Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Schweine: Gedanken zur Situation auf dt. Betrieben zu Weihnachten 2008

gestern hatte ich Besuch vom Fütterungsberater eines großen deutschen Mischfutterherstellers.
Im Gespräch übers Geschäft und Markt erzählte er von seinen derzeit guten Chancen auf Schweinebetrieben derzeit qualitativ hochwertige Produkte verkaufen zu können.
Er berichtete von ehemals führenden Ferkelerzeugern deren Sauen eine sehr schlechte Kondition aufweisen, da aus finanziellen Zwängen heraus über längere Zeit am Futter gespart wurde.
Diese Tiere sollen aber 25 Ferkel im Jahr bringen.
Der einzige Haken sei die mangelnde Bereitschaft der Landhändler das Futter zu liefern, da diese oftmals 15 bis 20 000 € und mehr ausstehen haben.
Da fragt man sich was läuft derzeit schief und warum dauert diese Durststrecke so lange?
Weil viele Erzeuger nicht mehr selbst Herr der Lage sind. Die Betriebe sind so groß, die Kredite so hoch, daß man auf Gedeih und Verderb weitermachen muß, bis entweder die ersehnte Erholung kommt oder man so tief in der Schei... steckt daß kein Rad mehr umgeht. Vor einigen Jahren machte ein Betrieb mit 80 - 100 Sauen eben den Stall zu, ging zur Arbeit und bewirtschaftete im Nebenerwerb sein Land. Es war auch damals sehr schlimm für denjenigen den´s traf aber es war nicht alles kaputt so wie heute wenn es einen mit 500 Sauen zerreißt.

Zu Denken geben sollten uns auch die ungleichen Machtverhätlnisse des Einzelhandels samt Schlachtindustrie gegenüber der Landwirtschaft. Es kräht kein Hahn danach wenn zwei oder drei große Schlachtkonzerne sich absprechen und mit einer konzertierten(derzeit sehr oft benutztes Modewort) Aktion ihre Hauspreise schon 2 Wochen vor Weihnachten durchsetzen also zu einer Zeit als das gesamte Fleisch binnen weniger Tage und Stunden zu gutem Geld gemacht wird. Wollen aber die Bauern ihr Angebot reduzieren
(Milch) klopft ihnen gleich das Kartellamt auf die Finger.
Warum bitteschön dürfen Daimler, VW ,Opel usw. ihre Produktion unbehelligt drosseln oder einstellen?

Solange den Bauern ihr Land und ihr Hof gehört und ihnen gerade soviel bleibt (ca.10000 €) unter dem gewerblichen Vergleichslohn, werden sie weiter Tag für Tag schuften und alle mit billigen Lebensmitteln versorgen.
Denn nichts wäre fataler und gefährlicher als wenn ein Volk hungern müsste.
Genau dies wissen Brüssel und Berlin zu gut und machen die Regeln danach.
Leider ist unsere eigene berufsständische Vertretung zu deren Erfüllungsgehilfen geworden.

Ich wünsche allen Teilnehmern ein frohes und friedvolles Fest

BB

Geschrieben von Bauer Bernie am
heki24
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bauer Bernie

immer dieser Pessimismus so kurz vor dem Fest der Freude.

Denk doch auch mal an unsere "Partner" im vor- und nachgelagerten Bereich.
Da freuen sich bestimmt welche wenn wieder so ein armer Schlucker, der sein Geschäft nicht versteht über den Jordan geht und dann Lohnmäster für Sie wird.
Oder denk an die lieben Kollegen die gerne mal bei dem armen Schlucker in den Hintern kriechen um noch ein paar Hektar oder Mastplätze zu ergattern.

Jetzt mal im Ernst:
Gibt es schon Ferkelerzeugung im Lohn und wie funktioniert das??

Trotzdem schöne Weihnachten von heki 24

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bauer Bernie [#1]
Also ein paar Fragen hätte ich schon zu dieser " Grabrede"

Warum bitteschön dürfen Daimler, VW ,Opel usw. ihre Produktion unbehelligt drosseln oder einstellen?
Wer verbietet das denn den Landwirten die Produktion zu drosseln ?
Wiso sucht ihr immer nur die Schuld bei den anderen ?
Das will mir nicht in die Birne !! Ist das angeboren ? Bekommt man das so gelernt ?
Wo haben wir denn in 2008 nicht genug an Schweinepreis rausgeholt ?
Was haben wir nicht an neue Märkte erobert ?
Was haben wir nicht an Produktionskosten gedrückt ?
Was hätten wir denn noch besser machen können ?

