Schweine: Kurse brechen zusammen / Ferkel 8 bis 9 % Tagesverlust
Die erhoffte Belebung im Fleischgeschäft lässt weiter auf sich warten. Zwar waren zum Wochenende leichte Impulse zu erkennen, aus heutiger Sicht handelt es sich hierbei nur die typische Wochenendbelebung.
Die Exportgeschäfte nach Osteuropa laufen weiterhin nicht zufrieden stellend. Etwas Hoffnung gibt der zuletzt wieder erstarkte Zloty.
Die Stückzahlen fallen weiterhin normal aus und sind für die Nachfrage der Schlachtbetriebe ausreichend vorhanden.
(Quelle: VR Agrarberatung)
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Im Gegensatz zu den neutralen bis verhalten optimistischen Meldungen gab es an der RMX zu Wochenbeginn bei hohen Umsätzen einen verstärkten Abwärtstrend der Kurse. Die gehandelten Schweine Futures gaben im Durchschnitt über 4 Cent nach. Die Monate Mai, Juni und August wurden um 4,9 bis 5 Cent niedriger gehandelt.
Noch stärker brachen die Ferkelpreise ein, die Kurse der Monate April bis Juni gab bis zu 4,70 Euro oder fast 9 % nach.
Bleiben folgende Fragen:
- Was verursacht die fast panikartigen Verkäufe am Terminmarkt ?
- Warum ist nichts über die Gründe in Erfahrung zu bringen, nur längst bekannte Argumente ?
- Gibt es Insider im Markt, die mehr wissen und es verheimlichen ?
@ Richard Ebert [#1]
Hallo,
Was verursacht die fast panikartigen Verkäufe am Terminmarkt ?
Habe keinen richtigen Grund. Ich kann mir aber auch etwas anderes zusammenrechnen.
1. Die Konten der Ferkelerzeuger haben sich noch nicht erholt und die Nerven liegen blank.
2. Die Frühjahrsbestellung liegt an und Punkt 1. ist beschissen.
3. Die Wechselkurse mit dem Ausland sind schlecht und lösen Panik dann aus wenn man Punkt 1. betrachtet.
4. Es treten keine Käufer mehr auf. Ist logisch weil der Mäster keine Verluste absichern will.
5. Es wird gehandelt wie jedes Jahr und glaubt die Preise purzeln ab März wie jedes Jahr.
6. Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
All dieses können auch Gründe sein. Es gibt bekanntlich an den Börsen die Gier und die Angst.
Wie war es im Herbst mit den Schlachtschweinepreisen. 1,80 Euro sind ein schlechter Preis. Und was ist passiert? 1,36 Euro sind dabei herausgekommen. Das war die Gier.
Und jetzt die Ferkel im Mai und Juni 49,00 Euro das ist dem Mäster absolut zu teuer. Und dann nachher im Mai und Juni kommt heraus 60,00 Euro????????? Das ist die Angst der Ferkelerzeuger und die Gier der Mäster.
Ich muss aber sagen, der Markt ist wirklich schwer einzuschätzen. Es hängt alles an einem Seidenen Faden.
Gruß
Lukas
Hallo,
Panik, Panik, Panik - das ist die aktuelle Situation an der RMX - Börse.
Auf dem freien Schweine- und Ferkelmarkt sieht es ganz anders aus: Schweineaufkommen gleichbleibend oder schwächer, alle Schweine werden von den Schlachtbetrieben aufgenommen, Preissituation: ausgeglichen, Aussichten für den Freitag: z. Zt. unverändert.
Da stellt sich mir doch die Frage: Was handelt die Börse z. Zt.? Spekulationen, Panikmache, Endzeitstimmung?. Denn bei Preisen unter 1,50 Euro und Ferkelkosten für Dänen um die 75 Euro im Stall, können die Mäster z. Zt. keinen Deckungsbeitrag erzielen. Es werden somit nur Verluste gesichert - oder sollen diese in Grenzen gehalten werden?. Also alles nur Panikmache?.
