Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Schweine: Lieferboykott wie bei der Milch ?

Das begrenzte Angebot und die weiterhin gute Auslandsnachfrage erzeugen positive Preiserwartungen für die kommende Notierung.

Dieser Erwartung steht das zur Zeit schleppende Inlandsgeschäft gegenüber. Hier kann der Schweinepreis nur bedingt umgesetzt werden.

Die Schlachtzahlen spiegeln das begrenzte Angebot wider. Sie lagen in der vergangen Woche bei 629.000 und damit 14.000 unter denen der Vorwoche.

(Quelle: VR Agrarberatung)

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Wie weit werden die Schweinepreise in den nächsten 12 Monaten steigen ?

Eine Frage, für die sich viele interessieren. Vielleicht 1,80 oder 1,90 oder sogar weit mehr als 2 Euro ?

Die Terminbörse spricht ein anderes Wort. Am ersten Börsentag dieses Monats notierten Juni Schweine bei 1,723 Euro, die ein Jahr entfernten Kontrakte aber nicht viel höher bei nur 1,745 Euro - gerade 2,2 Cent mehr.

Was meinen die Fachleute zur 'Preisprognose' der RMX Börsenhändler ?

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Werner
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Liebe Teilnehmer, ich bin zwar kein Fachmann aber kann es nicht sein dass die Preissteigerung nur erfolgt um Ruhe in den Markt zubringen ?

Was passiert wenn die Schweinemäster sich dem Lieferboykott der Milcherzeuger anschließen ?? Werden die Preise nicht vom Vor-und Nachgelagerten Bereich absichtlich runter gehalten?? Wie machen die Baken Druck ? Was die
Landwirtschaft braucht ist Solidarität unter einander sonst lachen nachher
wieder die anderen.

Gruß Werner

Speedy
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Werner [#2]

Lieber Werner.
Schweinemäster Lieferboykott? Diese blendende Idee müsste hier mal weiter erläutert werden. Wohin mit den Schweinen, wenn man sie nicht abliefern will? Aufs Feld schütten? An die Ferkel verfüttern? Durch den Ausguss passen sie meist leider nicht.
Solidarität ist schon ne feine Sache, nur leider nichts, was heute noch vorkommt.
Höchsten Respekt vor den Aktionen der Milchviehhalter! Aber durch keine Aktion werden die Gesetze des freien Marktes ausser Kraft gesetzt. Wie die Melker zuviel Milch geliefert haben (Einzelfälle 100% Überlieferung), so sind auch zuviele Schweine (wenn auch nicht in den letzten beiden Wochen) am Markt. Was Schweinehalter gelernt haben, muss momentan durch ganz bittere Erlebnisse auf dem Milchsektor gelernt werden. Kein vor- oder nachgelagerter Bereich kann Preise auf Dauer runterhalten, wenn die gehandelte Ware knapp wird.

MfG
Speedy

ina
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Werner [#2]
das sind reine Emutionen die Sie hier schreiben.
Nach meinem Informationen haben wir bei Milch zur Zeit eine Europ. Überproduktion von ca. 30 %!!. Das heisst jede Menge Milchprodukte müssen auf dem Weltmarkt billiger verkauft werden. Selbst wenn der LEH höhere Preise akzeptiert, wer trägt dann die Preisdifferenz zum Exportpreis? Die Molkereien ? kann ich mir nicht vorstellen.
Mir sagte heute ein Marktkenner : Die Bauern leasen Milchquoten zu horrenden Preisen, pachten dann Ackerland für 1000 Euro pro Hektar, um anschliessend damit Milch zu produzieren die keiner braucht. Das kann es doch wohl nicht sein , oder sehe ich das falsch ? Soll hier schleichend die DDR wieder eingeführt werden ?
Den sozialistischen Einheitspreis für Milch, oder wie ?
Und wenn sich die Abnehmer erpressen lassen, was kommt danach ?Jetzt wollen wir 60 cent, und sonst werden wir wieder streiken ?
Die Bauern sollten sich lieber in grösseren Verbänden organisieren, um bei Preisverhandlungen mehr Macht zu bekommen, das könnte vielleicht mehr bringen.
Wenn Markt nicht mehr Markt sein darf, dann wird die ganze Wirtschaft nicht mehr funktionieren.
Lasse mich aber gerne mit guten Argumenten eines besseren Belehren.
Schönen Abend

