Schweine: Gülle lukrativer als Schweinefleisch ?
Schweinepreis der Zukunft
Hat sich schon mal jemand Gedanken dazu gemacht in wieweit die Änderung des EEG den Schweinepreis beeinflussen könnte?
Wenn der Güllebonus steigt ist die Verwertung der Gülle interessanter und ich erweitere die Schweine!
Fällt der Bonus dann baue ich nicht ! bzw stalle nur 80 % ein ?
Einige der Gedanken sind mir schon in ruhigen Momenten beim Jagdansitz auf Wildschweine gekommen !
Waidmannsheil
wünscht Saubauer
@ Saubauer [#1]
Warum und vom wem wird für Gülle eine Subvention bezahlt ? Die Holländer und einige deutsche Gebiete haben doch so viel Gülle übrig, daß sie nicht wissen wohin damit.
Oder irre ich mich da ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#2]
So was ähnliches habe ich vor einem Jahr schon mal gehört. Ein Kollege mit Biogas wollte mich dazu animieren eine solche Anlage zu bauen. Er würde sich auch finanziell gerne daran beteiligen.
Seine nicht ganz von der Hand zu weisende Begründung: Pro Mastplatz wird am Energieverkauf aus dem Mist mehr verdient als an der Mast.
Mfg
BB
Eine Tonne Schweinegülle kann im Augenblick mit etwa 9-10€ verstromt werden (inkl. Güllebonus)
Eine Tonne Bullenmist bringt momentan etwa 50€ Strom, die Tonne Hähnchenmist 75€.
Eine Tonne Silomais bringt etwa 90-100€ (alles zuzüglich Wärme).
Macht also etwa 4,5-5€/Schwein oder 13,5-15€ pro Platz. Die Frage ist, ob man seine Gülle für dieses Geld auch loswerden kann. Denn dann hätte der Biogasbetreiber keinen Cent an der Gülle verdient. Wird ja doch nur wegen dem Bonus gemacht,Mais kann man ja kaum durch Gülle ersetzen. Da wird in der Praxis eher auf Festmist zurückgegriffen. Also in unserer viehintensiven Gegend ist Gülle genug zu bekommen. Woanders mag das anders aussehen. Nur wegen der Schweingülle eine BGA zu bauen, ist glaube ich nicht besonders vernünftig, besonders wenn man die Co-Substrate womöglich alle kaufen muss.
Da muss der Güllebonus schon deutlich steigen, damit sich das rechnet. Außerdem wird das doch nur für Neuanlagen gelten, oder nicht?
Gruß Pigeldy
Nun; man muss das so sehen; wenn man Gülle aus der Mast entsorgen muss; kostet einem das je m3 zwischen 5 und 6,5 Euro zzgl.MwSt.
Allerdings müssen die meisten anschliessend nach dem "Umweg" über die BGA auch einen Teil des Gärrestes abgeben; wenn man die N-Salos für die CC einhalten will; und so hat man durch die Verstromung die Gülle quasi für null "entsorgt".
Die Geschichte rechnet sich natürlich umso besser; wenn man in einer Tierarmen Gegend ist und den Gärrest für Lau abgeben kann.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Genau so ist es.
@ Pigeldy [#4]
Hier werden doch sehr einfach Zahlen in den Raum gestellt.
Sicherlich stimmt es, dass der Stromertrag aus einer Tonne Schweinegülle bei 9,-- € liegt.
Allerdings muss man bedenken, dass hiervon noch die komplette Biogasanlage zzgl. der Arbeit gezahlt werden muss.
Bei einer Wirtschaftlichkeitsberechnung für eine BGA entfallen auf die Kosten für die Substratbersorgung ca. 50 %. Insofern hat die Schweinegülle in der BGA einen reellen Nährstoffwert von max. 4,5 €.
@ Richard Ebert [#2]
Saubauer meint mit Subvention sicherlich den Güllebonus der mit dem EEG 2009 ins Leben gerufen wurde um die Verwertung von Gülle in Biogasanlagen zu fördern. Ohne diesem Bonus war die Gülleverwertung in BGA´s nur neben riesigen Mastanlagen rentabel zu betreiben. Sobald Geld für den Transport der Gülle aufgewendet werden musste um diese von A nach B zu bringen wurde es schwierig. Leider hat der Bonus nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Es wird zwar deutlich mehr Gülle eingesetzt, aber viel von dem Geld bleibt jetzt auf der Straße weil die Gülle teilweise bis zu 10 km zur BGA gefahren wird um sie dort zu Strom zu machen.
Im EEG 2012 versucht man diesen Fehler zu korrigieren. Gülleanlagen werden nur noch bis zu
75 kw besser vergütet und auch nur dann,wenn die Gülle direkt am Standort anfällt.
Thomas Balling
@ bbw [#7]
In unserer Region wird Gülle bis 25 km gefahren und bis 5.- Eur bez!
Hühnermist wird bis 100km gefahren, Rindermist in Contanern auf kleinen Betrieben ( 50-70 Rinder ) gesammelt und zur BGA gefahren.
Tritticale Topbestand gestern für 1400 absiliert.
WAHNSINN !!!
@ Richard Ebert [#2]
Die Gülle stabilisiert den Prozess,da ja viele ohne Viehhaltung und Fläche gebaut haben wird diese zugekauft.
War gestern auf einer Anlage jetzt 265 Kw ab August 530 KW ohne Wärmekonzept!! Unglaublich das man sowas bauen kann. Hir haben die Behörden geschlafen
MfG
Saubauer
@ bbw [#7]
schon klar, Erlös vor Abzug aller Kosten.
@ Saubauer [#8]
dann gibt es bei euch in der Gegend nicht so viel Veredelung? Würde hier keiner bezahlen.
Gruß Pigeldy
Für den "Brennwert" der Gülle sind sicherlich 5€/m³ anzusetzen. Die Frage ist doch die, ob der Gärrest dann noch uurückgenommen werden muss oder nicht. Sonst müsste man ja noch den Düngewert ansetzen, bei Rindergülle können da so um die 12€/m³ zustande kommen.
Mfg
Geno-Bauer
@ Pigeldy [#9]
In FRanken läuft ein großer Teil der Viehhaltung in Kleinbetrieben,wobei sich sehr viele von der Tierhaltung in den letzten Monaten verabschiedet haben!