Schweine: Nachhaltigkeit verteuert Mast um 6 Cent je Kilo
Nachhaltigkeit verteuert Schweinmast
schweine.net (13.05.11) - In der öffentlichen Diskussion ist der Begriff Nachhaltigkeit weitgehend positiv besetzt. Für den Schweinehalter erweisen sich die damit verbundenen Forderungen jedoch als Kostentreiber, meldet die agrarzeitung auf ihrer Website.
Mit zusätzlichen Kosten von mehr als 6 €/100 kg Schlachtgewicht können sich betriebliche Umweltmaßnahmen in der Schweineproduktion niederschlagen, berichtete Professor Ludwig Theuvsen, Universität Göttingen, während einer Tagung des Institutes für nachhaltiges Management in Bonn. Im Extremfall werde die Schweineproduktion dadurch ein Verlustgeschäft, erläuterte der Wissenschaftler.
Zielkonflikte im Nachhaltigkeits-Management sind laut Theuvsen schwerwiegend, "wenn harte Randbedingungen wie Wettbewerbsfähigkeit auf Wünschenswertes, beispielsweise mehr Umweltschutz stoßen". Welche Sichtweise sich in solchen Fällen durchsetze, sei eine gesellschaftliche Machtfrage. Geeignete Instrumente, um diese Konflikte zu lösen, bestehen nach Ansicht des Agrarwissenschaftlers bislang nicht. Theuvsen plädiert dafür, "das Topmanagement-Thema Nachhaltigkeit zumindest in technischen Einzelheiten an Spezialisten zu übertragen".
Das meint die ISN:
"Wir teilen die Meinung von Professor Theuvsen, dass sich das Thema Nachhaltigkeit als Kostentreiber für die deutschen Schweinehalter erweisen wird." so Dr. Torsten Staack, Geschäftsführer der ISN. "Allerdings schätzen wir die Kosten für die Auflagenerfüllung deutlich höher als 6 Cent pro kg SG ein." so Staack weiter.
Zu dehnbar ist der Begriff Nachhaltigkeit und nicht klar abgegrenzt. Umwelt oder Regionalität gehören genauso dazu, wie z.B. Brandschutzauflagen oder Keimgutachten bei der Genehmigung von Ställen. Aktuell lässt sich zudem schwer abschätzen, wie sich der politischen Wettlaufs zwischen Bund und den einzelnen Ländern in der Tierschutzdiskussion entwicklen wird und welche Kosten sich daraus für die Schweinhalter konkret ableiten werden."Es ist natürlich eine Frage des Blickwinkels wo man den Strich zieht. Angesichts der Themenfülle sind 6 Cent aber wohl eher die Unterkante" begründet Staack seine Einschätzung weiter. Die ISN bleibt auf jeden Fall dran.
(Quelle: http://www.schweine.net)
Meinungen zum Thema würden mich interessieren !
Schöne Grüsse, Richard Ebert
@ Richard Ebert [#2]
Die Kosten bleiben wie immer bei uns Produzenten hängen. Hatten wir u.a. auch schon mit QS usw.. Zuerst wird ein Aufgeld versprochen für alle die sich beteiligen; hat man das Ziel erreicht-Ende.
Bringt eh nichts außer Arbeit für Bürokraten und Behörden.
Mfg
Da kann ich nur zustimmen. Bei mir waren gestern zwei Herren die Nachhaltigkeit bei Raps kontrollierten. Ich hatte nicht das geringste zu verbergen aber Nachkontrolle weil nicht bis ins letzte Detail nachvollziehbar war wie viel Raps von welchem Teilbetrieb kam.
Bürokratismus in Reinkultur! So kommen wir weiter - frag mich nur wohin?
Gruß