Richard Ebert
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Schweine: Freundlich / Rote Seite wehrt sich gegen eine Preiserhöhung

Schweinemarkt 2010: Geruchsemissionswerte verhindern Wachstum

Agrarheute.com / pd, Münster (28.01.10) - Themen auf der Schweinehaltertagung "Fokus Schwein Münsterland" am vergangenen Mittwoch waren neben der Preisentwicklung von Schlachtschweinen die Ferkelaufzucht. In der Kritik standen vor allem die neuen Geruchsimmisionswerte.

Zur Schweinehaltertagung "Fokus Schwein Münsterland" zum Thema "Schweinemarkt 2010: Herausforderungen und Potentiale!" konnte Dr. Josef Luislampe, Geschäftsführer von Haneberg & Leusing, am vergangenen Mittwoch 350 Gäste in der Bürgerhalle in Coesfeld begrüßen.

Das Vorstandsmitglied der ISN-Interessensgemeinschaft der Schweinehalter August Rietfort führte in das Tagungsthema ein. Steigende Schlachtzahlen und sinkende Schweinebestände sind für ihn Grund zur Annahme, dass der durchschnittliche Schlachtschweinepreise für das laufende Jahr über 1,50 Euro pro Kilo Schlachtgewicht liegt. "Der Markt wird seinen Weg gehen", lautet seine Einschätzung. Enttäuscht ist er von der neuen VDI-Richtlinie zu Emissionen und Immissionen in der Tierhaltung. Die neuen Geruchsemissionswerte seien ohne wissenschaftliche Begründung ausgerechnet bei der Schweinehaltung um bis zu 50 Prozent erhöht worden. "Das ist Verhinderungspolitik gegen Schweineställe" so der Mäster. Des Weiteren werde der Ammoniakleitfaden -ohne bundesrechtliche Verankerung- insbesondere im Kreis Coesfeld schon sehr strikt angewandt.

Größere Würfe bedeuten mehr Probleme im Flatdeck

Björn Markus von der Bröring Unternehmensgruppe in Dinklage berichtete über sein Spezialgebiet die Ferkelaufzucht. Der Traum vieler Ferkelerzeuger von 30 abgesetzten Ferkel habe Konsequenzen: "Je größer die Würfe, desto mehr Probleme sind im Flatdeck zu erwarten!". Mit steigender Streuung der Absetzgewichte sei eine Multiphasenfütterung empfehlenswert: "für die Kleinsten nur vom Feinsten". Denn nicht die Kosten je Kilo Zuwachs seien maßgeblich für den wirtschaftlichen Erfolg, sondern der "Futtergewinn" je Ferkel. Dieser setzt wie folgt zusammen: Zuwachs x aktueller Ferkelpreis in Kilo Lebendgewicht – Futterkosten je Ferkel. Obwohl immer mehr Ferkel abgesetzt werden, wurden oftmals die Kapazitäten im Flatdeck noch nicht angepasst. Ein zu geringes Platzangebot ist die Folge.

Verbreitung von Krankheiten drücken den Unternehmergewinn

Ergänzt wurde das Thema Mastferkel von Dr. Thomas Voss, praktizierender Tierarzt aus Sögel. Er analysierte die "Erfahrungen mit dänischen Exportferkeln aus tiergesundheitlicher Sicht". Seine Ausführungen lieferten sowohl für die Sauenhalter als auch für Mäster einige neue, wertvolle Erkenntnisse. Zu den typischen Erkrankungen zählen APP, Dysentrie und PIA. Bei einem akuten Ausbruch mit 100 betroffenen Tieren belaufen sich allein die Tierarztkosten schnell auf bis zu 7,36 Euro pro Schwein. "Weitere Faktoren wie die erhöhte Ausfallrate, schlechtere Futterverwertung und weniger Durchtriebe drücken ebenfalls den Unternehmergewinn", erklärte Dr. Voss.

Biologische Leistungssteigerungen in der Ferkelzucht erreicht

Einen weiteren Praxisbericht lieferte ISN-Beiratsmitglied Markus Jeiler aus Dülmen in Nordrhein-Westfalen. Er investierte als Mäster vor fünf Jahren in die Ferkelerzeugung und zog eine durchwachsene Bilanz: „Die Ferkelerzeugung ist und bleibt ein interessanter Betriebszweig, aber der zum Investionsstart erhoffte Mehrerlös hat sich nicht ergeben". Erfreulich seien aber die gewonnene Unabhängigkeit und die erreichten biologischen Leistungssteigerungen. Trotzdem wäre rückblickend für den Betrieb Jeiler eine Investition in die Schweinemast wirtschaftlich lukrativer gewesen.

Wie sich die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen darstellen, erläuterte Ruth Beverborg von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Sie plädierte für ein "gesundes Wachstum". Dafür sei es wichtig "den Blick nicht nur auf biologische Leistungen zu richten, sondern zu sehen was unter dem Strich übrig bleibt". Zum Teil seien erhebliche Einkommensreserven im Unternehmen, so zeige die Auswertung der Buchführungsergebnisse einen Unterschied im Unternehmensgewinn zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Schweinehaltern von bis zu 80.000 Euro pro Jahr.

Schweinemarkt im Nordwesten Deutschlands wuchs

Ob das gesamtwirtschaftliche Umfeld überhaupt zu den eigenen Plänen und Erwartungen passt, zeigte ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer auf: "Deutscher Schweinemarkt - Gewinner oder Verlierer?" Im Nordwesten Deutschlands wuchsen die Bestände in den letzten 10 Jahren um 620.000 Schweineplätze, in Süddeutschland schrumpften die Bestände um fast 500.000 Tierplätze. "Der intensive Wettbewerb ums Schwein" beschere uns in diesem Sommer Schweinepreise um die 1,50 Euro pro Kilo Schlachtgewicht. Denn der Bau von neuen Schweineställen könne mit dem Expansionstempo der Schlachtbetriebe zurzeit nicht mithalten. Auch die Ferkelerzeuger könnten zum Frühjahr Ferkelpreise von 45 Euro "plus" erwarten, ist Detlef Breuer überzeugt.

