Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Schweine: Kassamarkt hofft weiter / Terminmarkt schneller abwärts

Der Schlachtschweine Markt kommt weiterhin nicht in Gang, so dass sich die Seitwärtsbewegung fortsetzt. Zwar ist die Nachfrage nach dem durchschnittlichen Lebendangebot ungebremst, dennoch verhindert die verhaltene Fleischnachfrage den sonst saisonal üblichen Preisanstieg. Insbesondere das Exportgeschäft kann nicht an die Vorjahresergebnisse anknüpfen.

Da sich am Markt für Schlachtschweine bisher keine steigenden Auszahlungspreise abzeichnen, kam es am Terminmarkt zu einem weiteren Abbau der Prämie.

Bewegungslos zeigt sich auch der Ferkelmarkt, was auch in dieser Woche überwiegend unveränderte Preise zur Folge hat. In Bayern könnte es zu einem Preisabschlag von einem Euro kommen.

(Quelle: VR Agrarberatung)

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Zum Beginn dieser Woche kannten die Terminkurse für Schweine den gesamten Tag über mit Beschleunigung am Nachmittag nur nach unten. Die Kurse gaben im Durchschnitt um 2 Cent nach. Juli Schweine lagen zunächst mit minus 3,4 Cent bei 1,486 Euro und schlossen mit 1,488 Euro. Umsatz 25 Kontrakte.

Der Kassamonat März gab einen Cent auf 1,37 Euro und war auf dieser Basis weiter angeboten. Damit wird die Chance auf einen Preisanstieg von den Terminhändlern auf nur noch 1 Cent in den nächsten beiden Wochen gesehen.

Der M 12 Index für Schweine gab um 1,91 Cent auf 1,4652 Euro nach.

Am Ferkelmarkt wurde der April Future minus 80 Cent auf 51,20 Euro nach. Vier weitere Terminmonate wurden umsatzlos um 1 Euro niedriger taxiert. Gesamtumsatz 3 Kontakte.

Die ISN fasst den aktuellen Markt heute zusammen: 'Ganz Europa wartet dringend auf ein positives Signal aus Deutschland. Es besteht die Hoffnung, dass sich die Nachfrage jahreszeitlich bedingt verbessert, so dass die Preise endlich ansteigen können.'

Juli-Schweine: Neues Jahrestief

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
BIGPIG
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hallo,

die RMX - Börse resigniert - so könnte man die augenblickliche Situation beschreiben. Eine Börse, die von Spekulationen, Hoffnungen usw. angetrieben wird, ist auf den Boden der Tatsache zurückgekehrt.

Und so sieht der Boden der Tatsachen aus: Mehr als 3 Monate Stagnation der Schweinepreise auf einem Level von 1,36 Euro. Für die nahe Zukunft, voraussichtlich bis Ende April, ist keine gravierende Preissteigerung in Sicht. Aufkeimende Exporte wie z.b. nach Polen werden, durch mangelhafte Sicherheiten, wieder reduziert oder ganz eingestellt. Osteuropäische Länder erhöhen teilweise ihre Einfuhrzölle. Die Finanzkrise schlägt somit auch in der Landwirtschaft zu.

Auf der anderen Seite steigt das Angebot an Schlachtschweinen weiter an. Bei einem Selbstversorgungsgrad von über 100% und der damit verbundenen Abhängigkeit vom Export müssen grosse Mengen an Schweinefleisch eingelagert werden. Diese werden in der Grillsaison ausgelagert und dafür sorgen, dass die Preise nicht übermässig steigen. Dazu kommt der wachsende Einfluss eines grossen Schlachtmonopolisten auf den Schweinepreis.

Bei einem Ferkelpreis von z. Zt. ca. 73,- bis 75,- Euro für Dänen, Futterkosten in einem Bereich von 56,- bis 60,- Euro und sonstigen Kosten in Höhe von 20,- Euro je Schwein, liegt die Gewinnschwelle bei ca. 1,50 - 1,60 Euro je kg. Schweinefleisch. Diese wird z. Zt. deutlich unterschritten und auch an der RMX-Börse nicht erreicht.

Wenn die Exporte im Laufe des Jahres nicht zu alter Stärke zurückfinden, dann werden wir im gesamten Jahr 2009 keinen Gewinn erwirtschaften. Das hat es noch nie gegeben. Es zeigt aber auch die, von mir schon mehrmals betonte, Abhängigkeit vom Export auf. Wir sind- und werden zunehmend abhängig sein.
Doch wie heisst es so schön: "Die Hoffnung stirbt zuletzt".

mfg

Bigpig

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ BIGPIG [#2]

Wir sind schon ein lustiger,armseliger Haufen, wir Schweinemäster.