VW, Opel usw. die machen meiner Meinung nach nichts anderes, als auf die Marktlage reagieren. ( Wenn ich die Bitte nach Staatshilfe) mal aussen vorlasse.
Nur die stellen sich nicht hin und sagen:
" Die verdammten Kunden, die wollen doch einfach nicht unsere (zu viel oder falsch) produzierten Autos kaufen." Nein sie suchen den Schuldigen schon bei sich selber und bei der Rezession.
Das machen aber MANCHE Landwirte anders.
Ich meine extrem die Milchbauern !
( Also in welcher Traumwelt die immer noch leben, ist mir echt ein Rätzel.) Die kippen Europa zu mit Milch, und fordern einen "sozialistischen Einheitspreis" von 43 Cent. Und stellen dann die Discounter öffentlich an den Pranger, als wenn die die Schuld dran wären. Also das lass verstehen wer will. Ich kann dem nicht folgen. Und die meisten Verbraucher auch nicht mehr.

Mit diesem "Leistungssteigerungsrad" auf 25 Ferkel, da müssen wir alle mit leben, egal welche Branche.Wir kalkulieren bei den Schlachtkosten pro Schwein ! (nicht pro Kg)mittlerweile mit zehntel Cent Kosteneinsparungen.
Diese ungleichen Machtverhältnisse die haben WIR ALLE gemeinsam produziert. Der Landwirt, der Verbraucher, die Banken usw.
Die Struktur der Schlachtindustrie ist doch aus der Not von jahrelangen schlechten Renditen entstanden.
Und es gibt immer noch mindestens einen grossen Roten in Deutschland, der wird sicherlich noch Riesen Summen investieren müssen, bis der schwarze Zahlen schreiben wird. Wenn dieser Tag überhaupt jemals kommen wird. Marktexperten habe da so ihre Zweifel. Es gab zumindest für ein Unternehmen dieser Gruppe noch einen anderen Interessenten. Ich glaube schon, wenn der den Zuschlag erhalten hätte, dann wäre der Betrieb innerhalb kurzer Zeit wieder provitabel gemacht worden, aber was solls, ist ( erstmal) vorbei.
Ausserdem ist die Umsatzrendite in der Schlachtindustrie im Branchenvergleich immer noch an unterster Stelle. Um das auch mal zu sagen. Die Banken sind auch nicht mehr bereit, in unserer Branche grössere Kredite zu vergeben.

So schönen Abend

Mona Lisa
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Ina, da muss ich Ihnen in dieser besinnlichen Jahreszeit ausnahmsweise mal in weiten Teilen recht geben, so tragisch dieses Thema für die Betroffenen auch ist. Vieles ist in der Tat mit einer Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu erklären.

Nur, liegt es nicht darin begründet, dass der Strukturwandel in den letzten 10 Jahren (jeder 3.Schweinehalter raus!) so schnell von statten ging, dass vielen Betroffenen schlicht die Alternativen fehlten? Es wurden Betriebe vor die Wahl gestellt, die sich eigentlich für Ihre Generation noch ausreichendes Auskommen versprochen haben. Ein Mittefünfziger mit landwirtschaftlicher Ausbildung von 1967 und 20 Jahren selbst und ständigem arbeiten, ist nicht ohne Weiteres ein Arbeitnehmer. Soviele LKW Fahrer werden nun auch nicht gesucht!

Hinzu kommt, das die Politik sich 20 Jahre mit einer riesigen "Käseglocke" auf die LW gesetzt hat. Das entspricht einer kompletten Betriebsleitergeneration, die der "Markt" aberzogen wurde. Selbst wenn dies im Unterbewußtsein abläuft, geprägt hat es das wirtschafliche Handeln des Einzelnen maßgeblich, es hat sich regelrecht eingebrannt! Das Aufhalten des Strukturwandels (aus sozialpolitischen Gründen - ländl. Struktur u.a.) hat die Branche u.v.a. der Volkswirtschaft viel gekostet. Allerdings scheint es der Gesellschaft in Deutschland in irgendeinerweise auch wichtig zu sein, dass eine gewisse (lebenswerte) Struktur erhalten bleibt. Zumindest sagt sie das ins Mikrofon, auch wenn sie nicht einsehen will, dass das Geld kostet, viel Geld!