Ich habe am Sonntag im Ersten eine Sendung über einen Finanzbroker in den USA gesehen. Dieser hat, da er nach 12 Jahren seinen Job aufgegeben hat, Insiderwissen den Zuschauern preisgegeben. Seine Strategie: Erst Aktien einer Bank kaufen, dann Gerüchte über eine Übernahme derselben durch eine andere Bank verbreiten. Dadurch steigen die Aktien. Kurz bevor sich die Meldung als Ente herausstellt, werden diese wieder verkauft. Mit diesen und anderen, ähnlich gelagerten, Aktivitäten werden einige 100.000,- Dollar verdient. Zusätzlich räumte er noch, als hervorragender Broker und Angestellter einer Agentur, saftige Boni ab. Inzwischen ist er vom Hippie zum Multimillionär geworden.
Mit diesem Beispiel will ich darstellen, dass einige Handelsaktivitäten, nicht alle, an der Börse nur aus heisse Luft bestehen. Es mag ja auch Insiderwissen dahinter stecken, von dem wir, einfache Landwirte, keine Ahnung haben. Licht ins Dunkel könnte dabei unsere verehrte Forumskollegin "Ina" bringen.
Man sollte bei der ganzen Panik auch eines nicht aus dem Auge lassen: Alle z. Zt. weggefallenen Exporte werden mit der Zeit wieder anlaufen. Denn die Menschen in diesen Ländern sind auf unsere Lebensmittel angewiesen. So wird es auf Kurz oder Lang staatliche Bürgschaften oder ähnliches in diesen Ländern geben um den Import von Lebensmittel wieder zu ermöglichen. Kein Staat kann sich eine hungernde Bevölkerung leisten.
mfg
Bigpig
Dass an der Börse auch Ängste gehandelt werden, ist ja klar. Ich habe mir am Wochenende mal überlegt, was wäre, wenn wir in diesem Frühjahr von der Schweinepest betroffen wären? Was dann?
Dann rauschen die Preise zumindest kurzfristig kräftig nach unten... von daher habe ich über eine Teilabsicherung nachgedacht, setze mich aber erst heute vorm PC und denke, der Zug ist erst einmal abgefahren....
Guten Tag,
nachdem hier die Spekulationen über den Kursverfall groß sind, ich aber da auch die Gründe nicht kenne, will ich auch nur zum Tagesgeschäft mal eben ein paar Sätze schreiben.
Das Inlandsgeschäft im LEH ist so derMassen schwach, wie es seit Jahren nicht mehr war. Ebenso ist in den Exportmärkten keine Belebung, sondern nur eine weitere Zunahme der Risiken zu erkennen. Am größten sind die Sorgen mittlerweile nach Russland, aber es funkt jetzt schon Überall.
So das sich jetzt alles auf den deutschen Markt stürzt, extrem die Dänen ( die ja jetzt noch viel mehr " leiden" ) die jetzt schon versuchen, feste Kontingente für die nächsten Monate in D fest zu platzieren, und ganz gezielt unseren Markt mit Niedrigstpreisen angreifen, denke ich, das die bisher verfolgte Strategie am Freitag aufgegeben werden muss. Noch eine weitere Woche unverändert, sprengt meine Vorstellungskraft.
Es fehlt uns so massiv an Spanne, das am Freitag wohl der erste Blitz einschlagen wird. So kann es nicht mehr weitergehen. Der LEH Schiesst uns jetzt Sturmreif, und durch den schwachen Absatz werden die diesen Kampf auch wohl erst mal gewinnen .
Das wird nun ein deftiger Rückschlag werden, aber es gibt eben noch keine Aussichten auf eine Absatzbelebung. Unser Chef, der läuft hier schon die Wände hoch. Wenn ich könnte, würde ich jetzt Urlaub machen, aber meine Kollegen im Stich lassen, werde ich auch nicht. Und im Verkauf noch einen "richtigen" Preis finden, ist schier unmöglich. Auf der einen Seite will man die Ware nicht " verschenken", auf der anderen Seite brauchen wir auch Abschlüsse.
