Schweine: Kommen Preissteigerungen durch holländische Umweltstandards?
Ab 2013 strengere Tierschutz- und Umweltstandards für Hollands Schweinehalter
Schweine.net (08.04.10) - In den Niederlanden ist beim Inkrafttreten neuer Tierschutz- und Umweltstandards Anfang 2013 mit einer starken Abstockung des Mastschweinestandards zu rechnen. Das geht aus einer Ende März veröffentlichten Studie der Universität Wageningen hervor, berichtet Agra-Europe.
Laut dieser Untersuchung haben nur 34% der schweinehaltenden Betriebe das Potential, in alle notwendigen Modernisierungsmaßnahmen zu investieren. Lediglich 68% des Mastschweinebestandes und 40% der derzeitigen Sauenzahlen könnten auf den dann noch bis zu 3000 Betrieben mit guten Zukunftsaussichten gehalten werden. Hintergrund für dieses Szenario bildet die in drei Jahren bevorstehende Erhöhung des Platzbedarfs für Mastschweine in den Niederlanden auf 1qm, gegenüber 0,65 qm laut EU-Richtlinie und 0,75 qm in Deutschland.
Neue Vorschriften stehen den holländischen Schweinehaltern auch bei den Ammoniakemissionen und der Breite der Spaltenböden ins Haus, und zwar nicht nur für Neubauten, sondern auch für bestehende Ställe. Zudem müssen Jungsauen ab 2013 in Gruppen gehalten werden. Bei neuen Stallbauten beziffern die Wissenschaftler aus Wageningen die Zusatzkosten durch die erhöhten Platzanforderungen bei Mastschweinen auf zusätzlich 120 Euro pro Platz. Für die Begrenzung der Ammonikemissionen sowie für Umbauten bei den Spaltenböden werden laut den Berechnungen der Forscher 60 Euro fällig, so dass sich die Gesamtinvestitionen im Schnitt auf rund 240 Euro je Mastplatz summieren sollen.
Mast- und Zuchtvorschriften im geschlossenen System
Einer verschärften Situation sehen sich Betriebsinhaber gegenüber, die im geschlossenen System arbeiten und damit auf strengere Anforderungen sowohl in der Mast wie auch in der Zucht reagieren müssen. Der Studie zufolge haben immerhin 60% der Sauenhalter bereits in der Gruppenhaltung der Jungsauen investiert. Knapp ein Viertel der Schweinehalter soll sich finanziell in der Eindämmung der Ammoniakemissionen engagiert haben.
Die neuen Platzvorschriften für Mastschweine haben laut den Erkenntnissen der Wissenschaftler aber erst wenige Landwirte berücksichtigt. Gerade hier droht allerdings massiver Investitionsbedarf, es sei denn, die Schweinehalter entscheiden sich, in den bestehenden Ställen weniger Tiere zu halten. Derzeit gibt es in den Niederlanden rund 8000 schweinehaltende Betriebe, von denen rund die Hälfte voll auf diesen Produktionszweig spezialisiert ist. Im geschlossenen System arbeiten der Studie zufolge etwa 1000 Betriebe, während sich 1800 auf die Mast und 1250 auf die Ferkelproduktion spezialisiert haben.
Recht trübe Aussichten
Um mehr als die Hälfte reduziert werden könnte der Investitionsbedarf laut Studie, wenn die Tiere auf den bestehenden Farmen in größeren Gruppen gehalten werden. Gleichzeitig müssten aber Einkommenseinbußen hingenommen werden. Trotzdem könnte dies für einige Betriebe eine Alternative sein. Dieses Szenario wurde in die Berechnungen zur Branchenentwicklung nicht einbezogen, die daher zu pessimistisch ausgefallen sein könnten. Selbst zu bedenken geben dies die Forscher aus Wageningen: „Die Erfahrung zeigt, dass die Schweinehalter sehr kreativ sind und großes Talent haben, sich auf veränderte Rahmenbedingungen einzustellen.“
Trotzdem gehen die Wissenschaftler durch die neuen Vorschriften, die Ende der neunziger Jahre beziehungsweise 2004 beschlossen wurden, insgesamt von einem beschleunigten Strukturwandel aus. Gerade für Umbauten seien die Investitionen relativ hoch und wegen der verhältnismäßig niedrigen Markterlöse in den vergangenen Jahren für viele Betriebe kaum zu stemmen. Die investitionswilligen Landwirte müssen sich laut der Studie auf ein erheblich niedrigeres Einkommen einstellen, so Agra-Europe.
