Schweine: Hoffnung auf höhere Preise am Freitag
Europa: Schlachtschweinenotierungen weiter gesunken
Agrarheute.com / AgE, Brüssel (19.07.10) - Die seit Mitte Juni zu beobachtende Abwärtsbewegung der Schlachtschweinepreise an den repräsentativen Märkten der Europäischen Union hat sich auch in der ersten vollen Juliwoche fortgesetzt.
Laut Angaben der EU-Kommission verringerte sich das durchschnittliche Erlösniveau je 100 Kilo Schlachtgewicht (kg SG) in der Woche zum 11. Juli 2010 um 1,25 Euro oder 0,8 % auf 149,19 Euro. Das vergleichbare Vorjahresniveau wurde um etwa 7 Euro je 100 kg SG beziehungsweise gut 4 % unterschritten.
Niederlande: Stärkste Preisrückgänge
Am stärksten ging es in der Berichtswoche bei den Schweinepreisen in den Niederlanden mit einem Minus von 3,4 % nach unten. In Dänemark sank die Notierung um 2,0 %. Deutschland meldete für die Berichtsperiode ebenso wie Großbritannien einen Abschlag von 1,4 %. In Frankreich und Spanien verschlechterte sich das Preisniveau gegenüber der Vorwoche vergleichsweise moderat, nämlich um 0,7 % beziehungsweise 0,2 %.
Polen: Geringer Anstieg
Von den großen Produktionsländern verzeichnete in der Berichtswoche lediglich Polen einen Anstieg der Schlachtschweinepreise, der mit 0,1 % aber marginal ausel. Zu deutlicheren Aufschlägen kam es demgegenüber in Ungarn mit 1,3 %, in Rumänien mit 2,5 % und in Estland mit 2,7 %.
(Quelle: http://www.agrarheute.com/schlachtschweinenotierungen-weiter-gesunken)
Kassamarkt: Knappe Versorgung mit Schlachtschweinen
In der vergangenen Woche lagen die Schlachtungen im Nordwestraum bei 658.000 und damit so niedrig wie in den Wochen um Ostern. Das Vorwochenergebnis wurde um rund 30.000 unterschritten. Die Zahlen verdeutlichen, dass der Schlachtschweinemarkt knapp mit Schweinen versorgt ist.
Da auch der Fleischverkauf Nachfrageimpulse erhält nimmt die Suche der Schlachtbetriebe zu. Der Vion Schlachtkonzern versucht zusätzliche Stückzahlen zu mobilisieren, in dem ein Aufschlag von einem Cent auf den aktuellen Vereinigungspreis gezahlt wir.
Aus Erzeugersicht gibt es berechtigte Hoffnung auf einen steigenden Auszahlungspreis am kommenden Freitag.
(Quelle: VR Agrarberatung)
Die Schlachtzahlen der vergangenen Woche lagen um 36.000 oder fast 6 % über denen des Vorjahres.
Terminmarkt: Februar Schweine plus 1,9 Cent
An der Eurex Frankfurt schlossen Schweine entgegen den vielen vermeintlich positiven Meldungen nur geringfügig über den Kursen des Vortags. Bei einem Umsatz von 8 Kontrakten schloss der M 12 Index für Schweine um 0,12 höher bei 1,3958 Euro. Dies ist alleine auf zwei gehandelte Kontrakte per Februar kommenden Jahres zurück zu führen, die 1,9 Cent höher bei 1,349 Euro gehandelt wurden.
Am Ferkel Terminmarkt wurden 19 der offenen 25 Juli Kontrakte zum von der Börse veröffentlichten Abrechnungspreis bei 43 Euro glatt gestellt. Die Monate März bis Mai wurden je 1,50 Euro höher getaxt, der M 12 Index für Ferkel schloss aus diesem Grund 32 Cent höher bei 45,12 Euro.
Die Vion Gruppe zahlt in meiner Region laut Aussagen des Händlers ab heute Basispreis + 2 ct.
Mfg Saubauer
Keine Schweine zu Vion !!!