Zu den entfernten Börsenkursen, vergesst das ( ich wiederhole mich hier), zu hoffen oder zu glauben, das die Kurse auch eintreffen, ist reine Spekulation. Die Börse handelt nur Phantasie, und wem der Kurs reicht, der muss absichern. Wohl dem, der es frühzeitig gemacht hat.
Wie es dieses Jahr weiter geht, kann ich auch noch nicht sagen, aber immer bedenken, die vielleicht +- 2 % weniger Schweine ( wenn überhaupt) die da kommen werden, sind Kleinigkeiten zu den riesigen Exportrisiken die weiterhin bestehen. Und wir müssen mit der Ware
" Raus", sonst ist hier Land unter.
Gruss an Alle
@ina
Warum schlachten die Schlachtbetriebe auf Teufel komm raus in dieser Woche nocheinmal mehr als in der letzten Woche?
Samariter oder Kapitalisten? Die Dürre wird kommen, wann dass weiß niemand?
Macht doch einfach mal eine Woche Betriebsferien! Wenn ihr nichts verkaufen könnt.
MfG
agriculus
@ agriculus [#6]
Also deine Postings hier, die sind immer von einer prickelnden sarkastischen Sachlichkeit geprägt.
Wir haben das bisher gemacht, um den Preis nicht in Regionen abdriften zu lassen, wo wir alle nur gemeinsam mittelfristig Nachteile durch hätten. Das heisst ein großer Teil der Ware wird mit vollem Risiko gebunkert. Das geht aber nur eine begrenzte Zeit, und dann muss sich im Absatz ( egal wohin ) etwas bewegen. Das tut es aber ( bisher) nicht.
Und wenn wir das Angebot gezielt aufstauen lassen würden, dann könnten wir diese "Strategie" sicherlich sofort begraben. dann würden wir uns in Regionen wieder finden, da würdest Du dich noch wundern.
Viele Schlachtbetriebe kürzen aber trotzdem schon seit Wochen die Mengen ein. ( Das mal am Rande)
Aber grundsätzlich gebe ich Dir Recht, wenn alle Landwirte so wären wie Du, dann sollte man das sicherlich überlegen , bis das Dir die Schweine durch die Dachziegeln wachsen, weil Du schreisst ja geradezu danach.
Schönen Abend
@ agriculus [#6]
Also, wenn mann es hier nur mit Leuten wie Dir zu tun hätte, könnte man den PC auch gleich aus dem Fenster werfen. Man hat im Tagesgeschäft auch
"normale" Kunden zu bedienen, denen man nicht einfach sagen kann:"Du bekommst nichts"! Außerdem, wenn Du bei den "Betriebsferien" dreimal
soviel Geld verlierst, wie wenn Du schlachtest, was machst Du dann?
Also, denk erst nach bevor Du hier so einen Blödsinn schreibst!
Ina hat die Situation schon richtig beschrieben, genau so sieht es im Moment aus und daran ist auch nichts schlechtgeredet! Fakt, Ende,Aus!
schöne Grüße an einen "Unverbesserlichen"
Guten Abend nochmal
Um es auch noch mal klar zu stellen. ich weiss genau um die Situation der Landwirte.
Und sollten wir in 2009 (wieder mal) ein unbefriedigendes Schweinejahr kriegen, (was ich nicht hoffen will ! ) dann weiss ich auch um die Folgen die wieder daraus entstehen werden.
Weil unsere Branche immer im zweitrundeneffekt daran beteiligt ist.
Ab März sollte erfahrungsgemäß im Inland eine Nachfragebelebung einsetzten. Die wird uns aber nur helfen, wenn sich endlich weitere Exportmärkte wieder öffnen.
Nur wenn die klassischen Ventile der Dänen ( Japan, Ostblock etc.) immer mehr verstopfen, werden die den deutschen Markt wieder suchen müssen.
Ich hatte diese Woche fast keinen Kunden, der nicht auf einmal wieder Angebote von Danmark vorliegen hatte. Das ist ein Zeichen, das die auf einmal so aggressiv wieder in Deutschland auftauchen, das die vorläufig an ihre " Märkte" auch nicht glauben.
