Schweine: LWK Prognose der Preisaussichten für 2010
Mastschweinepreise 2010 kaum besser
Topagrar.com (07.01.10) - Dr. Frank Greshake, LWK NRW, prognostiziert für das laufende Jahr kaum bessere Preise für Schlachtschweine
Ein Kommentar von Dr. Frank Greshake, Marktexperte der Landwirtschaftskammer NRW:
Vom abgelaufenen Jahr 2009 sind die Schweinemäster im Grunde enttäuscht. Konnten sie im Herbst 2008 noch direktkostenfreie Leistungen von bis zu über 40 € erzielen, weil bis in den Herbst hinein die Schweinepreise kletterten, so stürzte die Notierung bis auf ein Preisnieveau (Vereinigung Nordwest) von 1,36 €. Dieser Preis hielt sich dann bis in den Februar hinein. Anschließend ging es nur zögerlich bergan. Der innerdeutsche Absatz geht weiter zurück. Man rechnet in diesem Jahr mit einem Verbrauch pro Kopf der Bevölkerung von nur noch 53,4 kg.
Die Schweineproduktion in Deutschland steigt etwa um 2,6 %. Und mithilfe ausländischer Einfuhren wird man den seit Jahren steigenden Schlachtzahlen in unserem Land noch einmal einen Rekord hinzufügen: Mit 56,3 Mio. Schweineschlachtungen legen diese gegenüber 2008 noch einmal um 2,4 % zu. Aber es hapert am Absatz. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Wirtschaftsaufschwung in Osteuropa gelähmt. Die Exporte waren immer wieder von Unterbrechungen und Rückschläge gekennzeichnet. Das wieder steigende Angebot führte dann Ende des Jahres zu einem Basispreis von ca. 1,42 €/kg und damit zu einem völlig unbefriedigenden Erlösniveau.
Im Grunde geht es erst einmal weiter wie gehabt. Die verschobenen Schlachtschweinemengen von Ende 2009 müssen erst einmal abgebaut werden. In Europa wird die Schweineproduktion 2010 steigen. Die Marktexperten sagen ein Plus von 1,5 % voraus. Das muss aber irgendwo untergebracht werden. Mag sein, dass ein nochmals niedrigerer Schweinepreis den innerdeutschen Verbrauch etwas ankurbelt. Aber da ist Vorsicht angesagt.
Im Export sind die osteuropäischen Staaten weiterhin die Hoffnung, weil sich die dortige Schweineproduktion nicht so recht erholt. Russland will seine eigene Schweineproduktion ausbauen und plant, die Lebendimporte – derzeitiger Zollsatz 5 % innerhalb des Kontingentes – deutlich zu verteuern. In Asien gibt es zwar Bedarf, aber auch China setzt eher auf Ausweitung der eigenen Erzeugung und nutzt dafür alle politischen Mittel. Hinzu kommt der hohe Euro-Kurs. Brasilianer und Amerikaner werden zumindest bis Mitte 2010 von den unausgeglichenen Währungsparitäten profitieren und die europäischen Exporte erschweren.
Bei allem, was derzeit an Datenmaterial vorliegt, ist ein leicht niedrigeres Durchschnittspreisniveau als in 2009 wahrscheinlich. Das heißt konkret, dass für 2010 ein Preis von 1,38 € nicht unrealistisch ist. Und bekanntlich handelt derjenige nicht falsch, der erst vorsichtig kalkuliert und sich nachher über unerwartet positive Entwicklungen doppelt freut.
(Quelle: Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe, 53/2009)
Aus den durchschnittlichen Schweinepreisen der letzten 10 Jahre lässt sich für 2010 ein Schweinepreis von etwa 1,40 Euro erwarten.
Kassamarkt: Forderungen nach Preissenkungen blieben erfolglos
Die Situation am Schlachtschweinemarkt zeigt sich heute weitestgehend ausgeglichen. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen fällt nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen zwar umfangreich aus, nennenswerte Überhänge haben sich jedoch aufgrund vieler rechtzeitig vorgezogener Partien bisher nicht aufgebaut. Viehhändler und Erzeugergemeinschaften können die angebotenen Mengen derzeit problemlos vermarkten.
Auch wenn einige große Schlachtunternehmen gestern Forderungen nach einer Senkung der Einkaufspreise gestellt haben, können sich die Erzeugerpreise heute behaupten.
(Quelle: ISW Damme)
Terminmarkt: Januar Schweine plus 2 Cent auf 1,29 Euro
Während Januar Schweine an der Eurex heute bis 12:29 Uhr nur zu 1,271 Euro gesucht und gehandelt wurden, sprang der Geldkurs nach Bekanntwerten des V-Preises um 12:29 Uhr auf 1,29 Euro und lag damit nur 1 Cent unter dem heute mit 1,30 Euro unveränderten V-Preis.
Februar und März Schweine wurden bei einem Umsatz von je 2 Kontrakte um jeweils 0,7 höher gehandelt. Durch Kaufaufträge mit höheren Kursen bedingt stiegen Juni Schweine umsatzlos um 1,3 Cent auf 1,463 Euro. Unverständlich war die Rücknahme der Kurse für September Schweine auf 1,39 Euro bei einem unveränderten Geldkurs von 1,39 und einem Briefkurs von 1,50 Euro.