Wir nehmen die derzeitge Situation sprachlos hin,lassen uns von der roten Seite einlullen mit den Argumenten über Absatzprobleme und Finanzierungsschwierigkeiten,
nehmen Rücksicht auf die ach so gebeutelten Ferkelerzeuger, lassen uns Hoffnung machen durch Bauernverband und ISN,
und stallen vergnügt neue teure Hoffnungsträger in unsere Ställe ein.

Ein geordnetes Vorgehen wäre besser.

Warum ist es nicht möglich die Neueinstallung um 10 Tage zu verschieben, auch bei Erzeuger- Mäster Direktvermarktung?
Ich bin sicher, der Ferkelpreis ließe sich schnell um 5 € senken.
Sollte uns Ina's Chef in den nächsten Wochen 3 bis 5 Cent/Kg mehr zahlen, holen uns die Ferkelvermarkter die zusätzlichen Euros durch angeblich knappere Stückzahlen sofort wieder ab.
Wir brauchen wieder mehr Selbstbewusstsein und geschlossenes Handeln.
Wer alles hinnimmt hat verloren.

Gruß Paul

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ paul [#3]

Ich glaube du läufst Amok!

Wie heißt das Sprichwort: "Wer jammert da ist noch was zu holen."

Wir Ferkelerzeuger machen dann nur noch die Augen zu, damit wir den Aufprall nicht sehen müssen.

Gruß Lukas

Laie
Mitglied seit
12 Jahre 5 Monate

Hallo paul,

wie bringe ich als Ferkelerzeuger meinen Sauen bei die Tragedauer von 115 auf 125 Tage zu verlängern ?
Vielen Dank für eine Antwort.

Laie

Speedy
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Laie [#5]

Nein, das haben die Ferkelerzeuger falsch verstanden.
Ihr solltet auch nicht alles hinnehmen, sondern einfach eure Sauen umlaufen lassen und 21 Tage später belegen. Dann wird der "lustige, armselige" Schweinemäster Paul gerne ganz schnell einen noch höheren Preis für die Ferkel zahlen, weil die ja so knapp sind.

Die Sprüche von den Mästern kennt ihr doch zur Genüge. Es ist richtig, dass die Mäster hier ein teilweise ganz schön armseliges Völkchen sind. Nach oben hin buckeln und schimpfen über den Druck der von der roten Seite kommt, und nach unten treten, bis die Schweinemast irgendwann komplett abhängig von holländischen oder dänischen Ferkeln ist.
Dann wird ein Zeitpunkt kommen, da kann der Mäster nicht mehr mit dem Abnehmer verhandeln, weil die Konzentration auf Schlachthofseite zugenommen hat, und wo der Mäster zu klein und armselig geworden ist um mit dem Ferkellieferanten zu verhandeln.
Dann stallt er fröhlich zu JEDEM Preis ein und hört auf, sich als Big Boss im Business zu sehen, denn eigentlich ist jeder einzelne Mäster nur ein kleines armes Licht.

An paul: das war aber ein sehr schöner Vorschlag für geordnetes Vorgehen.

MfG
Speedy

Bauer Leo
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Ich gebe Paul zu 100% recht.

Das Einzige, was die ruinöse Situation im Schweinesektor mildern kann ist eine strikte Reduzierung des Angebots, da die Nachfrage wohl auf lange Sicht nicht steigen wird. Da wir alle wissen, daß alle Ferkel, die aufgezogen werden auch gemästet werden, geben wir mit den hohen Ferkelpreisen genau die falschen Signale: immer mehr Ferkel produzieren, es rechnet sich ja!

Und die Signale zeigen Wirkung:
Hier entstehen momentan im Umkreis von 20 km 2500 Sauenplätze bei Kollegen, die ich persönlich kenne. Durch die biologische Leistungssteigerung in den letzten 10 Jahren bringt jede Sau 25% mehr Ferkel mehr zur Welt.
D.h. das Angebot an Schweinen wird deutlich zunehmen.

Natürlich gab es immer "ups and downs" und irgendwann kam immer wieder ein Hoch.

MEINE inzwischen 20-jährige Mäster-Erzeuger-Beziehung ist auf jeden Fall bei diesen Preisdifferenzen hart auf die Probe gestellt, denn -mal ehrlich- wer rechnet denn noch wirklich mit einer Preissteigerung in absehbarer Zeit?