Im Moment bleibt zu hoffen, das die Finanzkrise möglichst rasch überwunden wird, das wird alleine !! der entscheidende Punkt in den nächsten Monaten sein.
Und nichts anderes !!!
Und das keine grösseren Fleischimporteure im gesamten Ostblock insolvent werden. Und sich da kein Dominoeffekt ergeben wird. Da mag ich nicht mal dran denken, das das kommen könnte.
Und sollten positive Nachrichten kommen, werde ich der erste sein, der die hier reinschreibt. Wir werden weiterhin alles versuchen, was wir machen können !!
Und wenn an der Börse im Juni, Juli oder was weiss ich 1,40,1,50, oder 1,60 steht, verbindet es nicht mit dem Kassapreis. Der kann dann ein ganz anderer sein. Nach oben wie nach unten. Sichert ab, oder ignoriert ihn.
Ihr lasst euch meiner Meinung nach, da viel zu viel von blenden. Der Markt richtet sich nicht nach der Börse.
So Feierabend
@ina
@brontosaurus
Großes Risiko(Einlagern) = Große Gewinnchancen (Exporterstattung?)
oder Große Verluste?
Irgendwie fast wie die Schweinemast?
Wir machen aber auch keine Betriebsferien! (war übrigens nicht ernst gemeint)
Ich verneige mich vor der Arbeit des Fleischverkäufers in dieser Woche, sie würde mir sicherlich derzeit auch keinen Spaß machen und deswegen kann ich die gereizten Gemüter sehr gut nachvollziehen, nichts für ungut.
Aber dennoch mache ich die hier lesenden Fleischverkäufer darauf aufmerksam, dass der Discount und LEH in anderen Lebensmittelbereichen im Einkauf nachgiebiger ist und vielleicht sein muss als beim Schweinefleisch. Ich bitte dies bei den anstehenden Verhandlungen zu bedenken.
Mit freundlichen Grüßen
Der Unverbesserliche
Hallo zusammen,
warum diese Aufregung? Der Markt regelt doch alles. Für Ost- Europa stellen die Kreditversicherungen Ihre Dienste ein. Deutsche Schlachtunternehmen müssen ihre Liquidität erhalten und europäische Schlacht- und Zerlegeunternehmen haben jetzt schon richtige Probleme mit ihrer TK- Ware, da hier zu hoch gepokert wurde.
Und um wieviel % sind in den letzten Monaten die Schlachtzahlen gestiegen?
Für die Rezessionsphase kann niemand etwas, ist halt so; wer zu spät ins`Boot gesprungen ist, hat halt ein Problem.
MfG
Berrendorf05
@Berrendorf05
Schlachtzahlen:
Deutschland rauf,
NL geringfügig runter;
DK Abflug
Osteuropa gewaltiger abflug
Frankreich leicht rauf
Spanien normal.
Prozente wissen wir alle; interessieren aber wirklich niemanden; weil verkauft sich schlecht.
Und wenn die massenhaften Lebendschweine nicht aus DK kommen würden; würde es in Deutschland auch bergab gehen.
Deutschland ist nun mal der lukrativste Markt; nicht des Absatzes wegen; sondern wegen der Veredelungskosten.
Dort sind wir Europaweit spitze.
Denn ansonsten hätten; werden und würden wir niemals diese Mengen Exportieren können; weil die Dänen immer ein besseres Angebot machen würden können.Schröder sei Dank.
Euer Klagen in Ehren; aber der Landwirtschaft ergeht es so schon ( mit kleinen Ausnahmen in 2004/2006) die ganze Zeit.
Mitleid?
Keines.
Also was machen wir?
Genau das; was ihr schon immer macht; wachsen; und auf einen Verdrängungswettbewerb hoffen.
Bis dahin zahlen wir die Zeche.
Irgendwann werdet ihr das auch.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ agriculus [#10]
Es muss sich keiner vor uns verneigen, und wir haben uns den Job ja selber ausgesucht. Und ob wir den gut oder schlecht machen, das kann ich nicht beurteilen. Und wer dem Job nicht gewachsen ist, der hat da auch nichts verloren, zumindest sieht unser Chef das so.
