Richard Ebert
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Schweine: Internetbörse fest, Terminmarkt überwiegend freundlich

Schweine: Fleischnachfrage von Kaufkraft der Bevölkerung abhängig

Von Dr. Albert Hortmann-Scholten

Agrarheute.com (13.01.10) - Zum Jahresende 2009 kann festgehalten werden, dass sich die Preise für entscheidende Notierungen für Schlachtrinder und -schweine deutlich unter dem Vorjahresniveau bewegen.

Insbesondere der Schlachtschweinemarkt hat im Jahresverlauf enttäuscht. Die Gründe sind vielschichtig. Zum einen hat die Wirtschaftskrise die Kaufkraft der Verbraucher eingeschränkt. Darunter leidet vor allem der Rotfleischabsatz, insbesondere im Hochpreissegment. Zudem leisten sich die Discounter auf dem Rücken der Erzeuger eine Preisschlacht nach der anderen.

Geflügelsektor macht Druck auf Rinder- und Schweinemarkt

Weiterer Druck entsteht durch den Geflügelsektor, der dem Rind- und Schweinefleisch vermehrt Marktanteile abnimmt. Hinzu kommen Wechselkursnachteile und Probleme beim Export nach Asien und Osteuropa. Die EU-Produktion war im Schweinemarkt in diesem Jahr zwar rückläufig, aber trotz allem stellt Deutschland mit voraussichtlich 56,2 Millionen Schweinen erneut einen Schlachtrekord auf. 2010 wird sich an den hohen Schlachtmengen in Deutschland voraussichtlich wenig ändern. Da mittlerweile zirka sechs Millionen lebende Schlachtschweine primär aus den Niederlanden und Dänemark nach Deutschland importiert werden, könnte die Schlachtung im nächsten Jahr sogar über 57 Millionen Schlachteinheiten ansteigen.

Innerhalb der Europäischen Union wird sich das Schlachtschweineangebot zumindest für das erste Halbjahr 2010 nochmals leicht reduzieren. Die Europäische Union erwartet in den ersten beiden Quartalen einen Produktionsrückgang von einem halben Prozent. Aufgrund dessen hat der EU-Prognoseausschuss verhaltende Preiserwartungen für das erste Halbjahr 2010 in Aussicht gestellt.

Ferkelmarkt: Steigende Preise erwartet

Vor diesem Hintergrund tut sich ebenfalls der Ferkelmarkt relativ schwer. Die saisonalen Schwächen des Herbstes 2009 sind allerdings derzeit schon überschritten. Hier werden für die nächsten Monate steigende Preise erwartet. Gleichwohl muss man auch hier festhalten, dass das Preisniveau des ersten Halbjahres 2010 voraussichtlich unter den Vorjahrespreisen liegen wird. EU-weit liegen die Rindfleischpreise je nach Kategorie zwischen acht Prozent bis zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das langjährige Mittel der Jahre 2003 bis 2007 wird allerdings zurzeit immer noch aktuell deutlich überschritten. Die Preisentwicklung am Schlachtrindermarkt war nach dem Ausnahmejahr 2008 ebenfalls deutlich gedämpft.

Rinderhaltung deutlich rückläufig

Die Rindviehhaltung ist sowohl innerhalb der Bundesrepublik wie auch in der europäischen Union weiter auf dem Rückzug. Rinderhalter und insbesondere Mutterkuhhalter gaben im letzten Jahr überproportional mit einem Rückgang von 3,1 Prozent bzw. 3,6 Prozent ihre Betriebe auf. Für 2010 ist zu erwarten, dass sowohl innerhalb der EU als auch innerhalb Deutschlands die Rindererzeugung rückläufig sein wird. Aufgrund dessen werden sich die Rindfleischüberschüsse in der Bundesrepublik Deutschland weiter reduzieren. Die Exportquoten werden nachgeben. Die Nachfragen nach Rindfleisch werden insbesondere von der konjunkturellen Lage beeinflusst. Bestenfalls wird sich innerhalb Deutschlands eine Stabilisierung der Rindfleischnachfrage bei etwa 12,2 kg pro Kopf/Jahr ergeben. Aufgrund dieser Gesamtkonstellation wird mit etwa unveränderten Preistendenzen zu rechnen sein.

