Richard Ebert
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Schweine: Preise im Abwärtssog / es muss 'geschoben' werden

EU-Schweinepreise: Notierungen im Sog abwärts

In der aktuellen Schlachtwoche ist der europäische Markt für Schlachtschweine von Pessimismus geprägt. Die Notierungen stehen auf breiter Ebene unter Druck. Die Preisabschläge reichen von minus 1 Cent bis minus 8 Cents und ziehen sich gegenseitig mit in den Sog abwärts. Die dänische Notierung behauptete sich auf bestehendem Niveau. Dadurch erreicht der spanische Preis den Platz als Ranglistenletzter im europäischen Preisgefüge.

Die Schwäche am Markt hat überall die gleiche Ursache: Die Schlachtunternehmen klagen über ein spürbar gestiegenes Angebot. Ein übermäßiger Angebotsstau war noch nicht festzustellen, doch das sehr ruhige Fleischgeschäft bereitet hingegen Probleme. Stagnierende Exporte von Schweinefleisch nach Osteuropa schwächen die Situation zusätzlich.

Tendenz: Die weitere Entwicklung der Stückzahlen, auch in Zusammenhang mit der Ablieferbereitschaft der Erzeuger, wird maßgeblich Einfluss auf die kommende Notierung haben. Eine weitere Schwäche ist nicht auszuschließen.

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Das Schlachtschweine Angebot fällt bei allen Vermarktern nach wie vor umfangreich aus. Häufig mussten in den letzten Tagen bereits Partien auf die kommende Schlachtwoche verschoben werden, so dass viele Unternehmen auch hier schon entsprechend gut versorgt sind. Gleichzeitig fehlen im Fleischverkauf belebende Impulse.

(Quelle der obigen Beiträge: Interessengemeinschaft der Schweinemäster, http://www.schweine.net)

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An der RMX setzte sich die Talfahrt der Kurse unverändert fort. Bis zum Nachmittag gaben die meisten Terminmonate um 3 bis 4 Cent nach, September Schweine gaben sogar um 5 Cent auf 1,60 Euro nach.

November Schweine lagen um 3 Cent schwächer und schlossen mit 1,55 Euro um 9 Cent (!) unter dem V-Preis der letzten Woche.

Ferkel wurden mit Kursrückgängen von 1 bis 1,80 Euro niedriger gehandelt.

Bild entfernt.

Geschrieben von Richard Ebert am
Richard Ebert
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@ [#1]

Mich wundert sehr, dass keine Proteste wegen meines gestrigen Textes gekommen sind.

Ist die Lage wirklich so schlimm wie geschildert ?

paul
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Herr Ebert,

alle wissen was am Markt los ist. Alle Erzeuger erleben hautnah die Machtpositionen der aufnehmenden Hand.

Sie verstehen es immer wieder vorzüglich die Situation darzustellen.

Da wir davon ausgehen, daß Sie mit Ihrem Beitrag nicht provozieren wollten, wird auch keiner protestieren.

Vielleicht haben ja alle abgesichert.

Gruß Paul

PIG Master
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Ich bin wie wahrscheinlich viele andere geschockt. Es ist nicht zu verstehen wie der Preis, welcher bis Mitte Dezember so stabil schien, so abschmieren kann.Es werden wohl die wenigsten Landwirte abgesichert haben vor einigen Wochen. Überall hörte man von wenig Schweinen in Europa und starkem Export.
Es ist so dringend nötig, daß auf den Betrieben Geld verdient wird. Die Sauenhalter werden nach dem Preisrutsch weiter auf höhere Ferkelpreise warten müssen. Warum sollte nun für jeden Preis auf Teufel komm raus eingestallt werden?
Es ist schon gemein, da dauert es sechs bis acht Monate bis die Futterkosten sich umsetzen lassen. Fallen die Futterkosten, dauert es keine acht Wochen und man nimmt sie uns wieder weg. Der Landwirt ist der letzte in der Kette und bleibt der dumme Lieferant. Ende des Jahres gibt es dann wieder Millionen Gewinne und Umsatzsteigerungen beim Rest der Kette.

ina
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Hier werden wohl alle Geschockt sein, ob rot oder grün. Für mich haben aber auch die Kurse in den vorderen Monaten keine Aussage mehr auf den zu erwartenden Kassapreis.
Hier findet anscheinend ein irrationaler Ausverkauf statt, nach dem Motto, rette sich wer kann, und Cash ist Trumpf.
Das Angebot ist aber zur Zeit schon sagenhaft hoch,und ich bin mal gespannt, wenn die Schlachtzahlen für die KW 43 Woche rauskommen.
Da werden uns die Augen übergehen, welche Mengen da diese Woche über die Bänder gelaufen sind.