Was die Milch angeht, so passieren schon seltsame Dinge. Die Auflage des Milchfonds für benachteiligte Gebiet usw. wird mal wieder ein Instrument, dass wie so oft das Gegenteil vom Ziel erreicht:
Der bay. Nebenerwerbler (70% der Milchviehbetriebe in Bay.), der nach der Bandarbeit bei BMW den Tieren nochmal Futter vorlegt, nachdem die beiden geländegängigen Altenteiler bereits gemolken haben, ist (das kann man nicht oft genug sagen) KONKURRENZLOS günstig. Sch....egal, ob 10,15 oder gar 20 Kühe, Anbindung hin- oder her! Absolute Grenzkostenperfektion könnte man auch sagen! Da kann ein großer in MVP sich noch so kostenoptimieren, er kann es nicht schaffen. Das ist nicht zu vergleichen! Der BDM hat so um die 30.000 Mitglieder, wieviele wohl aus Bay.? Deutsche Milchpolitik ist bay. Milchpolitik. Und ich finde es beachtenswert, das die landw. Struktur in Bay. ihren Stellenwert verteidigt, da habe ich absolut nichts dagegen einzuwenden! Aber wenn nun der Versuch unternommen wird, über weitere politische Maßnahmen (Milchfond) eine "Produktion zum Erhalt der Kulturlandschaft" zu fördern, so wiederholen sich die Fehler der Vergangenheit. Man darf die neuerliche Unterstützung der Politik nicht zur Umrüstung der südd. Milchviehhaltung in den Laufstall benutzen und die Produktion über Bedarf anheizen!
Pflege der Kulturlandschaft geht auch ohne Milch...sag ich mal provokant.

..aber zurück zum Schwein: Mal die Frage in die Zukunft gerichtet. Wenn man das "System" so weiter oder gar bis zum "Ende?" denken will, wo führt diese Entwicklung der verschärften Konzentration der Struktur denn in den nächsten 20 Jahren hin? Wieviele und v.a. was für Typen erzeugen dann die Schweine? Konzerne, Großgrundbesitzer, der Staat,.... höre gerne verschiedene Meinungen....

Gruß

wollewatz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bauer Bernie [#1]

Ich würde den Ferkelerzeugern, die Du erwähnt hast, empfehlen jetzt mit ihren Bankern über Liquiditätshilfen zu verhandeln und in dem Zuge die Ferkelpreise an der RMX für die nächsten Monate abzusichern, das liefert den Banken die nötige Sicherheit.
Das Preistal war wirklich lang und schmerzlich, aber die Ferkelpreise steigen doch seit einem Jahr kontinuierlich und gerade jetzt sind sie doch wieder auf einem ordentlichen Niveau.

Wer so intensiv in die Schweinehatlung einsteigt und 500 Sauen hält, der muss sich darüber im Klaren sein, dass er sich in große Abhängigkeiten begibt. Dazu gehört auch die Einbindung in die Strukturen der Agrarwirtschaft. Diese Struktur kann man als Landwirt wohl kaum über den Haufen werfen, das haben uns in diesem Jahr die Milchviehhalter eindrucksvoll bewiesen.

Anderen eine Schuld an der eigenen Situation zu geben oder von anderen zu erwarten, dass sie die eigene Situation retten (Vertreter des Berufsstandes) macht unglücklich.

Gruß,
wollewatz.

