paul
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Schweine: Preisdiktatur durch Edeka ?

Der Hamburger Großhandelskonzern Edeka hat die Lieferpreise für Fleisch und Wurst einseitig und rückwirkend gesenkt, und so den Zorn der Lieferanten auf sich gezogen. Wie die Lebensmittelzeitung schreibt, haben Wursthersteller vor wenigen Tagen einen Brief der Edeka-Gruppe erhalten, in dem die Preissenkung verkündet wurde. Darin heißt es, die neuen niedrigen Preise sollen rückwirkend ab dem 6.November gelten. Da sie aber frühestens ab dem 27. November ins Edeka-System eingestellt werden konnten, teilte Edeka kurzerhand mit, man werde „für die drei Wochen Differenz eine Gutschrift einbehalten“, berichtet die Zeitung weiter. Im Klartext: Das Großhandelsunternehmen bucht sicht selbst mit drei Wochen Verzug Geld aufs Konto, dass den Wurstherstellern vorenthalten wird.

Die Edeka-Kette erklärt, dass grundsätzlich niemals rückwirkende Forderungen gestellt würden. Der Brief könnte „auf Basis vorheriger Verhandlungen in dieser Form verschickt worden sein“.

Doch die Fleisch- und Wurstwarenbranche schenkt diesen nachträglichen Erklärungen keinen Glauben und ist verärgert. Als „Raubrittertum“ habe ein großer Wursthersteller die Aktion bezeichnet. Weiter heißt es in dem Artikel der Zeitung: „Etliche Unternehmen haben bei Edeka bereits Widerspruch eingelegt und um einen Gesprächstermin gebeten. Die Wursthersteller befürchten, dass weitere Handelsunternehmen nachziehen werden, sobald sich die Edeka mit den Forderungen durchsetze.“

Zur Erinnerung: Im Spätsommer 2008 hatte die Kette schon einmal gegenüber seinen Fleischwarenlieferanten versucht, mit harter Linie die Preise zu drücken. In letzter Minute konnte nur ein „stiller Streik“ abgewendet werden. Erst nach öffentlichem Protest der Wurstbranche setzten sich die Lieferanten gegenüber Edeka mit besseren Preisen durch, die mit anderen Handelsunternehmen längst vereinbart waren. Und im Frühjahr 2009 hatte die Edeka-Handelskette ihre Fusion mit Plus zum Anlass genommen, um die übernommenen Lieferanten massiv unter Druck zu setzen.

Quelle: http://www.topagrar.com/?option=com_content&task=view&id=15501&Itemid=519

Gruß Paul

Geschrieben von paul am
pork cutter
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Diese Geschäftsgebaren haben nichts mehr, mit dem Handeln eines "ehrbaren Kaufmanns" zu tun. Das sollte wirklich mal öffentlich gemacht werden. Haben denn die Endkunden auch rückwirkend Gutschriften bekommen??

Allen hier trotzdem alles Gute fürs neue Jahr.

Gruß pork cutter

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Darüber kann man sich doch garnicht aufregen.
Wir haben jede Woche drei Tage; an denen wir nicht wissen; was wir für unsere Ware bekommen.
Und solange alle Lieferanten; egal auf welcher Schiene; diese Spiel mitmachen muss doch garnichts geändert werden; oder?

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Muehlenbach [#3]

Gibt's das noch sonstwo ?

Ware (Schweine) verkaufen ohne zu wissen was dafür bezahlt wird ?

Schöne Grüsse, Richard Ebert

Junker
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ Richard Ebert [#4]

So wurde und wird vielleicht auch noch mit vielen Bauern in der Ernte verfahren.
Liefert man schön euer Getreide erst einmal beim Handel ab - über den Preis reden wir dann nach der Ernte :-)
So ungewöhnlich ist also dieses Vorgehen gar nicht.
Bei den Schweinen wurmt es mich aber auch besonders. Am besten 7-10 Tage vorher Stückzahlen melden, dafür wird man mit 50Cent je Tier extra gelockt der Aufschlag auf den V-Preis ist ausgehandelt und ist damit eine feste Größe (2-3Cent). - Hauptsache wir fassen nicht in das große "Preisrad".

Allen einen guten Sylvesterabend und dann im neuen Jahr keine falschen Preisknaller.

Gast

Hallo, hallo,

ob dieser Kommentare bin ich erstaunt. Gelebte Monatspreise im Bereich Rotfleisch wurden hier verlacht.

Sorry, kein Mitleid mit den ewig gestrigen.

Ziel muss sein min. quartalsweise Preise zu organisieren, was wahrscheinlich auch mit den entsprechenden Partnern wieder 2 Jahre dauert.

Allen wirklich Marktbeteiligten gibt dieses Planungssicherheit, oder will man zum Spekulanten verkommen?

MfG

Berrendorf05

Lukas
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ berrendorf05 [#6]

Ziel muss sein min. quartalsweise Preise zu organisieren, was wahrscheinlich auch mit den entsprechenden Partnern wieder 2 Jahre dauert.

Das widerspricht sich doch!!! Quartalweise Preise kannst du doch an der Börse bekommen.

Oder hast Du Angst selber Preise zu machen?????

