nur an die vielen Steuersparmodelle für Beteiligungen aller Art oder steuerbegünstigtem Wohnungsbau, die vielfach Totalverluste für Anleger zur Folge hatte.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@Herr Ebert
Auch wenn es den Anschein hat; dass der Landwirt ohne Förderung nicht leben kann; so ist es in der Schweinehaltung eher unüblich; in unserer Region sogar schädlich an sich; diese Mittel in Anspruch zu nehmen.
Zum einen weil sich die Entwicklungsphase locker Verdoppelt; weil viele viel mitreden wollen; desweiteren sind gesonderte Auflagen zu erfüllen; die der Betrieb manchmal nur mit hohen Kosten erfüllen kann als auch in manchen Fällen die weitere Betriebsentwicklung hemmen.
Zum letzten sind die dann entstandenen Kosten häufig noch höher als die Kosten ohne Förderung; da an der Förderung gewissen Auflagen; wie die Bauáuschreibung u.a. gebunden sind; die sich die Ausführenden Unternehmen wie bei der Öffentlichen Hand auch sehr gut bezahlen lassen.

Also; wenn man ein fortschrittlicher Landwirt ist; kommt man besser ohne all die Förderprogramme aus.
Wenn im Bereich der Erneuerbaren Energien die Förderung nicht über den Strompreis gemacht worden währe; sondern über die Bauphase; dann würden längst nicht soviele Biogasanlagen gebaut worden sein.
Landwirte; die im Stallbau gebaut haben sowohl mit als auch ohne Förderung würden dies meistens nicht wieder machen.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

wollewatz
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#2]

Vielen Dank für Ihre Einschätzung des Marktes. Ich dachte schon, dass es nur mir so geht: ich könnte meinen Betrieb auch erweitern aber irgendwie habe ich kein gutes Gefühl bei dem Gedanken. Leider wird von der Beratungsseite immer wieder auf Wachstum gesetzt und durch Fördermaßnahmen wird die Entwicklung auch noch begünstigt, obwohl alle wissen, dass Investitionsförderungen die Stellung der Produzenten am Markt nur schwächen (vielleicht ist das ja auch gewollt).
Sie haben sicherlich den Vorteil, eine Einkommensalternative gefunden zu haben. Das halte ich für sehr erstrebenswert, denn wer ausschließlich von Schweinen leben will, läuft Gefahr früher oder später in einem der Preistäler zu ertrinken...

Gruß,
wollewatz.

JBH
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ich sehe das auch so. AFP ist der grösste Blödsinn überhaupt. Das Geld wäre wesentlich besser in die Erschliessung neuer Vermarktungswege untergebracht.

JBH

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#5]

Ich schätze die meisten Ihrer Beiträge, #5 bezweifle ich aber.
Dass Sie freiwillig auf 25 % d. Investitionskosten als Zuschuß verzichten, wenn alle Ihre Mitbewerber in diesem Land die Kohle kriegen, können Sie Ihrer Oma erzählen.
Für 150 000 € geschenktes Geld für einen 1500 er Maststall werden auch Sie ein Paar Monate warten und die ein oder andere Auflage erfüllen. Oder können Sie mir sagen wo Sie sonst in so kurzer Zeit soviel Bares bekommen können.

Da das AFP eine "Fehlbedarfsfinanzierung" ist glaube ich eher Sie haben aus irgendeiner Quelle soviel Kies, dass Sie deshalb nicht in den Genuß einer Förderung kommen können.

Wenn das, was Sie hier im allgemeinen so schreiben und die Wirklichkeit ein bisschen zusammenpassen, dann halten Sie Ihre Tiere auch nicht in Höhlenställen oder billigen Wellblechhütten.