Ich versuche auch so gut es geht nicht zu klagen, sondern eine Marktsituation darzustellen, und das so neutral es eben geht. Ob mir das gelingt, soll jeder für sich entscheiden.
Ich habe heute morgen die erste Order Lachse mit 2,50 € verkaufen müssen. Das habe ich auch noch nicht erlebt. Und die Mengen müssen für mein Geschäft nächste Woche nochmal deutlich runter.
Ich habe für mein Geschäft gerade mal hochgerechnet brauche ca. 3000 Schweine weniger, als diese Woche. Weil ein Teil meiner Kundschaft im Rhein-Ruhrgebiet ist, und da geht ab Mittwoch nichts mehr.
Ich versuche so gut es geht, mehr Kotelett in die Werbung zu kriegen, die rechnen sich noch etwas besser.
Das einzig positive was ich berichten kann, sind unsere Benelux. Verkäufer, die haben noch ein relativ stabiles Geschäft, oder anders gesagt, die leben irgendwie preislich ihr eigenleben. Wie die das machen, ist mir ein Rätsel, aber bei denen ist die Rezession noch nicht angekommen.
Schönen Tag
An der Börse wird ja zur Zeit gehandelt, als gäbe es kein Morgen mehr... Wahnsinn!!! 149 Kontrakte zur Zeit!!
@Spekulatius Maximus,
du hast recht, aber das ist der Handel mit der Angst, mit der Panik
Ich denke das ist mehr wie "übertrieben".
M f G
Topschwein
@ Topschwein [#15]
aber das ist der Handel mit der Angst, mit der Panik.
Wovor haben die Leute Angst, Panik, worin liegt die begründet ??
Irgend etwas muss doch dieses Verhalten auslösen ??
Liegen dafür rationale oder fundamentale Gründe vor ??
Oder ist das nur Stimmung ?
Also die Börse hat mich nie großartig interessiert. Und auf die Kurse habe ich auch noch nie viel gegeben, mache ich auch jetzt nicht.
Aber was da jetzt abgeht, das ist doch schon sehr merkwürdig, finde ich." Spielt" die zur Zeit schon das
worst case Szenario, was wir aber ( hoffentlich auch nicht kriegen ) nicht haben.
Gruss
ina, ich finde es sehr löblich, wenn Sie jetzt nicht bei diesem Panikorchester miteinstimmen!
Die Fakten sind doch bisher folgende:
- aktuell sehr schwaches Inlandsgeschäft
- Unsicherheiten bei Export
- allg. Unsicherheit wegen der Finanzkrise
- sinkender Schweinebestand in Europa (vor allem Osteuropa)
- Selbstversorgung in D und EU >100%
Es ist doch kein Seuchenzug vermeldet worden, oder? Wer weiß denn mehr? Bitte melden!!
Hallo,
da die Anzahl der offenen Kontrakte abgenommen hat, bin ich der Ansicht, dass z.Zt. Gewinnmitnahmen einen nicht unerheblichen Anteil am Börsengeschehen haben. Ansonsten sind Spekulationen der Motor des Geschehens.
mfg
Bigpig
@ina,
Meiner Meinung nach hat der "Preisverfall" an der Börse nichts mit dem "Kassa" Geschäft zu tun. Hier müssen Leute ihre Positionen glatt stellen, teilweise mit sehr hohen Verlusten. Andere "Spekulanten" bekommen auch "kalte Füsse" und müssen auch aus ihren Kontrakten raus - und so rutscht der Preis "runter". Ein Schweinepreis am Freitag von 1,30 € fände ich "Quatsch". Was bringt das???. O.k. - wir haben seit 2 - 3 Wochen eine schleichende Inflation. Bei einem unveränderten Schweinepreis, mußte hier und da "nachgegeben werden". Sollte der Preis am Freitag "fallen" ! was machen dann die Herren "Einkäufer" mit uns ??? Was wird mehr verkauft, wenn der Peis am Freitag fällt?? NICHTS ! ! Wenn ich es zu sagen hätte, dann am Freitag plus 2 cent! Richtig ist auch, das uns zur Zeit der Export in Richtung PL und RUS fehlt, aber das wird wieder kommen, ich denke sehr bald. Runter hilft nicht wirklich, aber das ist nur meine Meinung und wenn wir 100 % Geschäft hätten? würden wir den Schweinen hinterher jagen !!!