Fazit: Kaufkraft bestimmt Fleischnachfrage

Die Fleischnachfrage ist entscheiden von der Kaufkraft der Bevölkerung abhängig. Sollte sich europaweit eine stärkere Marktentlastung in Kombination mit einer konjunkturbedingten Nachfragebelebung durchsetzen, sind zum Spätherbst steigende Erzeugerpreise zu erwarten.

Dr. Albert Hortmann-Scholten ist Kom. Leiter Sachgebiet Betriebswirtschaft/Markt bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg

(Quelle: http://www.agrarheute.com/schwein/schwein/fleischnachfrage_von_kaufkraft_der_bev%F6lkerung_abh%E4ngig.html?redid=325747)

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Kassamarkt: Angebot etwas rückläufig

In der aktuellen Schlachtwoche können die angebotenen Schweine weiterhin gut bei den Schlachtunternehmen untergebracht werden. Die leicht schwierigen Witterungsverhältnisse führen zu einem erschwerten Transport, so dass sich anscheinend das Angebot an Schweinen, die auf den Schlachtschweinemarkt gelangen, etwas rückläufig ist. Auch die Nachfrage des Lebensmittel Einzelhandels und der Verarbeiter ist dem Angebot an schlachtreifen Schweinen entsprechend.

(Quelle: ISN, Damme)

Bild entfernt.

Internet Schweinebörse plus 3 Cent

Die Internet Schweinebörse Nordwest meldet für heute bei einem Umsatz von 470 Schweinen einen Preisanstieg um 3 Cent auf 1,36 Euro in einer Spanne von 1,35 bis 1,36 Euro.

Terminmarkt: April Schweine plus 1,5 Cent

An der Eurex wurden heute 9 Schweine Kontrakte umgesetzt. Während der April um 1,5 Cent auf 1,36 Euro anzog, gab der Juni um 1,3 Cent auf 1,45 Euro nach. Januar Schweine schlossen unverändert bei 1,29 Euro und damit um 1 Cent unterhalb des V-Preises. Der M 12 Index wurde 0,18 Cent höher bei 1,3846 Euro ermittelt.

Juni- und Juli Ferkel stiegen bei einem Umsatz von einem Kontrakt um 50 bzw. 40 Cent, der Index um 4 Cent auf 44,03 Euro.

Bild entfernt.

Aussichten für Freitag: Unverändert 1,30 Euro

Die Internet Schweinebörse notierte höher, die Futures überwiegend freundlicher, doch Januar Schweine werden weiterhin unterhalb des V-Preises angeboten.

Leider liegen die Schlachtgewichte der beiden letzten Wochen noch nicht vor. Sie könnten aufzeigen, inwieweit die Wetterlage zu einer späteren Lieferung von Schlachtschweinen und höheren Schlachtgewichten geführt hat, die auf das Angebot dieser oder der kommenden Woche drücken könnten.

Geschrieben von Richard Ebert am
Muehlenbach
Mitglied seit
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Frage: Fehlen wirklich die Schweine wegen der Witterung?
Oder gibt es diese Schweine nicht wirklich?
Hier im grossen Nord-West-Raum gibt es nicht wirklich Probleme.
Einzig die grossen Mengen aus DK sind leicht zurückgegangen; witterungsbedingt.
Landwirte sind auch nicht mehr so blöd; kann mir durchaus vorstellen; dass mehr Schweine bei den Viehzählungen angegeben wurden als tatsächlich vorhanden sind; so wie das in Italien die Regelmässigkeit bei der Erfassung der Milchkühe ist.
Währe mal was ganz neues.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

"Innerhalb der Europäischen Union wird sich das Schlachtschweineangebot zumindest für das erste Halbjahr 2010 nochmals leicht reduzieren. Die Europäische Union erwartet in den ersten beiden Quartalen einen Produktionsrückgang von einem halben Prozent. Aufgrund dessen hat der EU-Prognoseausschuss verhaltende Preiserwartungen für das erste Halbjahr 2010 in Aussicht gestellt."