Der M 12 Index für Schweine stieg um 0,49 Cent auf 1,3843 und damit dem höchsten Wert seit über vier Monaten.
Ferkel: Kurse unverändert, Index unverändert 43,83 Euro.
Die Aussichten für kommende Woche: Unverändert 1,30 Euro
Bisher ist für die kommende Woche keine Preisänderung abzusehen. Im Gegenteil, auch ein weitere sechs Wochen unveränderter V-Preis ist nicht auszuschliessen, zumal Februar Schweine an der Eurex zu 1,31 Euro angeboten und gehandelt werden.
Einen größeren Einfluss könnte 'Daisy' mit den angekündigten Schneeverwehungen auf den Markt ausüben.
In Holland ist die Schweinebörse mit 3 cent gestiegen.
Angebot nicht sehr gross.
Fleisch unveranderd.
"Bisher ist für die kommende Woche keine Preisänderung abzusehen. Im Gegenteil, auch ein weitere sechs Wochen unveränderter V-Preis ist nicht auszuschliessen, zumal Februar Schweine an der Eurex zu 1,31 Euro angeboten und gehandelt werden."
Einige Wochen herr hatt mann noch januar angeboten fur € 1.24
"Auch wenn einige große Schlachtunternehmen gestern Forderungen nach einer Senkung der Einkaufspreise gestellt haben, können sich die Erzeugerpreise heute behaupten."
Deutsche SlachtHofen haben schon seit Mittwoch dass Fleisch billig verkauft, weil mann uberzeugt war von fallende Schweinepreizen.
Meine erwartung fur freitag 15 januari = +3 ct
Henry
Tja; Henry; dass nennt man auch "Kuhhandel".
Hat aber nicht funktioniert.
Zudem suchen hier einige Händler schon wieder Schweine für Polen; Rumänien..
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ henrydunnink [#2]
"Auch wenn einige große Schlachtunternehmen gestern Forderungen nach einer Senkung der Einkaufspreise gestellt haben, können sich die Erzeugerpreise heute behaupten."
Deutsche SlachtHofen haben schon seit Mittwoch dass Fleisch billig verkauft, weil mann uberzeugt war von fallende Schweinepreizen.
Nicht ganz, einige deutsche Schlachthöfe haben gerade ein gewaltiges Problem Ihr Fleisch nach Russland los zu werden, weil Sie gesperrt sind, und deswegen mit der Ware auf den Deutschen Markt drängen, was aber zum Leid aller nur zu sehr kleinen Preisen geht.
Wer es ist kann man auf der Homepage des russischen Vet-Amtes lesen.
http://www.fsvps.ru/fsvps/importExport/germany/index.html?_language=en
sapa
@ sapa [#4]
Hallo,
"Verbesserte Kontrolle von 01.01.2010"
"Temporäre Einschränkungen von 28.12.2009"
Kannst Du mir das erklären was es bedeutet?
Gruß
Lukas
@Lukas
Das nennt Willkür.
Ziel ist es; die ( einheimische) Produktion wettbewerbsfähiger zu machen.
Die Erzeugung ist um 7% im vergangenen Jahr gestiegen; die Importe um 29% gefallen; der Verbrauch ebendfalls um 3% gefallen.
Aber Vorsicht:Lebendimporte fallen in Russland unter der Rubrik "Selbsterzeugung".
So wurden quasi von den 29% Importsenkung gute 13% durch Lebendexporte wieder ausgeglichen.
Der Verbrauch ist deswegen gefallen; weil aufgrund dieser Importbeschränkungen das Schweinefleisch wesentlich teurer war als in 2008; während in allen anderen Ländern der Verbraucherpreis gefallen ist.
Die Abwertung des Rubels hat alledem noch eines draufgesetzt.
Das sind also quasi alles Staatliche Massnahmen; um die Eigenerzeugung wenigstens auf dem Papier zu steigern.
Die Selbstversorgung ist durch diese Massnahmen mal ebend von guten 65% in 08 auf gute 75% in 09 gestiegen; wohlgemerkt ohne grosse Eigensteigerungen.
Oberstes Ziel der Staatsführung ist es; nicht Abhängig zu sein vom Ausland und damit Angreifbar im Falle eines Falles ( wie beim Gas; da dreht man einfach den Abhängigen den Kran zu); und wenn man es selber nicht schafft; dann muss halt weniger verbraucht werden sodass man es schafft.
Solange Russland noch nicht Mitglied der WTO ist; kann man dagegen garnichts machen.
In dem Sinne
MFG
Mühlenbach
@ Lukas [#5]
Enhanced Control ist falsch übersetzt in diesem Zusammenhang
mit verbesserter Kontrolle.
Richtig ist Verstärkte Kontrolle
Diese Betriebe haben wegen einer Auffälligkeit eine "gelbe Karte" bekommen,
und stehen unter besonderer Beobachtung.
