Richard Ebert
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Schweine: Lebendexport nach Russland floriert / Ferkelkurse steigen

Lebendexport von Schweinen nach Russland floriert

Topagrar.com (08.01.10) - Die russische Regierung drosselt die Importe von Schweinefleisch über strikte Zollkontingente und oft willkürlich erscheinende Veterinärauflagen. Unterdessen florieren die Lieferungen von Lebendschweinen aus EU-Ländern, wie die agrarzeitung in ihrem Online-Portal berichtet. Die US-Botschaft in Moskau erwartet, dass 2009 die Marke von 1. Mio. Tiere überschritten worden ist. Schon im 1. Halbjahr 2009 gingen etwa 550.000 lebende Schweine nach Russland. Fast die Hälfte davon ist über die Grenze zu Litauen geliefert worden. Es wird vermutet, dass Litauen nur als Transferland für die großen Exportländer Deutschland, Dänemark und die Niederlande dient.

Die Lieferungen von Lebendschweinen entsprechen nach Schätzungen der US-Botschaft rund 100.000 t Schweinefleisch. Sie gleichen einen Teil des Rückgangs der russischen Schweinefleischimporte aus, die 2009 mit etwa 750.000 t um rund 300.000 t gegenüber dem Vorjahr geschrumpft sind.

In der russischen Statistik erscheinen die aus den importierten Lebendschweinen hergestellten Fleischerzeugnisse als Binnenerzeugung. Entsprechend sauer sind die einheimischen Schweinehalter, die Druck auf die Regierung in Moskau ausüben, diese Lebendlieferungen zu unterbinden. Bislang ist jedoch nichts passiert. Deswegen erwartet die US-Botschaft, dass auch 2010 im bisherigen Umfang Lebendschweine aus der EU nach Russland gelangen werden.

(Quelle: Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe 1/2010)

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Kassamarkt: Kaltes Wetter sorgt für geringere Verkäufe der Mäster

In der aktuellen Schlachtwoche zeigt sich der Schlachtschweinemarkt in Europa uneinheitlich. Während der Preis in Schweden auf 1,15 Euro nachgab, stiegen die Notierungen in den Niederlanden (plus 3 Cent auf 1,23 Euro) und Großbritannien (auf 1,49 Euro).

In den Niederlanden konnte die Notierung wieder auf das vorweihnachtliche Niveau ansteigen. In der 51. Kalenderwoche war der niederländische Preis noch um 3 Cent gesunken. Die deutsche Notierung war aber stehen geblieben, so dass sich der Abstand nun wieder verringert hat.

In Deutschland wird der unveränderte Schweinepreis mit dem winterlichen Wetter und der damit verbundenen etwas geringeren Abgabebereitschaft der Mäster begründet. Des weiteren führen die schwierigen Straßenverhältnisse zu erschwerten Schweinetransporten.

(Quelle: ISW, Damme, auszugsweise)

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Terminmarkt: Nachfrage nach Sommer-Schweinen

Zu Beginn der neuen Börsenwoche wurden am Terminmarkt in Frankfurt 9 Kontrakte Januar- und Februar Schweine gehandelt. Der Januar stieg um 0,5 Cent auf 1,295 Euro, der Februar ging 0,4 Cent niedriger mit 1,31 Euro aus dem Handel.

Aufgrund von Kaufaufträgen wurden August- und September Schweine um je 1 Cent höher mit 1,45 und 1,40 Euro getaxt.

Der M 12 Index für Schweine zog um 0,12 Cent auf 1,3855 Euro an.

Am Ferkel Terminmarkt wurden die mit 45 Euro angebotenen 5 Februar Kontrakte aufgenommen, sowie einer von 5 Kontrakten März Ferkel zu einem um 1 auf 47 Euro gestiegenen Kurs.

Der Ferkel Index wurde um 24 Cent höher mit 44,08 Euro ermittelt.

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Aussichten für Freitag: Unverändert 1,30 Euro

Aus Marktkreisen kommen Informationen über hohe Schlachtgewichte, weil witterungsbedingt Schweine zurück gehalten wurden. Dies passt zum Bericht der oben zitierten ISW. Dass die schweren Schweine auf den V-Preis dieser Woche drücken, ist eher unwahrscheinlich. An einer Preisänderung dürfte derzeit niemand ein größeres Interesse haben, so dass von einem - möglicherweise mehrere Wochen lang - unveränderten V-Preis ausgegangen werden kann.

Geschrieben von Richard Ebert am
Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Russland hat den Zollsatz für lebende Schweine wie auch für geschlachtete Tiere ausserhalb des festgestzten Kontingentens von 5% auf 40% erhöht...

Mal sehen; wie das dieses Jahr ausgeht.
Entweder werden die Schweine so teuer in Russland; das es sich trotz dessen weiterhin mehr als lohnt; oder es wird weiterhin wesentlich weniger Fleisch gegessen; oder die Regierung wirft wiederum alle Massnahmen über den Haufen...

Russland ist wie das Wetter:
Meistens nicht beständig.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

In Russland ist eine Bande aufgeflogen; die Fleisch verkauft haben; welches bis zu 35! Jahre alt gewesen ist.
Das Fleisch stammte aus nationalen Reserven von Kanada; den USA sowie einigen anderen Ländern.

