Schweine: November Schweine plus 3 Cent - noch immer nicht teuer
Russland sieht sich künftig als Exporteur von Schweinefleisch
Schweine.net (09.06.10) - Ein dreifach höherer Export von Lebensmitteln aus Russland ist nach Expertenansicht durchaus möglich, berichtet die Internetseite, rian.ru.
"Bei staatlicher Unterstützung könnten die Lebensmittelausfuhren aus Russland in den nächsten Jahren um 200 bis 250 Prozent auf bis zu 30 Milliarden US-Dollar steigen". Das sagte der Präsident des Nationalen Verbandes von Lebensmittelexporteuren, Dmitri Bulatow, am Dienstag in einer Rundtisch-Sitzung zum Thema "Exportpotential des russischen Agrar-Industrie-Komplexes". Das Treffen fand in der Industrie- und Handelskammer Russlands statt.
Bulatow zufolge hatte Russland im vergangenen Jahr Agrarerzeugnisse im Gesamtwert von 9,3 Milliarden Dollar ausgeführt. Zugleich seien Lebensmittel für 28,3 Milliarden Dollar importiert worden. Somit betrage der Passivsaldo 19 Milliarden Dollar. "Russische Betriebe sind in der Lage, die Produktion von Fleisch, Fisch, Süß- und Backwaren, Alkohol, Milcherzeugnissen u.a. für den zu steigern. Aber bislang hat kein einziger Lebensmittelexporteur staatliche Unterstützung erhalten. Somit sind die Bedingungen für die russischen Lieferanten im Vegleich zu ihren ausländischen Konkurrenten wesentlich ungünstiger." Unter den möglichen Schritten des Staates zur Stützung der Branche nannte Bulatow Exportsubventionen und Steuervergünstigungen.
Der Präsident der Nationalen Vereinigung von Fleischproduzenten, Jewgeni Juschin, bemängelte die Qualität russischer Agrarerzeugnisse. "Wir müssen noch einen langen Weg zurücklegen, um zuerst den russischen Anforderungen gerecht zu werden. Was ausländische Normen betrifft, sind sie in vielen Fällen nicht so streng wie in Russland", sagte der Experte.
Die Teilnehmer der Sitzung gelangten zum Schluss, dass Russland bei der Lösung der anvisierten Probleme zu einem großen Lieferanten von Geflügel- und Schweinefleisch auf den Außenmarkt werden kann. Zu den potenziellen Absatzmärkten für Geflügel gehören nach Juschins Ansicht Nordafrika, Nahost, der Irak, Saud-Arabien und China. China würde neben den Philippinen und einigen anderen Ländern auch zum großen Abnehmer von russischem Schweinefleisch, sagte er.
(vollständiger Artikel: http://de.ria.ru/business/20100608/126630533.html)
Kassamarkt: Dänischer Schweinepreis holt auf
Topagrar.comn (09.06.10) - Erstmals seit Jahren hat der dänische Schweinepreis die deutsche Notierung überholt. Die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands meldete zuletzt am 1. Juni einen korrigierten dänischen Schweinepreis von 1,45 €/kg Schlachtgewicht (SG), der über dem deutschen lag. Der hiesige Schweinepreis betrug nur 1,43 €. Damit lag der dänische Preis schon vier Wochen in Folge über dem deutschen. Gestern lag der dänische Preis wieder einen Cent unter dem deutschen. Von 2004 bis 2009 erlösten die nördlichen Nachbarn im Jahresschnitt je kg SG stets acht bis 15 Cent weniger als die deutschen Schweinemäster.
Die Ursachen
Die aktuelle Situation hat mehrere Ursachen: In erster Linie profitiert die Exportnation Dänemark wesentlich stärker als die Deutschen von den höheren Weltmarktpreisen für Schweine. Der schwache Euro verleiht den Exporten zusätzlichen Auftrieb. Außerdem ist der dänische Schlachtkonzern Danish Crown in den letzten Jahren unter Zugzwang geraten, die Preise anzuheben. Denn die Dänen haben ihre Mastschweine aufgrund der lukrativen Absatzmöglichkeiten zunehmend nach Deutschland vermarktet. Seit Mai 2009 hat Danish Crown die Verarbeitungskosten um 4 Cent/kg SG gesenkt. Auch dadurch kann er jetzt mehr Geld für Schweine ausgeben.
Terminmarkt: November Schweine plus 3 Cent - und immer noch nicht zu teuer
An der Frankfurter Terminbörse waren Schweine weiterhin gesucht. Bei einem Umsatz von 25 Kontrakten zog der Index um 0,52 Cent auf 1,4392 Euro und damit ein neues Jahreshoch an. Besonders stark gesucht waren November Schweine mit einem Preissprung um 3 Cent auf 1,38 Euro.
Diese 1,38 Euro sind noch immer keinesfalls als "teuer" zu bezeichnen. Die obige Grafik zeigt, dass November Schweine in den letzten Jahren mehrfach mit 1,50 Euro, in einem Jahr sogar mit 1,70 Euro bezahlt wurden.
Der Ferkel Terminmarkt blieb ruhig. Bei einem Umsatz von 3 Kontrakten schloss der Index um 3 Cent höher bei 45,97 Euro.