Gruß
Lukas

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Lukas; Ziel ist es dann die kleinen "Höhenflüge " des Schweinepreises im Mai sowie Ende Juli/ Anf. August wieder auf den Boden der (Roten) Tatsachen zu holen.
Berrendorf; wieso sollte sowas wieder zwei Jahre dauern?
Ganz einfach; weil euch keiner; ich wiederhole wirklich keiner traut.
Die ganzen Erfahrungen der letzten zehn Jahre zeigen doch eindeutig; das es keine Partnerschaft gibt und diese auch nicht gewollt ist.
Das zeigt doch schon die Preisfindung; da gab es zwei mal die Woche einen Preis; von Montag bis Mittwoch; von Donnerstag bis (Sonntag).
Dann fingen die ersten an; die Zeiträume zu verschieben; so dass letztendlich sich alles verschoben hat dahingehend; dass man erst zwei Tage später einen Preis für seine Waren bekommen hat.
Dann wurde alles über den Haufen geworfen; und ein Preis von Freitag bis Donnerstag gemacht; weil die man die "Umsatzstarken Wochenenden " besser kalkulieren kann.
Mittlerweile sind die ersten schon ab Lieferung Dienstag für den Preis vom kommenden Freitag; viele bei Mittwoch; ganz wenige nur noch bis Donnerstag.
Einige EZGs versuchen das ganze auszugleichen mit einem zwei-Notierungs-Durchschnittspreis; was einem dann 10 Tage maximal bangen läst weil man nicht weiss wie der Preis ist.
Und jetzt kommst du mit einem "Fünf-Jahres-Preis"; damit man besser kalkulieren kann.
Ich lach mich schlapp.
Wir brauchen dann also Quartalspreise für Ferkel; Futter; (nur mal so nebenbei; Kontrakte in dem Sinne beim Futter gibt es nicht mehr Umsonst; eigene Auswertungen haben gezeigt; dass man mit Wochenpreise 50ct. Futterkosten spart..)usw.usv?

Willkommen im Sozialismus.
Erst Quartal; dann Halbjahr; dann fünfjahresplan.
Das zeigt doch nur sehr deutlich; dass das Kaufmännische in den Konzernen ad Akta gelegt wurde.
Und damit sind wir wieder in der Realen Welt angekommen.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Saubauer
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

@ paul [#1]

Der Artikel hat mich nicht mehr Geschockt!!

Habe ja schon vor einiger Zeit geschrieben EDEKA liebt Lebensmittel!! nicht den oder die Erzeuger!!
Ein Lieferant der Firma E. hat mir schon von den sogen. Knebelverträgen der Edeka erzählt.
Mann wollte sogar,daß er nur unterschreibt ohne zu lesen!! Wo sind wir denn !!

Guten Rutsch und Kraft für das nächste Jahr wünscht
Saubauer und Familie

Gast

Interessante Antworten!

Können wir das Pferd `mal von 2 Seiten aufzäumen?

1. Seite

Geflügel, frisch + TK; rel. stabil; auch hier hat man Vet.-, Futter-, Stallkosten etc.

2. Seite

Wurstbereich, ist doch auch recht stabil, oder? Warum wohl?

Richtig ketzerisch wird es bei den Frischfleisch- Preisen der Discounter: hier schert man sich nicht um 20ct. hin und her.

Warum wohl?

Zu Lukas: ich spekuliere nicht an der Börse, sondern handele materielle Güter wie Fleisch und Wurst. Irgendwelche zusammengezimmerten Zertifikate sind mir leider fremd.

MfG

Berrendorf05

Spekulatius_Maximus
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Gibt es überhaupt noch nenneswerte Markenfleisch-Programme, über die die Landwirte ihre Erlöse leicht steigern können? Spätestens seit QS lässt sich doch kaum ein Sonderstatus etablieren, oder?
Wir Landwirte liefern die Rohware, mehr nicht! Und sind dazu auch noch beliebig austauschbar. Bitter - aber leider wahr!.

Ich frage mich ernsthaft, wie wir Erzeuger als der Defensive herauskommen? Wieviel kostet ein nagelneuer Schlachthof mit 1000 Schlachtungen pro Tag? Wieviel kosten die Stallungen zur Erzeugung für diesen einen Schlachthof??? Angesichts der Investitionen besteht da doch ein sehr großer Nachteil der Bauern bei der Verteilung der Handelsmacht.

Wenn (mehere) Landwirte in die Vermarktung eingestiegen sind, ist dieses Projekt in der Regel mittelfristig bis langfristig gescheitert, aber ich frage mich wirklich ob es für uns eine Alternative gibt?

Hirngespinst: Wenn alle Schweinehalter sich zu einer EZG zusammenschließen würden und diese in Preisverhandlungen damit kokettieren würde, gegebenenfalls selber in dieFleichvermarktung einzusteigen, würde das doch sicher Eindruck verschaffen! ----------- Das wird ganzsicher nicht eintreffen, aber müssen wir Produzenten nicht viel mehr in der Vermarktung mitreden?

Wenn wir daran arbeiten, sind dem sozialistischen 5-Jahresplan dann sehr nahe.

Als Realist muß man einfach feststellen, dass das wohl lange Wunschdenken bleiben wird.

Frage speziell an die rote fraktion: Wie werden Qualitäten bei Hälften und Teilstücken erfasst und gehandelt? Gibt es eine Basis Landwirtspreis + x (+x% ?) ??? Gibt es direkte Äquivalente.

Muehlenbach
Mitglied seit
12 Jahre 6 Monate

Tja; berrendorf; du hast dir die von dir gewünschte Antwort in deinem letzten Kommentar unter Punkt 1 selber gegeben.

Nach Bünting; Edeka baut nun auch Kaufland (Lidl) eine eigene Erzeugung auf.

Die würden das nicht machen; wenn es in dem Bereich keine Wertschöfung geben würde.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

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