(Quelle: http://www.schweine.net/an_2013_strengere_tierschutz_und_umweltstandards_f.html)
Kassamarkt: Besserer Export durch schwachen Euro
Der Schlachtschweinemarkt zeigt sich weiterhin gut ausgeglichen. Da die Schlachtbetriebe an ihren Kapazitätsgrenzen schlachten, werden die umfangreichen Stückzahlen vollständig aufgenommen.
Der sich weiter abschwächende Euro verbessert die Exportmöglichkeiten und trägt zu einem guten Fleischabsatz bei.
Eine Preisänderung ist bei der morgigen Notierung nicht zu erwarten.
(Quelle: VR Agrarberatung)
Terminmarkt: Zufallsbedingte Kursschwankungen
Die Umsätze am Schweine Terminmarkt in Frankfurt bleiben recht dünn. Heute wurden 3 Kontrakte der Laufzeiten April, Mai und Juni gehandelt, wobei die Kurse zwischen plus 0,5 Cent auf 1,33 Euro per April und minus 0,2 Cent auf 1,434 Euro per Juni (siehe Grafik oben) schwankten. Der M 12 Index stieg um 0,06 Cent auf 1,3845 Euro.
Ferkel wurden umsatzlos auf Vortagsbasis taxiert. Index unverändert 42,68 Euro.
Die Ferkelpreise in Baden-Württemberg bleiben um 6 Euro unter denen des Vorjahres.
Aussichten für morgen: Unverändert 1,32 Euro
Der Kassamarkt bleibt stabil ohne Aussichten auf Preissteigerungen, der Terminmarkt bietet März Schweine zu 1,33 Euro an. Morgen wird sich die Situation und der Preis nicht ändern.
Wiso sollte es Preissteigerungen geben; wenn unsere Kollegen in NL die Produktion "verschlimmbessern" müssen; und dadurch die Schweinemenge um sagen wir mal 5% sich gesamt Europäisch verringern sollte?
Ich sage bewusst nur 5%; weil die Kollegen aus NL nicht so heimattreu sind wir wir Deutschen; und so werden die Produktionsanlagen halt in Ostdeutschland; Ungarn; Ukraine; Lettland; Litauen neu gebaut.
Und aus dem Grund; und weil wir heute schon Gesamt-Europäisch viel weniger Schweine haben wie in den vergangenen Jahren ( Mischfutterproduktion im 1.Quartal 2010 im Bereich Schwein um 6% gesunken geg. dem schon schlechten Vorjahr 2009); und wir es dennoch nicht "schaffen" den Preis nachhaltig zu stützen; gehe ich nicht von einer Steigerung der Preise in Deutschland aus.
Mal eine Frage nach der Preissenkungsrunde Nr4 2010: Wann bekommen die Verbraucher denn noch Geld zu wenn die Einkaufen gehen?
Zum einen hört man; dass Eier knapp sind; wir nur 50% Selbstversorgungsgrad haben; zum anderen werden Nudelprodukte um 10-20% gesenkt.
Entweder ist dort "Chemisches Ei" enthalten; oder sämtliche Ethik ist fürn A....; und es werden Fertig-Ei-Pulver aus nicht nachvollziehbaren Quellen geordert...
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
Hintergrund für dieses Szenario bildet die in drei Jahren bevorstehende Erhöhung des Platzbedarfs für Mastschweine in den Niederlanden auf 1qm, gegenüber 0,65 qm laut EU-Richtlinie und 0,75 qm in Deutschland.
Diese Richtlinie ist schon veranderd, und geht warscheinlich nach 0.75/0.80 qm.
Henry