* Schweine: Mehr Markttransparenz durch Lieferkontrakt
Im Vorfeld der nächsten Nord-West-Preis-Notierung stellt sich der Schweinemarkt heute extrem unterschiedlich dar. Während einige Schlachtunternehmen mit Hauspreisen drohen, für den Fall, dass am Montag der Preis für lebende Schweine erneut unverändert notiert, können andere mit stabilen Preisen gut leben.
Teilstücke konnte man heute zwar nur mit Zugeständnissen von einem Cent/kg verkaufen und auch edle Teile sind noch problematisch zu vermarkten; dagegen zieht der Markt die Industrieware zügig ab. Beim Verkauf von Schultern waren zuletzt die Angebotsüberhänge von Wochenbeginn komplett geräumt.
Dass es am Montag trotz vielfacher Unkenrufe doch nicht zum Preisverfall kommen muss, signalisiert auch die außerbörsliche Handelsplattform der WTB, an der seit kurzem der „Lieferkontrakt Schweine“ gehandelt wird, der, anders als beim Schweinefuture, auf die physische Lieferung abzielt. Dort wurden heute, für die Schlachtung am 20. und 21.11., immerhin zehn Kontrakte je 90 Tiere zum Preis von bis zu 1,245 Euro/kg gehandelt. Damit stieg hier der Umsatz sprunghaft an und beginnt somit für die Markttransparenz an Bedeutung zu gewinnen.
Die oben erwähnte "Außerbörsliche Handelsplattform" sollte hier im Forum von einem Kenner einmal erklärt werden.
Außerdem sollte einmal genau das Zustandekommen des jeweiligen NW-Preise erklärt werden. Welche Preise werden gemeldet? Wer gibt wann welche Preismeldung ab? Welche Gremien sammeln und beraten die Meldungen? Wer stellt den NW-Preis fest? Welche Marktteilnehmer sind wo vertreten?
Vollständige Offenheit bekämpft das Mißtrauen.
Vielleicht kann Bernd D. uns weiterhelfen.
Gruß Paul
@ Paul
Anscheinend kann Bernd D. auch nicht weiterhelfen.
Ich versuche es noch einmal: Meine oben gestellten Fragen kann sicher einer der Forumsteilnehmer beantworten.
Wenn nicht, dann ist das Misstrauen gegen die NW-Preismacher berechtigt. Es kann doch nicht sei, daß 2 mal in der Woche ein Richtpreis herausgegeben wird und keiner kann oder will erklären wie dieser Preis zustande kommt.
Man hört, das mehrere der Preismacher als Mäster in den Aufsichts- und Entscheidungsgremien der großen Schlachtereien ehrenamtlich tätig sind. Sie sitzen somit zwischen zwei Stühlen. Sind die gemeldeten Preise die tatsächlichen Auszahlungspreise?
Ich bin sicher, einige der Verantwortlichen lesen und schreiben hier regelmäßig im Forum.
Gruß an alle preisgeschädigten Mäster.
Paul
Hallo Paul,
mir würde es nicht schwerfallen, deine Fragen zu beantworten. Da du aber des öfteren meine Forumberichte in Frage stellst, gebe ICH DIR DEN GUTEN RAT, dich direkt bei der ZMP in Bonn zu melden. Vielleicht haben Sie eine passende Antwort zu deiner Frage.
Tendenz heute: Leider noch einmal - 3 Cent.
Vleuten: - 3 Cent geschl., Ferkel - 2 EURO.
M.f.G.
Bernd D.
Zur "Preisrunde und dem Zustandkommen des "Nordwestpreises":
Der "Nordwestpreis" ist die Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften Nord-West. Sitz dieser Vereinigung ist: Mars-la-Tour Str. 6 in 26121 Oldenburg.
Mitglieder sind über 40 Erzeugergemeinschaften im Nordwestraum. Von diesen Erzeugergemeischaften melden fast 30 am Montag und Donnerstag Morgen die aktuell zu erzielenden Preise und die Vermarktungsmengen. Aus den Preisen wird ein Median gebildet.
In einem Konferenzgespräch unter Moderation der ZMP wir der Empfehlungspreis festgelegt. Er darf vom Median maximal 2 C. abweichen. Von den beteiligten Erzeugergemeinschaften sind einige mit eigener Schlachtung am Konferenzgespräch beteiligt. Soweit zur Klarstellung.
Zum "Lieferkontrakt" werde ich mich melden, wenn dieser von der WTB eingeführt wird!
MfG. B.Bonekamp
Vielen Dank Herr Bonekamp. Die Aufklärung klappt auch ohne ZMP-Nachfrage.
Hoffen wir, daß die Mediane Abweichung als Ergebnis des Konferenzgespräches nicht ständig zu Lasten der Mäster ausgenutzt wird.
MfG Paul
Nord-Westpreis minus 3 Cent = 1,20 EUR. Angebotsmenge leicht über 100% bei noch hohen Schlachtgewichten. Ein Angebotsrückgang ist ab Mitte 48 KW/ Anfang 49 KW zu erwarten.
Gruß
Bernd D.
@ Herrn Bonekamp
Wer bestimmt die Zusammensetzung der Erzeugergemeinschaften zwecks Preisfindung?
Wer kann erfahren, um welche Erzeugergemeinschaften es sich genau handelt?
Warum gibt es überhaupt eine Abweichung des Preises vom Medianen Mittel, können Sie ein Beispiel dazu geben?
Zitat: 'Vollständige Offenheit bekämpft das Mißtrauen'.
Erzeugergemeinschaften (E.G)sind wirtschaftliche Vereine (w.V.) oder Genossenschaften (e.G) in der sich Bauern zusammengeschlossen habe, um zusammen z.B. ihre Schlachtschweine zu vermarkten. In der Regel besteht Andienungspflicht! Die Größe dieser E.Gs. liegt zwischen 100 000 bis 2 Mill. Schlachtschweinen je Jahr. Mitglied kann in der Regel jeder Bauer einer bestimmten Region werden.
In der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften kann wieder jede E.G. Mitglied werden.
Die Vereinigung hat einen Vorstand der letztlich die Zusammensetzung der "Preisrunde" bestimmt. Der Vorstand stimmt sich regelmäßig in Mitgliederversammlungen mit diesen ab. In der Generalversammlung wird dieser Vorstand gewählt, es werden hier auch grundlegende Beschlüsse gefasst.
Alles sind demokratisch gewählte Gremien, die letztlich jedem Bauern offen stehen!
MfG. B.Bonekamp
Kommentar zum "Lieferkontrakt Schweine" auf der außerbörslichen Handelsplattform:
Es handelt sich hierbei um einen Börsenplatz, auf dem sich Käufer und Verkäufer gegenüberstehen.
Am heutigen Tag wurden 540 Schweine zu 1,205 € für Lieferung 48. KW gehandelt.
MFG
le pauvre porc
@ le pauvre porc
Werden alle Schweine in diesem außerbörslichen Kontrakt beliefert?
Wenn ja, dann ist dieser Kontrakt aufgrund seines Handelsvolumens doch anscheinend aussagekräftiger als die ISN-Börse.
Warum wird dann über diesen Handel nicht regelmäßig berichtet?
Gruß
Pumbaa