Mfg
BB

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@Bauer Bernie
Ich selber habe so einen Spektakel schon erlebt; nicht bei den Schweinemastplätzen ( sowas gab es in NDS nie; weil wenn man über 2 GV/ha war; war man raus.); aber bei einem Hallenneubau.
Wenn man wirklich was von der Materie versteht; und gut verhandeln kann; dann baut man um mehr als 30% billiger.
Hier gibt es viele Unternehmen; die machen an solchen Ausschreibungen nicht mit; weil die genau wissen; dass die Preise unter Bauern rauskommen; und bei den Ausschreibungen; die von den Landbaugesellschaften u.a. gemacht werden müssen kassieren diese auch mächtig mit; was im Endeffekt der Landwirt zu zahlen hat.
Und so baut der eine einen Stall für 250 Euro/ Mastplatz; und andere für 400 Euro/ Mastplatz; ohne gross von der Technik; der Bauweise u.a. abzuweichen.
Von dem ganzen Theater; Stress und Wartezeiten mal ganz abgesehen.
Wir sind das hier so gewohnt; während des Genehmigungsverfahrens schon mal die Angebote einzuholen; und sobald die Genehmigung da ist geht es los; und 4 Monate später ist Einstalltermin.
Beim AFP-Programm muss man erst die Genehmigung haben; dann werden einem die Gelder aufgrund der Ausschreibungen genehmigt.
Das ist eine Verzögerung von locker einem halben Jahr.
Und in diesem halben Jahr können entweder die Zinsen mal ebend um einen halben Prozentpunkt gestiegen sein oder aber es müssen Zinsszahlungen geleistet werden für Darlehen; die man noch nicht abgerufen hat.
Und ein halber Prozent Zinsen ist auf die heutigen Projekte viel Geld.
Von den ganzen "Richtigkeits-Kontrollen" mal abgesehen.
Man ist immer Angreifbar.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

BIGPIG
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Hallo,

nach meiner Info, gibt es für einen Schweinestallneubau keine AFP Mittel!!! - zumindest hier in Niedersachsen.

mfg

Bigpig

H.S.P.
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

Soviel ich gehört habe soll es Förderung von 25% für die Mast im geschlossenen System geben !

Einen schlüsselfertigen 1500er Maststall für 250,-€/Pl. würde mich interessieren wer mir so einen bauen kann !

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ H.S.P. [#11]

250.- ist sicher der Bausatz ohne Mwst!!
Evtl H + L System

Schönen Sonntag

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Dieser Billig-Fertigstall-Nonsens ist teurer.
Hier gibt es die entweder einschalig oder zweischalig mit Agrarziegeln; 250er Abteilgrösse; Breiautomaten zwei Futterlinen; Zentralabsaugung mit Unterflur, Güllelager unter dem Stall für einen Umtrieb;das einzige was zzgl. ist ist die Montage der Aufstallung; weil viele das gerne auch selber machen ( lassen).
Hier gibt es einige Bauunternehmen; die sich nur darauf spezialisiert haben.
Die Architekten oder der hiesige Landvolkverband bieten diese fertigen Ställe für diesen Kurs an.
Die sind wie die Aldi-Märkte; kennst du einen; kennst du alle.
Dafür günstig; es wird aber nicht gespart an notwendigen (wie die Dämmung); Massiv.
Sonderwünsche kosten extra; ist klar.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ist doch immer das gleiche bei den Bauern:

Sie unterbieten sich beim Stallbau rechnen Eigenleistungen Güllelager und Erschließungen usw. usw. raus und runden dann noch ab. In Wirklichkeit kommen dann doch 400-500 € pro Platz raus. Die Mwst. gehört für alle pauschalierenden Landwirte ganz klar zu den Investitionskosten.

Sie überbieten sich dann bei den DB- Auswertungen. Da wird dann das eigene Getreide ganz billig angesetzt, Wasser aus dem Brunnen kostet nichts und den ein oder anderen Posten wie Reinigung oder Desinfektionsmittel vergisst man genauso wie den Transport zum Schlachthof weil mans selber macht. Ich habe es auch schon erlebt, daß optierende Landwirte die Mwst. ihres Verkaufs als ihre Einnahme angaben.
Dann ist man glücklich, daß ein möglichst hoher DB herauskommt, und man bei Betriebsvergleichen ziemlich vorne ist, vergisst dann dabei, daß die DB Rechnung vor der Entlohnung von Arbeit und Kapital aufhört.