Wer so handelt,hat kein Schwein verdient.
mfg
Paul
@ Paule [#3]
Die VION sollte über das ganze Jahr hinweg ein verlässlicher Partner für die EZGs sein. Von diesen höheren Basispreisen profitieren zu aller erst die flexiblen Mäster und Viehhändler, was ja nicht unbedingt zu verurteilen ist, bereiten diese uns doch den Weg möglicherweise vor.
@ Paule [#3]
Das was Vion macht, ist Marktwirtschaft. Kaufpreise bieten, je nachdem wie groß das Schweineangebot am Markt ist und je nachdem, wie sie das Fleisch selbst verkaufen können.
Die Alternative ist eine sozialistische Planwirtschaft voll mit Quoten und festen Preisen ohne jeglichen Spielraum für die Handelspartner.
Nach meiner Kenntnis ist die Vion nicht vertraglich zur Zahlung von Preisen verpflchtet, die von der Vertretung der Gegenseite, der EZG's, festgelegt werden.
Wie ist das denn im Ferkelhandel zwischen Ferkelerzeuger und Mäster ? Richten sich alle nach einer bundesdeutschen Einheitsnotierung oder versucht jeder geschickt zu niedrigen Preisen einzukaufen ?
Wer so handelt,hat kein Schwein verdient.
Ist ja niemand dazu gezwungen. Es kann auch alternativ an die Abnehmer geliefert werden, die 2 Cent weniger zahlen.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#5]
Wofür gibt es dann den Vereinigungspreis ??
Letzte Woche 2 Cent drunter....
Diese Woche 2 Cent drauf....
Entweder wir halten uns an den Preis oder er gehört abgeschafft!!
In dieser Woche könnte ich für +5 oder +6 Cent Schweine verkaufen. Ich werde es nicht tun und an meinen Stamm-Abnehmer liefern für die vereinbarten festen Aufschläge, da er auch in schlechten Zeiten den Vereinigungspreis zzgl. der vereinbarten Aufschläge zahlt.
Wo bleibt die Menschlichkeit bei der VION ?
MfG Schinken
@ Schinken [#6]
bin Deiner Meinung ! ! !
Gruß
Topschwein
@ Schinken [#6]
Ich persönlich halte auch nichts von diesen Geschäftsgebaren der VION, allerdings verstehe ich diese Art zu agieren, und da hat Herr Ebert den Nagel auf den Kopf getroffen. Und was immer wieder herauszuhören ist, ist das Missverständnis des Vereinigungspreises.
Dieser Preis ist nur eine EMPFEHLUNG. Und wurde über Jahre hinweg von den meisten Marktteilnehmern lediglich akzeptiert.
Allerdings ist es keine amtliche NOTIERUNG, noch stellt es den Gleichgewichtspreis oder eine Pflichtgröße dar. Warum werden denn Land auf Land ab überall Zuschläge oder Abschläge gezahlt?
Zur Info nochmal => http://www.vezg.de/vereinigungspreis.html
Keiner braucht den V-Preis, weder Schlachthöfe noch Landwirte. Allerdings wenn die Landwirtschaft gegen das, im Endeffekt selbst gewählte, Übel nicht angeht, ist was Falsch an dem Gedanken des V-Preises. Nämlich die grüne Seite weniger Angreifbar zu machen gegen die großen Bösen Schlachthöfe.
Aber wie Herr Mühlenbach jetzt mit Sicherheit einwerfen wird. Das sind alles keine neuen Diskussionen, noch neue Erkenntnisse. Diese Diskussion ist wohl genau so alt, wie der V-Preis selbst auch.
Ich kann Ihnen nur Raten, wenn Sie meinen, dass Sie ihre Schweine nicht mehr auf Basis eines V-Preises verkaufen möchten, sondern nach den Gesetzen der "normalen" Marktwirtschaft, dann nehmen Sie sich ein paar Kollegen an die Hand und gründen Sie eine EZG und nehmen die ganze Sache komplett selbst in Hand.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Sache.
sapa
Tja; so ist das leider.
Wenn der Vereinigungspreis "bindend" währe; dann hätten die Kartellwächter schnell was zu sagen.