M F G
@ Topschwein [#19]
Alles was Du da schreibst habe ich seit 4 Wochen auch geschrieben, und wir können das auch noch solange weiter schreiben, bis wir alle Platt sind.
Aber ich sehe das mittlerweile komplett anders, weil ich die Entwicklung am Markt schon beobachte.
Wir bunkern uns seit 4 Wochen einen zurecht, und wenn wir Pech haben, dann können wir den ganzen Kram demnächst mit deutschsprachigen Etiketten versehen. Gut andere machen es ja nicht, die bestellen die Schweine ab, und fertig.
Und alles was wir bunkern, da lachen sich die Dänen einen ( ich merk doch, die lassen jetzt Japan Japan sein) und springen hier in die Bresche.
Wesentlich mehr verkauft wird nicht, aber es wird unsere Liquidität erst mal wieder stärken. Ausserdem habe ich nächste Woche die ersten Kunden mit Lachsen für 3,99 € statt 4,99 €, das wird schon helfen.
Weil wir seit 4 Wochen im Tagesgeschäft anständig Geld verlieren, und eine Menge Fleisch einlagern, wo uns keiner sagen kann, was das jemals erlösen wird.
Und mit dem Export diese Risiken unterschätzt Du aber kolossal. Wieviel haben wir letztes Jahr exportiert ? Und wieviel davon kann man jetzt noch VERSICHERT liefern ?
20 % der Menge. Davon abgesehen stehen die Russen ( und auch andere) kurz vor dem Bankrott, zumindest deren Währung. Die sind nur noch am abwerten, damit man die Scheine nicht bald mit Klopapier tauschen kann. Die Frage ist nur, ob die das damit verhindern werden !
Und im Inland ? Die meisten Fabriken gehen schon in die Knie. Und wir kommen jetzt auch dran, und sonst wird es demnächst nur noch Dänische Wochen im LEH geben, und da werden wir nicht tatenlos weiter zu sehen.
Und wenn und aber, das hilft keinem.
In meinen Augen hast Du die Lage im Moment nicht richtig vor Kopf.
Und das die Exporte nicht mal annähernd die Mengen wie 2008 erreichen werden, ist für mich auch sicher.
Was in ein paar Wochen ist, das weiss ich auch nicht, aber ich habe weiterhin kein Gutes Gefühl. Ich befürchte immer noch, das bald der erste hochgeht, und das dann noch viele hinterher kommen könnten. Weil der gesamte Ostblock, hat fast alles nur auf Pump gemacht, und die Zeiten sind erstmal vorbei. Und das ganze rasante Wachstum was die hatten, war nur mit Schulden machen aufgebaut.
Und wenn das Geschäft wieder besser wird, können die Preise ja wieder steigen.
Aber im Moment Schweine satt, nur Ärger, Abzüge, Reklamation, Kürzungen, e bach.
Der LEH ist auf diesen " Trick" nicht reingefallen, weil sie es auch nicht nötig hatten, und jetzt heisst es wieder neu reagieren. Es nützt nichts.
Und ich weiss ja nicht, wie und wo Du beschäftigt bist, aber liefere doch unversichert in den Osten. Die ersten machen es ja schon. Im schlimmsten Fall kriegst Du nur zwei Messer in den Rücken. Eines da hinten beim Geld eintreiben, und das andere von deinem Chef. Du da kann ich zumindest gut drauf verzichten.
Schönen Abend
@Ina
Also ein Tip von dir:
Blos nicht einstallen.
Denn im Kamin gibt das Geld wenigstens noch Wärme...
Ist ja aber auch kein Wunder; der Deutsche ist so dumm wie die Nacht.