Der meiste Alkohol "reift" mit der Zeit..
Wie das bei solchem alten Fleisch aussieht?

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

sapa
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#3]

Gibts nen Link oder ähnliches dazu ?

sapa

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Mein Nachrichtendienst sagt zwar USA/Kanada; andere meinen Südamerika.
Mehr siehe unter:http://news.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fnews.orf.at%2Fticker%2F354084.html

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#5]

Habe auch gerade einen Bericht darüber gelesen!!

Das Fleisch wurde seit 1974 in Brasilien und Argentinien vom Staat als " strategische Reserve" in Kühlhäusern aufbewahrt und jetzt in Russland gefunden ( 46 000 Eur Wert)

Sicher superzart!!
Aber etwas alt!

Mahlzeit wünscht Saubauer

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#2]

Du hast in Deinem Beitrag geschrieben das der Einfuhrzoll für Lebenimporte in Russland auf 40% erhöht worden sein soll.
Ich habe auch davon gehört, dass Sie (die Russen) darüber nachdenken, aber eine Meldung, dass es nun definitiv so ist habe noch nicht gefunden.
Kann Du eine Quelle nennen, wo man den Zollsatz nachlesen kann?
Wer kann, hier im Forum, sonst noch was über den Lebendexport nach Russland was sagen?
Ist der Zollsatz nun bei 40%?
Wie stark haben die Lebendexporte darunter gelitten?

Benno

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Der Zollsatz ist bestätigt worden seitens verschiedener Quellen der Fleischbranche.
Dieser Zollsatz gillt natürlich erst ab der Überschreitung der genehmigten Kontingente.
Somit ist die "Vorzüglichkeit"; lebende Schweine zu importieren noch wesentlich besser geworden; da dann mehr "Einheimische Wertschöfung" stattfindet.
Wir müssen mal sehen; wie das Jahr wird.
Schon so manches mal gab es "Sonderkontingente".

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

MissPiggy
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

@ Muehlenbach [#8]

Guten Morgen!

Von Kontingenten im Zusammenhang mit der Einfuhr lebender Schlachtschweine in die Zollunion habe ich ehrlich gesagt noch nichts gehört. Meinst Du, dass die Schlachtschweine dem Tarifkontingent für Schweinefleisch zugerechnet werden? Das wäre international recht ungewöhnlich, normalerweise werden lebende Tiere und Fleisch zolltechnisch getrennt behandelt.

Gruss
MissPiggy

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

So wurde mir das gesagt; Miss Piggy.
Da aber beide Warengruppen nun denselben "Zollsatz" haben; währe das ganze ja nicht unwahrscheinlich.
Zumal dieses in der neugegründeten Zollunion ehem. Russischer Föderationsstaaten gillt.
International ist das auch nicht anfechtbar; denn die neue Zollunion ist nicht Mitglied der WTO und kann damit machen; was; wann und wie sie es möchte.
Das der Zollsatz auf diese 40% angeboben wurde kommt ja nicht von irgendwo her.
Ranghohe Abgeordnete befürchten damit eine Unterwanderung der Eigenen Erzeugung; da ja lebend Importierte Schweine unter "Eigenerzeugung" fallen.
Im vergangenen Jahr war das der einzige Grund; dass der Preis in Russland nicht ins Exorbitante Mass gestiegen ist.
Sobald ich mehr weiss; sage ich euch bescheid.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#10]

Da gibt es sicher einige, denen der Lebendexport vom vergangenen Sommer ein Dorn im Auge war.
Da nutzt man bestimmt alle Drähte nach Rußland um eine Zollerhöhung zu unterstützen.

Mfg

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Also; der Zollsatz für Lebendschweine beträgt seit Januar 40%.
Dieser ist damit genauso hoch wie der Zollsatz für Fleischlieferungen ausserhalb der festgelegten Kontingente ( Zollsatz hier 15%).
Zwar sind diese Kontingenten gesenkt worden; dass gillt aber in erster Linie für Lieferungen aus den USA; Lieferungen aus der EU sind nur marginal gekürzt worden.
Direkt aus Deutschland sind im vergangenen Jahr etwas über 100000 Tiere exportiert worden; seit der Erhöhung ist dieser fast vollständig zum Erliegen gekommen ( nur der Fleischexport läuft noch).
Für Deutschland wird mit keiner grossen Änderung gerechnet.
Mehr Probleme wird es aller Vorraussicht nach für Polen und Litauen geben; die doch erhebliche Mengen exportiert haben ( v.a. lebend).
Und damit kommen wir doch zurück zu Deutschland..ihr wisst schon.

Allerdings bleibe ich bei meiner Ansicht: Mal sehen wie das Jahr wird.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

MissPiggy
Mitglied seit
12 Jahre 2 Monate

@ Bauer Bernie [#11]

Der Bundesregierung bzw. dem Ministerium sind diese Exporte auch ein Dorn im Auge. Im Ministerat wird Deutschland sicher nichts unternehmen, was diesen Lebendexport unterstützen würde. Und um mal ganz ehrlich zu sein, nach meiner Meinung sollte man die Schlachtschweine auch nicht so weit fahren. Der Schaden durch Skandalberichten im Fernsehen könnte für alle beträchtlich sein und zu weitaus restriktiveren Tiertransportregelungen führen. Diese werden in Brüssel gerade diskutiert.

Gruss
MissPiggy

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