JBH
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

ina hat recht..und wenn die Milchbauern dann 43 cent bekommen, dann produzieren sie wieder mehr; denn das verdiente Geld muss ja irgendwo wieder investiert werden. Der grosse Knall bei den Milchbauern kommt errst noch. Und zwar dann wenn die Milchqoute abgeschaft wird. Wenn man den Milchpreis im Jahresschnitt rechnet, sind die Milchbauern immer noch ganz gut gefahren. Nach den BWL - Auswertungen sind die Gewinne bei den Milchbauern um 40% gestiegen... na denn !!

jbh

Landjus
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Das von JBH beschriebene Szenario betrifft die Schweinehalter gleichermaßen, hört man doch schon wieder, wie allenthalben bei 1,70 € eine irrationale Euphorie ausbricht, als hätte es das letzte Jahr mit seinen Verlusten nie gegeben.
I.ü. ist es völlig falsch, nun eine Neiddebatte zu entfachen. Auch ohne Milchviehhalter zu sein, sollte man sich freuen, wenn sie mit ihrer Aktion einen Erfolg erzielen.
Warum ? Weil es gewissen Kreisen zeigt, daß sie bei der Fortführung der systematischen Liquidierung des Bauernstandes nun doch mit Widerstand zu rechnen haben müssen. Die Bauern fangen endlich an, sich zu wehren.
Außerdem ist es auch falsch, zu behaupten, daß nun wieder mehr Milch produziert werden wird. Wer sich informiert hat, weiß, daß es ein wesentliches Ziel des BDM ist, die Milchmengen nachhaltig zu reduzieren.
Darüber sollten auch diejenigen Schweinehalter nachdenken, die sich für große Unternehmer halten, wenn sie jede Woche zwei Züge mit Schlachtschweinen zu verkaufen haben oder jeden Tag 12 Stunden lang hinter ihren 400 Sauen herkriechen und diese Glückseligkeit noch auszubauen trachten.
Vielleicht setzt sich doch noch irgendwann die Erkenntnis durch , daß weniger manchmal doch mehr ist.

Und abschließend auf ein Neues :

Solange der Staat mit Förderprogrammen für Stallbauten weiter in das Geschehen eingreift, auf diese Weise immer wieder unüberlegt handelnde Bauern sowohl besticht als auch in Abhängigkeit und wirtschaftliches wie arbeitswirtschaftliches Unglück treibt, solange gibt es keinen "freien" Markt.
Und solange bleibt das Gerede von den Marktkräften, die es schon richten werden, schlicht und ergreifend dummes Geschwätz, ganz gleich, ob es von der " roten" oder " grünen" Seite kommt.

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ ina

Deine Zahlen (30%, 60ct) sind immer wieder interessant.
Auf der einen Seite forderst Du den freien Markt, auf der anderen rätst Du den Milchbauern sich in grösseren Verbänden zu organisieren um mehr Macht zu bekommmen. Zeigen Sie dann Ihre Macht so wie jetzt ist es Erpressung der Abnehmer. Ja was denn nu ???
Manchmal wäre es besser Du würdest Dich an Dein Versprechen von vor ca. 8 Wochen erinnnern.
Im übrigen hieß doch das Thema Nächste 12 Monate: Anstieg nur um 2 Ct vorhergesagt.
Was wäre eigentlich wenn sich die Schweinebranche so organisieren würde wie die Milcherzeuger und sich verpflichten würde 3 Wochen lang keine Sau mehr zu besamen?? Ich glaube die arg gebeutelten Sauenhalter fänden diese Idee gar nicht mal so schlecht, denn sehr viele stehen auch mit dem Rücken zur Wand und Ihre Verzweiflung ist teilweise grösser als die der Melker.
Alles eine Frage der Organisation und der Soliarität.
Ihr müsstet dann eben rechtzeitig den Froster anschmeissen.
Mfg
BB

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Entschuldigung Schreibfehler SOLIDARITÄT
Übrigens:
Der liebe Marktkennner von Ina´s Beitrag ist ein bisschen rückständig, denn das Leasing von Milchquoten gibt es schon seit Jahren nicht mehr.