Kaufen alle nur noch Autos.
Allerdings; und das macht einen ja noch Hoffnung; hast du die Lage mittlerweile verstanden; was kommt; wenn der Preis grundlos geht.
Der LEH denkt immer nur an Kurzzeitmaximierung; und ist der Umstrittene Gewinner der Kriese ( Lidl hat trotz der Mitarbeiteraffäre Marktanteile hinzu gewonnen; denn den Verbraucher interessiert der Preis; und nicht die Umstände; ebendso Aldi; wobei die knapp hinter Lidl liegen; dass lassen die sich nicht gefallen...).
Aber mal die Frage zurück:
Kann DK den deutschen Markt auch noch in einem Jahr versorgen?
Und da ihr es nicht schafft; Überzeugungsarbeit zu leisten; damit auch jeder der nachgelagerten Stufe mal von seinem hohen Margenross runter kommt; bleibt uns nichts anders übrig; als alles gegen die Wand fahren zu lassen.
Der Weg dahin war schon recht gut...
Bislang waren die Landwirte noch sehr optimistisch; nun kommt Nüchternheit auf; Freitag bei den wahrscheinlichen 1,30 Euro der Boden der Tatsachen.
Mal sehen.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ ina
Über die Verluste über die Sie seit Anfang des Jahres klagen, mit den haben die deutschen Schweineproduzenten schon seit Mitte 2007 zu kämpfen.
Das Sie der Meinung sind das der Vereinigungspreis am WE nochmals runtergeprügelt werden soll zeigt mir das Sie kein Interesse an der deutschen Schweineproduktion haben.
Ehrlich gesagt finde ich das Gejammer der Schlachtbranche die sich noch Ende des letzten Jahres den Sack voll gemacht hat schon verwunderlich!
Die grüne Seite hat das jammern schon eingestellt, dass überlassen wir nun Ihnen da sind wir schon ein Gedankenschritt weiter und tanzen den Totentanz.
Da Sie offentsichtlich kein Interesse an der deutschen Schweineproduktion haben, empfehle ich Ihnen die Schlachtung gänzlich einzustellen und Ihre Kraft darauf zu konzentrieren wie Sie brasilianischen Schweinehälften Zugang zum deutschen Markt verschaffen.
Dann passt auch die Spanne wieder und alle sind glücklich!!
Ich bin der Ansicht; Ina hat sehr wohl verstanden; worum es zwangsläufig geht...
Nur dort ist es genauso wie bei uns Landwirten:
Irgendwer liefert immer; sei der Kurs noch so bescheiden.
Und das übt Druck aus.
Ob der oder diejenige die angestrebten Mengen auch einhalten kann; ist vollkommen egal.
Und mit der Expansion von Aldi/Lidl und Co in Richtung Osten; Frankreich oder England wird dieses mit Sicherheit nicht besser.
Vor Jahren wurde auch gedacht; wenn die Molkereien nur grösser werden; dann würde das Gleichgewicht zw. Anbieter und LEH auch besser; die Erfahrung lehrt uns was anderes.
Ein aus unserer Sicht positives beispiel haben wir doch vor zwei
Jahren gesehen.
Beim Veredelungsgetreide ( Brotgetreide/ Braugerste) waren die Landwírte doch immer die "unbeliebten Lieferanten"; mit einer Arroganz wurden die Partien schlecht gemacht; um möglichst noch billiger an Ware zu kommen; das war schon nicht mehr "Partnerschaftlich".
Dann wurden besonders die Braugersten drastisch im Anbau eingeschränkt; dazu kam die Dürre; und schon war es aus mit der Überheblichkeit; da man doch irgendwie abhängig ist.
Mittlerweile ist der Preis zwar deutlich zurückgegangen; allerdings sind die Abnehmer mit ihrer Überheblichkeit doch (noch) auf dem Boden geblieben.....
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ p. [#22]
Was sie da schreiben ist emotionaler Kram, und sonst nichts.
Ich will Ihnen auch sagen warum.