Einige der Roten Seite können wohl "ein Leid davon singen"; wo doch grade die Behörde in einigen Häusern so ein klein wenig sein Unwesen treibt; dessen Ausgang noch nicht abzusehen ist.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Richard Ebert [#5]
Sicher Herr Ebert, das ist Markt! Aber gerade für EZGs, die die Schweine aller Mitglieder über das ganze Jahr hinweg vermarkten müssen, dürfte der Hauspreis über V-Preis der VION nicht überzeugen. Hier ist Verlässlichkeit sehr wichtig, denn für geschobene Schweine haben die Mitglieder kein Verständnis und niedrigere Hauspreise werden ebenfalls höchst ungern aus eigener Tasche ausgeglichen- schließlich erwarten (und bekommen meist auch) die Mitglieder den V-Preis.
Umgekehrt muss eine EZG natürlich auch gegenüber den Schlachtstätten verlässlich sein.
Die VION hat schon mit dem Slogan "Partner aus Leidenschaft" geworben, ob sie es aktuell noch tun, weiß ich nicht. Zumindest ist VION kein verlässlicher Partner für die Landwirtschaft!
Danke für die verschiedenen Meinungen.
Sapas Beitrag [#8] kann ich in allen Punkten zustimmen. Besonders jedoch dem letzten Absatz:
Ich kann Ihnen nur Raten, wenn Sie meinen, dass Sie ihre Schweine nicht mehr auf Basis eines V-Preises verkaufen möchten, sondern nach den Gesetzen der "normalen" Marktwirtschaft, dann nehmen Sie sich ein paar Kollegen an die Hand und gründen Sie eine EZG und nehmen die ganze Sache komplett selbst in Hand.
Ich schreibe nicht um irgendjemanden zu ärgern oder ihm zu schaden, sondern um weiter führende Gedanken anzuregen, die unbefriedigende Situation grundlegend zu verbessern.
Wie Sapa schreibt: und da hat Herr Ebert den Nagel auf den Kopf getroffen
Es wird sehr viel über 'falsches' geklagt, aber sehr wenig getan, die Verhältnisse grundlegend zu ändern. Wer bindende Preise möchte, kann diese sofern ich mich nicht irre als Verband beim Kartellamt beantragen. Dann muss sich die Vion wie alle anderen daran beteiligen. Ansonsten bleibt die Gründung einer leistungsstarken EZG oder eines Verbandes, um mehr für die Grüne Seite zu erreichen. Auch ohne den allmächtigen Bauernverband. Vielleicht schreibt uns Paul mal seine Gedanken dazu.
Ansosten: Meine Frage in Beitrag [#5] wurde von niemandem beantwortet, daher nochmals:
Wie ist das denn im Ferkelhandel zwischen Ferkelerzeuger und Mäster ? Richten sich alle nach einer bundesdeutschen Einheitsnotierung oder versucht jeder geschickt zu niedrigen Preisen einzukaufen ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Es gibt die regionalen Einheitsnotierungen plus die Qualitätsaufschläge 6-12 €, je nach dem was man für ein Ferkel, in welcher Gruppengröße, aus wievielen Erzeugerbetrieben haben möchte.
Bundesdeutsche Einheitsnotierungen gibt es nicht!
@ PorkyPig [#12]
Für mich gibt es einen Unterschied zwischen Notierung (Preisfeststellung) und Einheitspreis.
@ Richard Ebert [#5]
Es gibt Mäster, die völlig ungebunden immer das billigste Ferkel kaufen möchten.
Viele Mäster hingegen wollen ein gutes Ferkel zum vernünftigen Preis und denen ist die Qualität und die Verlässlichkeit gegen über der Vermarktungsorganisation bzw. des Ferkelerzeugers auch sehr wichtig. Ich vermute, dass diese Mäster mittelfristig mindestens genauso erfolgreich sind, wie diejenigen, die letztlich nur auf den Preis schauen.
Einheitspreise will kein Mäster. Was die Mäster wollen ist eine ausbalanciertes Kräftegleichgewicht am Schweinemarkt. Jetzt aktuell sind die Mäster in der Position auch mal Forderungen zu stellen und deshalb sollte man sich bei der Schweinevermarktung auch an vergangene Monate erinnern, in denen man teilweise nicht unbedingt fair bzw. verlässlich miteinander umgegangen ist.