BB

Caesar
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

In der Milchvermarktung müssen in Zukunft mehr als bis jetzt die Chancen des Marktes genutzt werden. Wie kann es sein, dass die sogenannten Frühjahrslistungsverhandlungen genau in einer Zeit abgehalten werden, in der am meisten Milch des ganzen Jahres vorhanden ist? Wie kann es überhaupt sein, dass Molkereien Verträge mit den LEH machen für die kein Bauer die Milch liefern kann und will? Das ist eigentlich alles nur möglich weil die gr. Mehrheit der Milchbauern z. Z. noch langfristige Lieferverträge mit den Molkereien hat, und diese somit freie Hand bei ihren Preisfindungen hat. Dieses System spielt den LEH gewaltig in die Arme!!
Der Trend in Holland und auch in Norddeutschland geht daher eindeutig in Richtung aktiver Vermarktung! Diese haben ihre Lieferverträge mit den Molkereien gekündigt. Keiner dieser Bauern würde so dumm sein und einen Gross-Teil seiner Jahresmilchproduktion zur schlechtesten Zeit im Jahr verkaufen. Nicht nur durch den derzeitigen Streik zeigt sich also: Der Druck auf die Molkereien wird gewaltig grösser, und die eine oder andere Molkerei werden diese Turbulenzen noch aus dem Gleichgewicht bringen.

ina
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Bauer Bernie [#7]Das meiste was jetzt kommt sind Fragen :
1.Die 30 % habe ich gehört, ob sie stimmen ? keine Ahnung.Bitte um korrekte Zahlen Milchangebot und Nachfrage in der EU ?
2.Die 60 cent sollten nur ein Beispiel sein.
3.Was geschied im Regelfall mit der Quote wenn ein Landwirt aufhört ? wird sie dann gelöscht? oder wird sie von dem grössten "Trottel" übernommen oder gekauft.?
Was wäre eigentlich wenn sich die Schweinebranche so organisieren würde wie die Milcherzeuger und sich verpflichten würde 3 Wochen lang keine Sau mehr zu besamen?? keine Ahnung, dann müssen sie das tun, ich kann sie nicht aufhalten.
4.Der Zusammenschluss in Verbänden ist legitim und richtig in einer freien Marktwirtschaft, um Positionen zu stärken und Kosten zu senken. Es dürfen nur keine Monopole entstehen.
5. Welches Versprechen vor 8 Wochen ?
6. Das Thema gehört HIER nicht rein, stimmt !.
7.Für mich kann ich sagen, mich haben Sie mit guten Argumenten bisher nicht überzeugen können.Aber was nicht ist kann ja noch werden. Ich bin sehr lernfähig.
@Ceasar
Ja, dann hätten Sie genau das, was die Abnehmer suchen. Einen zerstrittenen und zerstückelten Rohstofflieferandtenhaufen, denen Aldi sagt, was wollst Du überhaupt mit deinen paar Tropfen Milch. Und wenn Du die Lieferverträge in der Laufzeit nicht willst, dann wirst Du ausgelistet. Bei den kleinen Mengen, ist man ohne Probleme autauschbar.
Also nochmal, wenn der Verbraucher mehr zahlen soll, muss er auch bereit sein, mehr Milch zu verbrauchen. Das eine wird ohne das andere nicht funktionieren.
Oder eben weniger Milch produzieren.
Alles Gute

Bauer Bernie
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ina
hier meine Antworten:
zu 1) momentan ist sicher kein Tropfen zuviel auf dem Markt
zu 3) Wenn Sie so wollen: "Trottel" können Quote kaufen fast genauso wie hochintelligente Menschen Schlachtschweine kaufen können.

zu 5) für Sie zum nachlesen Thema: Schweinepreise: Eine Ente als Preisdumping
vom 18.04.2008 12:12:06 Uhr Beitrag # 33.