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Mona Lisa [#4]
Der Eber sollte auf jeden Fall weiter daran beteiligt bleiben....
Gruß Brontosaurus

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Also wenn ich das immer hier so lese, dann denke ich auch, das zumindest ein Teil der Landwirte seine ganze Zeit und Energie nur noch damit verschwendet, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wer wohl gerade an welcher(für ihn negativer) Situation die Schuld haben könnte. Da hat sich anscheinend ein Automatismuss verselbständigt, der auch nicht mehr zurückzudrehen ist.
Da werden viele Realitäten bewusst oder unbewusst ignoriert, und die Aufgaben die der einzelne wirklich selber beeinflussen kann (z.B. Leistungsfähigkeit auf seinem Betrieb), nicht mehr entsprechend wahrgenommen.
Anders kann ich mir nicht erklären, wie man sich soweit gedanklich von Marktgeschehen, Strukturwandel etc. weg bewegen kann.
Wo ist denn der Schuldige für die Ferkelpreise ?
Ich wüsste nur einen, und das ist Angebot grösser als die Nachfrage.
Wo ist denn der Schuldige für die (ehemaligen) hohen Futterkosten ?
Ich wüsste nur einen , und das ist Nachfrage grösser als das Angebot.
Wo sind denn die Gründe für den steigenden oder fallenden Schweinepreis?
Ich wüsste nur einen, (siehe oben) zumindest auf Dauer.

Warum kann man denn diese Gründe nicht mal einmal akzeptieren wie sie sind, und dann versuchen das beste daraus zu machen. Jeder für sich, ob Schlachter, Landwirt oder Schuster.

Gruss

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bauer Bernie [#1]
Um es vielleicht hier noch mal ausdrücklich klar zu stellen.
Es geht mir hier nicht darum, ihren Beitrag zu kritisieren. Sondern nur das ich eben eine andere Meinung dazu habe. Und für mich sind Sie da gedanklich nicht gerade vor, und fressen sich da in eine falsche Richtung fest. Weil sie sich mit zu vielen Dingen beschäftigen, die werden Sie sowieso nicht ändern, oder aber bilden sich die selber ein.

Zur Kartellgeschichte Milch nochmal eben erwähnt. Da hat sich der Milchverband selber ins Knie geschossen, weil die eine Anzeige gegen die Discounter wegen unerlaubter Preisabsprache beim Kartellamt gemacht haben ( was natürlich Quatsch ist, Aldi mit Lidl Preisabsprachen ??, im Leben nicht. Spinnefeindliche Unternehmen !!) Nur Aldi ist der Landvogt, und wenn der Preise vorlegt, müssen alle anderen hinterher.)
Darauf hin haben die Discounter eine Gegenanzeige beim Kartellamt los gelassen.
Ergebnis ist jetzt. das die Milchproduzenten keinen einheitlichen Milchpreis mehr offiziell fordern dürfen.
Wie sagt man so schön " Dumm gelaufen ".
Aber gut, zumindest haben die nichts unversucht gelassen.
Das ist auch nicht gegen die Milchbauern, die haben sicherlich an 365 Tagen im Jahr viel Arbeit mit den Kühen. Nur wenn ich sehe, auf welchen Weg die ihr Preisproblem versuchen zu lösen, dann kann ich nur dazu sagen, so wird das sicher nichts. Entweder müssen die sich neue Absatzmärkte suchen, oder Radikal nach einem bestimmten Schlüssel die Produktion drosseln. Und beim LEH da haben die im Moment jegliche Symphatien verspielt. Das weiss ich aus sicherer Quelle. Die sind immer noch sowas von Sauer, das glaubt kein Mensch. Weil wenn man den LEH in den Medien Öffentlich als Raubritter hinstellt, obwohl die nur einen angemessenen Marktpreis für die Milch zahlen, dann finden die das nicht so Lustig.

Gruss

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ina
ich kann Ihre Aufregung nicht ganz verstehen. Mit meiner "Grabrede" habe ich lediglich die Situation in nicht wenigen dt. schweinehaltenden Betrieben geschildert.
Um nicht missverstanden zu werden: Ich habe ganz und gar nichts gegen einen freien Markt in dem es ordentlich rauf und runter geht. Nur sollten die Kräfteverhältnisse gleich gewichtet sein und das sind sie nunmal nicht.
Ich gebe Ihnen recht, dass Aldi und Lidl sich spinnefeind sind, aber nur nach Außen zur Schau.
Wie nennen Sie das, wenn am selben Dienstagmorgen die 5 größten Discounter in sämtlichen dt. Tageszeitungen den Liter Vollmilch alle auf damals einheitlich 49 (?) Cent senken?