Bei uns fangen die Viehtransporte früher an und hören später auf, aber weg sind die Schweine. In der Schweinehochburg ist somit fast alles normal.

Außerdem denke ich das viele Tiere in Ost-EU erfrieren. Somit auch dort der Bedarf bleibt.

Gruß
Lukas

PorkyPig
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Angebotsstückzahlen leicht rückläufig. Licht am Ende des Tunnels?

Wie sieht die Rote Seite den mengenmäßige Abverkauf sowie den Export?
Sind am Freitag +3 Cent drin wie von der Internetbörse bereits vorgegeben wurde?

MfG

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ PorkyPig [#4]
Ganz im Gegenteil! das Geschäft ist seit gestern wesentlich schwieriger
geworden. Reklamationen häufen sich und Teile stehen vermehrt unter
Druck! Aus heutiger Perspektive würden ich sagen: morgen noch unverändert
und für nächste Woche steigt die Wahrscheinlichkeit eines Preisrückgangs.
Gruß Bronto

Werner
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Amen

und die veräppelei der roten Seite geht weiter.
Schweine werden gesucht und nicht geschoben. Liebe rote Seite
bleibt doch einmal ehrlich.
Unser Problem ist nur,das viele noch die Produktion ausweiten. Wir Landwirte entscheiden über die Menge und damit auch über den Preis.

Mfg Werner

Lukas
Mitglied seit
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Und spätestens Ende Januar werden die Schweine knapp wie immer.

"Aus heutiger Perspektive würden ich sagen: morgen noch unverändert
und für nächste Woche steigt die Wahrscheinlichkeit eines Preisrückgangs."

Ist nur bis morgen Mittag 12.00 Uhr dann läuft das Geschäft wieder wie geschmiert.

Lukas

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

"Ist nur bis morgen Mittag 12.00 Uhr dann läuft das Geschäft wieder wie geschmiert"

Genauso sieht es nämlich oft aus!
Freitag Mittag bis Mittwoch Mittag wird alles mit Kusshand abgenommen und hinterher telefoniert. Von Mittwoch Mittag bis kurz vor Notierungsveröffentlichung gibt es oft plötzlich nur noch Reklamationen und Abschläge.

Dieser Trick wird langsam laaaangweilig!

MfG

Brontosaurus
Mitglied seit
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@ PorkyPig [#8]
Hattest Du nicht nach der Meinung der roten Seite gefragt?
Entschuldigung, das ich meine ehrliche Meinung geschrieben habe!
Ich hätte schreiben sollen: Morgen + 3 Cent und wenn die Schweine weiterhin soooooo knapp bleiben, werden wir nächste Woche bei 1,40€ sein!
Also wie immer, nur das schreiben, was die Grünen gerne hören möchten!
Werde ich mir für die Zukunft merken!
schöne Grüße
Bronto
P.S.: Wir werden mal sehen, wer hier am Ende recht behält!

Dorf 1963
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Dann bleibt doch mal hart und sagt Euren Abnehmern: "Entweder 2 oder 3 ct mehr, oder meine Schweine bleiben im Stall". Wenn das Geschäft wirklich wie geschmiert läuft, werdet Ihr Euch durchsetzen. Nur so kann man feststellen, was wirklich los ist.

MfG

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Dorf 1963 [#10]
Das ist ja mal ne richtig gute Idee! Bei den Schlachtgewichten die Schweine noch ein bißchen im Stall zu lassen. Mich würde es freuen!
Gruß Bronto

