Richard Ebert
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Schweine: Kampf ums nackte Überleben

Schweinehalter beklagen Preisverfall

Schwäbische Zeitung, Ulm / obe (12.01.08) - Die Stimmung unter den Landwirten der Region ist gespalten. Dies wurde bei der Jahreshauptversammlung des Kreisbauernverbands Ulm-Ehingen gestern in der Donauhalle deutlich. Während Milch- und Getreidebauern sich über gestiegene Erzeugerpreise freuen, kämpfen die Schweinehalter ums nackte Überleben.

"Wo viel Sonne ist, da ist auch viel Schatten", beschrieb der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Hans Götz, gestern vor seinen Berufskollegen in der Donauhalle die geteilte Stimmungslage in der Landwirtschaft. Die Milchvieh-Halter und die Getreidebauern können nach einer jahrelangen Durststrecke endlich wieder aufatmen: Der Milchpreis ist innerhalb eines knappen Jahres von 27 auf 40 bis 42 Cent pro Liter gestiegen - Folge eines ungeahnten Nachfrage-Booms.

"Diese Preiserhöhung war längst überfällig, gibt sie unseren Milchbauern doch endlich wieder Mut und Zuversicht", verteidigte Götz die höheren Preise, die auch die Verbraucher zu spüren bekamen. Milchprodukte wie Butter, Joghurt und Käse sind im Supermarkt teurer geworden - allerdings hätten daran auch andere kräftig mitverdient, sagte Götz mit einem Seitenhieb auf die Handelsketten und Lebensmittel-Discounter. Auch für Weizen, Braugerste und Raps bekommen die Bauern heuer deutlich mehr Geld. Die Erzeuger-Preise stiegen zum Teil von elf oder zwölf Euro auf bis zu 24 Euro je Doppelzentner.

Ganz anders sieht es dagegen für die Schweinemäster und Ferkel-Züchter in der Region aus. Sie leiden unter niedrigen Fleisch- und Ferkelpreisen bei gleichzeitig gestiegenen Kosten für Energie und Futtermittel. "Die Schweinehalter befinden sich in einer katastrophalen Preismisere", klagte Götz und nannte einige Rechenbeispiele. So produzieren die Bauern in Ulm und im Alb-Donau-Kreis jährlich etwa 814 000 Ferkel. Für ein 25-Kilo-Ferkel erhalten sie aber derzeit im Schnitt 15 Euro weniger als noch vor einem Jahr. "Das ist ein Minus von über zwölf Millionen Euro für die Sauenhalter in unserem Verbandsgebiet", rechnete Götz vor.

Ähnlich dramatisch ist die Lage bei den Schweinemästern. Einem Betrieb mit 1000 Mastschweinen fehlen heuer rund 30 000 Euro in der Kasse im Vergleich zu 2006. "Da geht es um Sein oder Nichtsein", sagte Götz und appellierte an die Banken: "Geben sie den Betrieben, die jetzt in finanzielle Nöte geraten sind, zinsgünstige Kredite und Überbrückungs-Darlehen." Denn die Talsohle am Markt sei erreicht. "Es schimmert bereits Licht am Ende eines langen Tunnels", beschrieb Götz die Hoffnungen der Schweinehalter. Ein landesweites Aktionsbündnis soll jetzt helfen, gegenüber Großschlächtern und Handels-Ketten höhere Preise durchzusetzen.

Als Erfolg wertete es Götz gestern, dass es gelungen sei, die Ausgleichsflächen für die neue Schnellbahntrasse von Wendlingen nach Ulm von ursprünglich 160 auf nur noch 100 Hektar zu verringern. Für den Bau der ICE-Trasse entlang der Autobahn müssen die Bauern auf der Alb damit insgesamt 260 Hektar Ackerland opfern.

(Quelle: http://www.szon.de/lokales/laichingen/ulm/200801120364.html)

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Durchschnittlich wurden Februar Schweine in den letzten 5 Jahren mit 1,35 Euro gehandelt (grüne Linie), aktuell liegen sie mit 1,33 Euro nur geringfügig darunter.

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Geschrieben von Richard Ebert am
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