Schweine: Fragwürdige Hauspreispolitik
"Fragwürdige Hauspreispolitik"
Ein Kommentar von ISN-Marktexperte Matthias Quaing
Ausgesprochen unbefriedigend ist die Situation am Schlachtschweinemarkt zurzeit aus Erzeugersicht. Bis zum Donnerstag deutete alles auf mindestens unveränderte Erzeugerpreise hin.
Die Ergebnisse der Auktion der Internet Schweinebörse am vergangenen Mittwoch stiegen sogar um einen Cent auf durchschnittlich 1,89 €/kg. In dieser eigentlich stabilen Marktlage war es mehr als konsequent und gerechtfertigt, dass die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften eine unveränderte Preisempfehlung für die aktuelle Schlachtwoche herausgegeben hat.
Zum Ende der vergangenen Woche erhöhte die rote Seite jedoch sukzessiv den Druck und die grundlegend optimistische Stimmung am Markt verschlechterte sich zusehends. Die beiden großen westfälischen Schlachtunternehmen kündigten an, lediglich Preise von 1,80 EUR/kg SG auszahlen zu wollen. Die VION sprang auf den fahrenden Zug auf und gab nach Veröffentlichung des VEZG-Preises ebenfalls einen Auszahlungspreis von 1,80 EUR heraus.
Damit sind sich die "großen Drei" einig, die zusammen einen Marktanteil von über 50 Prozent bei den Schweineschlachtungen in Deutschland haben: Sie zahlen Hauspreise. Einen derartigen Gleichschritt der Marktakteure kennt jeder gut von der Preisgestaltung an den Tankstellen. Aus kartellrechtlicher Sicht ist das sehr bedenklich, da der Gleichgewichtspreis auf dem Markt zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit nicht bei 1,80 € lag.
Die Reaktionen auf die Hauspreise gleichen sich immer wieder: Aus Angst vor einem Preisverfall neigen die Landwirte in derartigen Situationen erfahrungsgemäß dazu, etwas mehr als die angemeldeten Stückzahlen abzuliefern, so dass sich das Angebot an lebenden Schweinen größer darstellt, als es tatsächlich ist. Darüber hinaus versuchen einige Marktteilnehmer, Partien umzudisponieren, um den Hauspreisen aus dem Weg zu gehen. Diese Tiere werden also an mehreren Stellen gleichzeitig zum Verkauf angeboten. Auch dadurch erscheint das Angebot größer als es tatsächlich ist.
Die Rechnung der roten Seite geht auf. Dem einen Riegel vorzuschieben wird zwar schwer, aber die ISN bleibt an diesem Thema dran!
(Quelle: http://www.schweine.net/fragwuerdige_hauspreispolitik_ein_kommentar_von_i.html )
Zahlen die oben angesprochenen Unternehmen tatsächlich durchgehend Hauspreise? Ich möchte das bezweifeln. Oder gleichen die Händler und EZGs alles aus eigener tasche aus? Kann ich mir gar nicht vorstellen...
In Holland kunnen die Slachthofen die - 3 cent nicht nachhalten und zahlt mann 2 cent extra..
Alles zusammen also nur -1 cent in Holland.
Aber Tönnies droht Heute mit € 1.75 fur nächste Woche..
Januar fällt schon früh dieses Jahr.
Henry
@ Spekulatius_Maximus [#2]
Hauspreis bekommen nur die,die nur abliefern.Die welche ihre Schweine verkaufen,bekommen den ausgehandelten Preis.wenn nicht genügend abgelieferte Schweine zu verfügung stehen,müssen Schweine gekauft werden. Internetbörse oder Händler.
So einfach ist das doch.
Gruß Fritz
@ henrydunnink [#3]
Wenn sich die Möglichkeit ergibt, den Preis runter zu nehmen, dann nutzen die Schlachthöfe das auch aus.
Westfleisch, Tönnies geben die Marschrichtung vor, die ziellose VION taumelt gerne hinterher. CT bekommt einen niedrigen V-Preis und zahlt dann seinen Händlern wieder hohe Zuschläge, damit seine Schlachthöfe ausgelastet sind. So einfach ist die Welt!
Angesichts der Vorgabe durch die ISN-Börse könnte man es gut vertreten, wenn der Hauspreis von 1,80 bestätigt wird. Ich frage mich gerade, wie tief der Schweinepreis denn im Januar noch gerne fallen soll, damit die roten Herren zufrieden sind?
Zu groß ist das Schweineangebot auf jeden Fall nicht. Die Schweine werden auch gerne abgenommen.
MfG
@ Dorf 1963 [#6]
Und wenn du dann auf die Eurex siehst, dann kann ich nur sagen: Die Roten haben ihr Ziel erreicht. Nicht nur das zuviel Schweine angemeldet werden, auch an der Börse geraten einige scheinbar in Panik und unterstützen die Sache noch.
Heute in der Zeitung als Beilage: Kassler Kotelett zu 4,99 statt 7,99 ! Da hat der Discounter aber vorher gut verdient und unsere Freunde hier haben es nicht umsetzen können, wer will das glauben. Also: Ruhe bewahren kann ich nur appellieren.