In sämtlichen Diskussionsbeiträgen zur derzeitigen Krise bekennen sich die meisten der Teilnehmer zum freien Spiel der Kräfte. Und immer wird angefügt, daß man strengere Spielregeln brauche.
Genauso ist es auch auf den Märkten die uns angehen. Wir brauchen strengere Regeln.
Ist es fair, daß innerhalb Europas die einen mit halb so teurem Sprit ihre Felder bestellen dürfen als andere ?
Ist es ok, daß eine handvoll Einkäufer auf der Abnehmerseite Preise drücken dürfen, eine Bündelung des Angebots auf Erzeugerseite wird kartellrechtlich aber nicht zugelassen.

Leider ist es mir nicht immer möglich zeitnah bzw. alle mich angehende Fragen zu beantworten. Momentan bin ich auch noch kein so großer Chef, der sich für ein paar Tausend € einen Schreiberling leisten kann, der für mich hier Forumsdienst macht.

in diesem Sinne frohes Fest
BB

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bauer Bernie [#9]
Also erstens mal, aufregen muss ich mich sehr, über den letzten Absatz den sie da schreiben. Ich weiss auch nicht, warum sie sich da nicht beherrschen können, und mich beleidigen müssen. Aber oft ist das so, das Leute die sich auf so ein Niveau begeben, die Wahrheit nicht vertragen können. OK. eh ich mich jetzt noch mehr aufrege, sehe ich den letzten Absatz als für mich nicht gelesen an.

Zum Thema
Wenn die Discounter wirklich die Preise absprechen würden, glauben sie dann allen Ernstes, das die so DOOF !!! sind, das die dann alle am selben Tag die Preise senken würden ??? Im Leben nicht. Haben die auch gar nicht gemacht.
Und ehe die sich die Preise absprechen, wird Aldi viel lieber den Preis noch mal auf 45 Cent senken. Nur um Lidl noch mal richtig einen rein zu hauen. Das ist ihm viel wichtiger. Da hat Aldi viel mehr Spass dran. Glauben sie es mir. Ich kenne beide Unternehmen mehr als Gut.Und die werden sicherlich ihre Informandten haben, was der andere gerade plant, um entsprechend sofort zu reagieren oder zurückschlagen zu können.
Aldi hat bereits 14 Tage vor der Preissenkung auf Anfrage der Lebensmittelzeitung die Preissenkung bestätigt. Also hatten alle Zeit genug, um sich darauf einzustellen. Im übrigen ist PLUS erst eine Woche später nachgezogen, und Edeka noch später. Bei REWE ( Penny) weiss ich es nicht.

Ausserdem müssen sie mir auch gar nicht antworten, genauso wenig will ich sie hier bekehren. Natürlich ist es nicht fair, das die Dieselbesteuerung verschieden gehandhabt wird, und es wird sicherlich noch viel mehr Ungerechtigkeiten auf der Welt geben. Nur ehe sie es schaffen werden die zu ändern, wird dieser ( Ihr ? ) Betrieb mit seinen 500 Sauen längst Pleite sein. Und wenn der dann Pleite ist, dann wird es immer noch sehr viele Ungerechtigkeiten geben. Weil in der Zeit, wo sie sich mit den Ungerechtigkeiten beschäftigen, rauscht bei ihnen eine Sau, die sie dann vergessen zu besamen. Weil alles gleichzeig geht ja nun mal nicht.
Verstehen Sie was ich meine ?
Ich möchte auch noch mal gerne auf Ihr Ursprungsthema zurückkommen.
Das dieser Betrieb mit 500 Sauen, soviel Verluste macht, wer ist denn jetzt daran Schuld an den Ferkelpreisen und Futterkosten?
Ich schreibe mal ein paar mögliche Antworten:
die2-3 grossen Schlachtkonzerne ?
Der Bauernverband ?
VW, Opel, Daimler ?
Brüssel ? Berlin ?
Die Mäster ?
Aldi, Lidl ?
Suchen sie sich einen aus ! Oder schreiben sie doch noch ein Paar dazu. Mir fallen sicher auch noch welche ein. Aber bitte verschwenden sie niemals einen Gedanken daran, das es vielleicht zu viele Ferkel geben könnte. Die Milcherzeuger machen es ja auch nicht.