Komischerweise sind das aber die selben die jammern, daß sie Tag und Nacht schuften müssen und zu wenig bei rauskommt.

Mfg
BB

PIG Master
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Da kann ich Bauer Bernie nur zustimmen. Auch ich habe immer wieder soetwas erlebt. Der Stallbau wird von vielen, wie beim Stammtisch, immer günstiger geredet. Erdarbeiten, Güllelager, Fütterung, Löhne eigener Mitarbeiter, Eigenleistung usw..alles vergessen, Hauptsache man steht toll da. Bei der Ausertung am besten Zahlen selber angeben und nicht die ganze Buchführung abgeben oder den Acker nicht bewerten.
So rosig wie viele meinen ist es in der Realität nicht!
Wer top biologische Leistungen hat und die Kosten im Griff und sich nichts vorlügt, konnte die letzten Jahre Geld verdienen.
Aber über 50% der Betriebe hat keinen Gewinnbeitrag, wenn Arbeit Boden und Kapital bewertet werden mit realen Zahlen!! Das ist so!!!

Viele meinen sie wären besser und billiger als der Nachbar ohne Ihre Kosten zu kennen!!

Bauer Leo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ PIG Master [#15]

Wer top biologische Leistungen hat und die Kosten im Griff und sich nichts vorlügt, konnte die letzten Jahre Geld verdienen.

Kannst du mir mal vorrechnen wie man in den letzten 12 Monaten mit Schweinemast Geld verdienen konnte?

PIG Master
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Ich sagte die letzten Jahre und nicht die letzten Monate!
Bitte richtig lesen oder zitieren!
Außerdem werde ich hier nicht die Zahlen der besten Betriebe veröffentlichen, damit dieses dann verallgemeinert wird!
Das die Schweinemast kein Freifahrschein zum Geld verdienen war, oder erst recht nicht die nächsten Jahre wird müßte doch mittlerweile jedem klar sein.

Bauer Leo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ PIG Master [#17]

Ok, aber 12 Monate sind nun mal ein Jahr.

Ich bin mit der Antwort zufrieden weil ich evtl. aus dem zitierten Satz den Freifahrschein zum Geldverdienen hätte herauslesen können.

Ansonsten gehe ich mit #15 absolut konform.

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Habe soeben eine interessantes Telefonat mit einem Kollegen geführt.
Er hat einen Mastbetrieb mit 2000 Plätzen mit entsprechender Ackerfläche und ist 42 Jahre alt. Die Ställe hat er in den letzten 10 Jahren gebaut und dafür optiert.

Er will weiter wachsen und hat sich folgendes überlegt:

Verdoppelung der Produktion und Zupacht der nötigen Ackerfläche Pachtpreisniveau 600.-€
oder Gülleverträge für 3,50 € pro cbm Gülle als Aufwand.

Wenn er mit seinen jetzigen Zahlen rechnet kommt er auf einen Durchschnittlichen DB von ca 65 000 € aus der Neuinvestition. Davon hätte er nach Abzug von Fördermitteln Kapitalkosten von rund 48 000 € zu tragen, womit ihm dann ca 17 000 € für Risiko und Arbeit blieben.

Ich habe Ihn gefragt, ob er schon gerechnet habe, wie es sich auswirken würde, wenn er dieses Jahr noch anstehende Maschinenínvestitionen tätigen würde und dann aus der Option aussteigen würde, was in seinem Fall ab 2010 möglich wäre.

Bei einer Jahresproduktion von 5600 Schweinen und einem angenommenen Nettopreis von
130 € pro Tier wären das 78 000 € Mwst. Einnahmen die er dann behalten darf und bei 110 € Aufwand zu 7% und 10 € Aufwand zu 19% pro Tier, rund 54 000 € zu zahlende Mwst.
Hieraus würde sich allein ein Vorteil von 24 000 € ergeben. Ohne einen Finger krumm zu machen.
Der Einfachheit halber habe ich Futter als Zukauf angenommen und nicht als selbst produziert.