(Quelle: http://www.agrarheute.com/schwein/schwein/geruchsemissionswerte_verhindern_wachstum_.html?redid=326790)

Bild entfernt.Niederlande: Albert Heijn steigt aus Verkauf von konventionellem Schweinefleisch aus

Topagrar.com (28.01.10) - Das niederländische Einzelhandelsunternehmen Albert Heijn (AH) wird ab 2011 nur noch Schweinefleisch mit der Auszeichnung „Beter Leven“ der Tierschutzorganisation Dierenbescherming anbieten. Nach Angaben der Lebensmittel Zeitung gibt es dann in den AH-Läden kein konventionell erzeugtes Schweinefleisch mehr. Lieferant des Beter-Leven-Schweinefleisches ist Vion. Die rund 1 Mio. Schweine, die für das Programm geschlachtet werden, wachsen mit mehr Bewegungsraum auf, die Transportzeiten sind limitiert und die männlichen Tiere werden nicht kastriert.

Nach Angaben von PigProgress zeigte sich Wyno Zwanenburg, Vorsitzender der Interessengemeinschaft der niederländischen Schweinehalter (Nederlandse Vakbond Varkenshouders, NVV) erfreut über diese Entwicklung: "Wir haben immer gesagt, dass der Markt beim Schweinefleisch die Erzeugung eines derartiges Segments fordern sollte." Auf der Basis einer angemessenen Zulage auf den Schweinepreis sei es jetzt Aufgabe von Vion, die Schweinehalter zu begeistern, in das Programm einzusteigen.

(Quelle: http://www.topagrar.com/?option=com_content&task=blogcategory&id=25&Itemid=520)

Bild entfernt.Die Schlachtgewichte liegen seit vergangener Woche wieder über denen des Vorjahres

Kassamarkt: Steigende Preis sind morgen wahrscheinlich

Nach der mehrwöchigen Seitwärtsbewegung sind bei der morgigen Notierung steigende Preise wahrscheinlich. Der Grund liegt in den guten Vermarktungsmöglichkeiten des begrenzten Lebendangebotes.

Obwohl die Fleischgeschäfte weiterhin nicht zufrieden stellend verlaufen, steht eine möglichst hohe Auslastung der Kapazität bei den Schlachtbetrieben im Vordergrund.

Absicherungen für Frühjahrsmonate

Die Börsenkurse für die Frühjahrsmonate nähern sich 1,40 Euro. Aus unserer Sicht werden Teilabsicherungen wieder interessant.

(Quelle: VR Agrarberatung)

Bild entfernt.Terminmarkt: Februar Schweine bereits 4 Cent über V-Preis

An der Eurex Frankfurt wurden am vorletzten Börsentags dieses Monats 14 Kontrakte der Monate Februar bis April gehandelt. Februar Schweine stiegen bei 9 gehandelten Kontrakten um 1 Cent auf 1,34 und damit um 4 Cent über den V-Preis der vergangenen Woche. März und April Schweine lagen einen halben Cent fester.

Der M 12 Index für Schweine stieg um 0,17 Cent auf 1,4078 Euro, dem höchsten Stand seit 5 Monaten. Der Index misst die durchschnittlich anhand des Terminmarkts erwarteten Kassapreise für Schweine in den kommenden 12 Kalendermonaten.

Der Terminmarkt für Ferkel blieb umsatzlos, die Kurse wurden auf Vortagsbasis taxiert. Ferkel Index 43,90 Euro.

Aussichten für Freitag: Plus 2 Cent auf 1,32 Euro

Es spricht vieles für eine Erhöhung des Schweinepreises um 2 Cent oder geringfügig mehr. Die Rote Seite ist damit jedoch nicht einverstanden und verweist auf Spannenverluste, da die höheren Preise nicht an die nachgelagerten Stufen weiter gegeben werden könnten.

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
paul
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12 Jahre 6 Monate

Hab gerade die Schlachtgewichte dieser Woche nachgefragt: 0,8 Kg unter Vorwoche.

Nachfrage nach Schweinen ungebremst. +5 Cent ?

Gruß Paul

Lukas
Mitglied seit
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@ paul [#2]

Ist doch klar ungebremst, denn nächste Notierung oder spätestens nächste Woche geht es rauf. Da sind die günstigen Schweine von heute nur gut.

Gruß
Lukas

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Lukas [#3]
Pass mal auf, das es nächste Woche nicht gleich wieder runter geht!
Das Geschäft ist eine einzige Katastrophe! Irgendwann spielt auch die
Auslastung keine Rolle mehr und das Angebot wird von alleine wieder steigen, sobald die Temperaturen hoch gehen!
Gruß Bronto

henrydunnink
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12 Jahre 6 Monate

Wenn Sie jede Woche hier schreiben dass es Nächtste Woche runter gehen soll dann bekommen Sie fast einmal recht. Also weiter machen.

schneemann111
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Brontosaurus [#4]

Kann doch auch wieder runter, nur du hast selbst geschrieben, wenn hoch, dann auch richtig. Daraus folgt mind. + 5 cent. Dann lasst doch die Bänder stehen wenn Auslastung nicht die Verkaufsverluste kompensiert. Nur im Augenblick suchen wirklich Alle. Und dann muss es auch mal hoch gehen. Tut es ja auch, es gibt ja schon überall v-Preis + 5.

Schön wenn sich das auch offiziel bestätigen würde.

Schönes Wochenende

Schneemann

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