Schweine: Pleitewelle in der Schweinebranche - das pure Chaos
Alle berichten über mangelnde Auszahlungspreise bei den Mastschweinen.
Ein viel größeres Problem stellt der Futtermarkt dar! Ein landwirtschaflicher Betrieb mit ca 1.000 Sauen im sogenannten "Geschlossenen System" hat in diesem Wirtschaftsjahr ca. 1.000.000 (1 Mill. Euro) höhere Futterkosten als z.B. im Jahr 2004. In Holland, Deutschland, Frankreich (sehr viele), Osteuropa und auch in Dänemark stehen massenhaft Betriebe vor dem "Aus".
Daneben müssen europaweit noch unzählige Sauenhalter ihre Ställe auf die Haltungsverordnung von 2013 umbauen - dies kann von vielen Betrieben aus finanziellen Gründen nicht mehr geleistet werden. Große Sauenanlagen - als Gemeinschaftsanlagen - haben schon über viele Jahre einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in ihren Bilanzen!
Wie soll dieser Fehlbetrag erst in diesem Jahr aussehen? Abgestraft werden sie meiner Meinung nach zusätzlich beim Einsatz von französischen und hollandischen Genetiken, da sich diese Ferkel kaum zu vernünftigen Preisen auf dem deutschen Markt verkaufen lassen.
Bitte merken: Die schweinehaltenden Landwirte sind sehr, sehr, sehr still! Wenn ein Landwirt klagt, lebt er noch! Wenn das Klagen aufhört, stirbt er in aller Stille!
Hatte gerade einen Anruf, das Futter wird jetzt noch teurer. Die Dioxinkrise ist vorbei, jetzt werden wohl alle anheben.
Die Schweine müssen einfach teurer werden.
jbh
@ JBH [#2]
Die Schweine müssen einfach teurer werden.
Warum ? - weil die Futterpreise steigen ? Das Argument des "müssens" aus diesem oder jenem Grund lese ich seit Jahren hier im Forum und anderswo. Die Preise für Schweine steigen erst, wenn die Mäster höhere Preise fordern und die Roten diese auch bezahlen.
Da es keinen börsengehandelten Futterpreis gibt, hier als Vergleich der europäische Maispreis (Börse Paris) im Verhältnis zum Schweine V-Preis. Die Schere geht in riesigem Umfang weiter auseinander und eine Ende ist noch nicht abzusehen.
Schöne Grüsse, Richard Ebert