Das will er sich jetzt von seinem Steuerberater mal durchrechnen lassen.

Auf seine Entscheidung bin ich gespannt.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Vollkommen Richtig; Bauer Bernie.
Auf den ersten Blick.
Die MwSt. die er im Falle einer Gewerblichkeit behalten darf; beträgt allerdings auch mal ebend 11000 Euro p.a. bei 10 Jahren Option.
Danach kann er wechseln ( zwar schon nach fünf Jahren; aber die Rest-MwSt. muss verrechnet werden).
Zu dem Stall braucht er Vieheinheitenmässig; falls es eine Einheit sein soll 150 ha Pachtland.
Diese mit einem Preis von bei uns unter 1000 Euro/ ha relativiert den Rest der Vorteilhaften MwSt. bei weitem; da erstens das Umlaufvermögen steigt; zudem meistens Nachfolgeinvestitionen kommen.
Wenn er den Stall teilt; dann fällt für jede Einheit Allgemeinkosten an; angefangen von Baukosten inform der seperaten Fütterung; Strom/ Gaszählergrundpreise; Buchführungen usw.usv.
Summa Sumarum bleibt vielleicht ein Vorteil von 3000 Euro.
Mehr nicht.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Bauer Leo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#19]

Habt ihr nicht einen Posten vergessen?
Bei der Neuinvestition bekommt er im Falle der Option doch zuerst mal ca. 150000 € an Vorsteuer vom Finanzamt zurück, für die er schon mal keinen Kapitaldienst leisten muß.

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Als weiteren wichtigen Punkt, der in der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden sollte, ist die Frage, wie lange die Pauschalierung noch zu den heutigen Konditionen existiert oder ob sie eines Tages komplett abgeschafft wird. Die Zinsen sind im Vergleich zum langjährigen Mittel niedrig...

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ bauerleo [#21]

Hoppla doch mal einer der den MPl über 250.-€ taxiert.
Bei 150 TEUR Mwst. denken Sie an brutto 939 473.- € oder beim 2000er
Stall an 470 € pro Platz.
Keine Sorge ich habe die Vorsteuer schon berücksichtigt.

Rechnen Sie mal ein Annuitätendarlehen von 650 000 bei 20 J und 4 %

Wenn ich Ihre 150 000 Vorsteuer nehme wäre sogar noch ein AFP Zuschuß von 140 000.- € zwingend notwendig um "nur" auf 48 000 € Kapitaldienst zu kommen.

@ Muehlenbach [#20]

ohne Zinseszinseffekt gerechnet gehen Sie von 110 000 € Vorsteuer aus was Bruttobaukosten von 688 947 € oder 344 pro Platz wären.

Bei Ihnen käme der Stall auf netto 578 947 € und Sie ja ohne Zuschüsse bauen würden, hätten Sie bei 20 J und 4 % Zins immerhin Kapitalkosten von 42 600 €. Übertragen auf das obige Beispiel #19 hätten Sie anstatt
17 000 € doch 22 400 € für Arbeit und Kapital.
Aber sie werden zugestehen , daß mir 24 000 € pro Jahr ohne zu bauen lieber wären.