Weil Sie anscheinend einen Traum von 1950 ( als die ganze Welt nur aus Grenzen bestand) leben,
Und einen Traum (das ist noch schlimmer), das die Fleischwarenindustrie die Welt ( zumindest die der Landwirte) verändern, verbessern und heilen kann.
Aber das kann sie nicht, selbst wenn sie wollte. Und wenn Sie in Ihrem Traum sich die Brasilianischen Schweine auch wegträumen können, bleiben sie trotzdem auf dem Weltmarkt präsent. Und sie werden zumindest auf dem Weltmarkt unser aller Konkurrenten sein und in Zukunft weiter werden. Und da wird uns keiner Fragen, ob uns das gefällt, es wird daran nichts ändern.
Wir haben seit 4 Wochen schon den Preis gehalten, obwohl er vom reinen Markt schon längst hätte fallen müssen. Und irgendwann ist unser Luft auch erschöpft. Der starke Wille, bei 1,36 € eine Bodenbildung zu erreichen war mehr als vorhanden, aber der Markt ist zu schwach und zu unsicher.
Und sollte in den nächsten Wochen Licht am Ende das Tunnels zu sehen sein, dann sollen die Schweinepreise auch sofort wieder steigen.
Die Situation der Landwirte ist uns bekannt, und die Möglichkeiten die wir haben, werden wir auch nutzen.
1000 Landwirte können einen Schlachthof ernähren, aber 1 Schlachthof kann nicht 1000 Landwirte ernähren. Das mag sich jetzt total blöd anhören, ist aber die reine Realität.
Gruss
@ina und alle anderen,
guten Morgen,
heute früh oder besser auch schon seit gestern hört man aus Rheda Wiedenbrück, das der Preis am Freitag bei 1,36 € bleibt. ( ? ) Aus dem Haus Vion hört man die minus 6 cent auf 1,30 €. Was hören die anderen hier aus dem Forum ?.
M f G
heute früh oder besser auch schon seit gestern hört man aus Rheda Wiedenbrück, das der Preis am Freitag bei 1,36 € bleibt.
@ Topschwein [#25]
Nachfrage: Ich dachte der Preis wird von der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften festgelegt ?
Hat sich das geändert oder haben die ihren Hauptsitz in Rheda-Wiedenbrück ?
Oder müssen sie nur noch abnicken ?
@Richard Ebert,
drittes wird es sein, die können nur noch abnicken. Ob wir es war haben wollen oder nicht, der Preis wird in Rheda gemacht. Ist aber nur meine Meinung.
Gruß
Topschwein
@ Topschwein [#27]
Naja, Tönnies und VION sind anscheinend entscheidene Größen im Preispoker. Aber woher kommt denn das Gerücht, dass die 1,36€ doch noch gehalten werden können?
MfG S_M
Ich erlaube mir mal die an Topschwein gestellte Frage aus meiner Sicht zu beantworten:
Der V-Preis wird sicher nicht in Rheda veröffentlicht. Wenn aber ein Abnehmer dieser Grösse für den Notierungszeitraum einen unveränderten Preis bietet, dann wird die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften wohl kaum einen tieferen Preis fordern und somit auch keinen tieferen Preis beschliessen.
@Caesar
du hast recht, so ist es. Aber die Fa. Tönnies ist der größte Wurstproduzent und hat den größten Anteil im SB Fleisch. Ein weiterer Preisverfall bei den Schweinen würde "nachgebende" Wurst und SB Fleischpreise nach sich ziehen und da Tönnies kein Interesse dran.
@S_M
das kommt direkt aus dem Hause Tönnies Rheda Wiedenbrück. Tönnies sagt 1,36 € ist der Preis auch für die nächste Woche.
M f G
@ Topschwein [#30]
Fragt doch mal Ina, der weiß mit Sicherheit mehr! Allerdings kann ich mir nach den Statements, die wir von Ina gehört haben, nicht vorstellen das der Preis unverändert bleibt, denn das hieße, das Tönnies seine
"Strategie" noch mal aufgeschoben hat.
Gruß Brontosaurus
P.S. In den jetzigen Zeiten wird der Preis in Rheda gemacht!