Schweine: Partien müssen in die kommende Woche geschoben werden
Fettarm und fleischreich
Von Franz Kampschulte
Ahlener Zeitung, Greven (01.03.10) - 1500 Mastschweine hat Landwirt Matthias Langkamp im Stall stehen. Sie stammen alle aus eigener Nachzucht und wachsen nach und nach heran. Fettarm und fleischreich sollen sie sein, das ist das Ziel bei der Schweinemast - gerade so, wie es der Verbraucher wünscht.
Per Druckluft wird ihnen regelmäßig am Tag ein hochwertiges Flüssigfutter aus Getreide, Mais und einem Ergänzungsfutter in die Tröge gepumpt. Fressen, verdauen, schlafen und heranwachsen, mehr wird von den Mastschweinen nicht erwartet, wenn nach durchschnittlich 180 bis 210 Tagen der Transporter auf den Hof rollt und sie ihre letzte Reise zu einem privaten Schlachthof nach Unna antreten.
Matthias Langkamp: „Das ist in der Regel einmal in der Woche der Fall, wenn die Mastschweine nach und nach ihr ideales Schlachtgewicht von 120 bis 125 Kilogramm erreicht haben. Sie alle stammen ab von einem fleischreichen Pietraineber, der seine Eigenschaften an seine Nachkommen weiter gibt.“
Etwa eine Woche bevor die Tiere abgeholt werden, geht Matthias Langkamp durch die Buchten und schätzt mit geschultem Auge ab, welche Schweine zum Transport-Termin das ideale Schlachtgewicht haben. Er zeichnet die Tiere ab, die schlachtreif sind, ruft beim Schlachthof an und vereinbart einen Termin, an dem die Schweine abgeholt werden können. Steht der Transporter vor der Tür - das ist in der Regel zwischen 17 und 22 Uhr der Fall - werden die Schweine verladen, um bereits am frühen Morgen geschlachtet zu werden.
Die Vermarktung der Tiere erfolgt über die sogenannte Metzgerschiene. Am Schlachthof werden die Schweine in Hälften zerlegt oder auch weiter zerteilt, wenn es gewünscht wird. Ohne die Kühlkette zu unterbrechen wird das Fleisch an die Metzger ausgeliefert, die daraus dann ihre Endprodukte herstellen. So schließt sich dann der Kreis vom Mastschwein im Stall bis zum leckeren Aufschnitt in der Wursttheke.
Natürlich wird Matthias Langkamp für seine Mastschweine auch bezahlt. Die Abrechnung erfolgt nach dem Schlachtgewicht, doch nicht etwa „über den Daumen“, sondern nach einem bestimmten System. Sind die Tiere geschlachtet, wird zunächst der Magerfleischanteil bestimmt, das wichtigste Kriterium für einen guten Preis. Neben dem Grundpreis gibt es Zuschläge oder Abzüge, je nach Klassifizierung.
Eine Woche später geht Matthias Langkamp wieder durch die Buchten und sucht die Schweine aus, die ihre letzte Reise antreten und mit anderen dafür sorgen, dass die Fleischtheke für den Verbraucher immer gut gefüllt ist.
(Quelle: http://www.wn.de/lokales/kreis_steinfurt/greven/1280165_Fettarm_und_fleischreich.html)
Kassamarkt: Schlachtzahlen im Nordwestraum rund 6 % über dem Vorjahr
Mit 707.000 Stück lagen die Schlachtungen im Nordwestraum um fast 19.000 Stück über der Vorwoche. Die Schlachtbetriebe nutzten das gesunkene Preisniveau um ihre Schlachtmengen weiter auszubauen.
Für die laufende Woche deuten sich unveränderte Schlachtschweinepreise an.
(Quelle: VR Agrarberatung)
Internet Schweinebörse: Morgen bis zu etwa 5 Cent tiefer ?
Wie jeden Mittwoch veröffentlicht die Internet Schweinebörse Nordwest ihren wöchentlichen Preis. In der vergangenen Woche notierte dieser minus 1 Cent auf 1,40 Euro.
Wenn sich der Terminmarkt saisonell so verhält wie in den letzten 10 Jahren (rote Prognose-Kurse), werden März Schweine in drei Wochen mit 1,29 Euro abgerechnet, 3 Cent tiefer als zum aktuellen V-Preis
Terminmarkt: Aktueller V-Preis erneut unterschritten
Die Unsicherheit über die kommende Preisentwicklung am Schweinemarkt hält an. Erst wenige Minuten vor 15 Uhr gab es im Kassamonat März, andere wurden nicht gehandelt, den ersten Kurs mit 1,321 Euro. Schon eine halbe Stunde später war das Tagestief bei 1,31 Euro erreicht, ein Cent unter dem V-Preis der vergangenen Woche.
Der M 12 Schweineindex gab um 0,03 Cent auf 1,4023 Euro nach bei einem Umsatz von 11 Kontrakten.
Ferkel schlossen mit gegenüber dem Vortag unveränderten Taxkursen, nur der März gab 10 Cent auf 48,40 Euro ab. Index minus 1 Cent auf 42,78 Euro.
Aussichten für Freitag: Unverändert 1,32 Euro
Das Angebot an Schlachtschweinen wird so hoch geschildert, dass Partien teilweise in die kommende Woche geschoben werden müssen, da eine zeitnahe Vermarktung zu aktuellen Preisen nicht möglich ist. Der Export erholt sich dank des Preisabschlags, allerdings auf einem sehr niedrigen Preisniveau..
Da sich die Spanne der Schlachtbetriebe etwas verbessert hat, könnte es am Freitag nochmal zu unveränderten Preisen reichen.
Der Terminhandel ist skeptischer, März Schweine wurden heute zuletzt mit 1,31 Euro gehandelt, zum Börsenschluss wurden 1,305 Euro geboten und 1,315 Euro gefordert.