@Lukas
Welchen Aufprall willst du nicht sehen? Habe ich ehrlich nicht verstanden.

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ich hab's doch gewusst,
wenn alle schweigen muss man nur einem ordentlich auf die Füße treten, so daß er laut schreit. Schon sind alle wach.
Seltsam ist es schon, daß nach schwierigen Zeiten für Ferkelerzeuger kaum einer ausgestiegen ist.

Wer die Rechnung von BIGPIG nachvollzieht wird den Mästern doch wohl das Nachdenken erlauben.
Fakt ist: Für März haben wir derzeit die 2.höchsten Ferkelpreise der letzten 10 Jahre.
55% des Erlöses am Mastschwein geht für Ferkel drauf.

@ Speedy [#6]
Zur Beruhigung, ich selbst stalle nur deutsche Ferkel ein, bezahle nach festen Regeln auf Basis der Ferkelnotierung, und hab auch in Niedrigpreiszeiten keine Billigware eingestallt.
Gerade deshalb erlaube ich mir ein Nachdenken über die derzeit hohen Ferkelnotierungen.

Gruß Paul

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Paul; reg dich doch nicht auf.
Lass uns doch mal rumhören; was andere so sagen.
Ich denke; wenn wir nicht in den Sommermonaten 1,60 Euro bei den Schweinen sehen werden; was gelinde gesagt nur Nullrunden sind ( besser wie z.Zt.); bekommst du deine Ferkel im Spätherbst wieder für unter 30 Euro.
Da ist es dann auch vollkommen egal; ob es wenig oder viele Ferkel sein werden.
Wenn zuviel Geld verbrannt wurde; was dann der Fall sein wird; spielt das keine Rolle mehr.
Schon 1998 vergessen?
Damal hab ich im Oktober 18 Euro für ein Ferkel bezahlt; und trotz dessen kein Geld damit verdient...

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ bauerleo [#7]

Hallo,

"Und die Signale zeigen Wirkung:
Hier entstehen momentan im Umkreis von 20 km 2500 Sauenplätze bei Kollegen, die ich persönlich kenne. Durch die biologische Leistungssteigerung in den letzten 10 Jahren bringt jede Sau 25% mehr Ferkel mehr zur Welt.
D.h. das Angebot an Schweinen wird deutlich zunehmen."

Genau, die Signale zeigen Wirkung:

In meinem Umkreis haben 8 Betriebe mit 950 Sauen aufgehört und ein Betrieb stockt um 250 Sauen auf. Und 3 Betriebe erweitern statt in der Ferkelerzeugung zu wachsen, im Umkreis von 20 km die ich kenne, um 8000 Mastschweineplätze. Zusätzlich wachsen bei uns im Umkreis von 20 km locker 640000 Masthähnchenplätze und 26000 Putenplätze.

Und welchen Aufprall ich nicht sehen will? Wenn die Notierung unter 40 Euro geht, fahren sehr viele Ferkelerzeuger vor der Wand. Dann hört die Kategorie bis 250 Sauen auf und die Betriebe unter 25 verkauften Ferkeln pro Sau. Das sind nun man 75% der Betriebe.

Und dann kann das kleine Dänemark und Holland leider nicht liefern. Vielleicht mit einem halben Jahr Lieferzeit evtl..

Gruß Lukas

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ paul [#8]

Korrektur:

"Fakt ist: Für März haben wir derzeit die 2.höchsten Ferkelpreise der letzten 10 Jahre."

Fakt ist: 5. höchsten Ferkelpreis oder umgekehrt den 6. niedrigsten.

Gruß Lukas

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Lukas [#11]

Der Chart zeigt, der Ferkelpreis ist Oberkannte Unterlippe.

Er zeigt klar wo im Moment das Geld vom Schlachterlös ankommt.

Der Chart zeigt auch, daß in den nächsten Wochen mit einem erheblichem Rückgang des Ferkelpreises zu rechnen ist.

Gruß Paul

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ paul [#12]

Danach kann der Mastschweinepreis aber auch noch steigen. Mastschweinepreis bei 1,50 € und Ferkel bei 50 € bedeutet Ratio/Verhältnis von 3,0 .

Wobei eines zu bedenken ist: 2007 und 2008 war ein sehr gutes Ratio. Warum soll denn nicht ein sehr schlechtes Ration entstehen in 2009. Schon mal darüber nachgedacht?

Gruß Lukas

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Hier eine Grafik, welche den Mastzeitraum von rund 4 Monaten berücksichtigt, das Verhältnis von März Ferkel zu Juli Schweine.

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