Mfg
BB

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@Bauer Bernie
Natürlich sind 24000 Euro mehr als nichts.
Aber wir können uns vieles schön rechnen.
Zum Beispiel habe ich mit 300 Euro gerechnet; da anscheinend keiner mit 250 Euro bauen will.
Da ist die Förderung schon raus( weilsonst kostet der Stall ja anscheinend 400 Euro / Platz).
Die MwSt. darauf beträgt immernoch 114000 Euro; macht in guten zehn Jahren 11000 Euro p.a.
Es ging in dem Beispiel doch erstmal um die Gewerblichkeit; oder nicht?
Wenn man den passenden Acker günstig bekommen kann; dann ist das so gesehen Alternativlos.
Wenn der Acker allerdings Geld kostet; ist es schnell aus mit dem Vorteil der Pauschalierung; so oder so.
Der erste Grundsatz ist immernoch der; dass man das Optimum aus seinem Betrieb holen will.
Und da zählt nicht unbedingt die Grösse.
Was man auch machen kann; um die Gewerblichkeit zu vermeiden; ist der "Kauf" der Vieheinheiten; wie ich es bei einigen Pachtbetrieben mache.
Heisst es gibt für die Übernahme der Vieheinheiten bei einem 1000er Maststall gute 2000-3000 Euro p.a.
Interessant ist auch die Gesetzesänderung Anfang diesen Jahres; dass zu einer Gesamtbetrieblichen Einheit aus Steuerlicher Sicht der Radius eines Betriebes mehr als die alten 80 km betragen kann; wenn nachgewiesen werden kann; dass die Betriebsteile unabhängig dessen Standorte als ein Betrieb geführt werden können; wenn untereinander Austausch stattfindet ( bspw. Gülle).
Das währe die nächste Alternative.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Bauer Leo
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#23]

Nein, ich habe den Mastplatz moderat mit ca. 350 Euro gerechnet ( ca.133000 Vorsteuer)

Mit dem leeren Stall verdient aber niemand Geld, deshalb ist immer die Erstbelegung und das Futter für den ersten Durchgang zu bedenken, ca 240000 Euro mit 7 % MwSt. ergibt 16800. Summa summarum 149800 Euro.

Das war meine Rechnung.

Ackerspezi
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Bauer Bernie [#23]

Wo gibts in der Mast AFP-Mittel?
Doch nur, wenn ins geschlossene System investiert wird.

OS
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ all
- Eine Investförderung (AFP)im positiven Sinne sollte eine ökonomisch sinnvolle Investition unterstützen und nicht überhaupt erst möglich machen.
- über den Schnitt der letzten 20Jahre ist nach den Auswertungen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die direktkostenfreie Leistung pro Mastplatz um 10 € gesunken. Spitzenbetriebe haben eine um 20€ höhere Leistung ( 70-95 € pro Platz)als der Durchschnitt.
Somit dürfte sich die Frage einer Investition nur für Spitzenbetriebe stellen. Und auch hier muß in meinen Augen noch genau gerechnet werden: steuerliche Vorteile versus steuerliche Nachteile, Entsorgungskosten versus Entsorgungserlöse der Gülle, Arbeitsbelastung, das Risko steigender Umweltauflagen verbunden mit höheren Produktionskosten, Möglichkeiten einer besseren Eigenkapitalrendite des Eigenkapital in anderen Bereichen etc.
- Bei einer Nettoinvestition von 350 € pro Mastplatz ( was schon recht günstig wäre) zuzüglich 100 € Umlaufkapital ergibt sich in den ersten Jahren eine Zinsbelastung (450€ x 5%)von 22,5 € pro Platz, schreibt man die Hülle (200€ x 5%)die Einrichtung ( 150x 8%) ab ergeben sich weitere 22€ pro Platz. ( solange schreibt übrigens kein anderer Marktbeteiligter in der Fleischproduktion: Schlachthöfe, Einzelhandel etc ab).
Bei einer durchschnittlichen direktkostenfreien Leistung von 66 € pro Platz - 44 € für Zins und Afa bleiben in den ersten Jahren nur noch 22 € für QS, Steuerberater, Telefon, Bauernverband, Reparaturen,den Lohnanspruch etc., ein Gewinn wird hier wohl kaum zu realisierbar sein.
-Fällt die Investition in eine Phase mit niedrigen direktostenfreien Erlösen ( schlechte Marktpreise, oder schlechte biologische Leistungen, Schweinepest etc) so wird eine neuer Stall schnell zu einem großen Geldgrab und kostet viel Liquidität.
MfG
OS

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Ackerspezi [#26]

Ich dachte deuschlandweit, zumindest aber in den südlichen Bundesländern. Priorität 1 jedoch bei der Bewilligung: Investitionen jeglicher Art in Milchviehhaltung.

