Schweine: Nur noch Mast auf Bestellung ?
[aus einem anderen Schweine Thema kopiert
Ein großer Schweinemäster in meiner Nähe hat die Getreideernte fast abgeschlossen, 80% für seine Biogasanlage. Die letzten Schweine gehen im 3Wochen raus.
Er betreibt dann nur noch Mast auf Bestellung, Lieferzeit 3 Monate.
Damit die Roten sich rechtzeitig auf diese Marktform einstellen können.
Gruß Fritz
@ fritz44 [#1]
Er betreibt dann nur noch Mast auf Bestellung, Lieferzeit 3 Monate.
Meine Fragen dazu an Sie und alle anderen "Mäster auf Bestellung":
- worin liegt der Vorteil, wird dabei mehr oder regelmässiger an der Mast verdient ?
- gibt es Nachteile, zum Beispiel wenn keine kosten-deckenden oder überhaupt keine Bestellungen kommen ?
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Stimmungsbesserung am Terminmarkt für Schweine
@ Richard Ebert [#2]
was Fritz meint ist sicherlich eine verbindliche Abnahmezusage mit festem Preis zu dem der Mäster zum Bestellzeitpunkt kalkulieren kann. Welcher Händler wagt sich da dran? Ähnlich könnte ja eine Preisabsicherung über die Börse laufen, wie von Ihnen immer wieder dargestellt. Manko: die Preise bekommen Sie dort nicht realisiert.
Vor 6 Wochen einen August Kontrakt für 1,72 zu kaufen war nur sehr eingeschränkt möglich. Die Zahl der Akteure ist einfach zu begrentzt.
Gruß
Schneemann
@ Richard Ebert [#2]
Herr Ebert ,der gute Mann hat eine Biogasanlage,und ist nicht bereit den zur Zeit unrentablen Betriebszweig Schweinemast durchzuschleppen .Dann ist der Stall eben leer.
Wenn der Preis sich dann gegen 2,00E bewegt und er zu diesem Preis absichern könnte, wird er wieder einsteigen.Hat also bis dahin keine Verluste.Kann ja noch 2Jahre dauern bis wir Die 2,00€ erreichen.
Gute Kunden werden beliefert,andere eben nicht.
Es ist immer wirtschaftlich keine Verluste zu machen.
Gruß Fritz
@ Fritz 44
Woher soll er denn dann die Ferkel nehmen? Die müßte er dann ja ca. 6 Monate vorher bestellen, wenn der Ferkelerzeuger genauso verfährt. Alle 10 % weniger, Ferkelerzeuger und Mäster, daß wäre ein Ansatz.
MfG Dorf
@ fritz44 [#4]
Keine Verlust ist eben relativ! Was sie meinen ist sicherlich, dass selbst die variablen Kosten nicht mehr gedeckt sind, oder? Wahrscheinlich ist der Stall schon abgezahlt oder die Tilgung wird von der Biogasanlage mit übernommen.
MfG
Geno-Bauer
Noch eine Erklärung ,Mast auf Bestellung.
Das ist keine Erfindung von mir,stammt aus der Zeit wo wir in D noch
unter 80% Selbstversorgung hatten.
War eine feste Vereinbarung zwischen Mäster und Schlachter,Metzger.
Unterer Preis und oberer Preis waren Festpreis,dazwischen wurde Notierung abgerechnet.
Vorteil für Mäster,immer Kostendeckende Mast.
Vorteil für Schlachter,er hatte immer die bestellte Menge und Qualität zu Verfügung.
Diese Marktform wurde durch die EZG zerstört und wurde jetzt durch Hauspreissystem ersetzt.
Für die Schweinehalter ist das eine Katastrophe.Geht jetzt nur noch um Schadensbegrenzung.
Weiter Wirtschaften bis zum bitteren Ende.Wann kommen die 2,00€ in 1 oder 3Jahren???? Und reichen die dann noch????
Um 2,00€ zu erreichen müssen die Schweinebestände um 30% abgebaut werden.und warum?
Bei 2,00€/kg bricht der Export weg und der Verbraucher kann sich
weniger Fleisch leisten.Ein Schnitzel wird dann wohl 12,00€ kosten.
Oder Stall leer,wird wohl die kostengünstige Lösung sein.
Dem Ochsen dem man immer nur den Grasbüschel vors Maul hält
damit er den Karren weiter zieht,wird einmal zusammenbrechen,
wenn er ihn nicht zu fressen bekommt.
Gruß Fritz
"Mast auf Bestellung" ist doch in der Geflügelhaltung in der Praxis Gang und Gäbe. Steigt das Futter, steigen die Auszahlungspreise, es ist immer eine etwa gleichbleibende Marge vorhanden.
Ich kann diesem Modell wohl etwas abgewinnen.
@ fritz44 [#7]
Der Spruch mit dem Ochsen sollte möglichst schnell bei C.T. oder Dr.G. oder Dr.T. oder all den anderen falschen Mutmachern auf den Schreibtisch geliefert werden.
Gruß Paul
@ paul [#9]
Noch einen für die Bauern
"Ein schlauer Ochs der nicht zieht,hält länger durch"
Gute Nacht
Fritz
Ich persönlich sehe schwarz, der Futterpreise wegen. Wir sind eher bei 30 € für Getreide als bei 20 €. Das kann auch die nächste Ernte nicht wieder rausreissen. Das mit der Mast auf Bestellung wäre die einzige Alternative. Dieses Mal wird es noch wesentlich schlimmer kommen als 07/08. Meine Meinung.
jbh
Vielen Dank an alle für die Erklärungen der "Mast auf Bestellung".
Anscheinend stellt sich darunter nicht jeder das Gleiche vor. Echte Vorteile, die nicht durch gleichzeitige Nachteile kompensiert werden, sehe ich nicht. Und Wunschpreise von 2 Euro für Schweine sehe ich erst recht nicht.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Für Dezember Schweine werden seit Freitag 1,60 Euro geboten, der höchste Preis seit 4 Jahren
@ Richard Ebert [#12]
Für Dezember Schweine werden seit Freitag 1,60 Euro geboten, der höchste Preis seit 4 Jahren
nicht nur die Landwirte mit Veredlung, sondern auch die RMX Börse werden im kommenden Winter die grossen Verlierer sein!!. Da helfen keine 1,60 Euro für Dezember. Alle RMX Kurse sind z. Zt. nur verlustbringend!!. Dadurch kommt es nur noch sporadisch zum Deal.
mfg
Bigpig
@ BIGPIG [#13]
Verstehe ich da etwas falsch, doch zum Verkauf angeboten für 1,60 €.
Geboten wird doch viel weniger.
Ach ja, vor 4 Jahren hatten wir 9,00/dt Getreidepreis.
Gruß Fritz
@ fritz44 [#14]
Sie verstehen das falsch. Dezember Schweine wurden auch heute wieder zu 1,60 Euro gesucht. Das ist der gleiche Preis wie der V-Preis Mitte Juli !
Wer der Meinung ist, dass im Dezember für Schweine weniger als 1,60 Euro bezahlt wird, sollte an einen Verkauf am Terminmarkt denken.
Schöne Grüsse, Richard Ebert
Der Kurs für Dezember Schweine notiert, allerdings noch umsatzlos, bei 1,62 Euro