Richard Ebert
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Schweine: Muskelfleischanteil zu niedrig ?

Neue Schätzformeln zeigen es - die Fleischprozente sind zu niedrig

Schweine.net (12.05.10) - Die derzeit aktuellen Formeln zur Ermittlung des Fleischanteils beim Schwein sind mittlerweile über 10 Jahre alt. Die Herkünfte und Schlachtgewichte der Schweine haben sich in dieser Zeit deutlich verändert, wie die Analyse von Herrn Prof. Dr. Branscheid, Herrn Dr. Judas und Herrn Höreth vom Max-Rubner-Instituts (MRI) zeigt.

Das MRI hat in einem Versuch im Auftrag des BMELV, 319 Schlachtkörper klassifiziert und zerlegt, um die Schätzgenauigkeit der zugelassenen Verfahren nach Handelsklassenverordnung zu überprüfen.

Um möglichst die ganze Breite der Schweineherkünfte darstellen zu können, wurden fünf verschiedene Herkünfte, mehrere Gewichtsklassen und die anteiligen Geschlechter (Börge und Sauen) in der Stichprobe berücksichtigt. In der so erhaltenen Stichprobe sind muskelfleischreiche und fettreiche Schlachtkörper ausreichend anteilig vertreten. Beim Schlachtgewicht wurden die 319 Schweine in drei Gruppen eingeteilt: unter 90 kg, 90-100 kg und über 100 kg.

Mit Hilfe der Zerlegedaten wurde ein Referenz-Muskelfleischanteil ermittelt. Dieser wurde zur Überprüfung des geschätzten Muskelfleischanteils am Schlachtband herangezogen.

Dabei kamen die folgenden Verfahren zum Einsatz: AutoFOM1-Gerät, Ultraschallscanner GE Logiq als Referenzgerät für die handgeführten Geräte, wie z.B. das FOM und das ZP-Verfahren mit Schieblehre.

Das durchschnittliche Schlachtgewicht der gesamten Stichprobe lag bei 95,4 kg und einem Referenz-Muskelfleischanteil von 58,5 %. Wie groß die Abweichungen der einzelnen Klassifizierungsverfahren zum Referenz-Muskelfleischanteil sind, ist in Grafik 1 dargestellt. Es gab Abweichungen von bis zu 2,8 % durch das ZP-Verfahren. Jedoch hängt die Schätzgenauigkeit auch mit den Schweinetypen zusammen. Daher wurden für diese Stichprobe auch möglichst fettreiche und magere Herkünfte ausgewählt, um die Schätzgenauigkeit der zukünftigen Formel zu erhöhen. In der Tendenz stimmen die Ergebnisse der geprüften Verfahren bei den geringer bemuskelten Herkünften etwas genauer mit dem Referenz-Muskelfleischanteil überein als bei den fleischreicheren Herkünften. Dies bedeutet, dass genetische Unterschiede in der Schätzung des Muskelfleischanteil weiterhin bestehen bleiben.

Bei der Überprüfung der Teilstückgewichte fiel besonders deutlich die Überschätzung des Bauches von bis zu 1 kg auf. Die Schulter schier wurde bei allen Herkünften um bis zu 400 g unterschätzt. Der Lachs wurde mit einer Ausnahme ebenfalls unterschätzt. Beim Schinken schier wurde bei zwei Herkünften unterschätzt und drei Herkünften überschätzt.

Wird das Ergebnis der Vollzerlegung des Bauches mit dem des AutoFOM-Gerätes verglichen, so wird der Fleischanteil beim Bauch um bis zu 5,8 % unterschätzt. Im Durchschnitt der Stichprobe lag der Wert bei 5,0 % (Grafik siehe Link).

Die Zulassung der neuen Schätzformeln wird voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2011 erfolgen, da sie zunächst die Genehmigungsprozedur der EU durchlaufen müssen.

Danach wird dann zwischen den Vermarktungspartnern gegebenenfalls über eine Anpassung der Abrechnungsmasken diskutiert werden.

Bild entfernt.

(Quelle: http://www.schweine.net/neue_schaetzformeln_zeigen_es__die_fleischprozente.html)

Geschrieben von Richard Ebert am
Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Nix neues; habe ich letzten Herbst schon berichtet.

Dann wird demnächst halt 57% MFA als Basis gesehen.

Wir hatten zu Anfang der "Klassefizierungsritis" schon mal als Basis 54% MFA.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

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