Schweine: Lebendexporte ins Ausland als Alternative ?

Guten Morgen,

hier wird in jüngster Zeit viel von Lebendexporten geschrieben! Kann jemand einschätzen, wie viel dieser zahlenmäßig zugenommen hat bzw. von welchem Niveau hier ausgegangen werden kann?

Sind die Hürden nicht relativ hoch? Oder kann "jeder" Viehhändler mal eben in so ein Geschäft einsteigen?

Gruß

Geschrieben von Mona Lisa am
Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Mona Lisa [#1]

Liebe Exporteure, Statistiker und Praktiker,

wer kann die Fragen von Mona Lisa beantworten oder hat eine Meinung dazu ?

Da der Export, liest man dazu Beiträge hier im Forum, immer wichtiger wird, sind solche Alternativen von existentieller Bedeutung für viele Marktteilnehmer.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Also; Zahlen kann ich keine genauen nennen hier mal 200; dort mal tausend usw.

Wird ja verstärkt erst seit ungefähr August gemacht;und können somit in den Zahlen des ersten Halbjahres noch nicht auftauchen. Mit denen; die bei mir Schweine abgeholt haben; sind die Händler immer nur Verkäufer; d.h. die Polen machen ihren Import selber.

Die meisten Schweine werden mit deren eigenen Zügen abgeholt; was immer wieder zu Diskrepanzen mit den jew. Veterinärämtern wegen anderer Gesetzeslage führen kann; je nachdem wie der jew. Amtsveterinär der ganzen Sache gegenübersteht; denn dieser muss bei jeder Verladung anwesend sein.

Entweder wird direkt bei den Landwirten geladen; oder aber an Sammelstellen. Ist eine Organisationssache der jew. Händler; EZG u.a. Bezahlung ist ganz einfach: Erst Geld; dann Schweine.

Somit kommt es vor; dass ordentliche Summen an den jeweiligen Waagen den Besitzer wechseln.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

p.
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Es wird hier viel über Lebendexport geschrieben aber keiner ist in der Lage einem glaubwürdig zu vermitteln wie die Schweine abgerechnet werden.

@ Mühlenbach

Wir wurden denn deine Schweine abgerechnet die lebend exportiert wurden.

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Es ist schon etwa 2 Jahre her als wir lebend exportiert haben.

Damals gingen die Schweine fast jedes mal in ein anderes Land (Slowakei, Tschechien, Ungarn, Polen). Die Formalitäten hat unser niederländischer Viehhändler geregelt. Bei der Verladung war dann der Amtsveterinär anwesend. Gewogen wurde lebend auf einer Fuhrwerkswaage, angenomme Ausschlachtung 79% (was für unsere fetten Tiere auch OK war). Bezahlung 6 ct unter ZMP. Gewichtsgrenzen und Schlachtqualität spielten keine Rolle. Das Geld war versichert und ist etwa eine Woche nach Lieferung eingegangen.

Alles im allem ein gutes Geschäft!

Problem war nur das der Lebendexport (je nach Marktlage) nicht immer kontinuierlich lief.

Wenn es hier im Forum Händler gibt, die Schweine für den lebend Export suchen, bitte bei mir melden.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@p.

Gekauft wurden die Schweine zu ZMP der Lieferwoche mit minus 2 ct.; Berechnung 77% voll gefüttert ab Waage.

Interessant ist dies bei mir nur bei den ersten Schweinen (durchschnittlich 5-6 ct unter ZMP) sowie den letzten Schweinen bei Rein/Raus.

Es ist auch interessant für denjenigen; der entweder erstens nicht absuchen kann (kenne einige; die haben regelmässig ZMP minus 8-10 ct.) oder zweitens für denjenigen; der zu faul ist zum Absuchen.

Aber Achtung; wir kommen hier niemals wie Benno Baumann auf über 79% Ausschlachtung; wir reden hier über Dänen; die mit 110 tagen komplett aus dem Stall sind.Und Junge Schweine haben keine gute Ausschlachtung. Der Durchschnitt liegt hier bei 77,5%

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

p.
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ mühlenbach

Wenn ich davon ausgehe das die Vorkosten über 5 € liegen sehe ich die Vermarktung für uns als uninteressant an.

Bei der Auschlachtung möchte ich widersrpechen. Wir mästen zwar keine Ferkel dänischer Herkunft sondern deutscher Herkunft allerdings müssten unsere Herkünfte von der genetischen Veranlagung vergleichbar sein.
Ferkelabstammung = Danzucht Sau x Dänischer Duroc Eber

Mit dieser Ferkelherkunft erzielen wir in der Samstagsschlachtung bei unserem Vertragsschlachthof im Durchschnitt 80,5% Ausschlachtung bei 18 Std. Nüchterung vor Schlachtung.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@p.
Wer hat denn etwas von Vorkosten gesagt?
Und warum Uninteressant?
Bei uns kommt es durchaus vor; dass vorallen Dingen bei den ersten nach 80 Tagen 10% der Schweine über 103 kg am Haken sind; was dann ebend mal 10ct ausmacht...
Zudem hat man am Ende immer 5-7 % Tiere; die nach 110 tagen keine 85 kg Schlachtgewicht erreichen; und die kosten auch verdammt viel Geld....
Zudem habe ich nicht die Möglichkeit; alle fünf tage abzusuchen; weil ich dann jeden Tag am Absuchen bin....

Menge mal Umtriebe mal in der Zeit höchstmöglichem Zuwachs ist Gewinn....
Und bei Breiautomaten ist der Durchschnitt hier bei 55 % MFA; das kann dir hier jeder Händler bestätigen...
Somit liegt der durchschnittliche Auszahlungspreis bei minus 5-6ct.
Also immernoch uninteressant?

