Richard Ebert
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Schweine: Finanzkrise belastet den Markt

Finanzkrise belastet den Schweinemarkt

ZMP (11.11.08) - Auch der deutsche Schweinemarkt leidet unter der weltweiten Finanzkrise. Fehlende Liquidität, ausgeschöpfte Kreditlinien, Währungsturbulenzen und die allgemeine Unsicherheit am Markt ließen den Exportmotor stottern. Die Schweinepreise rauschten nach unten, zuletzt stabilisierte sich der Markt aber wieder.

In der ersten Novemberwoche veränderte sich die Lage am Markt für Schlachtschweine, nachdem der Erzeugerpreis für Schlachtschweine zuvor innerhalb weniger Wochen um 20 Prozent eingebrochen war. Das Angebot war nicht mehr so drückend und die angebotenen Stückzahlen passten meist zum Bedarf. Daher blieb der Vereinigungspreis der Erzeugergemeinschaften am Freitag, den 07.11.2008, unverändert bei 1,49 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht.

Steigendes Angebot - schwächere Nachfrage

Die Ursachen des vorherigen Preissturzes lagen nicht allein in der Finanzkrise. Seit Wochen stieg das Schweineangebot saisonal an, während die inländische Nachfrage schwächelte. Vielleicht auch eine Folge der höheren Verbraucherpreise für Schweinefleisch, welche im Oktober rund acht Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Der Überschuss an Schweinefleisch ließ sich bisher recht gut auf den Auslandsmärkten platzieren, die Ausfuhren wiesen in den ersten acht Monaten ein Plus von mehr als 20 Prozent auf.

Verminderte Exportmöglichkeiten

Doch mit dem Absatzventil Export war auf einmal Schluss. Liquiditätsengpässe, fehlende Kredite und die Abwertung der osteuropäischen Währungen schränkten die Exportmöglichkeiten in Richtung Osten im Oktober spürbar ein. Das so wichtige Absatzventil Export klemmte auf einmal, so dass das Angebot an Schweinefleisch den Bedarf überstieg. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in den anderen EU-Staaten, so dass europaweit die Preise einbrachen. Auch in den USA und in Brasilien gerieten die Schweinepreise unter Druck. Der Preisrückgang war international.

Gutes Schweinejahr 2009 nicht ausgeschlossen

Die erwartete Konjunkturabschwächung könnte die Schweinefleischnachfrage bremsen, und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Doch sind die Marktaussichten wirklich so schlecht? Fakt bleibt, dass die EU-Erzeugung rückläufig sein wird. Der EU-Prognoseausschuss geht aufgrund des deutlich reduzierten Sauenbestandes (- 8,6 Prozent) im ersten Halbjahr 2009 von einer Minderproduktion von 4 bis 5 Prozent in der EU aus, wobei neben Osteuropa auch Konkurrenten wie Dänemark oder Spanien Federn lassen werden.

Nachfrage aus Asien wächst
Auf internationalem Parkett sind sich die Fachleute einig, dass Asien ein immer stärker werdender Nachfrager für Schweinefleisch sein wird. Selbst wenn die Finanzkrise die Importnachfrage abschwächen sollte, sollten Zuwachsraten weiterhin möglich sein. Da trifft es sich gut, dass Deutschland die Zulassung für Exporte in wichtige Märkte Asiens erhalten hat, darunter China und Japan. Helfen sollte auch der mittlerweile gesunkene Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar, was die Wettbewerbssituation für Exporteure verbessert, insbesondere gegenüber den US-Amerikanern.

Sollten sich die Auswirkungen der Finanzkrise einigermaßen in Grenzen halten und der Export laufen, dann sind feste Schweinepreise im Jahr 2009 immer noch möglich. Im Unterschied zur Situation vor einigen Wochen ist dies jedoch nicht mehr sicher. Man muss sich als Schweineproduzent wohl generell auf immer schnellere und heftigere Preisschwankungen einstellen.

(Quelle: http://www.zmp.de/agrarmarkt/vieh_fleisch/2008_11_11_Schweine_Markt.asp)

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Zur Wochenmitte gaben die Schweinefutures um durchschnittlich 1 bis 2 Cent nach.

November Schweine schlossen mit unverändert 1,51 Euro und damit 2 Cent oberhalb des letzten V-Preises.

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Geschrieben von Richard Ebert am
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