Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Schweine: Komplette Wende nach langer Stagnation

Schweinemarkt zeigt positive Entwicklung

LEL, Schwäbisch Gmünd (03.10.12) - Die Entwicklung am Schlachtschweinemarkt nahm Ende Juli nach langen Wochen der Stagnation eine komplette, aber auch dringend notwendige Wendung.

Die Preise stiegen von einem Niveau von 1,60 €/kg SG wöchentlich bis zuletzt auf ein Rekordniveau von 1,93 €/kg SG - trotz weiter anziehenden Futtermittelkosten machte sich Erleichterung unter den Schweinemästern breit.

Die Schlachtbetriebe zeigten ein äußerst reges Kaufinteresse. Die lediglich durchschnittlich ausfallende Schlachtmenge reichte häufig nur knapp aus, den Bedarf zu decken, regional konnte die Nachfrage gar nicht gänzlich bedient werden.

Die Inlandsnachfrage zog u.a. aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen und perfekten Grillbedingungen an und auch der Export florierte. Besonders gefragt waren lebende Tiere, die in Richtung Polen ausgeführt wurden. So ließen sich die hohen Produktionskosten auch endlich an den Handel weitergeben.

Von Januar bis Juli wurden in Deutschland 33,7 Mio. Schweine geschlachtet (-0,8 % gg. Vj.). Damit dürften die Schlachtzahlen 2012 erstmals seit 12 Jahren wieder zurückgehen. Nach Einschätzung der AMI dürften 2012 59 Mio. (-1,2 %) und 2013 nur noch 58 Mio. (-2 %) Schweine geschlachtet werden.

Aus den Niederlanden wurden bis KW 38 rund 2,3 Mio. lebende Mastschweine (-3,6 % gg. 2011) nach Deutschland importiert.

Auch die Einkäufe aus Dänemark bis einschließlich Juni sind mit 81.328 Tieren weiterhin stark rückläufig (-64,4 %). Zwar wurden aus den Niederlanden dafür mehr Ferkel nach Deutschland gefahren (+6,8 %) und die negative Importbilanz der Schlachtschweine dadurch etwas aufgefangen. Doch aus Dänemark sind die Zahlen auch in dieser Kategorie rückläufig (-8,9 %).

Im Vergleich zum Vorjahr werden die Schlachtzahlen voraussichtlich weiter zurückgehen.

Von deutschen Privathaushalten wurde bis August 2012 gg. Vj. 4,4 % weniger Schweinefleisch eingekauft. Bei 6,6 % höheren Verbraucherpreisen konnte der finanzielle Wert um 1,7 % gesteigert werden.

Die Verbraucher reagierten mit dem Umstieg auf preiswertere preiswertere Ware, wie gemischtes Hackfleisch (Nachfrage +1,8 %), dessen Verbraucherpreis im August 2012 mit 4,91 €/kg aber auch um überdurchschnittliche 8,2 % über dem Vorjahr lag.

Ein weiterer Grund für die nur schwache Nachfrage dürfte im bis Juli wenig grilltauglichen Sommerwetter gelegen haben. Dennoch wird von der AMI auch für 2013 ein preisbedingter Verbrauchsrückgang von 4 % gesehen.

Aus Deutschland wurde von Jan. - Juli gegenüber dem Vorjahr -1,3 % und damit wiederum weniger Schweinefleisch in andere EU-Mitgliedsstaaten exportiert.

Die Finanzkrise zeigt weiterhin ihre Auswirkungen: Die Ausfuhren nach Italien (-8,1 %) und Griechenland (-9,8 %) sind anhaltend rückläufig. Auch nach Österreich (-7,3 %), Polen (-2,9 %) und Spanien (-21,1 %) wurde weniger Ware geliefert.

Die Exportzahlen nach Holland konnten sich dagegen wieder etwas stabilisieren (+1,5 %) und ein weiterhin starker Anstieg konnte bei den Ausfuhren nach Großbritannien (+17,5 %) und Dänemark (+23,4 %) verzeichnet werden. Im Juli 2012 wurde 5,1 % mehr Ware ausgeführt als im gleichen Vorjahreszeitraum, offenbar eine Reaktion auf die schlechte Binnennachfrage.

Der Absatz in Drittländer lag von Jan. - Juli um 13,4 % höher, wobei allerdings die Exporte nach Russland deutlich schlechter liefen (-16,0 %). Dagegen konnten wiederum 35,7 % mehr nach China und Hongkong und +50,4 % nach Südkorea exportiert werden.

Mengenmäßig und prozentual hohe Steigerungen waren auch in die Ukraine (+126 %), Weißrussland (+163 %) und Kroatien (+24,5 %) zu verzeichnen. Damit konnte Deutschland auf Kosten von Dänemark Marktanteile hinzugewinnen.

Terminmarkt Schweine und Ferkel

Die Umsätze für Ferkel fallen anhaltend niedrig aus, bei den aktuellen Kursen lassen sich nach wie vor keine Gewinne für die Produktion absichern. Überwiegend geringe bis zum Teil auch deutlichere Umsatzsteigerungen waren in den vergangenen Wochen bei den Mastschweinen zu verzeichnen.

Ferkel

Nach dem Preistief von 41,40 € in KW 31 konnten sich die Ferkelnotierungen bis Ende August Woche um Woche verbessern. Der Markt profitierte vom Preisanstieg bei den Mastschweinen. Im September waren nur noch kleine Preisschritte möglich.

Bei einer ruhigen bis mittleren Nachfrage und einem eher durchschnittlichen Angebot gab es zuletzt im Norden regional leichte Schwierigkeiten, alle Ferkelpartien bei den Mästern unterzubringen.

Ende September wurden bei der Aktuellen Ferkelnotierung 52,10 € erreicht. Dieses Niveau reicht nicht aus, um bei den aktuellen Futterpreisen für die Ferkelerzeuger eine Vollkostendeckung zu erzielen. Je nach Kalkulationsbasis wären hierfür im Neubaufall mindestens 60 € notwendig.

Aus Dänemark wurden im aktuellen Jahr bis Juli rund 2,6 Mio. Ferkel importiert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 8,9 %. Mehr Ferkel wurden dagegen aus den Niederlanden nach Deutschland eingeführt, bis KW 38 belief sich die Menge auf 2,9 Mio. Ferkel (+6,8 %).

(Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd )

Bild entfernt.

Verhältnis der Kassapreise für Schweine und Ferkel

Geschrieben von Richard Ebert am
Rückrufservice
Beschreiben Sie bitte Ihr Anliegen, damit wir uns auf den Rückruf vorbereiten können.
Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige ein, dass die von mir angegebenen Daten inklusive der Kontaktdaten zwecks Bearbeitung der Anfrage und für den Fall von Anschlussfragen elektronisch erhoben und gespeichert werden. Meine Daten werden dabei nur streng zweckgebunden zur Bearbeitung meiner Anfrage genutzt und nicht ohne Einwilligung weitergegeben. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden.

Register now

Jetzt registrieren und ZMP Live+ 14 Tage kostenlos testen!
  • Dauerhaft kostenfrei
  • Keine Zahlungsinformationen erforderlich
Hilfe?