Schweine: Mehr Rapsschrot und Roggen an Mastschweine füttern?
LWK Niedersachsen, Hannover (06.06.11) - Rapsextraktionsschrot und Roggen werden zwar zunehmend in der Fütterung eingesetzt, aber bei Schweinehaltern besteht oft noch z. T. größere Skepsis gegenüber höheren Anteilen im Mastfutter. Geringere Aminosäurenverdaulichkeiten von Rapsschrot und Roggen, höhere NSP-Gehalte im Roggen und auch die Schmackhaftigkeit der Komponenten spielen hier eine Rolle. Versuchsergebnisse mit Rapsschrot bzw. Roggen belegen jedoch, dass diese Vorbehalte unbegründet sind. Die hohen Sojaschrotpreise sowie die GVO-Problematik auf der einen Seite und die deutliche Preisdifferenz zum Weizen auf der anderen Seite machen Rapsschrot bzw. Roggen interessant für die Schweinefütterung. Der kombinierte Einsatz beider Futterkomponenten in höheren Mengen wurde bisher wenig untersucht. Da ein aktueller Mastversuch der Landwirtschaftskammer Niedersachsen einen höheren Futterverbrauch je kg Zuwachs in der Mittel- und Endmast zeigte, wurde deshalb in einem Wiederholungsversuch geprüft, ob sich diese Minderleistungen bestätigen.
15 % Rapsschrot und 50 % Roggen in der Endmast
In der Leistungsprüfungsanstalt Quakenbrück wurden je 44 Ferkel (PI x Hülsenberger Zuchtschweine) nach Gewicht und Geschlecht (Verhältnis 1:1) auf zwei Futtergruppen verteilt und in Einzelbuchten gehalten. Die Prüfung umfasste den Gewichtsbereich von 24 bis 121 kg. Zwischenwägungen wurden bei 45, 75 und 90 kg Lebendgewicht (LG) vorgenommen. Die Fütterung erfolgte dreiphasig mit einem Wechsel bei 45 und 75 kg LG, wobei die Sauen und die Hälfte der Börge durchgehend ad libitum und die andere Hälfte der Börge ab 90 kg LG rationiert wurde (max. 36 MJ ME/Tag). Die Kontrollgruppe erhielt während der Mastperiode steigende Anteile von Rapsschrot und Roggen, beginnend mit 2,5 % Rapsschrot und 5 % Roggen, während die Anteile im Futter der Versuchsgruppe jeweils verdoppelt waren. Im Endmastfutter der Versuchsgruppe wurde auf Sojaschrot nicht nur aus Kostengründen verzichtet, sondern auch um einer möglichen Verknappung infolge der GVO-Problematik Rechnung zu tragen.
(Quelle, weitere Texte, ausführliche Tabellen und Ansprechpartner: http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/1/nav/753/article/16621.html )
Moin Moin !
Es ist sicherlich kein Problem in Rationen für Mastschweine größere Anteile an Roggen und Rapsschrot einzusetzen; ist aber auch nicht neu.
Entscheidend ist eigentlich die Preiswürdigkeit gegenüber anderen Futtermitteln. Denke bei den jetzigen Preisen und auch für die nächsten Monate nicht so interessant wie schon gewesen. Vor allem Rapsschrot ist doch erheblich teurer als im vergangenen Jahr. Auch die Preisdifferenz von Roggen zu Weizen dürfte wegen des geringeren Anbaus von Roggen deutlich schrumpfen und somit Weizen interessanter sein; auch wegen des höheren Proteingehaltes.