Gruss

paul
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

Wenn man die Kursbewegungen an anderen Börsen sieht , ist das was hier abgeht fast wieder normal.
Trotzdem , die Abwärtsbewegung ist überzogen und wird sich schnell, vielleicht schon morgen, umkehren.
Vor 5 Wochen bin ich hier geprügelt worden, als ich den Januar bei 1,55 gesehen (berechnet) habe. Heute würde jeder für diesen Preis absichern.

Mein Tip für morgen 1,58 €.

Gruß Paul

ina
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12 Jahre 9 Monate

Die "Geld und Briefkurse " für den heutigen neuen V-Preis, die gehen heute morgen so weit auseinander, so was habe ich noch nicht erlebt.

Anscheinend sollen heute sofort weiter reichende Entscheidungen getroffen werden. Zumindest signalisieren das beide Seiten.

Mit welchen Preisen wir in den Verkauf gehen sollen, ist mir ein Rätsel. Das wird noch ein sehr Erlebnisreicher Tag.

Gruss

Richard Ebert
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@ paul [#3]

Ich habe fest mit einem Protest gerechnet, von wegen 'Preise runterreden' oder so ähnlich.

Dabei habe ich nur die Quelle weg gelassen = schweine.net bzw. ISN, den Interessenverband der Schweinemäster. Ich habe die Quelle gerade eingefügt.

Gemessen an anderen Märkten sind Schweine vom Preisrückgang fast noch verschont geblieben. Siehe Kupfer mit minus 60 % oder Platin mit minus 70 % in wenigen Monaten.

Bild entfernt.

paul
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@ Richard Ebert [#8]

Wenn man landwirtschaftliche Produkte mit anderen Rohstoffen vergleicht,sollten die Vergleichsprodukte aber nicht unbedingt Metalle oder Rohstoffe sein.
Schweine und auch Getreide sind keine Bodenschätze wie Metalle,Oel oder Gas.

Schweine und Getreide sehe ich schon Richtung Verarbeitungsprodukte.

Der in Ihrer Preiskurve angesprochene Kupferwert ist wohl dramatisch gefallen, liegt aber noch 110 % über dem Wert von Mitte 2003.

Solche Vergleiche halte ich für Unsinn.
Was man vergleichen kann, ist die schlechte Anlegerstimmung.Da schwappt was rüber.

Gruß Paul

Muehlenbach
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@ Paul

Es gibt keine schlechte Anlegerstimmung; die währe wohl da. Nur alle die an diesem Spiel teilgenommen haben; brauchen nun Cash. Nichts anderes.

Die Rohstoffpreise; ganz besonders Öl; währen nie in diese Hemisphären gekommen; wenn die Zinsen höher gewesen währen als der mögliche Gewinn. Dann hätten sich Nachfrageorientierte Preise gebildet; quasi genau das was wir an der RMX z.Zt. haben...

Und wartet mal ab; was passiert; wenn die richtigen Leute mit Geld die Agrarmärkte aufmischen; denn es gibt keinen anderen Markt; wo es in den nächsten Jahren definitiv Wachstum gibt; ausser dem Markt für Agrargüter ( und alles was damit zusammenhängt) sowie Wasser und Energie. Denn Lebensmittel sind Verbrauchsgüter; keine Gebrauchsgüter.

In dem Sinne
MFG
Mühlenbach

Richard Ebert
Mitglied seit
12 Jahre 9 Monate

@ paul [#9]

Gestatten Sie mir, dass ich dies völlig anders sehe. Die landwirtschaftlichen Märkte sind mit den übrigen Rohstoffen UND den Finanzmärkten eng verzahnt.

Beispiel Mais, Raps und Zucker als Konkurrent zu Rohöl. Damit verteuern hohe Rohölkurse automatisch den Preis für Schweinefutter.

Oder die Finanzmärkte. Dabei ist es gleichgültig, ob Garantien für Schweineexporte nach Osteuropa nicht mehr gegeben werden, weil sich die Banken misstrauen, oder Finanzierung für internationale Seefrachten, welche die Einnahmen = Kosten für den Charter von z.B. 70.000 auf 7.000 Euro pro Tag haben fallen lassen (Quelle: ARD 27.10.08).

Ich kann Ihnen zu fast allen am Terminmarkt gehandelten Märkten Beispiele zeigen, wie diese mit anderen Märkten verzahnt sind oder sich gegenseitig im Kurs/Preis stark beeinflussen.

Die Situation aller Märkte war in den 40 Jahren meiner Zeit als Börsianer noch so extrem wie in den letzten Wochen. Das ist noch nicht mal der Beginn eines wirklich extrem gefährlichen Szenarios zwischen Staatsverschuldung, Inflation, Arbeitslosigkeit und politischer Unsicherheit.

Schöne Grüsse, Richard Ebert

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