@ OS [#27]

Glaube nur einer Statistik die Du selbst gefälschst hast riet mir mal ein Lehrer.

Zufällig bekam ich mit gestriger Post meine wirtschaftlichen Vergleiche für 08/09
von unserer Verbundberatung. Das Gesicht wurde länger und länger, da ich mit 38 € direktkostenfreier Leistung am unteren Mittelfeld herumkrebse.
Die Enttäuschung war deshalb so groß weil ich mit ca.6 % d. Tiere außerhalb der Gewichtsmaske am besten von allen Betrieben sortiert habe und mit 2,4 % Verlusten knapp 800 g Zun. und 66 Ct Tierarzt und Medikamentkosten/Tier auch ziemlich gut war.

Ich nahm mir also eine Stunde Zeit um die Sache unter die Lupe zu nehmen.
Ich durchleuchtete meine Angaben zur Auswertung und stellte keine Unstimmigkeiten fest.

Ich nahm mir den anonymen Leistungsvergleich aller Betriebe her und wollte mich mit dem Spitzenbetrieb mit 104,40 € DkfL messen (der übrigens 16,3 % seiner Tiere über bzw. untergwichtig verkauft hatte und 3,6 % Verluste hatte).
Hier lag der Hase im Pfeffer. Seine Futterkosten pro kg Zuwachs lagen um sage und schreibe 15 Ct unter den meinen. Diese Kosten habe ich nun übertragen auf meine Auswertungen und schwupp di wupp rutschte ich vom unteren Mittelfeld auf Platz 5 hoch.

Woher der Kollege das günstige Futter hat bzw. ob er Nebenprodukte geschenkt bekommt entzieht sich meiner Kenntnis.
Ich jedenfalls habe reelle Marktpreise für mein Futter angegeben, sowohl beim eigenen Getreide als auch beim Zukaufsfutter. Daß ich beim Futtereinkauf ein unglückliches Händchen habe möchte ich jetzt auch nicht gerade behaupten.

Fazit: Den höchsten Gewinn hat der, der keinen Aufwand hat.

Mfg
BB

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@Bauer Bernie
Na endlich; willkommen im Club.
Hast du nicht soviel Eigenland; wo du dein Weizen für 6 Euro/dt erzeugen kannst?
Oder hat dein Weizen keine 25% RP?
Dann sparst du den teuren Soja.
Oder hast du keine Abbezahlten Ställe; wo die Asbesteindeckung den Restwert als Entsorgungskosten um Welten schlägt?
Dann hast du aber Pech.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

PIG Master
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Das ist ja Bauernschläue! Spricht man da von reich rechnen? Wo kommen denn die Ergebnisse her, wenn 38 Euro je Schwein Mittelfeld sind? Ich habe Zahlen gesehen bei denen große gute Betriebe in NRW knapp 20 Euro je Schwein DKfL erzielten. Die Zahlen kamen dann aber aus der Buchführung. Selbst bei diesen guten großen Betrieben reicht das Geld nicht für Afa, Lohn, Zins, Reperaturen......!

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Tja; Pigmaster.
Die Welt ist hart.
Was nützen einem die hohen Erträge; wenn trotzdem kein Geld auf dem Konto ist?
Da helfen einem keine noch so hohen Preise; wenn die Kosten zu hoch sind.
DkfL ist nicht automatisch Gewinn.
Alle anderen in der Produktionsschiene Schwein haben das verstanden und handeln nach Vollkostenanalyse zzgl. Risikovorsorge; nur die Bauern nicht.
Die verdienen immer Geld und werden nicht müde; dies auch kund zu tun.
Deshalb wurden wir vergangenen Freitag auch mal wieder betrogen.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

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