Mfg
BB

ina
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Bauer Bernie [#11]

zu 1 : das wird auch in den nächsten Wochen noch so bleiben. Aber die Produktion wird jetzt steigen, die Quote ist anscheinend zu hoch für den Bedarf. Vielleicht ja auch von der Politik so gewollt," der Verbraucher ist wichtiger als der Landwirt." mag ja sein.
Und trotzdem bin ich fest davon überzeugt, das sich das Problem so nicht lösen lässt.Weil es so nur zu lösen wäre, wenn die gesamte Produktion hier verkauft werden könnte.Das ist aber bei weitem nicht der Fall.
zu 3:Seit 1955 lässt sich an der Milchproduktion (angeblich) kein Geld verdienen , warum überbiete ich mich dann, um immer noch mehr Kontingente zu bekommen, irgendwann 7x 14 Stunden die Woche arbeite, und alles ohne Verdienst. Mit dem Trottel das nehme ich zurück, und beziehe das auf mich, weil ICH einfach zu Doof bin, das zu verstehen.(Aber sie werden doch sicher die Güte haben, mir diese Logik zu erklären).
zu 5: das habe ich verstanden, und wenn es gewünscht wird,dann werde ich mich auch hier verabschieden.

Alles Gute

Landjus
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

Ich gehe davon aus, daß jeder Teilnehmer im Forum in der Lage sein sollte, einem Beitrag, dem man nicht zustimmmen zu können glaubt, mit besseren Argumenten entgegen zu treten. Es ist schon oft genug gesagt worden, daß das Forum von der kontroversen Diskussion lebt, so daß man dies nicht ständig wiederholen muß.
Dementsprechend ist es unangemessen, einen anderen Teilnehmer aus dem Forum heraus drängen zu wollen, nur weil einem selbst dessen Sichtweise oder Beiträge nicht passen.
Ich jedenfalls lese "ina´s" Beiträge mit Interesse, auch dann, wenn mir der Inhalt nicht gefällt.

Speedy
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ Landjus [#13]

Ich schliesse mich an, Inas Kommentare sind genauso eine Bereicherung wie die Kommentare anderer. Aber bei Gegenwind mit Rückzug aus dem Forum zu "drohen" scheint mit, mit Verlaub Ina, etwas kindisch. Hierbleiben, weiterschreiben und bei Gegenstimmen Arsch in der Hose zeigen.

Beste Wünsche allen fürs Wochenende.
MfG
Speedy

ina
Mitglied seit
12 Jahre 10 Monate

@ Speedy [#14]

Sehe ich auch so. Es ging aber nicht um Gegenwind, sondern hier wurde ein Thema verfasst, was komplett aus der Luft gegriffen wurde. Und als dem Kollegen dann immer mehr die Argumente ausgingen, wurde zu guter Letzt auch noch ein gefaekter ISN-Bericht als" Beweis" eingestellt. Und so ein Forum brauche ich nicht.
Ihr braucht mich nicht, und ich brauche euch nicht.

Aber Schwamm drüber, und man muss auch wieder vergessen können.

Jetzt aber an den Grill, ich werde mir Heute Abend mal richtig Fleisch mitnehmen, wenn noch was da ist. Mal etwas den Absatz ankurbeln. (grins)

Schönes Wochenende

PorkyPig
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Na das ist doch ein guter Ansatz zum Wochenende Ina!

Mein Tip 2:1 Germania
Am Sonntag ist es an der Reihe, dass Polen den Kopf hin hält! ;-)

MfG

und ein schönes Grill-Fußball-Wochenende

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Ich würde mich nicht an einem Lieferboykott beteiligen.

Aber die Phantasie wird in diesen Tagen doch sehr angeregt: Da glauben doch tatsächlich einige Berufskollegen, dass eine Blockade der Besamungsstationen etwas bringen würde.
Wenn ich das höre, weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll.

Im aktuellen ISN-Rundbrief wird sich aber Gott sei dank auf dem Markt berufen.

Ich hoffe, dass zumindest in diesem Segment dann Ruhe herrscht!

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