Temporary Restrictions
bedeutet 3 Monate Sperre in der Regel. Und dann folgt eine sehr Umfangreiche
"freiwillige" Auskunft über deinen Betrieb und deine Geschäftlichen Tätigkeiten.
Gepaart mit dem Besuch eines russischen Vet. Teams welche dann entscheiden ob du wieder
nach Russland exportieren darfst. Welchen übrigens die mit der gelben Karte auch bekommen.
Mühlenbach hat schon Recht mit seiner Aussage,
"reine Willkür", aber wir lassen das ja gern mit uns machen.
sapa
@ sapa [#7]
Ja das ist eben reine Willkür. Aber auf der anderen Seite sind auf der Liste noch eine ganze Menge die liefern dürfen.
Dann übernehmen diese eben die Geschäfte mit Russland. Hauptsache das Fleisch ist vom Markt. Dann kümmern sich die gesperrten eben um andere Märkte.
Gut für den einzelnen Schlachthof ist das natürlich nicht schön, aber was ist schon gerecht und ehrlich. Wichtig ist, für alle anderen, das sie wenigstens das Geld bekommen.
Gruß
Lukas
@ Lukas [#8]
Ein bisschen Gutgläubig, oder ?
Es gibt kein "miteinander" in dieser Branche.
sapa
@ sapa [#9]
Wenn ich das alles hier so lese. Dann komme ich zum Schluss, dass das Papier auf dem die LWK Prgnose geschrieben wurde, auf Toilettenpapier geschrieben wurde.
Es ist eben eine Beschäftigungstherapie für Glaskugelleser.
Dänemark hat genauso eine "Scheiß" Prognose gemacht. Selbst internationale Handelshäuser sind nicht besser.
Das ist genauso wie an der Börse. Jeden Tag muss die Prognose korrigiert werden. Daher sind die "LWK Prognose der Preisaussichten für 2010" nur einen Tag etwas wert.
Was sagt dann denn so ein Satz aus?????
"Bei allem, was derzeit an Datenmaterial vorliegt, ist ein leicht niedrigeres Durchschnittspreisniveau als in 2009 wahrscheinlich. Das heißt konkret, dass für 2010 ein Preis von 1,38 € nicht unrealistisch ist. Und bekanntlich handelt derjenige nicht falsch, der erst vorsichtig kalkuliert und sich nachher über unerwartet positive Entwicklungen doppelt freut."
Es sagt garnichts aus!!!!!! Absolut schwammig. Möglichst an die derzeitige Börse abgeschaut, damit man nicht ganz verkehrt liegt.
Ich sehe es immer wieder. Diese Prognosen kann ich viel leichter machen und Zeit sparen in dem ich die gefühlte Lage schreibe. Etwas für "gute""mittlere""schlechte" Zeiten drucken, und dann herausholen wenn die gefühlte Lage da ist.
Fertig ist das Prognosepapier. Ich glaube das diese nicht viel schlechter sind als die der Experten.
Gruß und schönen Rodeltag
Lukas
Zur Prognose:
Schon Karl Valentin hat gesagt:
Vorhersagen sind schwierig, insbesondere wenn sie in die Zukunft gehen!
@ Lukas [#10]
Wenn er gesagt hätte
"In 2010 wird alles besser und der Durchschnittspreis, wird nach meinen Daten zur Folge, wahrscheinlich nicht unter 1,80€ liegen"
Wärst du dann zufrieden wenn dann am Ende ein 1,38€ da steht ?
Er wird für solche Prognosen bezahlt und gibt seine Meinung ab, wie man damit umgeht ist doch jedem selbst überlassen.
sapa
"In 2010 wird alles besser und der Durchschnittspreis, wird nach meinen Daten zur Folge, wahrscheinlich nicht unter 1,80€ liegen"
Wenn die Umsätze mit Schweine Futures höher liegen würden (vierstellig pro Tag), könnte eine Börse über die Einführung von Optionen nachdenken, wie es diese zum Beispiel bei Kartoffeln in Amsterdam gab.
Damit könnten noch bessere Strategien am Terminmarkt umgesetzt werden, zum Beispiel Kauf von Call Optionen = unbegrenzter Gewinn bei begrenztem Risiko oder Verkauf von Call Optionen = Einnahme/Gewinn bei gleich bleibenden oder mässig steigenden oder fallenden Kursen.
In diesem Fall könnte problemlos auf die 1,80 Euro spekuliert werden.
Leider bekommen die Schweinemäster und die Roten das Optionsgeschenk erst, wenn sie den Terminmarkt intensiver nutzen. In den USA gehört er zum täglichen Bestandteil der Schweinemast.
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Die Prognose des LWK ist im Ergebnis, nicht aber in der Begründung, mit meinen vor Monaten geäußerten Erwartungen des Jahres 2010 identisch. 1,35 bis 1,40 Euro sind derzeit realistisch und per Verkauf am Terminmarkt erzielbar, mehr vermutlich nur bei heute überhaupt nicht abzusehenden Ereignissen (große Seuchen oder ähnliches) wie sie vielleicht alle 5 oder 10 Jahren auftreten können.