Schweine: Limit down an der CME
Die Terminkurse an der CME sind gestern um rund 10 US Cent per kg mit dem größtzulässigen Preisverlust an einem Börsentag gefallen. Hintergrund sind "Gerüchte", daß Russland erwäge, neue verminderte Importquoten für Geflügel- und Schweinefleisch vorzubereiten. Diese Maßnahmen werden als Reaktion im Zusammenhang mit den jüngsten Stellungnahmen der USA auf den Georgien-Konflikt gesehen.
Da die deutsche Bundeskanzlerin ebenfalls deutliche Worte in dieser Angelegenheit gefunden hat, steht zu befürchten, daß Quotenreduzierungen auch hier greifen könnten.
Denkbar wäre auch das Gegenteil: Was den USA verwehrt wird, könnte anderen zugute kommen frei nach dem Motto: teile und herrsche. Gehören wir zu den anderen?
Bre
Der Preiseinbruch bei Schweinefleisch in den USA scheint nachhaltiger zu sein als im ersten Augenblick angenommen. Mittlerweile gehen erfahrene Marktkenner nicht mehr allein davon aus, daß Befürchtungen um Reduzierung der Importquoten nach Russland der einzige Grund für den Preisverfall sind. Vielmehr glaubt man nach der ungewöhnlich günstigen Preisentwicklung der letzten Monate, daß jetzt eine schwierige Konsolidierungsphase eintritt.
Die Pipelines nach Russland und China seien überfüllt. Die Nach-Olympiaphase bremse ebenso den Absatz wie der seit Wochen stärker gewordene Dollar. Angesichts der in den USA immer noch anhaltenden Produktionssteigerung für den Rest des Jahres 2008 und dem Abklingen der "Hamburger"-Saison befürchtet man einen Angebotsstau, der ein niedrigeres als in den Sommermonaten beobachtetes Preisniveau erwarten läßt. Rechnet man das aktuelle Kursniveau mit dem gegenwärtigen Dollarkurs von 1,46 $/€ um, dann kommt ein Preis von 1,04 €/kg heraus, wobei Qualitätsunterschiede und unterschiedliche Marktmodalitäten nicht berücksichtigt sind.
Die Interdependenz globaler Märkte bringt es mit sich, daß Auswirkungen auch hierzulande nicht ausbleiben. Die Frage bleibt offen, in welcher Höhe?
Deutlich mehr Schweine in den USA
ZMP, Bonn (28.08.08) - Der Schweinebestand in den USA ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Die Viehzählung im Juni 2008 für Schweine und Ferkel hat eine Zunahme von sechs Prozent auf 67,7 Millionen Tiere gegenüber dem Vorjahr ergeben.
Die größte Zunahme auf fast 62 Millionen Tiere wurde laut Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) bei den Mastschweinen festgestellt. Bei den Sauen bewegte sich das Plus bei zwei Prozent. Damit ist in den letzten sechs Jahren der Schweinebestand in den Vereinigten Staaten um über acht Millionen Schweine gewachsen.
Die kanadische Schweineherde ist im gleichen Zeitraum um 1,7 Millionen Tiere geschrumpft. In diesem Jahr konnte eine weitere Bestandsabnahme beobachtet werden. Nach der Juli-Zählung standen knapp dreizehn Millionen Schweine in kanadischen Ställen. Das war gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme von zwölf Prozent. Der größte Rückgang konnte bei den Mastschweinen ermittelt werden. Gegenüber 2007 hat sich hier der Bestand um zwölf Prozent auf 11,5 Mio. Tiere verringert. Die Schlachtsauen sind um fünf Prozent auf 1,49 Millionen Tiere zurückgegangen. Hier zeigt das Aufkaufprogramm der kanadischen Regierung bereits Wirkung. Dieses wurde eingeführt um mittelfristig die Ferkelpreise wieder zu stabilisieren. Bislang wurden über das Programm 120.000 Sauen geschlachtet.
(Quelle: http://www.agrarheute.com/schwein/schwein/deutlich_mehr_schweine_in_den_usa_.html?redid=235030)