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Benno Baumann
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

kleiner Nachtrag zum meinem Beitrag:
Die Vorkosten lagen bei 2 EUR/Schwein bei vollen Zügen

picprofi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Muehlenbach [#8]

Du brauchst je noch nicht klagen wenn nach 80 tagen die Schweine schon über 103 kg wiegen. Die Leute reden hier alle von den Megadänen, ist aber komisch das wir das nie schaffen, auch nicht in neuen Ställen mit Breiautomaten.
Ist bei uns in Südoldenburg auch immer so. Jahrelang Ferkel paar € billiger,
Futter ebenso wie bei anderen, höheres Schlachtgewicht nach kürzerer Mast, besseren Preis und mehr Geld. Und dann nach einigen Jahren heisst es, dass derjenige Acker verkaufen muss und der mit den schlechteren Leistung kauft es dann. Macht euch man immer alle Gegenseitig was richtig was vor.

in dem Sinne

picprofi

agriculus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@picprofi

mühlenbach schrieb das die ersten Tiere, die nach 80 Tagen abgeliefert werden, einen Anteil von 10% übergewichtigen Schweinen haben.
Es wiegen keineswegs alle Schweine nach 80 Tagen über 103 kg geschlachtet.
Wenn man deutsche Genetik-Ferkel mit 30 kg einstallt, dann sollten diese Leistungen auch möglich sein, oder wann fängt man dort mit dem Ausstallen an.

Wo gibt es denn in Süd-Oldenburg Acker zu kaufen?

MfG
agriculus

picprofi
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ agriculus [#11]

In Südoldenburg wird zur Zeit doch wohl mehr als genug Acker gehandelt, und warte erst mal noch bis zum Jahresanfang ab.
Da sieht man aber den Dänen auch die enorme Spreitzung an, nach 80 Tagen 130 kg und die letzten nach 30 Tage später mit 105 kg. Ist auch nicht immer das gelbe vom Ei.
Sehe auch immer genug Zahlen die doch sehr oft abweichen von dem was einem erzählt wird. Frag mich darum ja immer warum meist immer Diese Flächen verkaufen müssen, wenns doch immer so gut gelaufen ist.

mfg picprofi

ina
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ich denke, eine Disskusion ohne grosse Bedeutung.
Der Lebendexport zum Osten, kann sich nur bei fetten Vermehrungsbörgen rechnen.
Da "unsere" Schweine aber in der Regel 54 % + X MFA, oder 0,94 + X Punkte haben, kann die Rechnung nie und nimmer aufgehen.
Diese Schweine wollen die gar nicht, und zahlen da auch entsprechend wenig für.
Die suchen gezielt, Speckartikel, Bäuche und Abschnitte, und dafür zahlen die auch relativ gute Preise.
Schinken, Lachse etc. wollen die gar nicht haben. Die müssen alle hier verkauft werden.
Daher ja auch unser Problem der Teilstückpreiskapriolen.
Nur ehe hier wieder eine falsche Diskussion aufkommt:
Wer meint er müsse dahin fahren,der soll das gerne tun, ich habe nichts dagegen.

Schönen Abend

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Um nochmal auf das Thema Ackerland in Südoldenburg zurückzukommen. Wer noch Flächen bevorzugt im Kreis Cloppenburg zu verpachten oder zu verkaufen hat, bitte bei mir melden. Mit dem Preis werden wir uns schon einig!
E-mail Adresse - einfach auf den nick klicken.

Ich erwarte aber eher keine Resonanz.

MfG

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Wenn jemand Ackerland zu verkaufen hätte; dann währe jetzt der beste Zeitpunkt.
Im vergangenen Jahr wurden hier in der Nähe 2 ha verkauft( kein Hofnachfolger); der Preis betrug 5 Euro/qm zzgl. Grunderwerbsteuer..
Gekauft hat das auch kein Landwirt; sondern ein Industrieller...

Um pigprofi zu beruhigen; es ist nicht alles Gold; was glänzt; gelogen wird am meisten Sonntags vor der Kirche.
Und wenn du dich auf meine Zahlen berufst; ja; es ist manchmal besser, die letzten 5 % der Tiere untergewichtig aus dem Stall zu holen; als nachzumästen; oder umzustallen.
Denn der nachfolgende Umtrieb wird es einem danken mit weniger Krankheiten und Ausfälle.
Denn die Dänen sind längst nicht so gesund wie alle meinen....

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Lebendexport Erfahrungswerte!

Der Lebendexport nach Österreich läuft über unseren Händler schon seit vielen Jahren immer gleich und wird nach SG abgerechnet!
Er liefert jede Woche 750 St.
Partiegrößen ca 60- 100 Tiere je Ladestelle
Basis 54 % - max +0,12 Eur/kg SG Geld nach 14 Tg.
Schlachtmaske bis 105 kg SG
Ausschlachtung immer 1 - 2 % höher als in der BRD !!! ( andere Schnittführung
beim Schlachten)
Sehr hohe Mf % bei den Tieren( 1 - 2 % höher als bei uns!!)

Lebendexporte nach Italien
Verschiedene Gewichte gefragt 2006 u 2007 80 - 100 Kg lebend!!
2008 110 - 130 kg
Abrechnung bei uns Lebend:

Schweine aufladen 50% mänl. auch fette Tiere 50% wbl.
Wiegen auf der Fahrzeugwaage * 80% * ZMP Preis +0,05 Eur -9 Eur +Mwst
Das waren am 2.10.08 bei 120kg Schwein 159.-Eur + Mwst

Dieses sind unsere persönlichen Werte und stellen keine Empfehlung dar!!

MfG Saubauer

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