Gruss

Mona Lisa
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

@ Bauer Bernie [#9]

Lieber kleiner Bauer bleiben, als großer Knecht werden!

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ina
um meinen Betrieb brauchen Sie sich wirklich keine Sorgen zu machen.
Erstens habe ich keine Sauen, und zweitens läuft der Laden in 6. ter Generation und da war mit Sicherheit einiges zu überstehen. Das sind wir gewöhnt.
Ich habe dieses Thema vom Zaun gebrochen weil es bittere Realität für viele unserer Kollgegen ist und weil ich mich nicht zurücklehne und denke Hauptsache mir geht´s gut.
Wenn mich auch Kühe nicht die Bohne interssieren, so sehe ich doch die Arbeit die das ganze Jahr dahintersteckt selbst bei den gut gemanagten Betrieben.
Was diese Leute umtreibt ist folgende vereinfachte Rechnung:
Warum sollen wir nicht dafür kämpfen, dass unser Betrieb mit 500 000 l Quote bei 35 Ct. Milchpreis und 25 Ct. Produktionskosten 50 000 € Einkommen bringt. Anstatt 1 Mio l zu melken bei 25 Ct. Milchpreis und 21 Ct. Produktionskosten (stimmt´s Mona Lisa?)
Selbst bei 19 Ct. Produktionskosten wäre mir Var. 1 auch lieber.
Merken wir dennn nicht gerade in diesen Zeiten, dass das System der reinen knallharten Marktwirtschaft auch sehr gefährlich ist? Mir als Bank wären 2 stabile 500 000 l Betriebe lieber als ein wackliger 1 Mio l Kandidat.
Ob sie es mir glauben wollen oder nicht. Der betriebsleitergeführte Familienbetrieb wird allen anderen Betriebsformen im Schnitt immer eine Nasenlänge voraus sein. Denn dadurch, daß der Besitzer Tag für Tag mit allem was er hat haftet für das was er tut, ist er besser als der Großbetrieb mit Angestellten, die nach der Uhr arbeiten.
Wäre dem nicht so, würden längst Ihre "grossen 2-3" die Fleischproduktion selbst organisiern. Sie können´s aber nicht billiger und nicht besser als die Bauern.

Ich kann Ihnen den Schuldigen leicht präsentieren: Die Gier des Menschen nach immer mehr
Sie ist zwar Antrieb zu immer besseren Leistungen. Sie ist aber auch dafür verantwortlich, dass wir uns als Gesellschaft zugrunde ríchten werden.

Mfg
BB

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bauer Bernie [#12]
Gut, ich mache mir auch um sie keine Sorgen.( Ich weiss auch ehrlich nicht, woraus sie das hier lesen das ich mir Sorgen mache).
Alles was ich machen kann und auch will ist die Leistung der Landwirte anzuerkennen.
Und wenn die Milchbauern für ihre Preise kämpfen, dann ist das auch ihr gutes Recht. Nur wenn man eine geschätzte Überproduktion von +-20-30 % an Milch (Quote hin oder her) in Europa hat, dann sollte man doch dieser Tatsache erstmal ins Auge sehen. Oder sehe ich das falsch ?
Und da gibt es für mich nur 2 Lösungsansätze die auch wirklich nachhaltig wirken werden.
Entweder muss ich die Nachfrage ankurbeln ( z. B. durch neue Exportmärkte, keine Ahnung, ob man das kann, wir beim Fleisch machen es jedenfalls)
Oder ich muss das Angebot reduzieren (wie Opel, VW, Mercedes)

Aber diese Themen werden ganz bewusst nicht angepackt. nein,die Überproduktion wird sogar bewusst verschwiegen.
Man versucht stattdessen einen sozialistischen Einheitspreis von 43 cent zu erpressen, und möchte sich dann am liebsten für diesen Preis totmelken.
Wo ist denn da noch eine Marktwirtschaftliche Logig ?
Das sind für mich kommunistische Grundgedanken, die nirgends auf der Welt funktionieren.
Und dann diesen Krieg mit dem LEH anzuzetteln, die selbst wenn sie wollten diese 43 Cent auch garn nicht realisieren können,(weil sie das auch gar nicht in der Hand haben ) das ist für mich der Gipfel.
Wenn das klappen würde, dann sollten wir sofort anfangen, feste Preise
für jeden neuen VW festlegen, sofort mit Kaufzwang für den Kunden. ( Anders geht das nicht ) Staatliche Fleischpreise mit mind. Verzehrmenge usw.. Vegetarier zahlen dann eine Sondersteuer.
Staatl. festgelgte Benzinpreise mit mind. staatl. festgelegter Kilometerleistung.
Sie werden jetzt lachen, oder ?
Aber nichts anderes verlangen die Milcherzeuger. Es ist so. Leider