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Bronto; wenn ehrlich; dann wirklich ehrlich.
Montag waren die meisten schon am klagen; dass die zum nötigen Abverkauf passende Spanne nicht da ist; und nicht erst seit gestern.
Die richig harten; bei denen der Ruf eh schon ruiniert ist machen das schon seit Anfang des Jahres; hatte ich auch schonmal geschrieben.
Es darf einfach nicht sein was nicht sein darf; Markt hin oder her.
Letzte Woche hat sich die Kommision noch nicht vorführen lassen.
Ich denke diese Woche auch nicht; ist ja auch grüne Woche.
Ganz kluge aus eurem Gewerbe schlachten jetzt sogar Montags ein bischen weniger; und Dienstags noch ein bisschen weniger; erst ab Mittwoch wieder voll; in der Hoffnung es tut sich was.
Hast aber Recht; man will dann lieber die "Wahrheit" nicht mehr schreiben; geht ja auch irgendwie nicht; denn dann müssten wir ja noch dem Viehtransporteur Geld mitgeben; so schlecht wie das Geschäft immer läuft.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

henrydunnink
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

"Morgen + 3 Cent und wenn die Schweine weiterhin soooooo knapp bleiben, werden wir nächste Woche bei 1,40€ sein!"

Genau, So sehe ich denn Schweine markt auch.

Henry

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#12]
Warum gebt ihr grünen das Mästen eigentlich nicht auf?
Ihr werdet das ganze Jahr nur von euren Abnehmern belogen und betrogen!
Wir arbeiten mit sämtlichen Tricks um euch an der Nase rum zu führen.
Und ganz nebenbei werden wir steinreich, weil uns der LEH und die
Discounter mit Geld nur so zuschei....! Und der Export boomt so richtig!
Da werden dir für E/U Schweine 1,33€ im EG-Schnitt ohne Backe geboten!
Wahnsinn! Da kommst du vor lauter Geld verdienen nicht mehr in den
Schlaf! Das ist sooo geil, da kann ich mit 48 Jahren in Rente gehen
und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Das Leben ist so schön,
gut das ich nicht auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zur Welt
gekommen bin, sondern als Sohn eines Malochers. Aber ich habe großes Glück gehabt und bin in der Fleischbranche gelandet, das ist wie die
Lizenz zum Geld drucken!
Noch Fragen?
Gruß Bronto

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ henrydunnink [#13]
Ich war immer der Meinung, Du mästest keine Schweine.
Sonst würdest Du sowas nicht schreiben!
Gruß Bronto

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Bronto; willst du eine ganz ehrliche Antwort:
Ja; wir Landwirte brauchen das; wir wollen beschissen werden.
UND DAS IST KEINE IRONIE.
Beispiele habe ich schon zu tausenden gebracht.
Schlimm wird es für euch nur; wenn wir Landwirte nicht mehr beschissen werden wollen und uns endliche unsere eigene Lage in Farbe vor Augen führen; ohne diesen ganzen Generationen/Heimat/eigene Scholle Schwachsinn.
Rein Kaufmännisch gesehen.
Bislang machen das nur wenige; und ja; dann wird auch Geld verdient.
Aber bis dahin haben wir beide die 100 längst überschritten.

Ausserdem; was hab ich denn schlimmes gesagt?
Würde dieser ganze "Verleumdung/Nachsagen-Nonsens nicht sein; würde ich dir eine seitenlange Liste schicken wer alles aus eurer Branche schon am Meckern war über diesen unsäglichen Preis.
Also; entweder Hauspreise und/oder weniger schlachten.
Bei allem anderen kann der Preis ja so bleiben?

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Brontosaurus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#16]

Manchmal glaube ich, so weit sind wir beiden garnicht auseinander, wir sitzen nur in verschiedenen Booten. Da kann ich nur noch hoffen, das wir beiden 110 Jahre alt werden....

Würde mich freuen, wenn der Verstand auch auf der grünen Seite einsetzt.

Gruß Bronto

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Was ich so höre deutet nicht darauf hin, dass es morgen hoch geht. Die Schweine werden wohl fließend untergebracht, aber Preissteigerungen werden mit mit höhnischem Gelächter (das wären Träumereien) ausgeschlossen...

Bagira
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Na klar müssen die Schweine morgen mindestens drei Cent teurer werden! Damit der LEH nächste Woche noch ein bisschen Billiger das Fleisch verramschen kann...
Weil mehr Geld gibts von denen ganz bestimmt nicht. Ganz im Gegenteil...

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