Mit der Gier der Menschen und der Gesellschaft dazu möchte ich mich nicht äussern, weil das könnten sie bis zum jüngsten Tage noch diskutieren, das bringt meiner Meinung nach nichts. Dieser Zug ist abgefahren, da kann man mal wenn man mal Zeit hat sich erinnern, wie es früher einmal war...mehr nicht.

Gruss

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ina
Dass Sie sich in der Fleischbranche gut auskennnen wird hier keiner bezweifeln.
Beim Milchmarkt hingegen bestehen große Defizite, sonst wäre Ihnen nicht entgangen, dass ein Großteil der Erzeuger genauso wie die Autoindustrie bereit ist ihr Angebot zu drosseln und zwar im Rahmen ihrer betriebl. Quote.
Da Brüssel aber weiß, dass dies funktionieren würde und dieser Markt dann von den Erzeugern steuerbar würde schaffen sie dieses Instrument ab.
Halten Sie bitte die Milchbauern nicht für so blöd, dass sie nicht wüssten dass 20 % Überproduktion und 43 Ct. nicht geht.
Auch die Politik weiss das und subventioniert, damit die zukünftigen Billigmelker nicht frustriert das Handtuch werfen, neue Kuhställe auf Teufel komm raus.

Mfg

wollewatz
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Bauer Bernie [#12]

Also dieses Märchen mit dem bäuerlichen Familienbetrieb als optimale Unternehmensform für die Landwirtschaft glaube ich nicht mehr. Der Bauernverband hat das ja über viele Jahre hochgehalten, aber wenn man mal hinter die Kulissen schaut sieht man, dass das alles nicht so ganz haltbar ist.
Diese intensive Kopplung von Familie und Betrieb ist ein absoluter Schwachpunkt: wie viele Bauern sind gegen ihren inneren Willen Bauer geworden, nur weil sie sich traditionell verpflichtet fühlten? Was für ein Theater gibt es oft zwischen den Generationen, wie unsozial sind die Themen Urlaub, Krankheitsausfall, Mutterschutz usw. geregelt?
Nicht jeder, der gut Schlepper fahren kann, ist ein guter Landwirt. Und gerade in der heutigen Zeit sieht man doch, dass man es kaum schafft, sich in allen Teilbereichen 100%ig auszukennen. Der eine kann seine Maschinen bis zur letzten Schraube zerlegen, der andere rechnet mit Begeisterung eine Futterration bis zur 3. Kommastelle perfekt aus und ein paar agieren erfolgreich am Markt. Nur alles zusammen habe ich bei noch keinem Landwirt gesehen. Das ist auch ganz normal.
Alle anderen Unternehmen fusionieren um so genannte Synergieeffekte zu erzielen. Wir Landwirte haben da immer noch ein Defizit und verschenken Potential, wenn wir glauben, dass nur der kleine eigenbrödlerische Familienbetrieb eine Zukunft hat.

Gruß,
wollewatz.

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ wollewatz

ich habe betrieblseitergeführen Familienbetrieb gemeint. Dazu zähle ich selbstverständlich auch solche Betriebe die mit Fremd-Ak´s wirtschaften.
Da sind dann die sozialen Dinge wieder möglich.
Diese Betriebe sehe ich (auf jeden Fall bei tierhaltenden Betrieben) deutlich besser aufgestellt als Genossenschaften AG´s oder verwaltergeführte Betriebe wo der Betriebsleiter nur Angestellter ist.
Jeder der gegen seinen eigenen inneren Willen etwas macht wird nie erfolgreich sein.
Das gilt für alle Branchen. Nur wenn´s Herzblut mit eingebracht wird kann´s gut werden.

Mfg

Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Register now

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich
Hilfe?